Lyriost – Madentiraden

09.04.2006 um 17:36 Uhr

Ein Tröpfchen Schwermut

von: Lyriost

Ein Tröpfchen Schwermut

Die Tage tanzen
grelles Zittern
nur Abend atmet sanfte Glut
haucht Menschenpflanzen
im Verwittern
ein Wölkchen Schweigen
ins erhitzte Blut.
Auch Glück wär harter
ohne sie:
die weiche Fee Melancholie.

Ausstellung

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenzartgewebt schreibt am 09.04.2006 um 20:17 Uhr:Ja, das Wort „WEICH“ im Zusammenhang mit der Melancholie, gefällt mir sehr gut!

    Ich könnte auch noch die Wörter „WOHLIG“ und „WARM“ anfügen, denn ich empfinde die Melancholie nicht unbedingt als tieftraurig oder mich auf den Boden drückend.



    Ich sehe die Melancholie eher als ein „gewilltes“ Abrufen intensiver Gefühle, ein Schwelgen in geheimen Sehnsüchten, ja mitunter auch als ein willentlich herbeigeführtes Abrufen gestauter Tränen um Blockaden zu lösen…gleich einem „Gefühlsbad...nicht zerstörerisch sondern immer positiv besetzt!



    Melancholie ist steuerbar – ich bin ihr nicht ausgeliefert – ich kann mich ihrer bedienen……



    ;-)



  2. zitierenreality schreibt am 11.04.2006 um 09:11 Uhr:habe nicht Bedienung gerufen und bin doch bedient worden.
  3. zitierenLyriost schreibt am 11.04.2006 um 09:24 Uhr:Vielleicht sollten wir uns selbst bedienen, damit wir nicht bedient werden. In diesem Sinne schützt ein wenig Melancholie möglicherweise mehr vor Depression als eine gezwungene Permanentlustigkeit.
  4. zitierenreality schreibt am 11.04.2006 um 13:49 Uhr:na dann habe ich genug Schutz, denn wenn ich traurig bin, dann drücke ich es auch aus.

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