Lyriost – Madentiraden

16.12.2008 um 22:27 Uhr

Moralische Urteile

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Moralische Urteile

Gegen moralische Urteile, die auf Nachdenken beruhen, habe ich nichts, soweit sie schlüssig aus den Ergebnissen des Nachdenkens hervorgehen. Nachdenken, das auf moralischen Urteilen beruht, sie zu ihrem Ausgangspunkt macht, halte ich jedoch für entbehrlich. Es sei denn, das Nachdenken geschieht mit der Absicht, ebendiese moralischen Urteile auf ihre Sinnhaftigkeit zu überprüfen.

Bevor ich begründe, warum etwas von Übel ist, gebietet es die intellektuelle Aufrichtigkeit, zu prüfen, ob dies tatsächlich zutrifft und nicht nur meinen Neigungen und vorgefaßten, wenig reflektierten Überzeugungen widerspricht.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenUnbreakable schreibt am 16.12.2008 um 23:19 Uhr:Moralische Urteile können letztendlich nur auf individuelle Neigungen und vorgefasste Überzeugungen (so manche soll gar mit dem Holzhammer eingebläut worden sein) basieren. Was verlangst du da?
  2. zitierenLyriost schreibt am 17.12.2008 um 10:46 Uhr:Ich verlange den höchstmöglichen Grad von Unvoreingenommenheit. Und wenn du richtig gelesen hast, dann hast du auch gelesen, von wem ich das verlange. Von mir. Von andern kann ich mir das nur wünschen.
  3. zitierenUnbreakable schreibt am 17.12.2008 um 20:45 Uhr:Hach ... da hatte ich wohl noch ein "Man sollte" im Ohr. ;o)

    Ist intellektuelle Aufrichtigkeit nicht eine Art der Entblößung vor sich selbst? Ist Unwissenheit der höchstmögliche Grad der Unvoreingenommenheit? Sind Kinder intellektuell aufrichtig bis ihnen das mittels moralischer Urteile ausgetrieben wird? Was weiß man schon über Menschenfresser? Ich weiß so wenig. ó.ò
  4. zitierenLyriost schreibt am 18.12.2008 um 08:31 Uhr:Die Erkenntnis, wenig zu wissen, ist der beste Ausgangspunkt für jedes Denken, das den Namen verdient. :-)))

    Nein, Kinder sind nicht aufrichtig, weder intellektuell noch sonstwie. Ihr Egoismus ist nur noch unreflektierter als der der Älteren. Und Unwissenheit ist die am heftigsten sprudelnde Quelle von Voreingenommenheit.
  5. zitierencole younger schreibt am 18.12.2008 um 15:57 Uhr:Und was ist mit moralischen Urteilen, die das Funktionieren einer Gesellschaft erst ermöglichen?
    Mir ist es ehrlich gesagt, lieber, jeder hält sich daran, dass er mir keins auf die Birne geben darf, als dass irgendein Trottel, womöglich mit Muskeln, das Nachdenken anfängt und sich dabei vertut...
  6. zitierenLyriost schreibt am 18.12.2008 um 19:09 Uhr:Das Funktionieren einer Gesellschaft wird – mehr oder weniger – zumindest in europäischen Rechtsstaaten gewährleistet durch weitgehend rationale Strafgesetze, die rechtliche Konventionen widerspiegeln, und nicht durch moralische Urteile. Wenn es anders wäre, hätten wir sicher noch die Todesstrafe, und vielleicht würde auch hier und da noch mal eine scheinbare Hexe angesengt. Seien wir froh, daß bei uns moralische Vorstellungen nicht die rechtlichen dominieren, wie das in so manchem "Gottesstaat" der Fall ist.
  7. zitierenLyriost schreibt am 19.12.2008 um 15:19 Uhr:Ja, die Jesuiten. Haben viele kluge Leute hervorgebracht. Aber ich halte mich doch, u. a. nach tiefgehenden Erlebnissen mit katholischer Doppelmoral in meiner Kindheit, lieber an die eigenen Denkinhalte und die Philosophie. Schöne Grüße
  8. zitierensternenschein schreibt am 21.12.2008 um 18:39 Uhr:Gesetze unterliegen aber auch dem Wandel. Was wohl auch gut ist.
    Denn sonst würde z.B. immer noch gelten, dass die Ehefrau den Geschlechtsverkehr als ihre eheliche Pflicht, nicht nur teilnahmslos über sich ergehen lassen sollte, sondern auch aktiv daran teilnehmen muss. .
    Da frage ich mich, wieviel Intellekt und wieviel Moral oder auch männlicher Egoismus zu diesem damaligen BGH Urteil beigetragen hat.
    Spielen Moralvorstellungen, insbesondere der Kirchen, nicht auch, vielleicht sogar zu stark, mit in die Gesetzgebung hinein?
    Liebe Grüsse

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