Lyriost – Madentiraden

06.12.2014 um 21:50 Uhr

Journalistische Falschheit

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Journalistische Falschheit

In der deutschen Presse mangelt es nicht an antirussischer Propaganda. Deshalb ist mir unverständlich, weshalb RT deutsch, statt wie angekündigt den fehlenden Teil zu einem Gesamtbild Rußlands zu liefern, nun selbst auf überaus plumpe Art und Weise antirussische Propaganda betreibt, indem es eine modulierte Wirklichkeit präsentiert, die so offensichtlich propagandistisch verformt ist, daß es auch der Dümmste sofort bemerkt.

Unter der Überschrift „Russische Zustände? Femen-Aktivistin drohen 3 Jahre Haft wegen Nacktauftritt im Kölner Dom“ zeigt man sich verwundert, daß im Gegensatz zum Fall Pussy Riot amnesty international nicht interveniert: „Während im ähnlich gelagerten Fall der russischen Punkband Pussy Riot … die deutsche und internationale Medienlandschaft massiv Russland und den russischen Präsidenten kritisierten … und Amnesty International umgehend die Festnahme kritisierte sowie die sofortige Freilassung der Bandmitglieder forderte, blieben ähnliche Reaktionen bei der Hamburger Femen-Aktivistin bisher aus.  

Dabei wird allerdings bewußt übersehen, daß in Köln erstens niemand festgenommen wurde, was bedeutet, daß man sinnvollerweise keine Freilassung fordern kann, und es zweitens im Gegensatz zu Rußland hierzulande keine direkte staatliche Einflußnahme auf die Justiz gibt. Und auch keine Straflager.

Immerhin gibt es in RT deutsch einen Nachtrag, natürlich nicht in so großer Schrift wie die Headline, in dem festgestellt wird, daß die Aktivistin tatsächlich verurteilt wurde: zu 1200 Euro Geldstrafe. Auf solcherlei irreführende Berichterstattung kann ich gut verzichten.

RT deutsch


Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenUnbreakable schreibt am 06.12.2014 um 23:10 Uhr:"... zweitens im Gegensatz zu Rußland hierzulande keine direkte staatliche Einflußnahme auf die Justiz gibt."

    Das glaubst du nicht wirklich?
  2. zitierenLyriost schreibt am 07.12.2014 um 09:59 Uhr:Das ist keine Glaubensfrage. Natürlich gibt es bei uns auch politische Einflußnahme, aber ich sagte bewußt: keine direkte, das heißt, Frau Merkel kann nicht einfach einen Gerichtspräsidenten anrufen, der dann einen Richter anweist, jemanden besonders hart zu bestrafen oder freizusprechen. In Rußland geht das. Die regierenden Politiker bei uns regen sich gern mal über Gerichtsentscheidungen auf, in Rußland ist das nicht nötig.
  3. zitierenbeastlover schreibt am 08.12.2014 um 09:39 Uhr:dem stimme ich mal zu.

Diesen Eintrag kommentieren