Lyriost – Madentiraden

10.04.2015 um 00:04 Uhr

Vor- und Nachdenker

von: Lyriost

Vor- und Nachdenker

Jedes bewußte Nachdenken, vor allem das philosophisch-wissenschaftliche Nachdenken, was nicht ohne Nach-Fühlen geschehen sollte, bedeutet in allererster Linie, dem nachzuspüren, was andere gedacht und gesagt haben, ihnen hinterherzudenken, das Gesagte zu prüfen und in Beziehung zu setzen zum Eigenen. Dabei wird das Denken der anderen wie im Vorbeigehen modifiziert, ob absichtlich wegen der Strahlkraft neuerer Erkenntnisse, seien sie nun tatsächlich bedenkenswert oder nicht, oder auch ungewollt, unabsichtlich, sogar unbemerkt, unmerklich, weil man etwas nicht oder anders oder gar besser versteht als der Vordenker. Oder das auch nur glaubt. So entwickelt sich stets ein wenig Neues, es bilden sich zusätzliche Facetten, oder der Schliff wird anders, im Idealfall schärfer – wenn der Nachdenker nicht ganz verblödet ist oder vor Ehrfurcht gelähmt.


Diesen Eintrag kommentieren