Gespräch
Liebe. Vertrauen. Wassermänner. Schwächen. Freundschaft. Hass. Betrug. Vergehen an der Treue des anderen... Menschen sind furchtbar. Gedanken sind grausam.
Wir.
Sind uns so ähnlich.
Es tut gut. Grausamheiten aussprechen... ist es wie sie begehen oder ist es wie... beichten?
Wir betrügen. Aus Rache. Aus Einsamkeit. Aus Langeweile. Aus Nettigkeit. Aus Sehnsucht. Wegen der Gesellschaft...
Wir betrügen präventiv, als Rache dafür, was der andere einem wahrscheinlich, vermutlich vielleicht antut.
Wir sind bissig und gemein. Wir sehen das Gesicht des anderen. Den Ausdruck. Das kurze Zucken der Mundwinkel. Wir wollen die Zeit zehn Sekunden zurückdrehen, das Gesagte ungesagt machen. Wir wollen die Augen vor der Welt verschließen und die gesagten Worte verschwinden lassen.
Wir sind kalt und geben uns distanziert um uns zu schützen. Um uns nicht angreifbar zu machen. Nicht verletzt werden zu können. Doch alles, was wir bemerken ist, dass es den anderen gar nicht stört. Bemerkt er es? Bemerkt er den inneren Kampf, den wir führen? Sicher nicht. Warum sollte er, er kann keine Gedanken lesen.
Wenn man sich bewusst sein muss, dass man jemanden nicht betrügen will, um ihn nicht zu betrügen, hat man ihn dann nicht schon betrogen?
Wir fühlen uns ungeliebt, unzulänglich, unförmig, nicht gut genug, zu intolerant, zu dumm. Wir blocken alles ab, zum Schutz. Lassen nichts und niemanden an uns heran. Nach außen hin. In Wirklichkeit trifft uns alles wie ein Schlag ins Gesicht und nachdem wir unsere Wunden geleckt haben sinnen wir Tage und Wochen lang nach Rache. Fiese Gemeinheiten bis hin zu Betrug. Kein Mittel ist uns zu billig um unsere kleine subtile Rache zu verüben. - Und im Nachhinein sind wir uns sicher, es war vergebens. Denn der andere hat es nicht einmal bemerkt.
Wir liegen in den Armen des anderen und fühlen uns einsam. Wir gehen davon aus, der andere liebt uns nicht. Wir können uns nicht erklären, warum wir in seinen Armen liegen, aber lieben tut er uns nicht. Er braucht uns nicht. Er will uns nicht. Wir sind einfach da, weil wir nicht gegagnen sind. Wir liegen in den Armen und fühlen uns einsam, während wir davon träumen, an einem Ort in einem Arm zu liegen, dessen Besitzer uns wirklich liebt. wir träumen so vor uns hin und betrügen doch dabei schon denjenigen, in dessen Armen wir liegen - allein weil wir glauben, dass er uns nicht liebt. Nein- wir sind davon überzeugt.
Wir geben auf, weil wir meinen zu wissen, dass es sich nicht lohnt, noch zu kämpfen. Dass der Kampf schon verloren ist. Dabei kämpfen wir insgeheim immer weiter obwohl wir gleichzeitig jeden Tag von Neuem aufgeben und alles hinwerfen.
Wir sind einfach unfähig, mit unseren Partnern zu sprechen. Wir können miteinander sprechen und wir verstehen uns und wir wissen, dass unsere Partner uns nicht verstehen würden - oder meinen wir nur zu wissen, dass sie uns nicht verstehen würden?!
