Gutes Leben - kulturell-kreative Webzeitschrift

18.02.2008 um 14:00 Uhr

Der Lebensgarten Steyerberg – ein Gemeinschafts-Projekt in Deutschland

Eins der größeren Gemeinschaftsprojekte dieserart hier in Deutschland ist der Lebensgarten.

Der Lebensgarten Steyerberg    
– ein größeres Gemeinschafts-Projekt in Deutschland

Eine Selbstdarstellung:
Der Lebensgarten Steyerberg e.V. ist eine Siedlungsgemeinschaft. Uns verbindet der Wunsch
nach einem harmonischen Zusammenleben miteinander sowie mit der umgebenden Natur.
Gegründet wurde der gemeinnützige Verein Lebensgarten Steyerberg e.V. im Jahr 1986.
Die Reihenhaussiedlung, in der wir leben, wurde 1938 für Arbeiterinnen in der NS-Rüstungsindustrie gebaut und liegt bei dem Dorf Steyerberg in Niedersachsen. Sie besteht aus 62 Reihenhäusern, einem Seminarhaus (Heilhaus) und dem großen Zentralgebäude mit Westflügel, Halle und Ostflügel.

Seit 1984 leben hier Menschen, die einen Lebenszusammenhang wollen, der geprägt ist von gegenseitiger Achtung und Toleranz. Wir unterstützen uns gegenseitig bei der Entwicklung unserer Fähigkeiten und Talente sowie im alltäglichen Leben. Ebenso wichtig war und ist uns die Kooperation mit der Natur und die Ökologie im Alltag. Inzwischen gehören ca. 100 LebensgärtnerInnen zu dem Projekt, die auf ihre individuelle Weise diese Ziele leben.
Jede/r ist wirtschaftlich für sich selbst verantwortlich.  Neben den aktiven Mitgliedern gibt es zahlreiche Fördermitglieder.

Inspiriert wurden wir am Anfang durch die Findhorn-Gemeinschaft in Schottland.
So können auch wir hier täglich gemeinsam unsere Spiritualität leben (Meditation, Singen in der Kapelle, Kreistanz). Wir halten nachbarschaftlichen Kontakt und können den Alltag, besondere Lebensphasen, Feste und Freizeit gemeinsam gestalten.  Gemeinschaftsbezogene oder individuelle Konflikte und Wachstumskrisen bringen uns einander näher.
Einen Guru oder Chef gibt es hier nicht. Auch gibt es keine gemeinsame Glaubens-, Religions-
oder Kirchen-Zugehörigkeit.   
      Wir achten alle spirituellen Wege. 

Unsere Entscheidungen für die Gemeinschaft treffen wir in den monatlichen Mitgliederversammlungen nach dem Konsensprinzip. Es ist unser Ziel, nur Entscheidungen zu treffen, mit denen alle gut leben können. Ausführendes Organ ist der Vorstand, der aus 6 bis 8 Mitgliedern besteht.  Jedes Mitglied kann selbst entscheiden, wie und in welchem Maße es an den Aufgaben und Zielen der Gemeinschaft mitarbeitet.
In der Pionierphase haben wir erst einmal die teils sehr schlecht erhaltenen Wohnhäuser renoviert und größtenteils ökologisch ausgebaut, genauso wie die Gemeinschaftsräume. Im Jahr 2000 haben wir mit Hilfe der EXPO in unserer großen Halle Säle für Seminare und größere Veranstaltungen fertiggestellt.
Unsere Themen sind: Gesunde Ernährung - Gesundes Wohnen - Natürliche Heilungswege - Soziale Kompetenz - Systemische Arbeit - Positive Bewältigung von Konflikten.

Viele unserer Mitglieder haben das, was sie hier gelernt haben, so weiterentwickelt, dass sie
diese erworbenen Fähigkeiten zur Grundlage ihrer Existenz machen konnten.  Im Rahmen
unseres Seminarbetriebes werden so unsere eigenen und die Erfahrungen uns nahestehender Seminarleiter an Interessierte weitergegeben und somit auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.  Der Seminarbetrieb mit Küche und Gästebetrieb schafft uns zugleich mehrere Arbeitsplätze.
Neben dem Seminarbetrieb sind auch einige Unternehmungen auf privater Basis entstanden.  Mehrere LebensgärtnerInnen haben ihre hier entwickelten und weiter geschulten Fähigkeiten zum Beruf ausgebaut,
der ihnen hier ihre eigenständige Existenz sichert. …

