Gutes Leben - kulturell-kreative Webzeitschrift

14.07.2008 um 13:15 Uhr

Christen, die Kirchen – und die 68’er Aufbruchszeiten

Im folgenden ein Artikel aus der Zeitschrift PUBLIK FORUM / Zeitung kritischer Christen.
Er blickt zurück auf die rebellische Zeit ab ’68 - beim Nachdenken darüber, wie es menschheitlich weitergehen soll, kann die Auseinandersetzung mit dieser Zeit sehr inspirierend sein.


Schaut nicht beim Loben stets nur nach oben  -
Christen, die Kirchen – und die 68’er Aufbruchszeiten
     Der Aufbruch 1968 rüttelt Christen und Kirchen
  rund um den Globus auf: Sie entdecken den Revolutionär Jesus  - Von Thomas Seiterich -

Rudi Dutschke sprengt kurz vor Beginn des Jahres 1968 mit einem Go-in den gutbürgerlichen Weihnachtsgottesdienst in der Westberliner evangelischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.  
Als er zu einer Predigt über den Vietnamkrieg anhebt, greift ein Kirchgänger zum Schirm und schlägt Dutschke nieder.

Dutschke, der aus entschieden evangelischen Verhältnissen in der DDR stammt, findet im Revoltejahr 1968
einen persönlichen Seelsorger. Der heißt Helmut Gollwitzer. Er lehrt an der Freien Universität in Berlin evangelische Theologie und prägt Sätze wie: »Sozialisten können Christen, Christen müssen Sozialisten sein.«
Der politische Protestant Gollwitzer bleibt dem linksradikalen Protestanten Dutschke treu bis zum frühem Tod
im Jahr 1979. Dutschke fällt den Folgen des Mordanschlags eines von der Springer-Presse aufgehetzten jungen Hilfsarbeiters zum Opfer. Gollwitzer vermittelt die Grabstelle: Der evangelische Friedenskämpfer und Kirchenpräsident a. D. Martin Niemöller verzichtet zugunsten Dutschkes auf sein Grab in Berlin-Dahlem.

Auch ein Hauptfeind Dutschkes und der Studentenbewegung ist äußerst evangelisch: Der CDU-nahe Großverleger Axel Caesar Springer. Er ärgert sich darüber, dass seine Kirche sich unter dem Berliner Bischof Kurt Scharf dem Gespräch mit den Aufbegehrenden öffnet. So groß ist Springers Verdruss, dass er in die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche wechselt.  Dort herrscht ein traditionell lutherischer Kurs mitsamt der beruhigenden Zwei-Reiche-Lehre. Politik und Glaube: strikt getrennt. In dieser kleinen Freikirche gibt es keinen Protest und keine Pfarrerinnen.

Insgesamt wird die Evangelische Kirche in Deutschland – in jenen revolutionären Jahren –  mehr durchgeschüttelt als die katholische. Links profilieren sich die Evangelischen Studentengemeinden (ESG) in BRD und DDR als Orte des freien, auf Veränderung gerichteten Dialogs und neuer Lebensformen. Dabei entsteht eine neue »Spiritualität von unten«, nach dem Motto: »Schaut nicht beim Loben stets nur nach oben!« In traditionellen Uni-Städten stellt die ESG einen Gutteil der Kerntruppe der Revolte. Rechts dagegen profilieren sich evangelische Gegenkräfte wie zum Beispiel die Offensive Junger Christen (OJC). Diese evangelikale Vereinigung gründet sich als »Gegenkraft« zu den 68ern.

Deutsche Katholiken und Protestanten reagieren unterschiedlich auf die Studentenproteste.
Unter den Wortführern des Aufbegehrens sind engagierte Protestanten vertreten, jedoch kaum Katholiken.
Die Evangelischen sind den Katholiken in puncto Modernität um Jahre voraus.  Denn sie agieren individuell und politisch. Katholischerseits findet der Aufruhr 1968 vor allem innerkirchlich statt. Bereits seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) beschleunigen sich die Konflikte in der Kirche. Die Ereignisse von 1968 verstärken den Drive dieser innerkatholischen Dynamik. Die Mehrheit der Katholiken begrüßt die konziliaren Reformen von oben. Doch ein kleine, konservative Minderheit streitet erbittert gegen die Reform der Messe und gegen Deutsch als Liturgiesprache anstelle des seit Ewigkeiten gültigen Lateins. Als der Papst – Paul VI. – am 25. Juli 1968 wider die Voten der meisten von ihm beauftragten Ratgeber die Antibabypillen-Enzyklika »Humanae Vitae« veröffentlicht und dem Kirchenvolk den Gebrauch »künstlicher Empfängnisverhütungsmittel« untersagt, bricht ein Sturm der Entrüstung los. Er erfasst den nordamerikanischen und westeuropäischen Katholizismus, sorgt für einen bis heute wirkenden Zusammenbruch der Autorität des Papstes in Sachen Sexualität bei den Gläubigen und endet in den Protestkundgebungen der Deutschen und Österreichischen Bischofskonferenz. Die Bischöfe gewähren den Gläubigen mit der Königsteiner sowie der Mariatroster Erklärung Gewissensfreiheit bei der Verhütung.

Der Richtungskampf zwischen progressiven und konservativen Katholiken wird 1968 in fast jeder der rund 20 000 bundesdeutschen Pfarreien ausgetragen. Zigtausende debattieren mit, vor Ort. Doch der Streit hat im Jahr 1968 auch ein großes nationales Forum :  den 82. Deutschen Katholikentag vom 4. bis 8. September in Essen.

Dort gelingt es einer kleinen Schar von Kirchenaktivisten und kritischen Priestern, die vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) vorbereitete Tagesordnung teilweise auf den Kopf zu stellen. »Hengsbach, wir kommen, wir sind die linken Frommen«, rufen die Revoluzzer dem gastgebenden Ruhrbischof Franz Hengsbach entgegen. Der entgegnet: »Links könnt ihr sein, wenn ihr nur fromm seid.« Das CDU/CSU-nahe Establishment gerät in Essen vorübergehend in die Defensive: Erstmals wird der seit der Ära Adenauer selbstverständliche Bund zwischen den Katholiken und der Union öffentlich infrage gestellt. Wenig später sickert in die Kreise der Laienfunktionäre des ZdK durch, dass der Vatikan diskrete Verhandlungen mit den Sowjets und ihren Ostblock-Satelliten führt. – Der Papst nicht mehr auf der Seite der Nato, Bonns und der CDU? Bei manchen ZdK-Mitgliedern kommt Panik auf.

Abhilfe tut not. Da in Bonn die Große Koalition regiert und der politische Trend in Richtung der 1969 sich bildenden sozial-liberalen Koalition deutet, droht den Bischöfen der Verlust des direkten Drahtes zu den Regierenden am Rhein. Unter anderem deshalb gründen einige finanzstarke Bistümer auf Geheiß der Oberhirten die Wochenzeitung Publik. (1971 wird Publik von den Bischöfen zerschlagen. Aus den Trümmern entsteht Publik-Forum.)  Die neue Wochenzeitung Publik soll modern und aufgeschlossen katholisch sein. Sie kommt vom Outfit ähnlich daher wie die bürgerliche Zeit. Verspottet wird der neue katholische Auftritt in der Medienlandschaft als »Bischofsblatt«. Die linken Spötter zählen zu denjenigen, die den Katholikentag ’68 aufgemischt haben;  ihre Heimat ist die Zeitschrift Kritischer Katholizismus.

Die katholische Auseinandersetzung 1968 findet in Mitteleuropa im Innern der Kirche statt.  Doch in den »katholischen« Diktaturen Portugal und Spanien sammeln sich erstmals in der Kirche Widerstandskreise. Sie suchen Kontakt zu der vom faschistischen Regime brutal verfolgten linken Arbeiterbewegung. In Frankreich marschieren linke Katholiken und Protestanten wie der reformierte Theologe George Casalis mit an der Spitze der Mai-Revolution, die anders als im übrigen Westeuropa kurzzeitig auf die Arbeiterschaft überspringt. Kardinal François Marty, der Erzbischof von Paris, verkündet vor der Nation: »Die Kirche ist nicht konservativ.« Der Dominikaner-Theologe Jean Cardonnel fordert auf den Barrikaden in Paris zum Generalstreik auf. Einen »Märtyrer« verehren die Linkskatholiken :  Camilo Torres.  Der kolumbianische Priester und nationale Studentenpfarrer hatte sich mit theologischer Begründung der Guerilla Ejercito de Liberacion Nacional (ELN) angeschlossen. Torres fiel am 15. Februar 1966 als Sanitäter. Seither nahm als erste von vielen Guerillabewegungen die ELN kirchlich engagierte Christen in ihre Reihen auf.

Die bis heute bedeutendste innerkirchliche Wende vollzieht sich 1968 in der kolumbianischen Großstadt Medellín. Celam, der Rat der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen, tagt, um die Ergebnisse des Konzils auf die gesellschaftliche Realität in dem von Diktaturen geprägten Subkontinent anzuwenden.  Dabei entwickeln die Bischöfe die vorrangige Option für die Armen. Nahezu zeitgleich entstehen 1968 in Brasilien die ersten Basisgemeinden.  Bischöfe wie Dom Helder Camara stehen gewaltfrei auf gegen die Militärdiktatur.

