Lyriost – Madentiraden

24.06.2013 um 14:34 Uhr

Über Stil in der Literatur

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Über Stil in der Literatur

Der schlechteste Stil ist der, der den zu imitieren versucht, der im Augenblick als guter gilt. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob der Abklatsch dem Gros der Leser als solcher auffällt oder nicht, denn auch Leser versuchen gern, die Rolle einzunehmen, die von der Mehrheit ihrer Zeitgenossen als die Verkörperung des guten Lesers betrachtet wird. Stilistisch schlechte Literatur hat demzufolge die besten Leser – und naturgemäß die meisten. Aber auch große Literatur findet nicht selten viele – Käufer.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensynchrono schreibt am 29.06.2013 um 12:55 Uhr:Wie jetzt - frei nach dem Motto "tausend Fliegen können sich nicht irren" ;-) ? Wenn ich ein gutes Buch lesen will, muss ich erst 1000 kaufen und lesend feststellen, welches (für mich) gut oder schlecht ist? Dann habe ich sicher viele schlechte Bücher gelesen. Und kein Geld mehr. Da verlasse ich mich schon auf Empfehlungen...
  2. zitierenSarah schreibt am 29.06.2013 um 22:17 Uhr:Du meinst Literatur, nicht "Bild am Sonntag", die TAZ oder die Frankfurter Allgemeine, da könnte man Leute schon in Schubfächer packen wollen.
    Der Büchermarkt ist riesig, man hört schon auf Empfehlungen, wichtig ist doch, wer einem was empfliehlt, oder man hat eben eine Sparte, die man mag, doch es ist wirklich nicht so einfach mit der Wahl der aktuellen Literatur...
  3. zitierenSarah schreibt am 29.06.2013 um 22:31 Uhr:...ein guter Krimi, bin für Empfehlungen offen.
  4. zitierenLyriost schreibt am 30.06.2013 um 09:31 Uhr:Bei Büchern verlaß mich voll auf die Empfehlungen vom Vatikan, in Geldangelegenheiten halte ich mich an irische Banker, und in Modegeschmacksfragen orientiere ich mich an Mutti. Da kann nichts schiefgehen.
  5. zitierenAmanita schreibt am 26.07.2013 um 10:32 Uhr:Buchempfehlungen bedeuten mir wenig, da ich nicht den gleichen Geschmack wie alle habe. Aber als Tipps, was überhaupt auf dem Markt ist und was mich interessieren könnte, nutze ich sie gern.
    Schlimm finde ich an der modernen Literatur, dass die Texte irgendwie alle zeitgeist- und staatskonform sind (jede Sau, die gerade durchs Dorf getrieben wird, muss aufgegriffen und verarbeitet werden), außerdem merkt man den Jungs und Mädels an, dass ihnen extreme Situationen und daraus folgende Gefühle einfach unbekannt sind (wofür sie aber nichts können). Werde als nächstes mal zum Spaß "Ein deutscher Sommer" von Peter Henning in Angriff nehmen (Gladbecker Geiseldrama '88, eigentlich ein ideales Thema für extreme Situationen/Gefühle).

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