indalo

30.06.2008 um 18:22 Uhr

Mein Leben auf der Überholspur - ohne mich

von: indalo

Das Leben ist mir gerade zu schnell. Ich bin an dem Punkt, wo ich keine Zeit habe. Hilfe. Wo bin ich gelandet? Sonst waren es immer die Anderen, sonst waren es immer meine Freunde, die keine Zeit hatten. Jetzt... sitze ich da und denke „ich find’s ja schön, dass ihr euch auf einmal für mich interessiert, aber ich kann grad nicht“. Und ich hasse es. Ich würde nicht sagen, dass ich mich dafür hasse, das stimmt nicht, aber ich kann damit nicht. Ich will das nicht. Ich will Zeit haben, wenn Andere sie für mich haben. Ich möchte etwas von meinen Freunden haben, für sie da sein können und das Leben genießen. Wieso geht das gerade nicht? Wieso steht mein Leben mir da gerade im Weg? Ist das ne Probe? Stellt mein Leben mich gerade auf die Probe um meine Prioritäten zu klären? ...ich mag nicht!

 

Nicht nur, dass ich keine Zeit habe, nein, sie laufen mir sogar davon. Sie, die Dinge. Da mache ich mir Gedanken über etwas und denk noch „na, in der nächsten Zeit wird das mal fällig“ als mein Telefon klingelt und ich mit all dem überrollt werde, was ich in der nächsten Zeit erst angehen wollte. Ich werde langsamer. Nicht zu langsam, denn noch scheint’s zu funktionieren. Aber es ist anders. Ich bin langsam. Ich komm bald nicht hinterher. Und dann die Andere. Ich gehe mit ihr spazieren und will gerade zu etwas ansetzen, da hat sie’s schon gesagt. Wie? Was? Wo? Seit wann überholst du mich? Seit wann häng ich so hinterher? Was ist in den letzten Wochen passiert, dass ich nichts mehr mitkomme?

 

Viel... manchmal zu viel. Und doch machbar. Oder betrüg ich mich gerade selbst? Ist es das, was mein Körper mir sagen möchte, wenn er komplett streikt und ich meine Umwelt nicht mehr wahrnehme? Ist es das, was ich nicht merke? Ist es vielleicht doch zu viel? Aber... ich fühle mich doch gut. Ja, ich bin gestresst, aber bei weitem nicht so sehr wie gewohnt. Und überhaupt, ich komm doch zurecht. Ich bin fit und munter. Meistens jedenfalls. Ach, irgendwas verstehe ich nicht. Manches erwischt mich einfach zu kalt. Seit fast nem Monat ist das so. Seit dem Tag, an dem ich überrumpelt wurde und mein Alltag aufn Kopf gestellt wurde. Seit dem Tag ist alles durcheinander, seit dem komm ich nicht mehr hinterher. Dabei ist das doch das normalste der Welt. Oder nicht?

29.06.2008 um 19:36 Uhr

Eltern

von: indalo

Heute möchte ich etwas über Eltern schreiben. Gestern habe ich über Eltern geredet. Und morgen? Das werden wir sehen...

Also zu gestern. Ich habe mich mit einem jungen Mann unterhalten, den ich nicht kenne. Er ist kein Freund, ja nicht einmal ein Bekannter. Vielleicht werde ich ihn wiedersehen, vielleicht aber auch nicht. All das ist nicht wichtig. Wichtig ist nur, worüber wir geredet haben. Er sprach über Homosexualität, bzw. homosexuelle Paare, die Kinder haben wollen. Erst wirkte er sehr gelassen gegenüber diesem Thema, doch dann merkte ich... eine Art Verbittertheit. Er war dagegen, ganz eindeutig. Doch er war nicht dagegen, weil er sich mal mit dem Thema beschäftigt hat, oder weil er Erfahrungen damit hat, nein, er war dagegen, weil es so nicht sein sollte. „Wofür soll es gleichgeschlechtliche Paare geben? Sie haben keinen Nutzen. Aus ihrer Bindung entstehen keine Kinder, die Gesellschaft kann nicht überleben. Und Gott hat das nicht gewollt.“ Ja, darauf hatte ich gewartet. Gott und sein Wille. Der junge Mann ist gläubig, sehr sogar. Doch dafür, dass er so gläubig ist, war er wiederum erstaunlich gelassen. Nun gut, wir vertieften die Frage nach dem was Gott will und warum er es will, nicht. Das ließen wir außen vor. Also wieso sollten homosexuelle Paare Kinder haben? Gute Frage. Um ihre Beziehung zu stärken, um ihre Liebe an andere Menschen weiterzugeben. Das wäre die eine Seite. Dann denke ich mir, dass es viele Kinder gibt, die glücklicher mit homosexuellen Eltern sein könnten als mit ihren eigenen. Er verstand nicht. Also noch mal: Ich möchte gar nicht sagen, dass homosexuelle Paare die besten Eltern sind, ich möchte ja nicht einmal sagen, dass sie Eltern werden sollen, ich möchte nur klarstellen, dass sie bessere Eltern sein können als viele heterosexuelle Eltern es sind. „Ein Kind sollte eine Mutter und einen Vater haben.“ Das stimmt. So sollte es sein, das wäre ideal. Doch, überlegt einmal, ist es so? Wie viele Kinder wachsen nur bei einem Elternteil auf? Zu viele! Und manches Mal denke ich mir, dass es besser wäre, wenn sie zwei Eltern hätten. Ideal, wenn es zwei verschiedene Geschlechter wären, doch besser zwei vom gleichen Geschlecht als nur einen allein. Um Himmels Willen, ich möchte damit keinen Aufruf starten, dass alleinerziehende Eltern sich unbedingt sofort ne zweite Hälfte suchen sollen – bloß nicht! Nur das man da mal drüber nachdenkt. Mal abgesehen von Gleichberechtigung der verschiedenen Formen von Liebe, bin ich dafür, dass auch homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen sollten! Und zwar nicht nur ausländische Kinder!! Schon aus Prinzip würde ich das nicht tun! Schon aus Prinzip nicht, denn damit erkennt man ja an, dass ausländische Kinder weniger wert sind als inländische. Um Himmels Willen, was für eine Aussage. Die könnte ich nicht unterstützen, keineswegs!