Gewaltfrei ist auch der Protest der Brüder Daniel und Philipp Berrigan in den USA. Am 17. Mai 1968 verbrennen 
die beiden Priester mit sieben Aktivisten in Catonsville, Maryland, 378 Musterungsakten für den Krieg in Vietnam. Zuvor haben sie die Einberufungsbefehle mit ihrem eigenen Blut übergossen. Sie verstehen die gewaltfreie Aktion als eine Art Gebet und Gottesdienst. Alle lassen sich festnehmen. Phil Berrigan wird, als erster Priester in den USA, zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.  Die Bekenner von Catonsville erklären: »Wir konfrontieren die katholische Kirche, andere Kirchen und Synagogen Amerikas mit ihrem Schweigen und der Feigheit angesichts der Verbrechen unseres Landes.  Wir sind überzeugt, dass die religiöse Bürokratie in den USA rassistisch ist, mitschuldig am Vietnamkrieg, und feindlich gegenüber den Armen.«

Auch in der Theologie spiegeln sich die Stürme der Zeit wider.  Prophetische Theologie schreibt die junge Protestantin Dorothee Sölle. Sie veröffentlicht 1968 »Atheistisch an Gott glauben« und »Phantasie und Gehorsam. Überlegungen zu einer künftigen christlichen Ethik«. In Tübingen kratzt der katholische Theologe Hans Küng am Unfehlbarkeitsdogma des Papstes. »Unfehlbar. Eine Anfrage«, heißt sein Buch, das 1970 Furore macht. Küngs konservativer Professorenkollege und Antipode Joseph Ratzinger flieht vor den kritischen Studenten aus dem wilden Tübingen ins beschaulichere Regensburg. Während es in Tübingen theologisch um die Kirche geht, geht es
in Münster theologisch um die Politik.  Johann Baptist Metz zieht mit seiner neuen Politischen Theologie Studierende aus Drittweltländern an. Metz nimmt Erkenntnisse der Frankfurter Schule und des Linkskatholizismus der 1920er-Jahre auf.  Seine Arbeit befeuert die in Lateinamerika und Südafrika entstehende, rasch wachsende Theologie der Befreiung.

1968 ist für die Christen das Jahr der großen Wende.  Denn theologisch wird ’68 rund um den Globus, von Manila bis Bonn und New York, in Tun, Beten und Denken ein neuer Jesus entdeckt: der Revolutionär.  Das erschüttert die alten Gottesbilder und bringt die Kirchen mächtig in Bewegung.

Link zu Publik Forum / Zeitung kritischer Christen - - > 
http://www.publik-forum.de/f4-cms/tpl/pufo/display.asp?cp=pufo

30.06.2008 um 17:32 Uhr

Zur Zeit töten wir einander, um unsere Differenzen zu lösen ...

Zur Zeit töten wir einander,
um unsere Differenzen zu lösen,
und dies ist ein sehr primitives Verhalten.

Zur Zeit töten wir Andere, um sie
dafür zu strafen, dass sie Andere töteten,
und das ist ein sehr primitives Verhalten.


- Neale Donald Walsch,   
  Autor der »Gespräche mit Gott« -

07.03.2008 um 15:06 Uhr

Ein Text zum Nachdenken – »Zur Veränderung der politischen Landschaft in Deutschland«

Ein Text zum Nachdenken  –   Zur Veränderung der politischen Landschaft in Deutschland.
Aus der Zeitschrift »Publik Forum / Zeitung kritischer Christen«.

Endlich mehr Demokratie    Blumen mit Schmetterling und Biene

Was könnte das Fünf-Parteien-System für Chancen eröffnen,
  wenn die Parteien ihre Grabenkämpfe beenden würden?
 - Von Wolfgang Kessler -

Mensch, warum zerreden die Parteien bloß die neuen Chancen, die ihnen die Wählerinnen und Wähler eröffnet haben? Sie haben die politischen Karten neu gemischt. Doch statt ihre Trümpfe neu zu sortieren, flüchten sich die Parteispitzen in alte Feindbilder und hoffen inständig, dass der Spuk der fünf Parteien bald vorbeizieht. Da möchte man ihnen zurufen: Der Spuk wird bleiben. Und er bietet den Parteien große Chancen, wenn sie aus alten Grabenkämpfen neue Perspektiven entwickeln.

Zum Beispiel die Sozialdemokraten. Sie leiden schwer darunter, dass sie in den letzten dreißig Jahren Geburtshelfer von zwei neuen Parteien waren. Erst ignorierte Bundeskanzler Helmut Schmidt die ökologische Frage - und machte damit die Grünen stark.  Knapp dreißig Jahre später ignorierte Gerhard Schröder mit seiner Agenda 2010 und den Hartz-Gesetzen die soziale Frage - und machte die Linke stark.

Doch ist der Hass auf das unerwünschte Kind ein Grund, sich mit der Rolle des Juniorpartners der Union zu begnügen, nur weil es für Rot-Grün nicht mehr reicht?  Wäre es nicht an der Zeit, die Gemeinsamkeiten mit den Linken - mindestens in der Sozial- und Bildungspolitik - zu nutzen?  Den Sozialdemokraten stünden dann mit Schwarz-Rot, Rot-Rot, Rot-Grün und Rot-Rot-Grün viele Möglichkeiten offen - sie wären mächtiger als je zuvor.

Klar: Solche Machtspiele setzen voraus, dass auch die Linke ihre Vergangenheit bearbeitet. Leute mit zweifelhaften Stasi-Verwicklungen oder mit einem Weltbild, das die DDR-Diktatur verharmlost, braucht diese Demokratie nicht. Doch was für Perspektiven hätte eine moderne Linke in einer Gesellschaft, die immer stärker in Gewinner und Verlierer gespalten wird - wenn sie denn ihre Altlasten abarbeitet? Altlasten haben auch Bündnis 90/Die Grünen. Durch eine falsche Vereinigungspolitik sind sie im Osten kaum präsent und im Westen durch den starren Blick auf das »rot-grüne Projekt« Joschka Fischers noch immer gelähmt.  Doch was böten sich ihnen für strategische Optionen, wenn sie sich schwarz-grünen und rot-rot-grünen Bündnissen gleichermaßen öffnen würden?  Keine Politik mehr ohne grüne Inhalte - in einer Welt des Klimawandels nicht wenig.

Ein kritischer Blick zurück könnte auch den bürgerlichen Parteien helfen.  Einst machten sich die Liberalen für Bürgerrechte, Bildung und Freiheit stark, bevor sie zu einer Unternehmerlobby mutierten. Was hätten sie in Zeiten des Überwachungsstaates und einer umstrittenen Schulpolitik heute für Möglichkeiten?  Mit entsprechender Offenheit auch gegenüber SPD und Grünen könnten sie mehr erreichen, als nur in einer CDU-Regierung den Wirtschaftsminister zu stellen.

Und die Christdemokraten? Sie mobilisieren in alter Tradition Feindbilder. Einst beleidigten sie die SPD als Kolonne Moskaus, Jahrzehnte später folgten Kampagnen gegen grüne Chaoten und Ausländer und jetzt sind es die Kommunisten, die vor den Toren der Macht sitzen. Unter den Bedingungen eines Fünf-Parteien-Parlaments droht den Christdemokraten mit solcher Polemik die Isolation in der rechten Ecke.  Damit verpassen sie das eigentliche Ziel christlicher Politik :  Nämlich wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele so zusammenzubinden, dass der Zusammenhalt der Gesellschaft auch in Zukunft gesichert werden kann.  Einschließlich der Koalitionen, die dies möglich machen.

Kritiker werden einwenden: Wer so argumentiert, redet dem reinen Opportunismus das Wort. Jeder solle mit jedem ins Bett. Nein, tut er nicht.  Aber je mehr Machtoptionen sich eine Partei eröffnet, desto größer ist ihre Chance, ihre programmatischen Inhalte durchzusetzen - und so
ihre Wahlversprechen zu halten.  Dies bedeutet ein Mehr an Demokratie.

Der Link zur Zeitschrift Publik Forum - - > 
http://publik-forum.de/f4-cms/tpl/pufo/display.asp?cp=pufo

29.02.2008 um 16:02 Uhr

Dr. Raymond Moody und die Erforschung des Todes

Dr. Raymond Moody und die Erforschung des Todes  

In neuerer Zeit setzen sich zunehmend Menschen mit der Frage des Todes auseinander –
jenseits der materialistischen Sicht:  "Dann ist alles vorbei"  –   und den klischeehaften Himmel- und Höllenvorstellungen der orthodoxen Religion.
Der weltweit führende Erforscher von Nah- und Scheintoderlebnissen ist Dr. Raymond Moody - Doktor der Psychiatrie und der Philosophie und Autor von bisher 10 Büchern.
Auf einer Konferenz in den USA äußerte er sich zu verschiedenen Themen.

