Lyriost – Madentiraden

17.11.2016 um 09:15 Uhr

Sein und Werden

von: Lyriost

Sein und Werden

Alles Werden lenkt ab vom Sein.  

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenGrafKroete schreibt am 18.11.2016 um 13:55 Uhr:....... das Werden wird übermorgen das Ist von morgen gewesen sein.

  2. zitierenLyriost schreibt am 18.11.2016 um 16:32 Uhr:Dieses, dein Ist ist aber nicht das Sein, sondern nur eingefrorenes, statisiertes Werden.
  3. zitierenGrafKroete schreibt am 18.11.2016 um 17:27 Uhr:Werden ist doch unser aller Sein, oder??

    Na ja, Manche stehen still, die sind halt......... bedauernswerte Geschöpfe.
  4. zitierenLyriost schreibt am 18.11.2016 um 18:58 Uhr:Nein, nein, das Sein spürt man erst jenseits des Werdens: Siehe oben. Die meisten stehen still im Werden. Das sieht man aber so richtig nur aus einer gewissen Entfernung.
  5. zitierenGrafKroete schreibt am 18.11.2016 um 19:26 Uhr:Na dann will ich mich doch mal ordentlich zurücklehnen.
  6. zitierenLyriost schreibt am 18.11.2016 um 22:27 Uhr:http://fscomps.fotosearch.com/bigcomps/CSP/CSP472/k4729793.jpg
  7. zitierensunnysigtup schreibt am 21.11.2016 um 23:45 Uhr:Volltreffer.

    Autsch.
  8. zitierenZebulon schreibt am 23.11.2016 um 23:32 Uhr:Werden wir sein werden?
  9. zitierenZwischenweltler schreibt am 18.12.2016 um 15:16 Uhr:Meine Sichtweise:
    Das Sein liegt am Schnittpukt zwischen Werden und Vergehen.
    Doch dieser Schnittpunkt ist nicht zwangsläufig scharf umrissen. Es gibt keinen fixen Horizont für das Sein. Vielmehr haben wir die Möglichkeit, durch die Einbeziehung eines gewissen Maßes an Werden und Vergehen die Ausdehnung des Sein-Empfindes zu vergrößern - was dieses jedoch unschärfer, unkonkreter macht. Es liegt also gewissermaßen an der Einstellung des persönlichen Blickwinkels. Man kann sich auf sein Sein fokusieren oder es beliebig stark verschwimmen lassen.
  10. zitierenLyriost schreibt am 20.12.2016 um 14:19 Uhr:Nicht so statisch-analytisch, lieber Zwischenweltler. Sind nicht Werden und Vergehen tatsächlich Verhüllungen, hinter denen sich das Sein verbirgt, also gewissermaßen eine Art existentieller Burkas? Haftet nicht an der sichtbaren Oberfläche dieser Verhüllung unser Blick und an der Unterseite das nicht sichtbare Sein?
  11. zitierenZwischenweltler schreibt am 20.12.2016 um 15:21 Uhr:Mein Bild des Schnittpunktes ist nur eine einfache Projektion. Das Sein ist natürlich etwas Mehrdimensionales, das sich aus jedem Blickwinkel anders darstellt und an der einen Stelle klar sichbar wird, während es sich an einer anderen streng verhüllt.
    Statisch? Nein, keinesfalls. Auf den Achsen von Werden und Vergehen herrscht doch ständige Bewegung, womit sich auch der Schnittpunkt des Seins permanent verschiebt und, ja, sogar seinen Charakter verändert.
    Analytisch? *lacht* Ja, mag sein. Ich bin kein Philosoph, ich bin Ingenieur, und dem geschuldet visualisiert sich meine Weltsicht manchmal in technisch anmutenden Bildern. Was nicht heißt, dass ich Deine Bilder nicht ebenso nachvollziehen oder nachfühlen könnte.

