Lyriost – Madentiraden

16.12.2006 um 09:43 Uhr

Über das Latenzverhalten von wissenschaftlichen Würmern

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken   Stichwörter: Latenz, Verhalten, Wissenschaft, Terminologie

 

Über das Latenzverhalten von Würmern

Man ist immer wieder erstaunt, welche Schwachsinnigkeiten im wissenschaftlichen Terminologensandkasten zu finden sind. Ein Beispiel von der Uni Freiburg:

Lernen

Allgemein: Verschiedene komplexe Prozesse, die zur latenten Verhaltensänderung eines Individuums durch Erfahrung führen. Vom Lernen abgegrenzt werden biologische und physiologische Vorgänge wie Wachstum, Ermüdung, Altern, Einwirkung von Pharmaka oder Verletzungen, die ebenfalls latente Verhaltensänderungen bewirken.


Solche terminologischen Unsauberkeiten deuten auf eine latente Hirnerweichung bei medizinischen Psychologen hin. Schon der in der Medizinterminologie übliche Terminus "Verhaltenslatenz" hat etwas Unsinniges, denn lebende Systeme zeichnen sich dadurch aus, daß sie sich so oder so verhalten. Es besteht also immer eine Latenz. Darauf muß nicht extra hochtrabend hingewiesen werden. Immer besteht auch beim Menschen eine größere oder kleinere Latenz zur Veränderung. Bis der Sarg zugenagelt wird. Aber auch dann ... kommen die Würmer.

Eine "latente Verhaltensänderung" aber ist der Gipfel der terminologisch-logischen Unsauberkeit. Vielleicht sind manchmal die Würmer zu früh dran und fangen schon mal im Gehirn an zu werkeln.

"Latente Verhaltensänderung" ist ein Widerspruch im Beiwort. Ist sie nur latent, ist es keine Verhaltensänderung, denn Änderung ist ein manifester Prozeß. Ist Veränderung aber manifest, ist sie nicht mehr latent. Wie es hier zu sein scheint.

Uni Freiburg

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenperenike schreibt am 18.12.2006 um 16:49 Uhr:also wortglauberei ist nicht so meines. aber mal versuchsweise:
    Latente Verhaltensänderung in bezug auf lernen, dass klingt fuer mich sehr plausibel. fuer das lernen mit meinem sohn ist das DIE ideale bezeichung. der Möglichkeit nach vorhanden, aber nicht in Erscheinung tretende Verhaltensaenderung (ich habe da vokabellernen im sinn) trifft auf sein lernverhalten zu 100% zu. vielleicht sitzen auf der uni freiburg ja auch lerngeschaedigte eltern?
    Allerdings verstehe ich dann weder den gegensatz zwischen lernen und Ermüdung, noch den gegensatz zwischen lernen und Verletzungen - mein sohn tut zumindest immer so, als wuerde ich ihm in kochend oel baden wenn wir mal was lernen.
  2. zitierenLyriost schreibt am 18.12.2006 um 17:21 Uhr:Du meinst also Lernerfolgslatenz. Kurz und sauber. Aber ein Wechsel in der Terminologie erhöht leider nicht die Wahrscheinlichkeit des Verlassens der Latenzphase. Ich habe von guten Erfahrungen mit pekuniären und auch ideellen Anreizen gehört. Manchmal hilft auch ein "Ölwechsel" ;-))))
  3. zitierenperenike schreibt am 18.12.2006 um 17:34 Uhr:es hilft, wenn ich meinen sohn ernst nehme und ihm die zeit gebe, sich zu alle seinen kleinen und grosseren problemen, die durch seinen kopf wandern, zu aussern. so lernen wir nicht nur fuer die schule - sondern auch gleich fuers leben. und wenn der geist ruhig ist, dann lernt sichs wunderbar :)
    nur manchmal fehlt mir die zeit & die geduld.

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