Auf die Frage, was sich nach Erscheinen seines Buches "Leben nach dem Tod" in Bezug auf Erlebnisse an der Todesschwelle verändert hat, sagte Dr. Raymond Moody:

Dr. Moody:  Ich glaube, unsere Grundeinstellung hat sich geändert.  Als ich vor 25 Jahren anfing, waren viele Leute, die Nahtoderlebnisse hatten, sehr deprimiert, weil sie sich ihren Ärzten, Krankenschwestern, Priestern oder einer nahestehenden Person anvertrauten, aber schroff abgewiesen wurden. Heute fühlen sich die Leute freier, sie sprechen über ihre Erlebnisse, obwohl diese zu den tiefsten persönlichen Erfahrungen gehören, die ein Mensch machen kann.

Auf die Frage, warum wir heute auch viel mehr von solchen Erfahrungen hören:

Dr. Moody:  Ich denke, es gibt dafür drei wichtige Voraussetzungen:  Zum einen kommen die Menschen der sogenannten "Baby-Boomer"-Generation (Anmerkung: Damit sind Menschen gemeint, die zwischen 1946 und 1964 geboren sind; dz. sind das ca. 31 % der amerikanischen Bevölkerung) jetzt in ein Alter, wo sie Angehörige verlieren. Diese Generation, zu der auch ich mich sehr hingezogen fühle, ist bekannt dafür, daß sie ein großes Interesse für alternatives und natürliches Heilen hat und auch offen für spirituelle Fragen ist.
Zweitens vollzog sich auch eine weitreichende Änderung in unserer Krankenhaus-Praxis: Wenn Anfang der 70er Jahre – als ich anfing, Medizin zu praktizieren – ein Patient sterben mußte, kamen die Ärzte und Krankenschwestern und führten seine Angehörigen aus dem Zimmer. Heute ermutigt man sie dazu, in diesem abschließenden Augenblick dabei zu sein, während sich Ärzte und Schwestern zurückziehen. Und drittens haben wir jetzt bessere technische Mittel zur Wiederbelebung: Wir können heute wesentlich mehr Leute ins Leben zurückholen als je zuvor.

Welche neuen Erfahrungen habe er seit dem Erscheinen seines Buches "Life After Life" gesammelt?

Dr. Moody: Viele! Die Sterbeforschung hat sich über die ganze Welt explosionsartig verbreitet, und wir konnten sehr erstaunliche Tatsachen entdecken. Zum Beispiel haben Ärzte in Europa und USA herausgefunden, daß kleine Kinder ebenfalls Nahtoderlebnisse haben, die ähnlich denen der Erwachsenen verlaufen. Durch Studien wissen wir auch, daß ungefähr acht Millionen erwachsene Amerikaner solche Erlebnisse hatten. …

Nahtoderfahrungen würden meist als glückhafte Erlebnisse geschildert. Moody wurde darauf angesprochen, ob auch etwas über bedrückende Erfahrungen bekannt sei?

Dr. Moody: Ja, sie kommen vor, und ich glaube, man kann sagen, daß alle Nahtoderlebnisse einen unangenehmen Aspekt in sich tragen, wenn man in seinem Lebensrückblick sieht, was man anderen angetan hat, und wenn man dabei selbst nachfühlen muß, was die anderen gefühlt haben.  Das tut dann weh.  Aber insgesamt ist der Lebensrückblick trotzdem gewinnbringend, weil er zukünftiges Verhalten ändern hilft.  Ich würde sagen, daß sogenannte "höllische Details" in den Berichten eher selten sind.

Eine zentrale Frage : Inwieweit haben sich Menschen verändert, wenn sie aus Todesnähe zurückkehren?

Dr. Moody: Aus psychiatrischer Sicht ist dies der interessanteste Punkt an den Nahtoderlebnissen. Die Veränderungen haben alle dasselbe Muster: Die Leute berichten, daß sich vor allem die Wertigkeit der Dinge verändert. Was immer sie zuvor gesucht haben – Macht, Ruhm, Reichtum –, jetzt konzentrieren sie sich darauf, Nächstenliebe zu lernen.  Das ist es, was ich immer wieder höre – wobei das praktische Umsetzen gar nicht so einfach ist. …

Zum Thema, ob die betreffenden Menschen ihre aus ihrer Grenz-Erfahrung gewonnene Überzeugung für den Rest ihres Lebens beibehalten, antwortete Raimond Moody:

Dr. Moody: Ich untersuche solche Erlebnisse seit 1965 und habe mit Tausenden von Menschen gesprochen, wovon viele meine Freunde geworden sind. Über diese Zeitspanne bis heute sind viele von diesen Freunden gestorben, und es war mir bei vielen möglich, im letzten Stadium ihrer Krankheit dabei zu sein. Und – ja, definitiv, sie treten dem Tod mit absolutem Gleichmut und vertrauensvoll entgegen.

Eine Information über Dr. Raimond Moody - - > 
http://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Moody
Leben nach dem Tod. Die Erforschung einer unerklärlichen Erfahrung.Eine Leseempfehlung :
  Leben nach dem Tod. Die Erforschung einer unerklärlichen Erfahrung
    -  von Raymond A. Moody  (rororo)

Weitere Bücher: 
http://books.google.de/books?as_auth=Raymond+A+Moody&sa=X&oi=print&ct=title&cad=author-navigational&hl=de

21.02.2008 um 20:47 Uhr

Die Welt als Dorf - »Seite - - > zum Nachdenken«

Die Welt als Dorf    

Wenn man die Erde zur Größe eines Dorfes mit 100 Bewohnern verkleinern
könnte, und wenn man die Proportionen aller Menschenrassen beibehielte,
wohnten in diesem Dorf:


57 Asiaten
21 Europäer
14 Personen von der westlichen Hemisphäre (Nord und Süd)
8 Afrikaner

52 Frauen
48 Männer

70 Nicht-Weiße
30 Weiße

70 Nicht-Christen
30 Christen

6 Personen würden 59% des Reichtums der ganzen Welt besitzen,
und alle 6 kämen aus den USA

80 Personen würden unterm Standard leben

70 Personen könnten nicht lesen

50 Personen wären unterernährt

1 Person wäre dem Tode nahe

1 Person wäre fast geboren

1 (wirklich nur 1) Person hätte Hochschulabschluss

1 Person würde einen Computer besitzen

Wenn man die Welt aus dieser Perspektive betrachtet, wird klar, dass wir
Akzeptanz, Verständnis und Bildung brauchen.

Auch folgendes ist interessant:
Wenn du heute mehr gesund als krank bist ...  bist du glücklicher als über
1 Million Menschen, die diese Woche nicht überleben werden.
Wenn du niemals die Gefahren eines Krieges, Einsamkeit des Gefängnisses,
Torturen oder Hunger erlebt hattest, ist deine Lage besser als die
von 500 Millionen Menschen auf dieser Welt.

Wenn du in die Kirche gehen kannst, ohne Angst haben zu müssen,
festgenommen, gefoltert oder getötet zu werden, hast du mehr Glück als
1 Milliarde Menschen der Welt.

Wenn du ein Dach über dem Kopf hast, Kleider, Essen im Kühlschrank
und Platz zum Schlafen, bist du reicher als 75% der Menschen.

Wenn du Geld bei der Bank hast, und ein wenig Kleingeld in der Geldbörse,
gehörst du zu den 8% der Reichen.

Wenn deine Eltern leben und immer noch verheiratet sind ... bist du eine
echte Seltenheit.

Wenn du diese Nachricht lesen kannst, bist du doppelt gesegnet:
du bist glücklicher als 2 Milliarden Menschen, die gar nicht lesen können.

Arbeite, als ob du kein Geld brauchst.
Liebe, als ob dich noch nie jemand verletzt hätte.
Tanze, als ob keiner zuguckt.
Singe, als ob keiner zuhört.
Lebe, als ob es Himmel auf Erden ist.

Quelle: unbekannt  -

15.02.2008 um 19:34 Uhr

Psychoanalytiker: Scheitern ist eine persönliche Einschätzung

   Psychoanalytiker:  Scheitern ist eine
  persönliche Einschätzung

Inwieweit sich Menschen als gescheitert empfinden, hängt vor allem mit der persönlichen Einschätzung zusammen.  Das Scheitern per se gebe es nicht –
sagt Hans-Werner Rückert, Leiter der Psychologischen Beratung der Freien Universität Berlin.

Wie Menschen mit Scheitern umgehen, hänge vor allem mit ihrer Sozialisation in der Familie zusammen. War es zu Hause in Ordnung, auch einmal zu scheitern, konnten die Betroffenen lernen, damit umzugehen.
"Man ist zwar verletzt, wird aber getröstet und unternimmt bald einen neuen Anlauf", erklärt Rückert. Ist die Familie aber so leistungsverwöhnt, dass bereits die Möglichkeit des Scheiterns tabuisiert wird, könne der Betroffene schnell in seinem Selbstwertgefühl einbrechen und sich als Versager fühlen.