Und so weiß ich nicht, ob ich diesem jungen Herren etwas zu denken gegeben habe, ich weiß nur, dass ich ihn wohl auf Aspekte aufmerksam gemacht habe, an die er noch nie dachte. Und das finde ich wichtig. Anderen zu zeigen, was sie übersehen, dass sie eine Meinung haben (und diese auch haben dürfen) ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben. Solange sie sie überdenken, wenn sie neues erfahren. Sie müssen sie nicht ändern, nur überdenken.

27.06.2008 um 21:02 Uhr

Das Richtige

von: indalo

Ich habe soeben 5 Stunden damit zugebracht, Grey’s Anatomy zu gucken... wenn ich einmal etwas anfange, dann beende ich es auch. Ganz schlimm! Insofern habe ich gerade ziemlich viel Stoff gesehen und meinte heute Mittag schon, dass ich damit aufhören sollte, da es mir nicht gut bekommt. Was genau ich damit meinte, musste ich nicht erklären. Vielleicht hätte ich sollen, damit ich mir dessen bewusster bin. Denn irgendwie... tut es nicht gut. Es tut nicht gut, zu sehen, wie verrückt manche Menschen sind, es tut nicht gut, alles so geballt zu bekommen und es tut nicht gut, die Parallelen zur Realität zu ziehen. Zu sehen, was man alles nicht sieht, was man alles nicht versteht und unterbewertet. Ich bin nicht perfekt, weiß Gott nicht, und doch meinen das manche. Ich bin es nicht, auch wenn ich es manchmal sein möchte. Doch so vieles von dem, was... geschehen ist, war Glück. Manches war Pech, aber doch kein Können. Glück, Zufall... nicht mehr, nicht weniger. Also dankt mir nicht, denn ich habe nichts getan. Ich kann es nicht so betrachten, ich will es so nicht betrachten. ...denn wenn ich das täte, dann würde ich mir die Frage stellen, wieso ich ein paar Menschen helfen kann, aber den anderen nicht. Dann würde ich mich im Kreis drehen und nie mehr zur Ruhe kommen, denn ich dürfte ja niemanden vorziehen. Ich müsste allen helfen. Und das ist nicht meine Aufgabe. Das weiß ich. Und das lebe ich momentan auch. Ich gehe den Weg, den meine Möglichkeiten mir bieten, den gesunden Weg des Helfens und auch nicht Helfens. Manchmal mache ich mir Vorwürfe, manchmal frage ich mich, ob das alles so richtig ist... manchmal denke ich mir, dass es doch falsch sein muss... aber alles, was ich tue, wenn ich auf mein Gefühl höre, muss richtig sein, denn außer meinem Gefühl habe ich kein verlässliches Urteilsvermögen. Es hat mich bisher nicht betrogen oder belogen, oder zumindest ist es noch nicht rausgekommen. Und ich habe schon Dinge... verteidigt, versteckt und für gut befunden, die ich vom Kopf her betrachtet verurteile. Ich musste dafür nicht kämpfen, ich bin einfach diesem Gefühl gefolgt. Und wenn mir jemand diese Geschichte erzählt hat, diese oder eine andere, wenn ich eine dieser Geschichten jemandem erzählt habe und meine Worte hörte, dann kam es mir verrückt vor. Es hörte sich falsch an, alles sprach dagegen, und doch war ich dafür. Mein Gefühl sagte mir, dass es richtig ist. Und das ist es heute. Bei so vielem, das ich tat. Und so möchte ich auch jetzt wieder auf mein Gefühl hören... jetzt, wo ich wieder vor dem Problem stehe, dass die Geschichte, die ich erzähle, falsch klingt, jetzt wo die Logik mir sagt, dass ich etwas unternehmen sollte, auch jetzt möchte ich auf meine Intuition hören und den Weg gehen, den sie mir vorschlägt. Einfach weil... Es ist das einzige, auf das ich mich wirklich verlassen kann. Und bis zu dem Tag, an dem mir jemand beweist, dass ich damit einen Fehler begangen habe, bis zu dem Tag werde ich so weitermachen. Nicht weil ich es immer so gemacht habe, sondern weil ich auch nach erneuter Prüfung der Umstände wieder zu dem Schluss gekommen bin, dass es das Richtige ist.

