Lyriost – Madentiraden

25.02.2010 um 09:10 Uhr

Sprüche klopfen

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Sprüche klopfen

Seitdem das Teppichklopfen, bei dem der Mensch seine verborgene Wut ausagieren konnte, durch den technischen Fortschritt aus der Mode gekommen ist, hat die Zahl der Verbalballerer deutlich zugenommen. Heute klopft man nicht mehr Teppiche, heute klopft man Sprüche.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenClack schreibt am 25.02.2010 um 10:04 Uhr:und vermehrter Hohlklang verbreitet sich......
  2. zitierenLyriost schreibt am 25.02.2010 um 10:53 Uhr:Und wenn dieser Hohlklang erst zur Gewohnheit geworden ist, wird er bald als eine Art Wohlklang empfunden. Selbst das Knarren von Bohlen erscheint dann melodiös.
  3. zitierenGretchen schreibt am 25.02.2010 um 18:23 Uhr:Guten Abend, Lyriost. Schreibst Du gelegentlich solche Gedanken wie oben im Zorn nieder (bzw. in Deinen PC)? Bei mir kommt das vor. Auch klopfe ich den Staub schon mal von der Seele, wobei dieser Vorgang durchaus so etwas wie Artikulation sein kann. Sprücheklopferin bin ich auch, und manchmal bin ich darüber sehr traurig, wenn ich meine Oberflächlichkeit sehe. Danke für Deine reinigenden Zeilen.

    Grüße von
    Gretchen
  4. zitierenLyriost schreibt am 25.02.2010 um 19:34 Uhr:Hallo, Gretchen,

    nein, ich bin nicht zornig, und ich gehöre nicht zu denen, die ansammeln, um sich von Zeit zu Zeit eruptiv Luft zu machen.

    Da brodelt nichts, und wenn ich Sprüche klopfe, was ich natürlich auch tue, dann entweder wohlüberlegt, der Spruch als komprimierte Zusammenfassung einer Beobachtung, oder es ist spontane Schlagfertigkeit, kommt einfach so. Wenn wir auch gelegentlich mal Sprüche klopfen, macht uns das noch nicht zu Sprücheklopfern. Gewohnheitsmäßigen Sprücheklopfern haftet eine gewisse Zwanghaftigkeit an. Und häufig merkt man, daß es einstudiert ist. Die üben wahrscheinlich vor dem Spiegel. ;-)

    Liebe Grüße

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