Wer gescheitert ist, sollte Rückert zufolge über diese Erfahrung nachdenken und überlegen, was schief gelaufen ist. "Wenn man aus dieser Erfahrung ein paar Lehren ziehen konnte, muss man unbedingt wieder antreten und es noch mal probieren", rät der Psychoanalytiker. - - -

Vielleicht will die Erfahrung des Scheiterns ja auch zeigen –  dass das, bei dem ein Mensch gescheitert ist, gar nicht das war, was er von seiner Seele her, im Innersten, wirklich will?

26.01.2008 um 18:39 Uhr

Die Aufbruchs-Bewegungen der 70er - – Zurückblicken und Nachdenken / »Ein Essay« - 2 -

Die Aufbruchs-Bewegungen der 70er  
  – Zurückblicken und Nachdenken / »Ein Essay«  - 2 -      


Die Bewegungen, um die es hier geht, haben sicher einen Anteil daran, dass die Welt heute etwas anders aussieht.
Wir werden ihnen weder gerecht, indem wir sie idealisieren – noch, indem man sie miesmacht. Kritisches und das Positive sollen hier angeschaut werden.
So war nicht alles in der sexuellen Befreiung wirklich "befreiend".  Und nicht Wenige, wahrscheinlich auch in der Schwulenszene, gerieten vermutlich ins Suchthafte. Aber auch die sogenannte Sexuelle Revolution war eine Re-Aktion auf jahrhundertelangen lebensverbietenden Umgang mit Sexualität, wo ganz Vieles als unanständig, unnormal, ungehörig, "Sünde" u.s.w. unterdrückt wurde – was aber Teil natürlicher menschlicher Vielfalt ist.
Ist es da ein Wunder, wenn Menschen dann alles Mögliche gern mal ausprobieren wollen, und manches auch übers Ziel hinaus schießt?
Wären Frauen schon immer in allem gleichberechtigt gewesen – dann hätte es nie eine Frauenbewegung zu geben brauchen.  Wenn die konservative Welt dann Zeter und Mordio schreit – ist es dann ein Wunder, wenn manche Feministin auch dogmatisch wird?
Hätten wir gleichgeschlechtlich orientierte Menschen schon immer akzeptiert und geachtet – wie alle Anderen auch – dann wäre keine Lesben- und Schwulenbewegung nötig gewesen.  In allen diesen Bewegungen gab es Teilnehmer/innen, die "es übertrieben".
Aber schauen wir doch in die heutige Politik : Finden wir das nicht in allen normalbürgerlichen Parteien auch??

Mein Resüme ist, dass die 68er wie auch all die genannten Bewegungen, Alternative, sexuelle Befreier/innen, aktive Schwule und Lesben, engagierte Frauen … ihren Beitrag geleistet haben. Dass unsere Welt heute etwas "wohnlicher" ist.
Wer nur auf die Fehler schaut, ist unredlich –  denn die findet er in den bürgerlichen Parteien auch.
Dass Frauen sich heute viel mehr verwirklichen können, dass Menschen in WG’s zusammen leben, dass Umgang mit Sex (außer – das ist klar – was Kinder betrifft) als Privatangelegenheit akzeptiert wird  ..   dass die lebensbedrohlichen Atomkraftwerke abgeschaltet wurden  ..  
   dass ein Umweltbewusstsein sich entwickelt hat  .. 

dass es, in gewissem Maße, schon Bürger- und Volksentscheide gibt .. ja, dass die Mehrheit der Deutschen sich sogar schon einen Schwulen als Kanzler vorstellen kann  –
all das, und noch viel mehr – verdanken wir zu wesentlichem Anteil auch diesen Bewegungen; diesen bewegten Menschen damals.

Und wenn wir uns heute umschauen in unserer Welt, geprägt von Globalisierung, Mobbing und Hartz-4 – wo das mächtigste Land der Welt erst kürzlich noch einen Krieg führte, den die Staatengemeinschaft als "völkerrechtswidrig" verurteilt hat –
dann können wir, wenn wir in uns hinein spürten, vielleicht diese Sehnsucht noch oder wieder fühlen - nach einer Zivilisation, in der es keine Kriege mehr gibt. In der viel mehr Demokratie von unten wirklich »real« ist. In der so etwas wie "Klimakatastrophe" nur als abenteuerliches Szenario in den Kinos denkbar wäre.
Und darum ging es – trotz Fehler und Verblendetheiten – Vielen damals;  wie in einem Lied von Ton Steine Scherben ausgedrückt: "Wer wird die neue Welt bau’n, wenn nicht du und ich. Und wenn du mich jetzt verstehen willst, dann verstehst du mich."
Darum ging es dem Sozial-Philosophen Erich Fromm in seinem Klassiker HABEN ODER SEIN. Dieses Buch hat auch heute nichts an Aktualität verloren.

Die Sehnsucht eine lebensgerechtere und menschlichere Welt zu bau’n  –   
und das ist bemerkenswert – ist auch heute auch wieder da. Etwa in dem Leitgedanken : »Eine Andere Welt ist möglich« -  den wir bei dem globalisierungskritischen Netzwerk Attac finden.
Aber alle Bewegungen – das möchte ich abschließend zu bedenken geben – die Welt im Außen zu verändern, werden scheitern, wenn wir eins nicht begreifen:
dass all die Konflikte und Krisen im Außen, in der Außenwelt – so etwa auch die Umwelt-Krise – im Tiefsten eine "Inwelt-Krise", eine Innenwelt-Krise ist.

Eine neue Art zu leben, mit uns, miteinander, der Welt, dem Leben umzugehen – im Kleinen wie im Großen – ist das, worum es in erster Linie geht. Sonst sind Veränderungen in der Gesellschaft nur ein herumdoktern an den Oberflächen; und an den Symptomen.
Wie Eugen Drewermann  es sagt :  "Diese ganzen Zerrfiguren von Krankheiten, die gerade heute in unserer hochzivilisierten Gesellschaft die Oberhand gewinnen, ergeben sich ja aus einer Lebensform, die nicht mehr richtig zentriert ist."
Dazu abschließend ein Zitat von Rudolf Bahro – der bei diesem ganzen Thema nicht fehlen darf – wurde er doch gerade durch sein Buch "DIE ALTERNATIVE", wegen dem unter anderem er die DDR verlassen musste, bekannt.  Und es war ein Buch, das sowohl den sog. "real existierenden Sozialismus" (der ja nie "real" existiert hat) – als auch unser westliches Gier-Wirtschafts-System kritisiert.
Bahro sagt:

Umweltkrise ?     
Ein Ablenkungsmanöver, selbstbetrügerisch.
Ist nicht der Mensch selbst
die erste und letzte Ursache
der Zivilisation ?
Warum stört, ja sprengt
der Menschengeist das irdische Gleichgewicht ?
Die Weltzerstörung kann nur begriffen,
kann, wenn überhaupt, nur aufgehalten werden,
wenn der Mensch die In-Weltkrise meistert,
aus der sie hervorgeht.

- Rudolf Bahro -

In diesem Sinne – und auch in Gedenken an Rudolf Bahro, der leider viel zu früh von uns ging – beende ich diesen kleinen Essay.
Ziehe jeder seine eigenen Schlüsse daraus.  Noch ein Letztes:

"Wissenschaftler sollten ihre Energie nicht für das amerikanische Sternkriegsprogramm verschwenden, sondern sich auf eine Weltfriedensinitiative zur Lösung der Armut in der Dritten Welt, der Umweltverschmutzung und der wirtschaftlichen Ungerechtigkeit konzentrieren."     - Hans-Peter Dürr, Träger des Alternativen Nobelpreises -

Folker Dangers

26.01.2008 um 18:25 Uhr

Die Aufbruchs-Bewegungen der 70er – Zurückblicken und Nachdenken / »Ein Essay« - 1 -

Die Aufbruchs-Bewegungen der 70er

  – Zurückblicken und Nachdenken / »Ein Essay«   - 1 -     

Nach den Beiträgen hier über die 68er und die darauf folgenden »Bewegungen des Aufbruch’s«
Alternativbewegung, Anti-AKW-, Umwelt und Friedensbewegung .. sexuelle Befreiung, Frauen-, Lesben- und Schwulenbewegung ….. –
hier noch einige Gedanken dazu.


Wie meistens, kann auch hier nur ein differenzierter Blickwinkel all dem gerecht werden. Und natürlich kann und muss jede dieser Bewegungen auch für sich gesehen werden.

Die 68er-Zeit war wie eine Eruption, ein Vulkanausbruch. Wer hier hauptsächlich kritisierend auf das "Über-maß" schaut  –  übersieht, dass hier auch eine Gesetzmäßigkeit des Lebens verborgen liegt. Wenn ein Pendel zu sehr auf der einen Seite ausgeschlägt – ist ein heftiges Ausschlagen zur ganz anderen Seite hin meist unvermeidlich.
Die Nazi-Zeit war gerade vorüber – das Konservative, Engstirnige und Lebensverbietende hatte ein Irrwitziges, in der Menschheitsgeschichte wohl einmaliges Ausmaß erreicht – hatte die ganze Welt "verschlucken wollen" und in einen furchtbaren Krieg gezogen. Ein globaler Alptraum. Und hinterher wurde wie immer hauptsächlich verdrängt – statt anzuhalten, den "Irr"-Sinn anzuschauen, und aufrichtig aufzuarbeiten.
Die 68er Rebellion war zu einem wesentlichen Teil auch eine Reaktion darauf.  Dass Teile ihrer Aktivisten sich zur Gewalt hinreißen ließen, ist tragisch und führte sie auf falsche Wege. Es ist gleichzeitig aber auch Ausdruck der überall menschheitlich üblichen Gewalt – und ein tragischer Irrtum, eine menschlichere Welt kann nur auf menschlich-humane Weise erschaffen werden.