26.06.2008 um 22:31 Uhr

sehende Blindheit

von: indalo

Zusehen und nichts tun können. Feststellen, dass man nach wie vor blind ist. Keine Hilfe. Weder bekommt man sie, noch bietet man sie. Einfach nur da sein, irgendwo, und doch nicht da sein, nirgendwo. Im Nichts. Und doch direkt nebenan. Ich sitze neben dir, sehe dich grinsen, ja meine sogar dich strahlen zu sehen und jetzt erzählst du mir, Tage später, dass... du dir wehgetan hast? Dass du dich wieder kaputt machst? Warum nur...warum nur tust du das? Und warum merke ich es nicht? Wieso kann ich nichts dagegen tun? Wieso bin ich so blind, dass ich es nicht sehe? Dass ich dich nicht sehe? Ist es das? Sehe ich dich nicht? Nehme ich es nicht wahr? Ich dachte... ich tue das. Alles spricht dafür, alles... nur das nicht. Nur diese Wunde nicht. Und sie springt mich an. Sie springt auf mich zu und schreit „Herrje, nimm mich wahr“. Und ich weiß nicht, was ich sagen soll, was ich tun kann, wie ich mich verhalte. Ich weiß gar nichts. Absolut und rein gar nichts.

 

Wie denn auch?! Ich habe doch nichts damit am Hut – zumindest sage ich es mir immer wieder. Das ist nicht mein Gebiet, da kann ich nicht mitreden. Seit Jahren weiß ich es schon... und doch ist es mir schleierhaft. Ich kann damit nicht, ich kann da nicht helfen. Ich weiß einfach nicht wie... und du bist bockig und trotzig, und dann auch wieder nicht. Wo ist der Weg? Welchen soll ich nehmen? Verdammt... ich möchte das nicht. Ich möchte nicht, dass du dir wehtust. Noch viel weniger als das möchte ich, dass du einen Grund hast, dir weh zu tun. Das ist das einzig schlimme.

25.06.2008 um 20:42 Uhr

Würdest du zum Mars fliegen?

von: indalo

Wenn jemand zu dir kommen würde und dir die Möglichkeit bietet als erster Mensch zum Mars zu fliegen - würdest du es tun?

24.06.2008 um 18:59 Uhr

Manchmal habe ich Angst vor mir

von: indalo

Es stimmt wirklich, manchmal mache ich mir selbst Angst... Da passiert etwas in mir drin, das ich nicht leiten kann. Es ist als würde ich implodieren, etwas erschüttert mich innerlich und lässt mich nicht los. Ich will es auch nicht rauslassen, denn was kann meine Umwelt für meine mangelnde Beherrschung? Wobei, ist es wirklich mangelnde Selbstbeherrschung? Denn beherrschen tue ich mich ja, ich lebe nicht aus, was in mir brennt. Und doch möchte ich noch einen Schritt weiter gehen, ich möchte an den Punkt gelangen, an dem ich nicht einmal den Wunsch verspüre, zu explodieren. Wobei... an den Punkt gelangen... das klingt so, als hätte ich lange damit zu kämpfen, doch das stimmt gar nicht. Vielmehr wirkt es wie etwas neues, und das macht mir womöglich noch mehr Angst.

 

Heute passierte es zum – zumindest seit ich darüber „Buch führe“ – zweiten Mal, dass in mir eine Sicherung durchbrennt. Womöglich gab es das schon mal, aber ich erinnere mich nicht konkret daran. An das letzte Mal schon, es ist gerade ein paar Wochen her und ich habe es zwar niemanden spüren lassen, aber durch meinen Blog wissen lassen. Ich musste es festhalten, es identifizieren und klassifizieren, damit ich in der Lage bin, ihm besser ins Auge zu sehen, es besser bekämpfen zu können. Durchgebrannt... das trifft es ziemlich gut. Eine Sicherung brennt durch, das System kollabiert und ich kann mit den letzten Synapsen gerade so weggehen. Ich kann nicht stehen bleiben und dagegen ankämpfen, nicht damit arbeiten oder es verstecken, ich kann einfach nur noch weggehen – dem Schein der Selbstbeherrschung wegen. Denn wozu explodieren? Wozu meine Mitmenschen damit belästigen – selbst wenn sie nicht nur Auslöser sondern wirklich Verantwortliche sind, sehe ich es nicht als richtig an. Nein, das ist etwas, das ich mit mir ausmachen muss, etwas, das mit mir zu tun hat, und mit mir allein.

