Lyriost – Madentiraden

22.07.2014 um 00:05 Uhr

"Verbotenes Verlangen"

von: Lyriost   Stichwörter: Family, Affairs

"Verbotenes Verlangen"

Es gibt Bücher, die muß man nicht mal  aufschlagen, um zu sehen, daß etwas mit ihnen nicht stimmt; denn der Blödsinn beginnt bei ihnen schon im Titel. Die Stilblütensammlung "Family Affairs – Verbotenes Verlangen" einer gewissen Vivian Hall, etikettengeschwindelt angeboten als "Erotischer Roman", ist ein gutes Beispiel für eine dieser Zünfte, die den Alphabetmißbrauch auf die Spitze treiben.

Ich habe mir vorgenommen, mich in den nächsten Wochen (vielleicht werden es auch Monate, wer weiß) mal ein wenig mit der sprachlichen und gedanklichen Form dieser abtörnenden Lektüre zu befassen und einige der wunderhübschen Stilblüten in ihrer ganzen Pracht erblühen und verblühen zu lassen.

Heute nur so viel: Verbotenes Verlangen gibt es natürlich nicht und kann es gar nicht geben, ist doch Verlangen ein Gefühl, ein Ausdruck von Bedürfnissen. Wie sollte man das Sehnen, wie die Begierde unter Strafe stellen? Selbst der dümmste deutsche Schlager weiß: "Das kannst du mir nicht verbieten", die Damen (und Herren?) im Lektorat des Verlags von Vivian Hall – Plaisir d'Amour – wissen das, wie so vieles andere, aber leider nicht. Oder sie halten sich nicht mit Nachdenken auf.

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