Souveränität
Souveränität
Souveränität ist der Gipfel der Eitelkeit.
Souveränität ist der Gipfel der Eitelkeit.


Jede Träne
nicht geweint
vergiftet Herz
und Seele
so wächst
das Verhängnis
Tränen gerinnen
im Innern
zu Stein

Selbst wenn der Souveräne dann, geschickter Schachzug, bemerkt, auch er sei eitel, wird man lächeln und es ihm nicht abnehmen. Das ist der Triumph.
und manchmal ist Souveränität nur Souveränität.
Ersteres ist ein Zitat von Gertrude Stein. Fremde Federn stehen mir nicht, zieren mich dennoch. - Alle Gedanken kann man sich halt nicht selbst machen. ;-)
Die Rose scheint souverän, weil sie nichts von Souveränität weiß. Doch wenn du mit der Schere kommst, ist es mit der Souveränität vorbei. ;-)
Viele liebe Grüße an Dich
Gretchen
Lieben Gruß
Ly
ich nehme mir kurz zeit um dir endlich zu schreiben:
In meinen Augen ist Souveränität etwas Natürliches, etwas, das man wie sein Talent zum Geigespielen mit in die Wiege gelegt bekommen hat, nein nicht direkt schon mit in die Wiege aber etwas, was aus diesem Talent oder einer Leidenschaft ganz automatisch hervorgeht/hervorwächst,(wenn also aus liebe und leidenschaft wissen und können entsteht) Souveränität macht sich keine Gedanken, Souveränität ist selbstlos und lechzt nicht nach Applaus oder Anerkennung. Sie ist sich selbst genug
Eitelkeit hat immer etwas mit Sorge und Angst zu tun, und mit Äußerlichkeiten, wohingegen Souveränität direkt aus dem Herzen wächst und keine Angst kennt. Auch sind ihr Äußerlichkeiten egal. dies meinte ich mit Klugheit, desahlb empfinde ich die Souveränität als klüger.
LG
So wie du dein Verständnis von Souveränität beschreibst, empfinde ich Souveränität als ein Ideal, dem kaum jemand gerecht werden kann, denn ist es nicht so, daß jeder sich nach Beachtung und Anerkennung sehnt, und sei es nur im stillen? Und wer ist sich seiner Leistung so sicher, daß er nicht zumindest manchmal ein wenig Sorge empfindet, er könne nicht genügen?
Nehmen wir zum Beispiel Mozart, ein fraglos überaus virtuoser Musiker und souveräner Komponist, der weit herausragt aus der Masse der Talentierten. Mozart war hochgradig eitel, geradezu gefallsüchtig, und verzweifelt um Anerkennung bemüht. Wenn nun aber nicht einmal Mozart ein souveräner Künstler sein sollte, wer dann? Ist es nicht vielleicht eher so, daß ein Künstler ohne Eitelkeit eher zum Langweiler taugt als zum Souverän?
Lieben Gruß
natürlich beschrieb ich die Souveränität in seiner idealsten und reinsten Form. Es ist mir völlig klar, daß sie in seiner reinsten Form kaum zu finden ist, außer vielleicht bei meinem bruder..und der ist, wie du schon zu recht befürchtet hast ein eher langweiliger Mensch, aber ein herzensguter und unglaublich souverän in seiner Arbeit. Man eignet sich auch nicht zum Souverän, sondern man IST souverän! jemand kann unglaublich langweilig und trotzdem auf seinem Gebiet ganz unglaublich souverän sein, ganz ohne Eitelkeit. Er wird es womöglich nie so weit bringen wie eine, der dazu auch noch eitel ist.Souveränität und Eitelkeit können zwar meißtens nicht ohne einander, Menschen sind nun mal einmal von ihrem Wesen her egoistisch, selbstkritisch und geltungsgeil, dennoch werden beide Begriffe von unterschiedliche Motiven, Quellen gespeist und sind somit nicht vergleichbar und erst recht ist der Gipfel der Eitelkeit nicht die Souveränität. mein Mathelehrer hätte gesagt, man kann keine Äpfel und Birnen mischen.:-) Womöglich ist es wenn überhaupt umgekehrt.
Aber wie gesagt, in meinem Augen bilden sie (bloß) eine Melange und gipfeln nicht ineinander.
ein gelungener Aphorismus ist eine zugespitzte, höchst subjektive These, die zum Widerspruch reizen und zum Nachdenken anregen soll. Das geschieht vor allem dadurch, daß man etwas Gewohntes von einer ungewohnten Position aus beleuchtet oder allzu selbstverständlich Scheinendes in Frage stellt. Häufig paradox oder paradox erscheinend. Wie die Kommentare zeigen, ist beides hier gelungen. Es geht mir bei meiner Interpretation natürlich nicht um eine lexikalisch-wissenschaftliche Definition des Begriffs "Souveränität", die es natürlich gibt, die jedoch wie alle Definitionen dem Bedeutungswandel von Wörtern unterliegt.
Das Wort Souveränität kommt vom lateinischen "superanus", das heißt überlegen, über etwas anderem, zuoberst befindlich sein. Das Bewußtsein dieser Überlegenheit zu haben, ohne in irgendeiner Weise von Eitelkeit berührt zu sein, das ist für mich ein Ideal eines moralisch denkenden Menschen, der Eitelkeit ablehnt. Ich selbst kann mit Eitelkeit gut umgehen, wenn sie denn auf irgendeiner Leistung oder anderen Vorzügen beruht und nicht nur Ausdruck eines zügellosen Narzißmus ist.
Noch subjektiver als mein Aphorismus erscheint mir allerdings dein Souveränitätsbegriff, den du am Beispiel deines Bruders festmachst (so eine Schwester hätt' ich auch gern). Ich glaube dir, daß du das so empfindest, wie du es beschreibst, aber ich denke, dein Gefühl eignet sich noch weniger zur Verallgemeinerung als meine provokante These.
Wenn du vermutest, es könne, wenn überhaupt, möglicherweise umgekehrt sein mit Eitelkeit und Souveränität, so daß die Eitelkeit der Gipfel der Souveränität wäre: ganz bestimmt nicht. Ein Souveräner kann eitel sein und ist es meist auch, aber Eitelkeit als Gipfel der Souveränität? Doch in einem hast du natürlich recht: wenn du von der Melange sprichst. Meistens ist es wohl so, daß auch der Souveräne nicht ohne Eitelkeit auskommt. Doch, so möchte ich dich fragen: Was ist an der alltäglichen Eitelkeit souverän? Mit der Souveränität kann man seine Eitelkeit auf die Spitze treiben, aber nicht mit Eitelkeit zu Souveränität gelangen. Aber zu sagen: Er ist in seiner Eitelkeit souverän, das wäre eine schöne ironische Sottise.
Äpfel oder Birnen, ganz egal, alles Obst. ;-)
Liebe Grüße
Lyriost