Natürlich erlagen die 68er und die darauffolgenden Bewegungen auch Einseitigkeiten und Verblendungen – die wir sehen müssen.  Das menschheitlich Besondere – das aber Wert ist, gesehen zu werden – ist das Aufkommen eines großen Verlangens nach einer ganz anderen Art zu leben, eines Verlangens nach einer wahrhaft gerechten Welt, in der Irrwitzigkeiten, wie der gerade vergangene Nationalsozialismus undenkbar wären.  Und in der Alt-Nazis nicht schon wieder in neue Ämter gelangen könnten.
Auch die weltweite linke Bewegung – in der in diesen Zeiten unzählige Menschen dabei waren – war ja Ausdruck dieses Verlangens nach einer Gesellschaft und Zivilisation, in der Freiheit, Gleichheit und mitmenschliche Solidarität immer mehr Wirklichkeit werden sollte  –  statt wie üblich eine Mischung aus Phrase und Realität.
Unzählige Menschen glaubten in diesen Jahren – dass eine neue, andere Welt am entstehen wäre. Das war die geistige Atmosphäre, die derzeit in der Luft lag.

Die "real"sozialistisch-kommunistischen Versuche, eine bessere Welt zu schaffen, scheiterten ja dann, wie wir heute sehen können. Weil man/frau nicht begriff, dass wir die Welt nur verändern können, wenn wir uns selbst verändern. Wie es etwa Gandhi formuliert hat: Wir müssen die Veränderung »sein«, die wir in der Welt sehen wollen.
Sie scheiterten, weil man/frau zu sehr versuchte, die Wirklichkeit des Lebens in eine "Ideologie", in kopfgeborene Konzepte hineinzupressen – aber das Leben ist so groß, so vieldimensional, dass kein Gedanken-Konzept es je ganz (er)fassen könnte. Und sie scheiterten natürlich auch, weil die links-orthodoxe Philosophie »materialistisch« war.
Weil eine einzige Partei mit einer "richtigen Linie" die Führung übernehmen sollte –  aber Leben ist Vielfalt, und Unterdrückung der Vielfalt führt immer zu größerer Unterdrückung.
Nicht zuletzt gibt es auch den Aspekt der charakterlichen Reife  –  eine reifere Frau wie Rosa Luxemburg sagte: Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden. Durchgesetzt haben sich dann die mit ausgeprägtem Ego, die dem Bedürfnis nach Macht erlagen.

Aber das war ein Schlenker zum "Realsozialismus" – in den Aufbruchsbewegungen, um die es hier ging, sympathisierte nur ein Teil der Akteure mit den "dogmatischen Linken".
Trotzdem ist hier ein weiterer Kritik-Punkt an den 68ern –  nicht Wenige verfielen den "dogmatisch-linken" Ideologien. Denn es gab auch in der Linken ja immer die »freiheitlich Denkenden« – wie z.B. das Sozialistische Büro. Aber die Versuchung war groß, den Chef-Ideologen von DKP und K-Gruppen mit den roten Fahnen nachzulaufen. Darin liegt – das müssen wir wohl sehen – sicher aber auch die (leider noch) allgemein-menschliche Neigung zum Dogmatismus; das ist im Religiösen ja genau so. Man hält sich an bestimmten kopf-geborenen Konzepten fest, die "alles erklären sollen" (ob nun politisch oder religiös) –  und braucht dann nicht mehr eigenständig zu denken.
Aber um die orthodoxe linke Bewegung geht es hier ja weniger. Wohl immer aber um die Frage, ob Menschen geistig flexibel bleiben, oder dogmatisch (verbissen) werden. Und bei all den aufgeführten Bewegungen gab und gibt es beides – aufgeklärte Feministinnen und "einseitige Emanzen", *lächel*; verantwortlich ökologisch Denkende .. und "verbissene Öko’s" e.t.c. – Wie auch in allen übrigen Parteien.

Sympathisch war – und in diesen Zusammenhang wollte ich all diese Bewegungen stellen – das Verlangen und ein Aufbruchs-Geist,  unsere Welt menschlicher und freiheitlich - bunter zu gestalten.       
 

Denn auch große Freiheitspersönlichkeiten wie der schon erwähnte Gandhi oder auch Martin Luther King prägten diese Zeiten – und prägten und beflügelten auch viele Menschen damals.
Viele, meist junge Menschen sahen all die Widersprüche – und glaubten daran, dass so etwas nicht einfach hingenommen werden muss. Reden von Freiheit und Demokratie – und dann pflegt ein Politiker wie Franz Joseph Strauss gute Freundschaft mit dem chilenischen Diktator Pinochet. Wo hier doch gerade eine Diktatur vorüber war. Und die Vereinigten Staaten hatten dem blutigen Diktator überhaupt erst mit an die Macht verholfen. Wie manch anderen Diktatoren auch.
Viele in den 70ern wollten wirklich etwas »grundlegend Anderes« – und sie glaubten auch daran.
Kritisches habe ich ja schon benannt, etwa, dass nicht wenige auf die »dogmatisch Linken« herein fielen.
  Aber solche Widersprüche gab und gibt es überall –  wie bei den Konservativen der gerade erwähnte Strauss, der ja ein führender Politiker war.
- wird fortgesetzt -

25.01.2008 um 19:46 Uhr

Die Frauenbewegung - »Seite - - > zum Nachdenken«

Soziale & alternative Bewegungen, Umwelt-Bewegungen   - 3 -
Die Sehnsucht nach Veränderungen in unserer Welt

Die Frauenbewegung     

Die sich im Zuge der Studentenbewegung bereits 1968 formierende Neue Frauenbewegung erfuhr Anfang der 70er Jahre als Protestbewegung gegen den "Abtreibungsparagraphen" 218 StGB eine enorme Ausweitung. In vielen Städten entstanden Frauengruppen, die mit Parolen wie "Mein Bauch gehört mir" das Selbstbestimmungsrecht der Frauen forderten.  Mitte der 70er Jahre differenzierten sich die Aktivitäten und Gruppen. Mit zahlreichen Projekten und Initiativen kämpften sie gegen die alltägliche Diskriminierung von Frauen in Beruf und Gesellschaft.

      Ein feministisches Bewusstsein entstand,
mit dem Ziel,
den allgemeinen Einfluss der Frau im politischen und gesellschaftlichen Leben zu stärken.
Mit der Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit gingen Frauen auf die Straße, überregionale Konferenzen zu Frauenthemen fanden großen Zulauf.
1974 wurde in München der erste Frauenverlag gegründet, ein Jahr später der erste Frauenbuchladen eröffnet. 1976 entstand in West-Berlin das erste Frauenhaus für misshandelte Frauen.

1975 - im internationalen Jahr der Frau - erschien Alice Schwarzers Buch    
"Der kleine Unterschied und seine großen Folgen". Darin versuchte die Autorin,
diejenigen Mechanismen aufzudecken, die zur Unterdrückung der Frauen führen und als "patriarchalisches
Prinzip" alle Lebensbereiche bestimmen.  Das heftig umstrittene Buch wurde zum Bestseller.

Eine Information zur Frauenbewegung - -> 
http://de.wikipedia.org/wiki/Frauenbewegung
Eine Information zum Feminismus - - >  http://de.wikipedia.org/wiki/Feminismus
Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung - - >  http://www.uni-kassel.de/frau-bib/

25.01.2008 um 17:38 Uhr

Soziale & alternative Bewegungen, Umwelt-Bewegungen - 5 -

Soziale Bewegungen, Umwelt-Bewegungen    - 5 -
Die Sehnsucht nach Veränderungen in unserer Welt

Die Schwulen- und Lesbenbewegung   
Die Lesben- und Schwulenbewegung ist eine soziale Bewegung, deren Entstehung durch den »Stonewall-Aufstand« vom 28. Juni 1969 in New York City katalysiert wurde. Ihr unmittelbarer Vorläufer war die Homophilenbewegung der 50er und 60er Jahre.
Während der Stonewall-Freiheitskämpfe - als Polizeibeamte eine Razzia im Stonewall Inn durchführten, einer Bar mit homosexuellem Zielpublikum in der Christopher Street  –  widersetzten sich das erste Mal in der Geschichte Homosexuelle der Verhaftung. An dieses Ereignis wird jedes Jahr weltweit mit dem Christopher Street Day erinnert.

