Lyriost – Madentiraden

18.05.2015 um 22:00 Uhr

Tirade 220 – Zeitlose Feststellung

von: Lyriost

Tirade 220 – Zeitlose Feststellung

Geschundene Zeit
sie wird verscheucht vertrieben
verschwendet verbracht

verschleudert dumpf verbraten
selten bedachtsam genutzt

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenUnbreakable schreibt am 18.05.2015 um 22:15 Uhr:Ob verscheucht, vertrieben, verschwendet verbracht, verschleudert, dumpf verbraten oder bedachtsam genutzt - alles dasselbe. Am Ende.
  2. zitierenLyriost schreibt am 18.05.2015 um 22:28 Uhr:Das wäre schlimm, wenn es so wäre. Es ist jedoch nicht so, denn das Ende ist erst am Ende von Bedeutung. Tatsächlich mahnt uns gerade das Memento mori, unser Wissen vom Ende, nicht allzu verschwenderisch Dummheiten zu konsumieren und zu erzeugen. Für mich ist der Gedanke tröstlich, am (vorläufigen) Ende – oder vielmehr kurz davor – feststellen zu können, daß ich meine Zeit nicht nur mit Blabla verbracht habe.
  3. zitierenUnbreakable schreibt am 18.05.2015 um 22:33 Uhr:Lächel ... wir verbringen unsere Zeit mit Blabla ... auf unterem, mittlerem, hohem und auch höchstem Niveau. Wir sind Menschen, wir können nur Blabla. Wir wissen um das Ende, insofern ist es immer - vielleicht ausschließlich - von Bedeutung.
  4. zitierenLyriost schreibt am 18.05.2015 um 22:49 Uhr:Liebe Unbreakable, ich werde morgen, so das Wetter und die rasenmähenden Nachbarn es zulassen, in meinem Garten unter dem Bunyanbaum darüber meditieren, ob es ein Ende geben kann und ob wir Menschen nur Blabla können. Ich glaube das nicht. Niveau ist wohl auch nur so ein Blabla-Wort. Es geht nicht um Wertigkeitsskalierung, es geht um einen offenen Zugang zum Sein. Mir.
  5. zitierenUnbreakable schreibt am 19.05.2015 um 21:27 Uhr:Bunyanbaum ... ich googelte und fand einen Banyanbaum, der heimelig ausschaut. Unter einem solchen würde ich auch gerne mal meditieren. Evtl. würde ich dann ja in der Welt - und vor allem bei mir selbst - nicht mehr so viel Blabla entdecken. Du hast so etwas im Garten?

    Das Ende ... nun ja, für einen selbst gibt es das wohl nicht, nur für die Hinterbliebenen.

    Ich glaube nicht, dass Niveau für dich nur ein Blabla-Wort ist. Du bist ein Subjekt. ;)
  6. zitierenLyriost schreibt am 19.05.2015 um 23:19 Uhr:Da muß ich lachen. Nein, so einen Baum habe ich leider nicht im Garten, das war nur symbolisch gemeint in Anspielung auf Siddhartha; ich habe nur ein paar Fichten, Lebensbäume usw. und einen kleinen Meditationsbaum. Foto folgt.

    Soso: ein Subjekt. Ein übles. ;-)
  7. zitierenUnbreakable schreibt am 21.05.2015 um 20:52 Uhr:Er würde kaum in deinen Garten passen. Aber du hast da ja ein hübsches Plätzchen zum meditieren, wenn die Nachbarn dich lassen.

    Übel? Nun ja, das kannst du wohl besser als ich beurteilen. ;-)

  8. zitierenLyriost schreibt am 21.05.2015 um 21:15 Uhr:Na ja, "übel" ist gewissermaßen das gewohnheits- und rechtmäßige Epitheton ornans zu Subjekt. ;-)
  9. zitierenUnbreakable schreibt am 23.05.2015 um 23:15 Uhr:Sobald ich "Epitheton ornans" nachgeschlagen habe, komme ich auf die Unterhaltung zurück.

    Wat hätt' isch jern Bildung. grmpf
  10. zitierenUnbreakable schreibt am 23.05.2015 um 23:24 Uhr:Da hilft auch Nachlagen nichts.

    Hätte ich dich Individuum genannt, wäre dir ein anderes böses Wort dazu eingefallen. ;-)

    Nichtsdestotrotz, Gewohnheits- und Rechtmäßiges steht mir nicht.
  11. zitierenLyriost schreibt am 24.05.2015 um 08:42 Uhr:Ich habe jetzt selbst mal nachgeschlagen. Was ich meinte, war ein im ironischen Sinne schmückendes, konnotatives Beiwort, das sich bei der Verwendung von Subjekt assoziativ einschleicht; noch besser wäre jedoch, wie ich bei Wikipedia fand, Epitheton constans, das fest verbundene Beiwort. Muß man aber alles nicht so ernst nehmen, weil es in jedem Falle nicht hundertprozentig zutrifft.
  12. zitierenUnbreakable schreibt am 24.05.2015 um 21:29 Uhr:Ja, so hatte ich es auch verstanden (ohne nachzuschlagen). Subjekt hat in meiner Sphäre kein Beiwort, schon gar nicht "übel". Sollte sich bei mir etwas einschleichen, bemerke ich es üblicherweise nicht (sonst könnte es ja auch nicht schleichen). ;)

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