Gerds Blog!

25.04.2011 um 17:11 Uhr

Selten Erfolg bei Seniorenbetreuung

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist in einer Reportage über neu gegründete Unternehmen im Bereich Seniorenhilfe  zu dem Schluss gekommen, dass Dienstleistungen im Bereich Haushalt/ Kleinreparaturen/ Betreuung/ Begleitung selten erfolgreich am Markt bestehen können. Grund ist zum einen, dass Senioren und deren Angehörige selten bereit sind, marktgerechte Preise zu zahlen, zum anderen stehen die Dienstleistungsunternehmen in Konkurrenz zu gemeinnützigen Projekten von Kirchen, Kommunen und Vereinen.

Die FAZ berichtet von dem Existenzgründer Oliver Neuhof, der in Wiesbaden einen Vermittlungsdienst für Senioren mit dem Namen Vitacum gegründet hat. Er vermittelt Dienstleistungen von der Haushaltshilfe bis zur Freizeitgestaltung. Existieren soll sein Unternehmens von Vermittlungsprovisionen, die er von den Anbietern erhält, für die er die komplette Auftragsabwicklung anbietet: von der Anfrage bis zur Abrechnung.

Ob das Unternehmen erfolgreich sein wird, steht noch nicht fest. Doch viele dieser Versuche sind gescheitert, weil zu wenig Aufträge erteilt wurden und die potentiellen Kunden nicht bereit sind, zum Beispiel 15 Euro die Stunde für Haushaltsdienstleistungen zu zahlen. Die FAZ zählt einige Jungunternehmen auf, die aufgeben mussten – von der Freizeitbegleitung für 10 Euro die Stunde bis zu Küchenaufbauhilfe für 25 Euro.

Vermutlich ist die Platzierung am Markt so schwierig, weil Nachbarn, Angehörige und Freunde bei sozial gefestigten Senioren viele Dienstleistungen übernehmen. Außerdem gibt es immer mehr Angebote von Projekten in gemeinnütziger Hand, die zum Beispiel Zivildienstleistende und Ehrenamtlich vermitteln.

In Frankfurt etwa gibt es von den katholischen und evangelischen Gemeinden mehrere Angebote, bei denen Arbeitslose, Studenten und Hausfrauen für einen Stundensatz von acht Euro Reparaturen erledigen oder im Haushalt helfen. Der Kunde zahlt für die Dienste 10,50 Euro. Die kirchlichen Träger behalten 2,50 Euro die Stunde. Ohne Zuschüsse der Kirchen und Spenden wäre dieses System nicht überlebensfähig. Nach Aussage der Projektleiter ist die Nachfrage groß.

Karin Brockmann hat hingegen mit ihrem Haushalts- und Homesitting- Service „Vier Hände“ in Frankfurt großen Erfolg. Doch ihre Zielgruppe sind nicht hilfsbedürftige Senioren, sondern gut verdienende Singles, die keine Zeit für ihren Haushalt finden. Sie bietet ein „Rundum-Sorglos-Paket“ an und beschäftigt zwischenzeitlich zehn Mitarbeiter, Minijobber und Teilzeitkräfte. Der Stundensatz für ihre Kunden liegt bei 23,80 Euro. Um ihre Zielgruppe zu erreichen, die mit dem Preis kein Problem hat, muss sie ein dementsprechendes Ambiente schaffen und gute Mitarbeiter beschäftigen, die gut bezahlt werden.

In Hamburg gibt es ein Angebot der Wirtschaftsförderung, die Haushaltshilfen mit drei Euro die Stunde bezuschusst.

 

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25.04.2011 um 17:08 Uhr

Hohe Noten für die Seniorenbetreuung

Der APH (Ambulanter Pflegedienst Hotzenwald) in Niederwihl wurde am Donnerstagnachmittag mit einem Zertifikat für seniorenfreundlichen Service ausgezeichnet. Otto Engelke, Vorsitzender des Kreisseniorenrats Waldshut und Alfred Laffter vom Seniorenkreises Görwihl vertritt, lobten die Arbeit der 14 Mitarbeiter des APH mit Sitz im alten Pfarrhaus in Niederwihl, die sich um die pflegebedürftigen Menschen in den Gemeinden Herrischried, Rickenbach, Görwihl und Albbruck kümmern.

Sie überreichten Ute Weiss, einer der beiden Leiterinnen des APH das Zertifikat, auf das der Pflegedienst besonders stolz sein kann, denn "der APH ist der erste Pflegedienst im Kreis Waldshut, den wir mit diesem Zertifikat auszeichnen", wie die beiden erklärten. Stolz nahmen die Vertreter des APH die Auszeichnung entgegen, die im Kreis Waldshut bereits seit drei Jahren vergeben wird. Dafür dass sie in diesem Jahr nach Niederwihl ging, war Alfred Laffter mit verantwortlich, denn er hatte den Pflegedienst für diese Auszeichnung vorgeschlagen. "Ich weiß, mit welcher Leistung Sie arbeiten. Deshalb war es uns ein Anliegen, uns Ihre Arbeit mit den Senioren genauer anzuschauen", erklärte er. So stellte Ute Weiss gemeinsam mit ihren Mitarbeitern die interne Abwicklung, die Strukturen und die Kommunikation, die ihrem seniorenfreundlichen Service zu Grunde liegt, dem Kreisseniorenrat und Seniorenrat vor. Von den Fachleuten erhielt die Einrichtung stolze 92 Prozent zugesprochen, die sie bei der Betreuung der Senioren erreicht.

25.04.2011 um 17:00 Uhr

Altenpflege braucht dringend Berufseinsteiger

Mit Selbstversuchen, Mitmach-Aktionen und Beratungsgesprächen informierte die Veranstaltung "Altenpflege – neu entdeckt" am Donnerstag Besucher über Berufsperspektiven in der Altenpflege.

"Wir wollen hiermit dem Fachkräftemangel in der Altenpflege entgegenwirken. Die Schere zwischen den Menschen, die in die Pflege kommen und denen, die ausgebildet werden, weitet sich jedes Jahr um drei Prozent", erklärt Hans Golmann, der Geschäftsführer der Ambulanten Betreuung hilfs- und pflegebedürftiger Menschen (Ambet). Die Mitgliedsorganisation des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hatten den Informationstag zusammen mit dem Wohlfahrtsverband selbst, der Organisation PROSENIS und dem Wohnpark am Wall organisiert. Doch warum gibt es diesen Mangel eigentlich? Schuld seien vor allem die Vorurteile gegen die Branche, meint Sabine Rath, Abteilungsleiterin der paritätischen Dienste: "Viele Menschen verbinden Altenpflege mit langen Arbeitszeiten und schlechter Bezahlung."

Das Problem: Manchmal sei an den Vorurteilen etwas dran, meint Golmann. "Die Löhne seien von Einrichtung zu Einrichtung unterschiedlich." Sabine Rath betont jedoch, dass die Branche durchaus familienfreundlich sei, weil man sehr gut als Teilzeitkraft arbeiten könne.

 

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