23.06.2008 um 23:37 Uhr

abendliches Kauderwelsch

von: indalo

Ein weiterer Tag geht dem Ende zu... In jedem Semester gibt es den Punkt, wo ich aufhöre rückwärts zu zählen, weil das Ende der Vorlesungen viel zu schnell naht. Sicherlich klingt es gut, „Ende der Vorlesungen“, doch das ist gleichgesetzt mit dem „Anfang der Hausarbeiten und Prüfungen“, und das wiederum klingt ziemlich ungut.
Und so bin ich schon ein Stück über diesen Punkt hinweg. Es heißt nicht mehr „Hilfe, kann das nicht endlich aufhören?“ sondern „Um Himmels Willen, darf ich nicht weiter zur Uni gehen und dafür meine Hausarbeiten Hausarbeiten sein lassen?“. Welch feige Art, welch weiteres Zeichen der immer fortwährenden Unzufriedenheit... Ich freue mich über meine jetzige Aufgabe nur, weil ich das darauffolgende nicht haben mag. Und doch irgendwie schon. Also... Hausarbeiten schreiben, bzw. die Phase des nicht-aus-dem-Haus-gehen-müssen hat ja auch was für sich. Leider aber auch einiges dagegen... der innere Schweinehund, zumindest der meinige, ist ziemlich stark. Bisher hab ich zwar noch jeden Kampf gewonnen, aber mit der Zeit wird man müde. Mal abgesehen davon, dass die Ausreden immer mehr werden. Es gibt von Jahr zu Jahr mehr Gründe, wieso ich nicht das tun sollte, was ich eigentlich sollte. Jedes Mal werden es mehr Möglichkeiten, die sich mir bieten, damit ich mich drücken kann. Und so viel liegt vor mir, vor dem ich mich drücken möchte... es scheint wieder mehr zu werden, oder zumindest geballter. Oder ich betrachte es weiträumiger... ja, welch Gegensätze, ich weiß. Aber ich begehe einen menschentypischen Fehler – ich betrachte den zweiten Schritt vor dem ersten. Ich sehe das, was nächstes Jahr ist und kann mich deswegen nicht auf diesen Monat konzentrieren. Wobei das grundsätzlich kein Fehler ist, aber schon ein Laster des Menschen. Oftmals beklagen wir uns darüber, dass wir nicht weit genug gucken, dass wir nicht die Spätfolgen beachten. Das stimmt. Leider. Aber... manchmal ist es auch besser, nur einen Fuß vor den anderen zu setzen und nicht ins Stolpern zu geraten weil man weit entfernt eine Hürde entdeckt. Das macht das Jetzt unnötig schwierig und erleichtert die Zukunft auch nicht. Doch... und überhaupt... ihr wisst schon... alles nicht so einfach...

22.06.2008 um 17:45 Uhr

Das kleine Kind

von: indalo

Auf meinem Bett liegend fühle ich den Tränen nach, die meine Wange runterkullern. Ich möchte sagen, dass es nicht weh tut, aber warum weine ich dann?

 

Man hat mir vor nicht allzu langer Zeit erzählt, dass ein Mensch, den ich geliebt habe, etwas grauenvolles getan hat. Man hat mir auch erzählt, wie ein weiterer von mir geliebter Mensch andere, genauso schreckliche Dinge tat. Und man hat mir erzählt, wie ein mir nahestehender Mensch sehr unschöne Dinge erlitten hat. All das wurde mir an nur einem Tag mitgeteilt. Es war ein ganz normaler Tag. Er fing normal an, wurde durch diese Information unterbrochen und ging dann irgendwie normal weiter. Wie kann man nur... wie können Menschen so etwas tun? Warum? Und... wie reagiere ich darauf? Ich mein... es war, als erzählte man mir von nem langweiligen Arbeitstag. Mehr Emotionalität brachte ich nicht zustande. Ich wollte auch nicht. Vielleicht hätte ich anders reagiert, wenn ich es nicht erwartet hätte... wenn ich nicht schon seit geraumer Zeit darauf warte, dass mir jemand bestätigt, was in meinem Kopf umherschwirrt. Nur dass ich es nicht wollte. Im Grunde wollte ich nie, dass es so war, ich wollte nur wissen, ob es stimmt. Und nun weiß ich es. Doch ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich weiß nicht, was das jetzt ändert. Denn mehr als diese Bestätigung bekam ich nicht. Keine weiteren Antworten, keine anderen Neuigkeiten. Nur das. Und es reicht mir nicht. Es ist ein Anfang. Einer, der mich vielleicht weiterbringt, vielleicht aber auch nicht.

 

