Lyriost – Madentiraden

02.12.2013 um 10:26 Uhr

Trübes Pop-Licht

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken   Stichwörter: Bohlen, Breitgrinser

Trübes Pop-Licht

Wenn Oliver Kahn gemeint war, fand ich die Bezeichnung "Titan" schon immer ein klein wenig übertrieben, aber angesichts seiner Leistungen als Torwart verzeihlich, zumal die Kahn-Titanenbeschwörung normalerweise nicht im ironiefreien Raum vonstatten ging. Geht es aber um Dieter (ehemals Dieter Günter) Bohlen, dann muß ich lachen.

"Pop-Titan", dieses alberne Wort wimmelt inflationär durch die Artikel diverser Zeitungen und macht auch vor kaum einem Wortbeitrag über diese Person halt. "Bild" bringt es sogar auf dreimal "Pop-Titan" in einem (natürlich kurzen) Beitrag. Fest verklebt mit dem wenig schmucken Namen Bohlen, gibt der Ausdruck "Pop-Titan" dem Breitgrinser das, was Homer seinem "listenreichen" Odysseus und anderen Figuren angedeihen ließ, das schmückende Beiwort, das Epitheton ornans. Im Fall Bohlen ist dieses rhetorische Stilmittel jedoch nicht nur schmückend, sondern voll daneben, denn sich einen solch einfachen Menschen wie Dieter Bohlen unter all den alten mythologischen Göttern wie dem Zeus-Vater Kronos und Hyperion, dem Gott des Lichtes, im Olymp vorzustellen, fällt doch einigermaßen schwer. Obwohl man theoretisch sicher auch eine "trübe" (auch eine Art Epiteton ornans) Funzel als Licht bezeichnen kann, wenn man großzügig ist.

Seien wir also großzügig und reden vom trüben Pop-Licht.



BILD

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensynchrono schreibt am 02.12.2013 um 13:39 Uhr:http://ruthe.de/cartoons/strip_1511.jpg
  2. zitierenPelegrina schreibt am 03.12.2013 um 17:48 Uhr:Großartig, mir läuft schon das zweite Mal in dieser Woche das Epitheton über den Weg. Wer ist Dieter Bohlen?
  3. zitierenRonjaa schreibt am 03.12.2013 um 18:53 Uhr::-D superlustig.

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