Lyriost – Madentiraden

19.06.2007 um 08:43 Uhr

Der lyrische Verstand

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Der lyrische Verstand

So lyrisch der Verstand auch vom Herzen sprechen mag, hinter all seinen pathetischen Verirrungen blitzt doch immer das gleiche Bild auf: das eines Muskels.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensnufkyn_blues schreibt am 20.06.2007 um 11:19 Uhr:rau_h wurde korrigiert :)
    danke schön für die zeit, die du dir nimmst, um sie zu lesen.

    du kennst dich sehr gut mit sprache aus, daher ist dein urteil nicht irgendeines. und da wären wir beim kommentieren: es gibt hier viel "dahergelaufenes", und dahergelaufene comments lese ich bei ferse nicht so gern..vllt aus feigheit. hm.

    ausserdem bin ich selbst nur von ganz wenigen sachen dort (beinahe) überzeugt, der rest ist werkstatt..ich versuche mich schon seit jahren zu motivieren und zu verschicken, traue mich nicht, weil ich sie dann doch nicht so besonders finde; und mangels "erfolgen" oder management werden sie irgendwie von jahr zu jahr immer mehr fahl.
    und dann lande ich ja doch wieder nur bei "muskel" s.o.
  2. zitierenLyriost schreibt am 20.06.2007 um 12:29 Uhr:Das Wichtigste beim Schreiben von Gedichten ist das Selbstgespräch. Ansonsten ist mein Eindruck, daß ein Großteil der veröffentlichten neueren Gedichte besser in der Schublade des Verfassers aufgehoben wäre. "Erfolg" ist niemals ein Qualitätskriterium; deshalb ist es unnötig, Furcht vor Mißerfolg zu haben. Das wirklich Kräftige, Farbige wird niemals fahl. Fahl sind nur die Gesichter derer, die lesen, ohne zu spüren.
  3. zitierensnufkyn_blues schreibt am 20.06.2007 um 13:02 Uhr::)
    "Das Wichtigste beim Schreiben von Gedichten ist das Selbstgespräch."

    fast alle poems sind doch irgendwo auch selbstgespräche.
    ich finde es aber wichtiger, ein bild oder eine treffende aussage beim leser zu hinterlassen, statt mit mir selbst zu sprechen und dadurch ansprechend zu sein.

    hm das verstehe ich nicht ganz. wie meinst du das?
  4. zitierenLyriost schreibt am 20.06.2007 um 14:05 Uhr:Für mich sind Gedichte hauptsächlich so etwas wie Individualarchäologie. Ich habe da einen Zugang zu Unbewußtem, den ich sonst nicht habe, denn an meine Träume kann ich mich nur selten genau genug erinnern. An einen anderen Leser denke ich beim Schreiben meist nicht. Es sei denn, ich versuche – was schon vorgekommen ist – einen ganz bestimmten Leser auf einer anderen als der alltäglichen Ebene anzusprechen, weil er (besser sie) auf der gewöhnlichen Stufe des Alltagsbewußtseins nicht ansprechbar ist.

    Der Titel des letzten Gedichtbandes von Günter Kunert gefällt mir sehr gut: "Ohne Botschaft".

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