Die Schwulenbewegung der 70er Jahre orientierte sich international sehr stark an anderen Neuen Sozialen Bewegungen.   Die Lesbenbewegung verschmolz zu einem großen Teil mit der Frauenbewegung und prägte dort den Gedanken des Lesbischen Feminismus.
Neben einzelnen Demonstrationen und verschiedenen politischen Aktivitäten - die sich gegen die Diskriminierung von Homosexuellen richteten - entstand eine alternative Infrastruktur, die sich außerhalb der kommerziellen Subkultur etablierte.
Buchläden, Verlage, Zentren und Vereine entstanden –  von denen einige noch heute bestehen.
Ein zentrales Konzept war und ist das »Coming-out«, das Homosexuellen ermöglichen sollte, eine selbstbewusste Identität als Lesbe oder Schwuler herauszubilden. 
 

      Info zur Lesben- und Schwulenbewegung

    - - >  http://de.wikipedia.org/wiki/Lesben-_und_Schwulenbewegung
Zur Geschichte der Lesben- und Schwulenbewegung - - >  http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Lesben-_und_Schwulenbewegung

25.01.2008 um 17:24 Uhr

Soziale Bewegungen, Umwelt-Bewegungen - 4 -

Soziale & alternative Bewegungen, Umwelt-Bewegungen   - 4 -
Die Sehnsucht nach Veränderungen in unserer Welt

  Die sexuelle Befreiung  

Der Ausdruck "Sexuelle Revolution", und deren Aussagen, geht auf Wilhelm Reichs 1945 veröffentlichtes Werk »The Sexual Revolution« zurück.  Er kritisierte darin die aus seiner Sicht bigotte und verlogene Sexualmoral seiner Zeit. 
Nach Reichs Auffassung bringe Doppelmoral und Unterdrückung der vitalen sexuellen Triebe Persönlichkeitsdeformationen mit sich und führe so zu Aggression und Frustration, welche verdrängt würden
und sich oft in Lust an Herrschaft und Hierarchie ein Ventil schaffen müssten.
Um sexuelle Befreiung als Teil persönlicher und gesellschaftlicher Befreiung ging es auch den 68ern in der von Rainer Langhans gegründeten »Kommune 1« –
der 2007 erschienene Film »Das wilde Leben mit Uschi Obermaier« erzählt rückblickend auf augenzwinkernde Weise davon.    

Die vielfältigen Bestrebungen, mit der Sexualität auf eine freiere Weise zu leben entstanden –
das wird oft übersehen – als eine Reaktion auf in vielem kleinkarierte und spießbürgerliche vorherrschende Lebensart.  In "wissenschaftlichen" Büchern stand noch, dass Selbstbefriedigung zu "Rückenmarksschwindsucht" führen könne; Eltern, die ihrer unverheirateten Tochter erlaubten ihren Freund übernachten zu lassen, konnten wegen "Kuppelei" vor Gericht gestellt werden; außereheliche Sexualität und gleichgeschlechtliche Sexualität galten noch als Gesetzes-Verstöße gegen die Sittlichkeit u.v.m.
Unvergessen die Aussage einer Frau über ihre Sexualität :  "Wenn eine Frau ihren Mann liebt, erträgt sie auch das."

So entstand eine "sexuelle Befreiungs-Bewegung" – man/frau experimentierte mit der „Offenen Ehe“ und las das gleichnamige Buch von Nena ONeill und George ONeill.  Man/frau probierte gleichgeschlechtlichen Sex aus, manche auch Partnertausch oder zu Mehreren, las "Joy of Sex" und   
    "More Joy of Sex" von Alex Comfort –    
wo sich unverklemmt und ernstzunehmend auch mit solchen Dingen auseinandergesetzt wurde.     
In den USA gab es das »Sandstone« -Projekt, wo Männer, Frauen und Paare - auch Psychologen und Therapeuten - hingingen um mit Anderen sexuelle Erfahrungen zu machen.
Die Zeitschrift "Humanistische Psychologie" berichtete darüber.
Im mehr "normalbürgerlichen" Umfeld in Deutschland wurde Oswald Kolle bekannt, und für
Viele ein Aufklärer.  Die Serie »Schulmädchen Report« erhielt drei »Goldene Leinwände« und
hatte weltweit über 100 Millionen Zuschauer.
Der spirituelle Lehrer Osho – früher Bhagwan Shree Rajneesh – trug ebenfalls zu einem veränderten Umgang mit Sexualität bei.
Der zu dieser Zeit begonnene freiere Umgang und das Experimentieren mit Sex ging seit dem Aufkommen der Immunschwächeerkrankung AIDS wieder zurück.  Heute beginnt mehr verstanden zu werden, dass Freiheit untrennbar auch mit Achtsamkeit und einem Gefühl von Verantwortlichkeit einhergehen muss.
Eine Information zur Sexuellen Revolution - - > 
http://de.wikipedia.org/wiki/Sexuelle_Revolution
Eine Information über Oswald Kolle - - >  http://de.wikipedia.org/wiki/Oswalt_Kolle

25.01.2008 um 15:49 Uhr

Soziale alternative Bewegungen, Umwelt-Bewegungen - 3 -

Soziale & alternative Bewegungen, Umwelt-Bewegungen   - 3 -
Die Sehnsucht nach Veränderungen in unserer Welt

Die Friedensbewegung  
Als Friedensbewegung bezeichnet man eine soziale Bewegung, die bestimmte Kriege und Kriegsformen verhindern und darüberhinaus den Krieg als Mittel der Politik ausschließen will. Eine internationale Friedensbewegung entstand im 19. Jahrhundert mit der Industrialisierung und wuchs vor allem seit dem Ersten Weltkrieg.  Sie speist sich hauptsächlich aus pazifistischen, antimilitaristischen und sozialistischen Grundhaltungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es in der Bundesrepublik immer wieder zu größeren Wellen der Friedensbewegung, große Menschenmengen wurden dabei mobilisiert.
Erste große Aktionen der Friedensbewegung richteten sich gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Anfang der 1950er Jahre ("Ohne mich-Bewegung").
  Sie wurde getragen von Gewerkschaften, Intellektuellen, christlichen und Frauengruppen (insbesondere der Westdeutschen Frauenfriedensbewegung).
In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre wurden von der Bewegung "Kampf dem Atomtod" eine Serie von Massendemonstrationen gegen eine atomare Bewaffnung veranstaltet. Es fanden die bis heute andauernden Ostermärsche statt.

Ende der 1960er Jahre kam es zu Protesten gegen den Vietnamkrieg - zunächst vor allem getragen von der studentischen Opposition, der APO.
Die Proteste gegen den Vietnamkrieg gingen wesentlich von einer insbesondere von den Studenten getragenen kritischen Opposition in den USA selbst aus und setzten die US-Regierung zunehmend unter moralischen Druck. Der Widerstand gegen den Vietnamkrieg trug dazu bei, dass sich die USA bis 1974 aus Vietnam zurückzogen.

Ab 1977 löste die Entwicklung der Neutronenbombe in den USA einen weltweiten Aufschwung der Friedensbewegung aus.  Viele Menschen empfanden deren angebliche Fähigkeit, Leben zu vernichten, aber Bauten und Material zu schonen, als "Perversion menschlichen Denkens" (Egon Bahr).
Anfang bis Mitte der 1980er Jahre protestierten Millionen gegen den sog. NATO-Doppelbeschluss. Dieser sah die Stationierung der atomar bestückten US-amerikanischen Mittelstreckenraketen Pershing II und Marschflugkörper AGM-86 Cruise Missile in Europa als Antwort auf die Stationierung der neuen sowjetischen SS 20-Raketen vor.
Eine der ersten großen Friedensdemonstrationen fand anlässlich des Deutschen Evangelischen Kirchentag im Juni 1981 in Hamburg statt. Am 10. Oktober 1981 demonstrierten im Bonner Hofgarten mehr als 300.000 Menschen friedlich gegen Atomwaffen; am 25. Oktober 1981 demonstrierten 200.000 Menschen in Brüssel, am 21. November 1981 400.000 Menschen in Amsterdam. ...
Vielfältige gewaltfreie Aktionen wurden entwickelt, die auch Rückhalt in der Bevölkerung fanden: Sitzblockaden vor Atomstandorten und Raketenabwehrstellungen, "Rüstungssteuerverweigerung", Kampagnen gegen Rüstungsexporte, "Fasten für den Frieden", Menschenketten u.a.
In der neueren Zeit erstarkte die Friedensbewegung wieder im Zusammenhang mit den Golf-kriegen  
–  im IRAK-KRIEG 2003 weitete sich sich zu einer globalen Bewegung aus.
Eine Information zur Friedensbewegung - - >
  http://de.wikipedia.org/wiki/Friedensbewegung
Ein Link zur Friedensbewegung - - >  http://www.friedensbewegung.de
- wird fortgesetzt -

24.01.2008 um 21:03 Uhr

Soziale & alternative Bewegungen, Umwelt-Bewegungen - 2 -

Soziale & alternative Bewegungen, Umwelt-Bewegungen    - 2 -
Die Sehnsucht nach Veränderungen in unserer Welt

   Die Alternativbewegung
In vielen westlichen Industriestaaten entstanden in den 70er Jahren Gruppierungen von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, die statt der herrschenden Gesellschaftsstrukturen selbstbestimmte, alternative Lebensentwürfe bevorzugten.  Zusammenfassend wurden diese Gruppen als alternative Bewegung bezeichnet.
Nach den theorielastigen Diskussionen der Studentenbewegung in den 60er Jahren hatte die alternative Bewegung weitgehend die Lust an Theorien und Konzepten verloren. Vor der Möglichkeit zur Veränderung der Gesellschaft hatten nicht Wenige resigniert.
Die alternativen Gruppen befürworteten stattdessen Selbstverwirklichung und basisdemokratische Entscheidungsprozesse. In der Folgezeit entstanden Wohngemeinschaften und Ideen alternativer Lebens- und Arbeitsformen;  gemeinschaftliche Arbeitsprojekte, im Größeren Öko-Dörfer.