       Zusammengefasst:
Der Lebensgarten möchte ein Ort sein, der seine Bewohner und Gäste anregt, mehr in Kontakt mit sich selbst
und anderen zu kommen.
Die verbindenden Elemente unserer Gemeinschaft:
Achtung vor der Schöpfung
Gegenseitige Unterstützung im Alltag
Neue Formen der Konfliktlösung (Mediation)
Die Erfahrungen der inneren Sammlung (Meditation)
Die Ökologie im Alltag
Über unser Miteinander:
Wir leben in Achtung und gegenseitig fördernder Unterstützung, sowohl mit Mitmenschen wie auch mit der Natur. Wir pflegen nachbarschaftlichen Kontakt, gestalten gemeinsam unsere Feste, stimmen uns in gemeinsamer Verantwortung für die satzungsgemäßen Aufgaben unseres Vereins ab. Wir arbeiten an der Erhaltung und Pflege unserer Vereinsgebäude und der Anlagen. Morgens können wir mitmachen bei Meditation, Singen und Kreistänzen. Dabei sind auch Gäste herzlich willkommen.
Der Link zum Lebensgarten - - > 
http://www.lebensgarten.de/

16.02.2008 um 17:43 Uhr

Findhorn - die spirituelle Grossgemeinschaft in Schottland

Findhorn ist neben Auroville das bekannteste spirituell orientierte Lebensprojekt der Welt.

   
Findhorn  -   die spirituelle Grossgemeinschaft in Schottland

Findhorn (die Findhorngemeinde) ist eine spirituelle Gemeinschaft, die 1962 von Eileen und Peter Caddy und Dorothy McLean nahe dem Fischerdorf Findhorn im Nordosten Schottlands gegründet wurde. Sie war eine der ersten Gemeinschaften, die im Verlauf des anbrechenden New Age-Zeitalters entstanden.
Findhorn wurde zunächst bekannt durch ihre Arbeit mit Pflanzen und der Kommunikation mit der Natur.  Im Laufe der Zeit hat sie sich zu einem Zentrum für spirituelle und ganzheitliche Erziehung entwickelt.

Als Nichtstaatliche Organisation (NGO) ist sie im Department of Public Information bei den Vereinten Nationen registriert und wird regelmäßig zu entsprechenden Sitzungen eingeladen.
Die Foundation ist Teil eines weltweit wachsenden Ökodorf- und Nachhaltigkeits-Projektes mit der Unterstützung der Vereinten Nationen.
Feste Mitglieder hat das Zentrum zur Zeit etwa 300 (1997: ca. 100). Jährlich kommen mehrere tausend Besucher nach Findhorn.

"Ich bin Geist, ich bin überall in allem in jedem.  Es gibt keinen Ort, an dem ich nicht bin.
Wenn du diese Erkenntnis voll realisierst und akzeptiert hast, weißt du, dass das Himmelreich
in dir ist.  Deine äußere Suche findet ein Ende.  In dir selbst liegt alles wonach du dich sehnst.
Das Leben wird klar und einfach. Wenn du inne hältst und still bist, wirst du in dir alles entdecken wonach du suchst."

Diese Worte empfing Eileen Caddy in ihrer Meditation. Die Findhorn Foundation befolgte die Anweisungen dieser Quelle, die Eileen Caddy die stille, innere Stimme nennt.  Ihr verdankt die Gemeinschaft ihr Wachstum und ihre heutige Größe.

L i t e r a t u r :            
Eileen Caddy: Findhorn – Königreich des Lichts (Aurum)
Carol Riddell: Die Findhorn-Story. Ein Menschenbild für das 21. Jahrhundert (Greuth-Hof)

Findhorn-Mitbegründerin Dorothy Maclean ist auch bekannt
    durch ihr Buch »Du kannst mit Engeln sprechen« (Aquamarin)  Du kannst mit Engeln sprechen

Eine Information über Findhorn - - > 
http://de.wikipedia.org/wiki/Findhorn_Foundation
Eine weitere Info - - >  http://www.100-pro.de/findhorn.html

15.02.2008 um 17:26 Uhr

40 Jahre AUROVILLE – die größte alternative Gemeinschaft der Welt

40 Jahre AUROVILLE  

  – die größte alternative Gemeinschaft der Welt

Die internationale Stadt AUROVILLE in der Nähe von Puducherry, im Südosten Indiens ist das größte ganzheitlich-alternative Gemeinschafts- und Lebensprojekt der Welt.
Der Name Auroville bedeutet »Stadt der Morgenröte«; aber der Name des großen Yogi »Sri Aurobindo« ist wahrscheinlich auch in die Idee der Namensgebung mit eingeflossen.  Auroville feierte seinen vierzigsten Geburtstag.