    Im Übrigen finde ich Dein Bild der existentiellen Burka sehr interessant. In der Innensicht empfinde ich diese Burka als hinderlich, in der Außensicht hingegen ist sie wohl notwenig, um das Gespinst der sozialen Verknüpfungen nicht unnötig zu verkomplizieren.
  12. zitierenLyriost schreibt am 20.12.2016 um 16:13 Uhr:Nun ja, ob das Sein etwas Statisches ist oder nicht, darüber haben sich schon die ältesten Griechen gestritten (man denke nur an Parmenides und Heraklit), und die alten Inder der Upanishaden waren der Meinung, all das Kommen und Gehen, Werden und Vergehen sei nur Gaukelei, eine Illusion, der "Schleier der Maya", hinter dem sich das eigentliche Sein versteckt. Wie auch immer: Mich kratzt ständig der rauhe Stoff der Burka an der Innenseite. ;-)
  13. zitierenZwischenweltler schreibt am 20.12.2016 um 16:28 Uhr:Ach ja, die alten Griechen. Früher war ja auch die Erde eine Scheibe. :)
    Ich freue mich immer, wenn die Burka groß genug ist, um mich darunter wohnlich einrichten zu können.

  14. zitierenLyriost schreibt am 20.12.2016 um 16:49 Uhr:Manche ja, aber: Diogenes Laertios schreibt, gerade Parmenides sei es gewesen, der "zuerst die Lehre von der Kugelgestalt der Erde und von ihrer Lage in der Mitte des Weltalls aufstellte". Man sollte die alten Griechen nicht unterschätzen, mein Lieber.
  15. zitierenZwischenweltler schreibt am 21.12.2016 um 09:00 Uhr:Das tue ich ganz sicher nicht.
    Aber ist nicht gerade der Prozess der menschlichen Erkenntnis eine Form des Werdens, der auch unserem Sein Dynamik schenkt?
    Das Sein ist für mich ein Zustand des Augenblicks, und wollte man den Einfluss von Werden und Vergehen aus seinem Sein ausschließen, müsste man die Zeit anhalten, oder aber sein persönliches Sein als Summe alles Gewesen-Seins betrachten (was ich persönlich nicht tue).
    Ich gebe Dir aber völlig Recht, wenn Du sagen willst, dass die Konzentration auf das Werden zu Selbstverlust führen kann, weil das Sein dann aus dem Fokus rückt.
  16. zitierenLyriost schreibt am 21.12.2016 um 09:29 Uhr:Ich glaube ohnehin nicht, lieber Zwischenweltler, daß wir in unserem Glauben und Denken weit voneinander entfernt sind. Wenn du sagst: "Aber ist nicht gerade der Prozess der menschlichen Erkenntnis eine Form des Werdens, der auch unserem Sein Dynamik schenkt?", dann ist das dem ganz ähnlich, was ich glaube und immer wieder betone, nämlich daß alles Erkennen, das ja Folge des Werdens ist, dem (blinden) Sein ein Auge gibt, ihm dazu verhilft, sich überhaupt erst als Sein wahrzunehmen. Das sehe ich als das eigentliche Wesen der Erkenntnis, nicht die Überlegungen, was man mit den Erkenntnissen nebenbei noch alles anfangen kann.
  17. zitierenZwischenweltler schreibt am 21.12.2016 um 11:34 Uhr:Mein lieber Herr Lyriost, Deinen ersten Satz möchte ich meinerseits gerne bestätigen.
    Auch wenn wir unterschiedliche Worte verwenden sind unsere Ansichten doch sehr verwandt. Sonst würde ich wohl nicht so gerne bei Dir lesen. ;-)
    Ich finde es immer wieder spannend, wenn verschiedene Menschen ihre inneren Bilder in Worte fassen und am Ende feststellen können, dass sie trotz abweichender Formulierungen vom Gleichen sprechen.

    Ich wünsche Dir eine wunderschöne Weihnachtszeit!
  18. zitierenLyriost schreibt am 21.12.2016 um 15:08 Uhr:Vielen Dank, lieber Zwischenweltler, das wünsche ich dir auch.

    Schöne Grüße von Zwischenwelt zu Zwischenwelt.

Diesen Eintrag kommentieren