Eine Information zur Alternativbewegung - - >  http://de.wikipedia.org/wiki/Alternativbewegung

Die Umweltbewegung  
In den 70er und 80er Jahren bildeten sich die verschiedensten Natur- und Umwelt- orientierten Bürgerinitiativen; Die Anti-Atomkraft-Bewegung wurde zur stärksten Bürgerrechtsbewegung in der Bundesrepublik Deutschland.
   1980 entstanden die GRÜNEN, die 1983 den Sprung in den Bundestag schafften.

In einer Phase der umweltpolitischen Stagnation wuchs der Protest zahlreicher Bürger, vor allem gegen den von der sozial-liberalen Koalition forcierten Ausbau der Kernenergie. Internationale Umweltorganisationen wie Greenpeace machten durch spektakuläre Aktionen auf die ökologischen Gefahren aufmerksam.  In den 80er Jahren rückten umweltpolitische Themen wie Waldsterben, saurer Regen und Ozonloch als globales Problem in den Mittelpunkt der politischen Diskussion. Insbesondere das Reaktorunglück von Tschernobyl am 26. April 1986 rüttelte Politik und Öffentlichkeit auf. –
Typisch für Umweltbewegungen sind (im heutigen Sinne) Nichtregierungsorganisationen, wie BUND, Grüne Liga, NABU, Greenpeace, Aktionsbündnisse und viele andere. Ziel der meisten Umweltbewegungen und ihrer Mitstreiter (Umweltaktivisten) ist ein grundlegender Wandel im Verhältnis Mensch-Umwelt.

                          Eine Info zur Umweltbewegung   

                          - - >  http://de.wikipedia.org/wiki/Umweltbewegung   

Info zur Anti-AKW-Bewegung - - >   http://de.wikipedia.org/wiki/Atomkraftgegner     - wird fortgesetzt -     

24.01.2008 um 20:09 Uhr

Soziale & alternative Bewegungen, Umwelt-Bewegungen - 1 -

   Soziale & alternative Bewegungen,
Umwelt-Bewegungen / Die Sehnsucht nach Veränderungen in unserer Welt

Vierzig Jahre nach 68 finden wieder überall Pro und Contra Diskussionen statt  –
über diese Zeit und ihre Auswirkungen.

Parallel dazu finden wir die Ära der Hippies  -  mit langen Haaren, Joints und den Freaks
in der westlichen Welt als Folge.
In der Nach-68er Zeit entstanden verschiedene andere Bewegungen  -  die Alternativen, Umweltbewegung(en) und die Frauenbewegung, ihre Grenzen waren fließend.
Hier eine kleine Dokumentation dieser bewegten Jahre.

Die Studentenbewegung / 68er Protestbewegung  
In den Augen vieler junger Menschen hatte die auf den wirtschaftlichen Wiederaufbau konzentrierte Vätergeneration eine angemessene Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Ursachen versäumt. Auch der amerikanische Einsatz in Vietnam und die westliche Unterstützung autoritärer Regime in der Dritten Welt trafen überall auf Protest.
Mit der Forderung nach einer Reform der Hochschulen entwickelte sich seit 1965 von Berlin aus eine studentische Protestbewegung  -  die bald zu einer Studentenrevolte gegen die etablierte Wertewelt der westdeutschen Gesellschaft heranwuchs.
Sie bildete den Kern der "Außerparlamentarischen Opposition"(APO), die sich angesichts der Schwäche der parlamentarischen Opposition während der Großen Koalition formierte. Mit Demonstrationen und Blockaden verliehen diese Studenten ihrer Forderung nach Umgestaltung der Gesellschaft Nachdruck. Grundlage ihrer Gesellschaftskritik war der wiederentdeckte Marxismus.
Info »68er-Bewegung« - -> 
http://de.wikipedia.org/wiki/68er-Bewegung
Die Ausserparlamentarische Opposition - - >  http://de.wikipedia.org/wiki/APO 
Info »Studentenbewegungen« - - >  http://de.wikipedia.org/wiki/Studentenbewegung

Zwei Hippies beim Woodstock-Festival (1969)    Die Gegenkultur / die Hippies    
Die von San Francisco ausgehende Hippiebewegung stellte die ihrer Meinung nach sinnentleerten Wohlstandsideale der Mittelschicht in Frage und propagierte eine von Zwängen und bürgerlichen Tabus befreite Lebensvorstellung.
Im Vergleich zur 68er-Bewegung dominierten dabei stärker individualistische (Selbstverwirklichung) als gesellschaftspolitische Konzepte, teilweise überschnitten sich die Ideale der Bewegungen.
Die Idee von einem humaneren und friedlicheren Leben wurde mit dem  –  oft synonym zur Hippiebewegung verwendeten  –  Schlagwort Flower-Power (engl.: "Blumenmacht") belegt, das 1965 vom US-amerikanischen Dichter Allen Ginsberg geprägt wurde. Diese Ideale wurden versuchsweise in neuartigen, oft ländlichen Kommunen umgesetzt.
Die an Henry David Thoreau geschulte Naturverbundenheit und die Konsumkritik der Hippies führte zur Herausbildung einer eigenen Gegenkultur, die an Ansätze der Lebensreform des ausgehenden 19. Jahrhunderts angelehnt war (vgl. Nacktheit, FKK, Monte Verità) und entsprechende Ansätze der Beat Generation (seit den 1940er Jahren) weiterführte. Gerade in der Spätphase sind die Grenzen zum New Age fließend.
             Info »Gegenkulturelle Bewegung/Hippies«         Flower-Power-Bus
               - - >  http://de.wikipedia.org/wiki/Hippie       - wird fortgesetzt -

20.11.2007 um 17:17 Uhr

An welche Art von Gott ...? – … »Seite zum Nachdenken«

Die Grafik "http://www.onlinekunst.de/rosengedichte/bilder/dornen_willi05150009.JPG" kann nicht angezeigt werden, weil sie Fehler enthält.
  An welche Art von Gott glauben ?

Viele Menschen glauben heutzutage, dass sie
Gott verworfen hätten, doch das ist nicht wahr.

Sie haben nur den Gott verworfen, mit dem
sie erzogen worden sind,
und vielleicht bringt sie das wieder dazu,
darüber nachzudenken, an welche Art von Gott
sie glauben wollen.

Aus : »Der Weg zum Selbst – Gespräche
mit dem unsichtbaren Freund Emanuel«
- von Wingaite Paine (Goldmann)

20.11.2007 um 17:02 Uhr

Warum flippen meine Eltern beim Thema Sex immer aus?

Warum flippen meine Eltern beim Thema Sex immer aus?

Die »Gespräche mit Gott« –Bücher von Neale Donald Walsch –  so wie auch
der gleichnamige Film, der 2007 in die Kinos kam – sind heute schon weltbekannt.
Und für zunehmend Menschen Wegweiser zu einer freieren und neuen Spiritualität.
Hier eine kurze Passage aus dem »Jugendbuch« von N.D. Walsch zum Thema Sexualität:

Warum flippen meine Eltern beim Thema Sex immer aus?
Mein Gott, sie flippen wirklich aus.
Susan, 14, aus Spartanburg, South Carolina

DEINE ELTERN FLIPPEN hauptsächlich deswegen beim Thema Sex aus, weil ihre Eltern ebenfalls
ausgeflippt sind. Und deren Eltern sind ausgeflippt, weil auch ihre Eltern damals schon ausgeflippt
sind.  Das Ganze geht schon seit Jahrhunderten so.

Allerdings nicht in allen Kulturen. Es gibt Kulturen, für die Sexualität kein Problem ist, keine Sache,
für die man sich schämt, über die man nicht spricht und die man nur im Geheimen »tut«.
Doch in den meisten Kulturen ist eben dies der Fall.
Die meisten Menschen schämen sich für ihren Körper oder wissen einfach nichts mit ihm anzufangen. …

Aus : »Gespräche mit Gott. Für Jugendliche«   Gespräche mit Gott. Für Jugendliche
  von Neale Donald Walsch (Goldmann)
Siehe auch - - >
 
http://www.solarplexus-page.de/gespracher_mit_gott_fur_jugendliche.pdf

25.06.2007 um 14:51 Uhr

Die Auseinandersetzung zum Thema würdiges Sterben

Die Auseinandersetzung zum Thema würdiges Sterben

In einer Umfrage für den SPIEGEL sprachen sich ¾ aller Befragten dafür aus, es solle
"für unheilbar erkrankte Menschen mit eng begrenzter Lebenserwartung die Möglichkeit geben, mit ärztlicher Hilfe ihr Leben selbst zu beenden".
In den Niederlanden, Belgien und in der Schweiz ist dies für den Arzt straflos.

