Altlasten. Hab ich. Und was hab ich auf meinem Weg nicht
alles gefunden. Verwegen, nicht gewolltes, zu jung, zu gut für mich, nicht gut
genug, das scheinbar passende Gegenstück aus demselben Holz, Frösche und
Kröten, Schwätzer, temporäres Glück. Aber einer hat sich in meinen Kopf
gebrannt, ich kann diese Erinnerung nicht überspielen. Ich kann die Datei nicht
löschen. Zu schön war die zu kurze Zeit, zu passend für mich, zu witzig und
charmant, zu gut und zu angenehm. In seinen Armen liegen war wie zu Hause sein.
Der Alltag blieb vor der Tür, nur die Sonne und der Mond konnten unsere Welt
mit ihrem Licht berühren. Eine Welt voller Zärtlichkeit, Wünsche, Erfüllungen. Eine
kleine Welt, nur wenige Quadratmeter groß, und nur für kurze Zeit geöffnet. Öffneten
sich die Türen am nächsten Tag um hinaus zu treten, war ich zuerst von einer
leichten Euphorie erfüllt. Ich konnte einen Teil der Leichtigkeit und Wärme mit
hinausnehmen in den neuen Tag mit dem Wissen, dass auch diese Leichtigkeit
wieder verfliegen würde, mich der kalte Alltag wieder in seinen Besitz nehmen
würde. Die Fragen würden sich wieder in meinem Kopf breit machen und damit Raum
machen für Melancholie, für die Gewissheit, diese Welt wird nicht für immer für
mich da sein. Eines Tages werde ich anklopfen und keine Antwort erhalten. Und
bis dahin würde es wieder Tage dauern, bis sich die Türen zu meiner kleinen
Welt wieder öffnen, und ich mich zurück die warmen Arme einrollen kann, um
alles um mich herum zu vergessen. Und einfach nur zu sein, und zu fühlen und zu
spüren. Diese Datei kann nicht gelöscht werden, solange sie noch genutzt wird. Und
das wird sie, solange sie da ist.