Lyriost – Madentiraden

11.01.2015 um 13:42 Uhr

Was sind die Dinge?

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Was sind die Dinge?

Sind nicht die Dinge tatsächlich nichts weiter als die Essenz eines Konglomerats unterschiedlich strukturierter Wahrnehmungen und Wahrnehmungsstörungen? 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenAlcide schreibt am 11.01.2015 um 15:34 Uhr:Das Bild der Wirklichkeit formt sich in unseren Gehirnen. An die Dinge, oder besser an das Wesen der Dinge kommen wir nicht heran, oder wie der Kantianer sagen würde: Wie die Dinge-an-sich sind können wir nicht sagen.

    Ist aber für unseren Alltag auch nicht weiter erheblich diese Differenz, weil der sprachliche Bezug sich ja immer auf das So-Sein richtet. Wir leben miteinander im Bezugsrahmen dieses "naiven Realismus" und alles Sprechen macht überhaupt nur Sinn innerhalb dieses Bezugsrahmens...
  2. zitierenLyriost schreibt am 11.01.2015 um 16:07 Uhr:Zum Glück bin ich kein Kantianer. Goethe:

    Ihr folget falscher Spur,
    Denkt nicht, wir scherzen!
    Ist nicht der Kern der Natur
    Menschen im Herzen?

    Man könnte vielleicht mit Schopenhauer, der übrigens eine brillante Kritik der Kantischen Philosophie gechrieben hat, den Willen als das Ding an sich betrachten. Und dann braucht man nur noch betrachtend nach innen zu fühlen ... und die Außenwelt als Erscheinung eines gewissermaßen aufgefalteten, kollektivierten Solipsismus anzuschauen. Und vielleicht auch als Versuch der Selbstüberwindung des Einen. Wer weiß? ;-)

  3. zitierenAlcide schreibt am 11.01.2015 um 16:34 Uhr:Mich hat dieser Willensbegriff bei Schopenhauer nie wirklich überzeugt. Bin aber auch kein Experte (Schopenhauerianer) und lass' mich gerne vom Gegenteil überzeugen...

    Nietzsche hat übrigens eine brillante Kritik... ;o)

    "... die Außenwelt als Erscheinung eines aufgefalteten, kollektivierten Solipsmismus": liegt mir durchaus nahe dieses Denken. Ich würde auch immer gerne das Geistige im Sinne einer Metaphysik in die Welt eingebettet wissen. Dass sozusagen die Materie als ein Aspekt einer übergeordneten Realität/Seinsweise zu begreifen ist, vielleicht ein "aufgegalteter" (gefällt mir gut der Begriff), und darunter eine Art von Einheit, die eine Verbindung herstellt, so wie ein Gebirge eigentlich auch eines ist und es nur von unserem Standpunkt aus als verschiedene Berge begriffen wird.
  4. zitierenLyriost schreibt am 11.01.2015 um 16:54 Uhr:Trotzdem ist auch Nietzsche im Grunde heimlich Schopenhauerianer, aber er mußte von Schopenhauer abrücken, um den Willen gewissermaßen zu individualisieren und heroisch umdeuten zu können. Das ist alles sehr anregend, aber sicher dennoch nur ein Spielen mit Streichhölzern im Dunkeln. Wir wissen natürlich auch nicht, wo die Taschenlampen sind. In der Tasche jedenfalls nicht. *g*

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