Und so beschäftigt es mich, immer mal wieder. Und keiner weiß es. Niemand bekommt es mit. Alle Menschen um mich herum sind so in ihrem eigenen Leben aufgesogen, dass sie nicht einmal merken, wenn ich neben ihnen sitze und feuchte Augen kriege. Ich bin froh darüber, zumindest meistens. Ich möchte gar nicht darüber reden, noch nicht. Aber... manchmal überrollt mich diese Gedankenlosigkeit, manchmal frage ich mich, wie es möglich ist, dass niemand mitbekommt, was in mir vorgeht. So wie damals... als meine Welt zusammenbrach und keiner etwas mitbekam. Wie ich erst auf ne Freundin zugehen musste und sie mit den Worten „Meine Welt bricht gerade zusammen“ wachrütteln musste. Damals, als ich nicht wusste, wie ich wem irgendwas davon erzählen sollte. Damals, als ich einfach nur in Arm genommen werden wollte und niemand das zu verstehen schien. Als ich nicht reden brauchte, denn es gab einfach nichts zu sagen. Es war alles so offensichtlich, und doch verstand niemand, denn niemand kannte es. Was für mich alltäglich war, war für andere unvorstellbar. Und jetzt ist es wieder so. All diese Menschen von damals... all diese Freunde aus alten Zeiten, sie würden auch dies nicht verstehen. Sie können es sich womöglich nicht einmal vorstellen. Sie hatten nie diese Gedanken, die ich seit nunmehr Jahren mit mir herumtrage. Also warum sollte ich sie wecken aus ihren Träumen? „Lass sie schlafen...“ sage ich, doch das kleine Kind in mir tobt und schreit „ich will aufn Arm, ich darf auch nicht schlafen, wieso dürfen es die andern?“. Ich versteh’s doch, und so werde ich das kleine Kind aufn Arm nehmen und trösten.

21.06.2008 um 17:17 Uhr

Was Liebe ist

von: indalo

„Wenn sie mich geliebt hätte, hätte sie es dann nicht verhindert?“ wurde ich gestern gefragt. Das und vieles mehr. Hätte... hätte, wenn und aber. Es ist nun nicht mehr wichtig, denn die Beziehung ist beendet. Und doch... trotz dem Ende – oder wohl eher gerade deswegen – wird sich damit auseinander gesetzt. Es ändert jetzt nichts mehr, jedenfalls nichts in der Beziehung. Nur jeder für sich kann jetzt etwas ändern, etwas ändern an sich.

 

Doch unabhängig davon ist die Frage interessant. Denn... hätte sie? Hätte sie sollen?
Ich denke nicht... denn... Liebe heißt nicht verbieten... Liebe heißt beobachten und nicht kontrollieren, Liebe ist unter die Arme greifen und nicht ständig eine schützende Hand vor die Augen halten, Liebe bedeutet wachsen lassen und nicht einengen... Sicherlich möchte man den Menschen, den man liebt vor schlimmen Erfahrungen schützen, doch man muss sie trotzdem leben lassen, und leben bedeutet auch verletzt zu werden.

 

Meine Vorstellungen von Liebe sind ziemlich... konkret. Ich würde nicht sagen, dass ich hohe Erwartungen an die Liebe habe, aber bestimmte Dinge müssen einfach sein... Vertrauen... Liebe heißt vertauen. Das heißt für mich nicht, dass man alles glauben sollte, was der andere sagt, denn allzu oft belügt man sich selbst. Aber vertrauen... sich wohl fühlen. Verständnis haben, Liebe bedeutet verstehen. Wer liebt, versteht. Man versteht die Welt zwar nicht mehr, aber man versteht die Liebe. Und die geliebte Person. Und wenn man sie dann mal doch nicht versteht, dann versucht man es. Denn es gibt viele Dinge, die man gar nicht verstehen kann; meistens weil man sie selbst nicht so erlebt hat. Aber man kann es versuchen, und es kann einem bis zu einem bestimmten Grad gelingen. Und das versteckt sich hinter dem Wort Liebe... verstehen wollen. Das Bedürfnis haben, zu verstehen, warum jemand etwas tut, aber zeitgleich auch den Respekt und die Toleranz zu haben, nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten, wenn er/sie sich nicht erklären kann, wenn der/diejenige selbst nicht weiß, wieso er/sie dies oder jenes tut. Verstehen wollen heißt nicht erklären müssen, es ist ein Gefühl, kein Gedanke.

 

Vielleicht bedeutet lieben, jemanden gehen zu lassen, wissen, wann es Abschiednehmen heißt. Nicht zulasen, dass unsere Gefühle dem im Weg stehen, was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben.

 

Sergio Bambaren – Der träumende Delphin

20.06.2008 um 20:06 Uhr

Unzufrieden

von: indalo

Ich... wollte gestern was schreiben, das weiß ich noch. Doch mir kam was dazwischen... ein Anruf. Es war irgendwie ein überraschender Anruf, und noch dazu überraschend, dass er so viele Stunden andauerte...

 

Und jetzt... bin ich irgendwie... frustriert? Passt irgendwie nicht... Deprimiert ist auch zu viel des Schlechten. Unzufrieden, irgendwie. Nicht unzufrieden mit meinem Leben, denn das habe ich doch jetzt so lange genossen, dass es nicht von jetzt auf gleich kippen kann. Doch unzufrieden trifft’s irgendwo. Womit? Einfachste Antwort: mir. Doch ich weiß noch nicht, ob es die ehrlichste Antwort ist. Denn bevor ich mit irgendeiner mir nahestehenden Person unzufrieden bin, bin ich’s lieber (oder auch erst mal) mit mir.

 

Meine Gedanken haben sich zu Wort gemeldet. Ich fürchtete schon, dass sie es dieses Wochenende tun würden, doch dass sie mich schon Freitag Vormittag überfallen, das war mir nicht bewusst. So überkamen sie mich, als ich ein wenig müde in der Uni saß und versuchte, mich der vorne sitzenden Person zu widmen. Es waren keine Fragen, auch wenn ich sie gerade gerne als solche formulieren möchte. Es sind eher Befürchtungen. Befürchtungen etwas falsch zu machen. Oder aus den falschen Beweggründen?