Auroville – auch als Stadt des Zukunftsmenschen bezeichnet - wurde 1968 im Süden Indiens als internationales Stadt- und Gemeinschaftsexperiment ins Leben gerufen.
Ziel des Projektes war und ist es, durch das gleichberechtigte Zusammenleben von Menschen aller Nationen ein urbanes Modell menschlicher Einheit und gelebter Völkerverständigung zu schaffen.

Auroville’s Perspektive und Vision  -  die Vision seiner Gründerin, der Französin Mira Alfassa, genannt "Die Mutter" und des indischen Yoga-Philosophen Sri Aurobindo  -  basieren auf einer westliches Entwicklungsdenken und östlichen Geist miteinander verbindenden Weltsicht.
Diese innere Haltung der Aurovillianer führte bisher - in verschiedenen Entwicklungs-graden - zur Verwirklichung interkultureller, architektonischer, ökologischer, technologischer und sozialer Alternativen. Ihre Ausstrahlung geht über das unmittelbare Projektgebiet und die nähere Region weit hinaus und reicht heute auch in andere Teile Indiens und der Welt.

Eine Vielzahl von Menschen aus der ganzen Welt haben in den letzten Jahrzehnten an der Entwicklung Aurovilles teilgenommen oder sich von ihr inspirieren lassen.
Als Teil eines internationalen Netzwerkes der am Projekt Auroville anteilnehmenden Freunde und Besucher besteht seit 1982 AUROVILLE INTERNATIONAL (AVI) DEUTSCHLAND e.V.

Eine Info über Auroville - - > 
http://de.wikipedia.org/wiki/Auroville
Auroville International - - >  http://www.auroville-international.org/germany/aktuell/index.html

03.09.2007 um 16:01 Uhr

Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg -2-

Die Gewaltfreie Kommunikation
             nach Marshall Rosenberg   - 2 -   

Nein, Rosenberg ist kein Offizier, "Marshall" ist einfach nur sein Vorname. 
Sein frühes
Leben allerdings entsprach durchaus dem martialischen Klang seines Vornamens : 
Rosenberg wuchs als Jude in einem überwiegend von Schwarzen bewohnten Viertel
einer US-amerikanischen Stadt auf.  Um dort zu bestehen, war körperlicher Einsatz
gefragt.

Auch später, z. B. im Psychologiestudium, war er von Menschen umgeben, die überzeugt waren,
daß man sich im Leben durchboxen müsse, wenn auch mit feineren Mitteln :  indem man andere
bewertet und abwertet.
Inzwischen fühlt sich Rosenberg selbst mit positiven Bewertungen unwohl.
Wenn ich sage: "Du bist ein guter Mensch", zeige ich, daß ich mich für jemanden halte, der genau weiß,
wer der andere, der Bewertete, ist.
Und eben diese Haltung verhindere es, so Rosenberg, sich wirklich in andere Menschen einzufühlen.
Einfühlung aber steht im Zentrum der gewaltfreien Kommunikation, wie Rosenberg
sie in den vergangenen 25 Jahren entwickelt hat. Rosenberg hat mit seiner gewaltfeien
Kommunikation große Erfolge gehabt, etwa bei der Vermittlung in interkulturellen
Konflikten in Israel und bei klärenden Gesprächen mit rebellierenden Schülern und revoltierenden Häftlingen.

Giraffe oder Wolf - Herz oder Zähne zeigen

Seit einigen Jahren gibt Rosenberg sein Wissen auch in Deutschland in Seminaren weiter. Protagonisten dieser überaus spannenden Seminare sind zwei Handpuppen mit sehr unterschiedlichem (Sprach-) Verhalten :  Der Wolf und die Giraffe.

Die »»Giraffe«« ist das Landtier mit dem größten Herzen und dem längsten Hals, dient
daher als Metapher für Liebe und Weitsicht.
Die "Giraffe" kann eine Kommunikationssituation gut einschätzen, ist einfühlsam,
handelt und kommuniziert verantwortlich und spricht offen über ihre Gefühle und Bedürfnisse.

Der »»Wolf«« dagegen zeigt keine Gefühle, sondern kommandiert, wertet ab und klagt an;
er diagnostiziert andere Menschen.
("Du bist egoistisch! ") und lehnt Verantwortung ab ("Es gibt Dinge, die man tun muß, ob man
will oder nicht.")

»»Wolf- und Giraffensprache««
stehen qualitativ zueinander wie (anklagende) Du-Botschaften -
und (um Verständnis und Verständigung werbende) Ich-Botschaften :
Der Wolf sagt z. B.: "Immer latschst du mit deinen Dreck-Potten durch den Flur und ich darf den
ganzen Kram wieder sauber machen, dir ist es völlig egal, wie es hier aussieht, du machst mich rasend!"

Das gleiche auf "Giraffisch" :  "Oh, ich sehe gerade, dass du mit schmutzigen Schuhen in den Flur
kommen willst.  Ich ärgere mich darüber, weil ich mich nur wohl fühle, wenn die ganze Wohnung
einschliesslich Flur sauber ist und ich gerade gewischt habe. Kannst du bitte deine Schuhe ausziehen
und sie vor der Tür stehenlassen. 

  Die Struktur der Giraffensprache ist also:

1 ) Beobachtungen mitteilen  (ohne Wertung, also: "Schuhe", nicht, "Dreck-Potten")

2) Gefühle offen mitteilen  ("ich ärgere mich")

3) Wünsche. Bedürfnisse. Wertvorstellungen offenbaren
("Ich fühle mich nur in einer sauberen Wohnung wohl.").

4) Bitten äußern  ("Bitte ziehe deine Schuhe aus...").

Das entspricht ungefähr der üblichen Form der Ich-Botschaft.
Rosenberg hat diese allerdings bis zur Perfektion weiterentwickelt.
Er führt z. B. ganze Kataloge von Ausdrücken auf, die originäre Gefühle beschreiben (z. B. Ärger
und Angst) und andere, die das nicht tun (z. B.: "Ich habe das Gefühl, daß du mich nicht verstehst),
bzw. die eher dazu dienen, den anderen zu bewerten oder zu diagnostizieren (z. B: "Ich fühle mich
ausgenutzt.").  In Workshops zur gewaltfreien Kommunikation wird einem bewußt,
wie schwer es ist, reine Gefühle auszudrücken.

Wichtig außerdem :  Die Entstehung unserer Gefühle hängt immer mit unseren
ganz persönlichen Bedürfnissen und Wertvorstellungen zusammen : 
Wer den Flur als Eingangsbereich betrachtet, in dem noch mit Straßenschuhen gelaufen wird, kann
durch Fußstapfen im Flur nicht verärgert werden. Indem ich aber mein besonderes Bedürfnis
danach offenbare, daß die ganze Wohnung einschließlich Flur sauber ist, übemehme
ich mit Verantwortung für meine Gefühle, die entstehen, wenn der Flur dreckig wird.
Damit sind die Weichen weg von der Anschuldigung hin zur Verständigung gestellt.

Und zuletzt die Bitten : Wer einfach nur erklärt, weshalb er sich ärgert, hinterläßt bei dem anderen
oft nur Verwirrung oder Ärger.
Daher sollte zum Schluß eine konkrete Bitte in positiver, aktionsbezogener Sprache
stehen, die der andere tatsächlich umsetzen kann - aber nicht muß.  Zum Beispiel :
Wenn ich traurig bin, weil mein Bedürfnis nach körperlicher Nähe unbefriedigt ist,
bitte ich mein Gegenüber, mich in den Arm zu nehmen. Diese Person hat nun die freie Entscheidung, ja oder nein zu sagen.
Wenn sie mich mit Giraffenohren hört, aber z. B. das Gefiihl hat, daß sie mich gerade nicht trösten kann,
weil sie lieber alleine sein will, bedankt sie sich bei mir - z. B. für meine Offenheit.

Giraffen sind einfühlsam und freundlich - aber nicht nett.  Sie opfern sich nicht
für andere auf, das bedeutet, daß sie in Kontakt mit ihrem eigenen Selbst, ihren
Gefühlen und Bedürfnissen sind und Verantwortung für diese übernehmen.

Nun haben wir die Wahl,  jemand anderen zu suchen, der bzw. die meine Bitte,
in den Arm genommen zu werden, erfüllt, oder ich bleibe mit mir alleine und gebe mir selber
Einfühlung, das heißt, daß ich mit mir selbst liebevoll umgehe.

Die Giraffe ist sich bewußt über das Risiko, daß ihre Bitte mit einem Nein zurückgewiesen
werden kann.  Sie ist für sich selbst verantwortlich.
- Quelle:  Infoblatt Mediation Magazine -

24.08.2007 um 14:05 Uhr

Gewaltfreie Kommunikation - die verlorene Sprache der Menschheit -1-

Gewaltfreie Kommunikation  
  -  die verlorene Sprache der Menschheit   - 1 -

In einem mir sympathischen Internet-Forum – in dem im Grunde Menschen sind, die 
den Wunsch und Anspruch haben, respektvoller und achtsamer miteinander umzugehen –
habe ich gerade Konflikte erlebt –
und konnte beobachten, wie schwer sich Viele von uns tun, mit Konflikten umzugehen;
wie leicht es zu Kränkungen kommt, zu einem »Kampsverhalten«, wie wenn man/frau "im Krieg" wäre …
genau so aber auch zu einem Sich-verletzt-fühlen, wo der Andere gar nicht verletzt hat; einem re-agieren,
das aus ganz alten (Kindheits-)Verletzungen herrührt.

Solche Situationen haben immer auch die »Chance« in sich: zu lernen.
Wir alle kennen das wahrscheinlich, wenn wir mit Anderen aneinander geraten – auch in der Familie, in Partnerschaften, Freundschaften .. im Arbeitsbereich …
Und wir sind Teil einer Menschheit, in der streiterische Auseinandersetzungen (leider)
noch immer sogar in form von Kriegen ausgetragen werden.
Die Chance ist – im Kleinen, im eigenen Leben – eine friedvollere, weniger aggressiv
geprägte Form der Auseinandersetzung selbst zu lernen und zu praktizieren.
Eine friedvollere Welt, die viele Menschen sich wünschen, kann ja nur wirklich werden –
wenn wir selber – quasi »von unten« – damit anfangen. 

Eine Methode – und gleichzeitig Lebensart – auf friedvollere Weise zu kommunizieren
und zwischenmenschliche Probleme zu lösen, ist die Gewaltfreie Kommunikation,
die Marshall Rosenberg entwickelt hat.
Sie kann ganz konkret – im eigenen Alltag angewendet werden.
Ich möchte sie im folgenden – in mehreren Beiträgen – vorstellen.


Zu Beginn einige Gedanken daraus :
Wir betrachten unsere Art zu sprechen vielleicht nicht als "gewalttätig", dennoch führen unsere Worte
oft zu Verletzung und Leid - bei uns selbst oder bei anderen.  Die Gewaltfreie Kommunikation hilft uns
bei der Umgestaltung unseres sprachlichen Ausdrucks und unserer Art zuzuhören.
Aus gewohnheitsmäßigen, automatischen Reaktionen werden bewusste Antworten.
Wir werden angeregt, uns ehrlich und klar auszudrücken und gleichzeitig anderen Menschen unsere
respektvolle Aufmerksamkeit zu schenken.

Wenn wir die Gewaltfreie Kommunikation in unseren Interaktionen anwenden, ob mit uns selbst,
mit einem anderen Menschen oder in einer Gruppe, kommen wir an eine Tür, die auf allen Ebenen
der Kommunikation, in allen Altersklassen und in den unterschiedlichsten Situationen im Beruf,
im Privatleben und auf dem politischen Parkett erfolgreich geöffnet werden kann.

Die Gewaltfreie Kommunikation ist die verlorene Sprache der Menschheit, die Sprache
eines Volkes, das rücksichtsvoll miteinander umgeht und die Sehnsucht hat, in Balance
mit sich selbst und anderen zu leben.

Eine Information über die GfK - - >
http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation
Gewaltfreie Kommunikation in Deutschland - - > http://www.gewaltfrei.de/gk802/0417963.php?1=14&2=0

07.07.2007 um 14:22 Uhr

Thema Tauschringe (2)

Thema  T a u s c h r i n g e   – 2 –

Eine Stellungnahme einer Teilnehmerin

Ich hatte das Glück, auf ein paar nette Menschen
zu treffen, die mir halfen Tauschpartner (TP’s) zu finden :
ich habe z.B. gebügelt, einen Reißverschluss eingenäht
und was getippt.

Das Arbeiten war auch mal so schön, dass ich
mit einem Wohlgefühl eines "Rundumtauschs"
heimgegangen bin.

Tauschringe sind für mich :
Denkanstoß über Werte, Kontaktbörse, Flohmarkt,
ein bunter Haufen, Nachmittagstee,
auch unangenehme Leute, Aufforderung
zu Hilfsbereitschaft und Allgemeinwohligkeit …

- Ida, sucht ihren Weg in Kunst und Tanz -



Eine Information über Tauschkreise - - > http://de.wikipedia.org/wiki/Tauschkreis
Eingang zum Thema Tauschringe - - > http://www.tauschring.de/
Ein weiterer Link - - > http://www.tauschring.de/

Adressliste deutscher Tauschringe - - > http://www.tauschring.de/d0402add.htm
Das Tauschring-Archiv - - > http://www.tauschring-archiv.de/TR-Archiv/index.html
- ausgewählte Texte zum Thema.

 

07.07.2007 um 13:28 Uhr

Tauschringe – unkonventionelle Tauschsysteme breiten sich aus

T a u s c h r i n g e  
  – unkonventionelle Tauschsysteme breiten sich aus  – 1 –

Seit Anfang der neunziger Jahre verbreiten sich auch in ganz Deutschland
die so genannten >>Tauschringe<< -
eine neuartige, sympathische und zukunftweisende gesellschaftliche Erscheinung.

"Alex repariert den Computer von Barbara ... Barbara hilft Christians Sohn bei den Matheaufgaben, Christian verleiht seine Bohrmaschine an Doris;  Alex wiederum bekommt von Doris frisches Gemüse aus dem Garten
und so weiter und so fort..." –
So einfach kann's laufen – und ohne dass man dabei auch nur einen müden Cent auszugeben braucht - denn bezahlt wird ausschließlich mit >>Zeiteinheiten<<, die in den Tausch-Kreisen
die verschiedensten Namen haben.
Im LETS-Tauschring München zum Beispiel "Talente".

Heute gibt es deutschlandweit mittlerweile mehr als 250 solcher Tauschsysteme.
Die Tauschringe verstehen sich als Selbsthilfeinitiativen auf Gegenseitigkeit.
Das heißt, jeder,
der eine Begabung, Fähigkeit oder Sache in den Tauschring einbringen möchte, kann dies tun
und dafür andere Leistungen und Dinge in Anspruch nehmen.
Ob Rasenmähen oder Musikunterricht, ob Tiere hüten oder Kochhilfe - getauscht werden insbesondere Dienstleistungen, aber auch Sachen aller Art, sei es Spielzeug, Theaterkarten, Kleidung, Möbel und vieles andere mehr.
Klar, dass Computerkenntnisse, Fahr- und Betreuungsdienste sowie handwerkliche Hilfen besonders gefragt sind, aber auch eher ungewöhnlichere Angebote wie Dichten, Drachenbau oder Kartenlesen sind durchaus willkommen.
Denn auf diese Weise gibt es fast nichts, was es nicht gibt  -  und selbst ausgefallene Wünsche lassen sich meist erfüllen.

Bezahlt wird wie gesagt nicht mit Geld, sondern
mit der >imaginären Verrechnungseinheit<  -  z.B. "Talent" –
wobei eine Stunde geleisteter Arbeit genau 20 "Talenten" entspricht; und zwar unabhängig davon, ob z.B. schwere Kisten geschleppt oder schlafende Babys gehütet werden, ob programmiert, unterrichtet, gebastelt oder gestrickt wird.

"Jeder nach seinen Möglichkeiten", lautet der Grundsatz - denn nur wenn alle Arbeiten und Talente gleich bewertet werden, kann das Tauschsystem funktionieren.
Lediglich Material- oder Fahrtkosten müssen mit echtem Geld bezahlt werden; also z.B. die Benzinkosten bei der Umzugshilfe nach Hamburg. Der Tausch von Sachen wird jeweils frei verhandelt, wobei die eigene Wertschätzung Maßstab für die Preisverhandlung (in Talenten) ist.
 

     Damit jeder auch das findet, was er braucht, werden die Angebote
und Gesuche aller Teilnehmer in regelmäßig erscheinenden "Marktzeitungen" veröffentlicht.
Ziel der Tauschringe ist ein gerechter Austausch zwischen den Teilnehmern, nicht gegenseitige Ausbeutung.
Soziale Kontakte im Wohnumfeld, Vertrauen, Unmittelbarkeit, Gemeinschaftssinn und Autonomie sollen darüber hinaus gefördert werden. So gibt es neben dem Tauschmarkt häufig auch Basare, Foren, Tauschcafés und stadtteilbezogene Treffen.