Lyriost – Madentiraden

11.12.2009 um 09:14 Uhr

Synästhetische Verwirrungen

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Synästhetische Verwirrungen

Der metaphorische Gebrauch innerer Organe wie auch der Einsatz von Sinnesinstrumentarium im uneigentlichen Sinne hat nicht selten schwerwiegende psychosomatische Folgen.

Wer es mit dem Einsatz des Herzens in optischen Angelegenheiten übertreibt, kann sich leicht chronische Kreislaufbeschwerden einfangen oder gar Herzrhythmusstörungen. Als Nebenwirkung ist häufig partielle Erblindung festzustellen, weil der von Natur aus zum Sehen vorgesehene optische Sinn wegen der ihn entlastenden verstärkten Herzmuskeltätigkeit nicht ausreichend ausgelastet ist und wie alle bettlägerigen Muskeln Verkümmerungstendenzen unterliegt.

Zwar sprechen Menschen, die mit dem Herzen sehen, häufiger mit den Augen als andere, doch das reicht nicht, um die Aufgabenverschiebung zum Herzen hin vollständig auszugleichen. Dazu kommt nun, daß diejenigen, die bevorzugt mit den Augen sprechen, sich stärker auf die Nahrungsaufnahme konzentrieren, um ihren Mund in Bewegung zu halten, was nicht nur zunehmende Fettleibigkeit zur Folge hat, sondern auch Verdauungsbeschwerden aller Art nach sich zieht – bis hin zu Motilitätsstörungen, die sich durch Diarrhoe bemerkbar machen. Auch flatulentisches Völlegefühl gehört zu den unangenehmen Begleiterscheinungen.

Da nun Menschen, die bevorzugt mit dem Herzen sehen und mit den Augen sprechen, dazu neigen, sich auf ihr Bauchgefühl zu verlassen, und deshalb viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen, sind diese Bauch-Entscheidungen wegen der übermäßigen Gärung in dem genannten Bereich häufig recht unausgegoren. Bauchdenker, die mit dem Herzen sehen und mit den Augen sprechen, sollten wissen, was der Volksmund so treffend formuliert: Ein voller Bauch studiert nicht gern.

Eine innere Stimme sagt mir: Man hört nur mit den Ohren gut. Doch womit höre ich diese innere Stimme? Da sich mein inneres Ohr den größten Teil des Tages im Tinnitusrausch befindet und  deshalb für die Wahrnehmung von inneren Monologen ausfällt, muß es sich bei der inneren Stimme um eine Art stummen Bauchredner handeln. Doch welches Rezeptionsorgan nimmt die Reden eines stummen Bauchredners wahr? Ein betäubtes Ohr ganz sicher nicht.


Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenZwischenweltler schreibt am 11.12.2009 um 09:26 Uhr:Uii... das schlägt mir auf den Magen. ;)
  2. zitierenLyriost schreibt am 11.12.2009 um 09:33 Uhr:So fängt's an. ;-)
  3. zitierenZwischenweltler schreibt am 11.12.2009 um 09:54 Uhr:Was der Geist nicht verarbeitet, endet oft als Darmwind. ;)
  4. zitierenZooStation schreibt am 13.12.2009 um 02:21 Uhr:Bei 'ner Dicken mit Wunderaugen abgeblitzt...??
  5. zitierenLyriost schreibt am 13.12.2009 um 10:47 Uhr:Lieber ZooStation, bei der Interpretation und Wertung von Texten ist die immanente Methode stets der kontextuellen vorzuziehen, besonders dann, wenn man den Kontext nicht kennt. ;-)
  6. zitierensunnysightup schreibt am 13.12.2009 um 18:10 Uhr:oh mann, lyriost, manchmal machst du mich wahnsinnig...
  7. zitierenLyriost schreibt am 13.12.2009 um 18:17 Uhr:... ist aber nicht persönlich gemeint. ;-)

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