Eine breitere Auseinandersetzung zu diesem Thema steht auch bei uns an. Und es ist zu sehen, dass das Thema verschiedenste Aspekte hat – so auch den, dass natürlich auch kein Arzt zu diesem Schritt gezwungen werden kann – der dies mit seinem Gewissen nicht zu vereinbaren vermag.

Ein Buchhinweis zum Thema:
Würdig leben bis zuletzt – von Katrin Göring-Eckardt, Hg.    Würdig leben bis zuletzt
  (Gütersloher Verlagshaus)

Eine Leserbeschreibung:
In der aktuellen Debatte zum Thema "Sterbehilfe" kommt diese Streitschrift gerade richtig.  Sie informiert
auch über gesetzliche Regelungen, die nicht oder viel zu wenig bekannt sind.  Was ist tatsächlich verboten,
was ist erlaubt – welchen Spielraum haben Ärzte ?
Es wird klar erläutert, was indirekte und passive Sterbehilfe ist. Die Autoren des Buches sind Praktiker : Palliativmediziner, Hospizmitarbeiter, Seelsorger, auch Juristen und Ethik-Experten.  Sie treten aus unterschiedlichen Blickwinkeln für ein Sterben in Würde ein.
Beispiel Niederlande : Hier ist Euthanasie legal – wird aber von vielen Ärzten umgangen.
Die Autoren interpretieren Selbstbestimmung und Autonomie am Lebensende unterschiedlich.
Ein wichtiges Buch – es klärt einerseits auf, und wirft andererseits viele neue Fragen auf.
Denn der Streit um das würdige Sterben hat hier in Deutschland gerade erst angefangen.

14.05.2007 um 11:50 Uhr

Krankheiten – Ausdruck fehlender Liebe - > Themen zum Nachdenken<

    Krankheiten – Ausdruck fehlender Liebe

Der weltberühmte Biologe, Systemtheoretiker und Philosoph Humberto R. Maturana geht davon aus, dass 99 Prozent aller Krankheiten ihre Ursache in fehlender Liebe haben.
Er fügt einschränkend hinzu, dass er sich auch täuschen könne : Es könnten auch 97 Prozent aller Leiden sein, aber keinesfalls weniger.

Je mehr beispielsweise Kinder von Eltern permanent korrigiert, ihnen irgendwelche Fehler vorgehalten, ihnen Strafen angedroht werden –
desto mehr erleben sie sich in ihrer Existenz negiert.
Je mehr Menschen Negation erfahren, in dem Maße erzeuge diese Negation Krankheit  –  d.h. den Verlust organischer Harmonie im Inneren des Menschen und im Verhältnis zu den Umständen, in denen er sich befindet.

So stelle die in unserer Kultur allgemein so gepriesene Konkurrenz keine Quelle des Fortschritts dar – sondern erzeuge Blindheit, schränke die Möglichkeiten der Koexistenz ein und negiere den Anderen.
Ehrgeiz, Misstrauen und das kulturell verankerte Streben und die Sucht nach Macht und Kontrolle bringen – so Maturana – die Liebe zum Verschwinden.

Die zunehmende Ökonomisierung von Beziehungen zerstöre den Genuss des einfachen Zusammenseins, weil man das Miteinander nach dem Muster des kommerziellen Geschäftemachens organisiert.

Liebe – so sagt Humberto Maturana – ist diejenige Emotion, die Demokratie konstituiert.
Zu ihren fundamentalen Merkmalen gehört es, dass man hier mit sich selbst und einander achtenden Menschen – das sind: die Bürger – zusammen lebt und gemeinsam an einem Projekt und einer Form der Koexistenz arbeitet.
Leseempfehlung : Vom Sein zum Tun. Die Ursprünge der Biologie des Erkennens - von Humberto R. Maturana und Bernhard Pörksen (Carl-Auer-Systeme Verlag)
Eine Information zu H. Maturana - - >
http://de.wikipedia.org/wiki/Humberto_Maturana

02.05.2007 um 12:38 Uhr

Arbeit und Sinn - >Themen zum Nachdenken<

Thema :  Arbeit und Sinn   

Ina Praetorius, im humanen Sinn fortschrittliche Theologin,
hat gemeinsam mit anderen ein Manifest über "Sinnvolles Zusammenleben im ausgehenden Patriarchat" verfasst – sie sagt :    "Wer nicht mehr nach dem Sinn fragt, hat ein Stück seines Menschseins verloren."

Im folgenden ein Auszug aus einem Interview zum Thema "Arbeit und Sinn" mit der Zeitschrift Publik Forum.

Frage :  Es sind also vor allem wir hier in Westeuropa, die die Frage nach dem Sinn als gefährlich und radikal empfinden ?
Praetorius : Ja.  Denn unsere ökonomische Doktrin – die wir sehr verinnerlicht haben – heisst doch : 
Stell    niemals die Sinnfrage !
Die liberale Marktwirtschaft läuft doch angeblich dann am besten, wenn wir nicht den Sinn, sondern allein die Nachfrage in den Mittelpunkt des Interesses stellen.  In dieser Doktrin ist es egal, ob ich Brot backe oder Waffen produziere: Hauptsache, meine Ware findet Abnahme.
Diese Dynamik hat uns an den Rand der Existenz gebracht.  Und viele sehen in der Folge dessen in der eigenen Arbeit nicht nur keinen Sinn mehr, sondern haben auch jeden Gedanken daran verloren, was denn stattdessen   Sinn machen könnte.
Frage : Dann müssen wir also erstmal sinnlose Arbeit aufspüren und abschaffen, weil sonst die sinn- und glücklos Arbeitenden nicht aus ihrem Teufelskreis herausfinden ?
Praetorius : Die allgemeine Unzufriedenheit sorgt schon dafür, dass sinnlose Arbeit als solche geoutet wird. 
Sie abzuschaffen ist zwar notwendig, aber ein schwieriger Prozess : weil Macht und Geld im Spiel sind.
Frage : Und nicht alle können einfach mal eben ihre Erwerbsarbeit hinschmeissen, nur weil sie damit unglücklich sind.
Praetorius : Trotzdem brauchen wir die radikalen Aussteiger, die um des Sinnes und Glückes willen in Kauf nehmen, dass sie in Armut geraten. Das sind die Avantgardisten. Frauen und Männer!
Aber es gibt natürlich auch schrittweise Möglichkeiten, sich dem Ideal des sinnvollen Arbeitens anzunähern :
Indem ich zum Beispiel meine Erwerbsarbeit reduziere, in Kauf nehme, dass ich weniger verdiene - und in der gewonnenen Zeit Sinnvolles tue.

Lesetipp:  Welt gestalten im ausgehenden Patriarchat   Welt gestalten im ausgehenden Patriarchat (Facetten Ulrike Helmer Vlg.)

  - Ina Praetorius, Hg. (Ulrike Helmer Verlag)

01.05.2007 um 14:10 Uhr

Mit Kindern wachsen - >Themen zum Nachdenken<

Mit Kindern wachsen 
-  Ein Verein sucht nach neuen Wegen     

Es geht um positive Alternativen – darum soll gleich im Anschluss der Verein >Mit Kindern wachsen< vorgestellt werden.

Wie können wir Kinder einfühlsam ins Leben begleiten und eine harmonische Beziehung zu ihnen aufbauen?
Wie können wir partnerschaftlich, gewaltfrei und ohne Machtkämpfe mit ihnen leben, ohne uns dabei selbst aufzugeben und uns ständig zu verausgaben?
Wie könnte eine Bildung aussehen, die ihre Integrität und Selbstständigkeit, ihren Forschergeist und ihre Kreativtät unterstützt?


Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich der Verein seit mehr als 15 Jahren. In dieser Zeit haben wurden zahlreiche Ansätze, Aktivitäten und Informationen zusammengetragen, die für alle, die mit Kindern neue Wege gehen möchten, von Interesse sein können – von der Geburt bis zur Pubertät – zuhause, im Kindergarten oder in der Schule.

Die Website Mit Kindern wachsen gibt verschiedenste Anregungen und Unterstützung in dieser Richtung - - >
http://www.mit-kindern-wachsen.de/index.html
Der Verein gibt außerdem die Zeitschrift "Mit Kindern wachsen" heraus - - > http://www.mit-kindern-wachsen.de/zeitung.html
- und seit neuestem einen kostenfreien E-Mail Newsletter - in dem ca. vierteljährlich über aktuelle Neuigkeiten und Termine rund um Mit Kindern wachsen informiert wird.
Der Link zum Newsletter - - >
http://www.mit-kindern-wachsen.de/newsletter.html