 

Eben schrieb ich auf einem anderen Blog, dass niemand außer einem selbst beurteilen kann, ob etwas im eigenen Leben richtig oder falsch ist. Dahinter stehe ich. Deswegen verurteile ich andere nicht. Manchmal gerate ich in Versuchung dies zu tun, doch im Endeffekt komme ich immer wieder davon weg, denn jeder muss selbst wissen, was er tut. Und wenn Andere Dinge tun, die ich nicht tun würde, heißt es ja nicht, dass sie falsch sind. Genauso wenig wie Begebenheiten meines Lebens von Außenstehenden als falsch verurteilt werden können, ja nicht einmal von Involvierten. Und so lebe ich mein Leben vor mich hin, tue wonach mir gerade ist und frage mich immer mal wieder, ob das so richtig ist. Ich möchte nichts schlechtes tun, ich möchte niemandem wehtun, doch es gibt Momente im Leben, da hat man zwar eine Wahl, aber die Wahl besteht nur zwischen verschiedenen Varianten des Schmerzes oder aber verschiedenen Personen, denen man diesen Schmerz zufügen würde. Und dann... dann was? Wie soll man da abwägen, was der bessere Weg ist? Nach welchen Kriterien soll man sich entscheiden? Auf welches Gefühl soll man hören? Denn letztlich entscheidet mein Gefühl, nicht mein Verstand. Doch manchmal sind meine Gefühle sehr konfus, und es sind mehrere...

18.06.2008 um 20:45 Uhr

Seele? Herz?

von: indalo

Wieder einmal sitze ich vor meinem Blog und stelle mir die Frage „worüber möchte ich heute schreiben?“. Manchmal fällt mir partout nichts ein, aber heute... da gibt es verschiedene Varianten. Ich könnte mich beispielsweise ungemein über eine Gruppe von Menschen aufregen, die zu feige ist, einfach zu sagen „Tschuldigung, haben wir wohl vergessen.“ Kann doch mal passieren, ist doch nichts dabei. Nein, stattdessen schieben sie es auf nicht Anwesende, die somit nicht einmal in der Lage sind, sich zu verteidigen. Unverschämtheit!

 

Als nächstes könnte ich das Augenmerk auch darauf richten, wieso mich dieser Umstand so wahnsinnig macht. Wieso bringt es mich derart aus der Ruhe? Was steckt dahinter? Verschiedene Theorien sind mir schon eingefallen, doch helfen tun sie mir auch nicht...

 

Ein weiteres interessantes Thema ist das des Spiegels der Seele. Worin genau spiegelt sich unsere Seele wider? Spiegelt sie sich überhaupt wider? Ich bin ja der Meinung, dass man durch die Augen eines Menschen in seine Seele gucken kann. Das mag kitschig klingen... doch es hält mich nicht davon ab, es zu glauben. Ich möchte damit nicht sagen, dass man in jemandem lesen kann, wenn man ihm nur in die Augen sieht, das nicht. Aber man kann einiges erkennen. Und sei es nur die Tatsache, dass jemand alles dafür tun würde, dass niemand es schafft, ihm ins Herz zu gucken. Huch, nun ist es Herz, nicht mehr Seele. Doch gibt es da wirklich einen Unterschied? Bzw. welcher ist es? Was ist Seele? Was ist Herz? Letzteres unter anderem ein Organ... aber da steckt doch noch mehr dahinter? So viel mehr als wir sehen können, als wir beschreiben können...

17.06.2008 um 11:32 Uhr

wach, hellwach

von: indalo

Ich bin wach, hellwach. Nur wieso? Die letzten beiden Nächte waren... kurz, gelinde gesagt. Und trotzdem fühle ich mich gut. Sonntag Abend arbeitete ich an meiner so lang vor mir hergeschobenen Aufgabe... irgendwann wollte ich nicht mehr. Die Augen brannten, der Schlaf war nah. So legte ich mich hin. Nach einer halben Stunde gab ich auf, was macht es auch für einen Sinn, im Bett zu liegen und hellwach zu sein. Mitten in der Nacht! So arbeitete ich einfach weiter, an dieser wundervollen Aufgabe. Bis ich sie nachts um 3h abschickte. Dann konnte ich schlafen, immerhin. Gestern ein ähnliches Spiel. Bis 2h arbeitete ich an meinem Vortrag, dann war er fertig. Dem Schlaf dürfte ja nichts mehr im Weg stehen, richtig? Also ab ins Bett. Diesmal hab ich schon nach einer Viertelstunde aufgegeben. (Dachte ich zumindest, rein rechnerisch muss es aber ne halbe gewesen sein...) So schnappte ich mir meine Reclamausgabe „Der Utilitarismus“ und hockte mich im Bad aufn Boden um meine Freundin nicht beim Schlafen zu stören. Eine ganze Stunde verbrachte ich so. Dann dachte ich mir, um halb 4 sollte ich schlafen können. Als ich ins Bett krabbelte murmelte sie ein „Du warst auf Klo“, in meinen Gedanken murmelte ich „oder so“ zurück. Und so kuschelte ich mich an sie und schlief irgendwann ein. Und heute? Vage Vermutungen lassen verlauten, dass ich heute mindestens genauso wenig Schlaf bekommen werde. Doch diesmal aus bestimmten Gründen.

16.06.2008 um 12:30 Uhr

Eine Ode an meine Dusche

von: indalo

Eben stand ich unter der Dusche und mochte gar nicht aufhören damit. Duschen, welch wundervolle Sache. Ich habe die beste Dusche aller Zeiten. Zu aller erst ist es eine Dusche und keine Badewanne! Dann prasselt das Wasser von oben herab, und das alles ohne mein Dazutun. Es läuft einfach so und der Kopf hängt da oben schön fest. Dann ist die Temperatur frei nach meinen Wünsche einstellbar. Weder zu heiß, noch zu kalt, man hat immer die Wahl. Und die Tatsache, dass auch noch genug Druck drauf ist sodass es einer wohltuenden Massage ähnelt, ist nur das i-Tüpfelchen. Ein Traum von Dusche!

15.06.2008 um 12:11 Uhr

Angebranntes Essen

von: indalo

Oh wie ist das schön, angebranntes oder zumindest am Topf angebacktes Essen! Herrlich! Wie habe ich es vermisst?! Es ist natürlich nicht schön, das sauber zu machen oder festzustellen, dass ein Teil des Essen nicht mehr genießbar ist, aber das Warum, das ist wichtig. Denn es bedeutet, dass ich endlich wieder mein Leben zurück habe. Wieder etwas habe, das wichtiger ist, als neben dem Herd zu stehen und das Essen zu bewachen.

14.06.2008 um 22:32 Uhr

Das stilistische Mittel mit dem Fisch

von: indalo

„A...“ – „Alliteration“ – „Na sag ich doch, was mitm Fisch“ – „Fisch? Wo kommtn der her?“ – „Na, Aal“ *lach* Ja nee, ist klar

 

Den heutigen Tag würden viele als anstrengend bezeichnen... ich hingegen fand ihn schön. Das Wetter war nicht das beste, die Voraussetzungen auch nicht ideal. Aber auf meinem Bett liegend und zurückdeckend würde ich sagen „schöner Tag“. Ja doch. Und das nach dem gefährlichen 13. Freitag. Für mich bleibt’s ja nen Glückstag. Der 13., nicht der Freitag. Es gibt so viele schöne Begebenheiten in meinem Leben, die an einem 13. geschahen. Überhaupt, diese Zahl. Von anderen verhasst oder gefürchtet, von mir daher umso mehr geschätzt. Ich könnt doch nicht bei der Ausgrenzung einer Zahl mitmachen. Und dann noch eine von den kleinen Zahlen. Die Zahlen von 1 bis 100 sind wichtig, wie könnte unsere Welt ohne sie bestehen? Oder zumindest 1 bis 31. Wie sollten wir die Tage zählen? Unser Alter? Unsere Finger oder Zehen? Nein, nein, nein, da darf man nicht einfach eine einsame (wieder dieser Fisch *lach*) Zahl ausgrenzen. Die hat doch auch Gefühle!

 

Apropos Gefühle. Ein schönes Thema. Doch wie kann ich über etwas reden, was ich zur Zeit nicht wahrnehme? Oder nicht stark empfinde? Da sind so ein paar, oder eher viele verschiedene, aber nichts... nichts herausragendes. Schon gar nichts diskutierwürdiges... manche Dinge nehme ich auf ohne dass sie mich in irgendeiner Weise berühren – und dabei sollten sie es.

13.06.2008 um 17:19 Uhr

Freitag der 13te

von: indalo

„Heute ist Freitag der 13te.“ ertönte es beim Frühstück. Ja und? Deswegen ist morgen Samstag der 14te. Supi. Nein, also im Ernst, soll ich’s jetzt aufs Datum schieben, dass mich am Strand der Regenschauer einholte? Oder es heute morgen nicht die leckeren Brötchen zum Frühstück gab? Vielleicht ist ja auch Freitag der 13te Schuld, dass wir nen faustgroßen Bernstein gefunden haben. Oje, das macht mir jetzt aber Sorgen *bibber*

 

Es ist wohl zu erkennen, dass ich mir nicht viel aus dem Datum mache. Und doch mache ich mir viel aus Daten und Zahlen. Es gibt so kuriose Zusammenfälle in meinem Leben, dass ich trotz allem an Spuk und Zauberei glaube.

 

Mist, wieso muss mich ständig jemand beim Blogschreiben stören *grml* Dahin ist mein Gedankengang, verschwunden im Nirgendwo. So eine Mist!

 

Wie dem auch sei, ich könnte mich ja dann endlich meiner großen Aufgabe widmen. Der Aufgabe, die ich schon seit Wochen vor mir herschiebe. Doch... reicht es nicht, dass ich mich der Sache gewidmet habe, die seit Jahren darauf wartet, von mir angegangen zu werden? Ist das nicht auch schon ne Menge wert? Ich find ja schon. Ich habe getan, was ich tun wollte. Dafür bin ich stolz auf mich. Auch wenn ich es nicht richtig fühlen kann. Mir ist auch kein Stein vom Herzen gefallen... nichts hat sich geändert. Alles wie immer. Oder doch nicht?

12.06.2008 um 20:18 Uhr

Mein 111. Eintrag

von: indalo

Keine Woche ist es her, dass ich mir sehnlichst wünschte, dich wieder strahlen zu sehen. Keine paar Tage ist es her, dass ich dich strahlen hörte. Ist es die Erinnerung, die noch so stark ist? Oder ist es eine Illusion, weil ich es mir so sehr wünsche? Weder noch! Du strahlst. Von einem Ohr zum Anderen. Dir geht es gut. Welch Wunder! Dir... dem Menschen, dem doch gerade wehgetan wurde... dir geht es gut. Nein, dir geht es ja wunderbar! Welch Freude! „Das ist alles so schön“ höre ich aus deinem Mund. Ich höre das Strahlen. Es war mir noch nicht vergönnt, es zu sehen, aber ich durfte es hören, minutenlang... und das nicht erst heute.

 

Was ist das für ein Leben, das wir leben? Was ist das für eine Geschichte, die sich gerade zusammenspinnt? Ein heilloses Durcheinander, doch dem Großteil geht es gut damit. Nicht nur gut, sondern blendend. Du und ich und sie und die andere. Und dann noch die da drüben. Ich weiß ja gar nicht, wo ich anfangen soll, worüber ich zuerst nachdenken soll. Chaos. Und ich fühle mich wohl. Ich habe nichts falsch gemacht, ich habe keinen Fehler begangen. Weder nach meiner Definition, noch nach der von anderen. Meine Anwesenheit hat zwar ein Stein ins Rollen gebracht, aber ich persönlich habe absolut und rein gar nichts getan. „Meinen Respekt, dass du all die Monate nichts gesagt hat. Du hast mir zwar einige Fragen gestellt, aber du hast nie einen Satz mit Ausrufezeichen gesagt. Ich ziehe den Hut vor dir, da du dich nie eingemischt hast.“ Danke. Herzlichen Dank. Doch wieder einmal interessant, dass einem so etwas nur auffällt, wenn man merkt, wie schwer man damit zu kämpfen hat, zu schweigen.

 

Und jetzt bin ich hier, in den Tiefen meiner Vergangenheit, oder eher Vorvergangenheit. Einiges kommt da ans Tageslicht, doch im Großen ist es eher eine Bestätigung meiner Vermutungen. Keine Überraschung war dabei, nichts, das mir den Schlaf rauben könnte. Ich bin wirklich ein zufriedener Mensch. Unglaublich, das festzustellen.

 

Wie oft sitzt man vorm Fernseher und denkt „ist das an den Haaren herbeigezogen!“. Doch nein, meine Damen und Herren, so oft man dies auch denken mag, so oft geschieht es in Wirklichkeit. Schon vor einiger Zeit dachte ich „ick bin im Fernsehen – das doch alles nen schlechter Scherz“. Und jetzt wieder. Mittendrin. Kein Leben aus zweiter Hand, nein, ein Leben, das ich anfassen kann. Ein Leben, in dem ich eine Hauptrolle spiele und wo ich mitbestimmen kann. Mein Leben, meins ganz allein. Und es ist alles dabei. Es gibt Dinge, die zu schön sind um wahr zu sein, aber auch Dinge, die man nicht glauben kann, weil sie zu schrecklich sind. Es gibt Glück und Unglück, Freude und Leid. Hier beobachte ich das Entstehen einer Beziehung, dort begleite ich die Menschen nach einer Trennung. Hier beginnt ein Paar mit der Familienplanung, dort kämpft jemand gegen Krebs. Hier werden Freundschaften vertieft und Kriegsbeiler begraben, dort verabschiedet man sich für immer. Der eine fürchtet sich vor der Zukunft, der Nächste kriegt Muffensausen wenn ihn die Vergangenheit einholt. Und dann noch diejenigen, die mit der Gegenwart nicht klarkommen, auch die dürfen nicht fehlen. Wo man hinsieht, man findet jede Sorte Mensch, jede Sorte Angst und jede Sorte Glück. Mein Leben ist vollkommen.

08.06.2008 um 14:00 Uhr

Innerer Kampf

von: indalo

Oh man. Oder: Oh frau! Herrjemine, was war das? Ist das wirklich geschehen? Was ne Nacht... und ich? Was mach ich? Mir Sorgen... verdammt. Sollte ich jetzt so was fragen wie „was hab ich bloß getan?“ oder schon mal damit anfangen, mich zu rechtfertigen? Ich habe nichts verbotenes getan! Ich habe nur etwas... etwas getan, was man vielleicht nicht tun sollte. Ich versuche nicht einmal zu sagen „Sie doch auch!“, denn einerseits ist es was anderes und andererseits ist es egal, was andere tun. