Lyriost – Madentiraden

22.06.2006 um 09:09 Uhr

Über die Illusionen der Desillusionierer und das Sein des Seienden

von: Lyriost

Über die Illusionen der Desillusionierer und das Sein des Seienden

Wenn Seiendes in der Illusion des Andersseins lebt, ändert das nichts an seinem Sein. Sein Sein kann nicht als Nichts-Sein bezeichnet werden. Es gibt auch keine Auflösung von Sein, sondern lediglich eine Metamorphose der Wahrnehmung. Das Sein bleibt unberührt. Der Mensch kommt zu der Erkenntnis, daß er als Essenz zu jeder Zeit existierte, daß er jetzt existiert und daß er immer existieren wird. Das Ganze existiert in seinen Teilen. Wie man das Ganze bezeichnet, ist Geschmackssache und völlig unerheblich. Die Bezeichnung ist niemals identisch mit dem Bezeichneten.

Die Vielfalt von Schlafmützigkeit und Wachheit spiegelt die Vielfalt wider, die in der Einheit steckt, und sowenig die Schlafmützigkeit das Universum in irgendeiner Weise berührt und verändert, sowenig tut dies die Wachheit. Kein Mensch bereichert das Universum, und keiner macht es wacher. Das Universum ist einfach, wie es ist. Alles andere ist bewertende Interpretation ohne Grundlage.

Wenn gesagt wird, das Ganze existiere, nicht die Teile, wie sollte dann ein "Teil des Universums träge, abgestumpft und tot" sein? Es gibt doch gar keinen "Teil". Und deshalb kann auch nichts erblühen, was nicht durch sich selber blüht.

Und was ist denn abgestumpft und was blühend? Es ist doch nichts weiter als beschränkte menschliche Moralduselei, wenn das Sein mit solchen wertenden Adjektiven belegt wird. Dem Universum ist eine Moralität eigen, so es denn überhaupt eine hat, die nichts mit der menschlichen gemein hat.

Warum sollte sich das Universum um die Wunschvorstellungen von irgendwelchen moralisierenden Menschen kümmern? Wenn wir Moralvorstellungen entwickeln und nach ihnen leben, dann sollte das geschehen, um uns und anderen dieses Leben leichter zu machen, aber nicht um einem wie auch immer gearteten Gott zu gefallen oder das Universum zu verbessern.

Tao

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenzartgewebt schreibt am 22.06.2006 um 10:00 Uhr:Wir waren immer und wir werden immer sein – das ist die Bedeutung und die Freude unseres Lebens. Der Gott, der da ist, ist in uns, den wir sind ein Teil von dem, was ich „ALL DAS WAS IST“ nenne. (Seth)



    Tja, wenn ich so an meine Kindheit zurückdenke (Vorschulalter), hatte ich diesen Satz schon in mir, obwohl ich ihn noch gar nicht kannte. Ein Gefühl, von einer „universellen Geborgenheit“ die mich trägt – ich niemals verloren gehe.



    Wenn wir die Welt ändern wollen, müssen wir uns SELBST ändern. Wir müssen das ändern, was wir projizieren - unsere materielle Erscheinungswelt, projiziert aus eigener Energie

  2. zitierenLyriost schreibt am 22.06.2006 um 10:19 Uhr:;-)

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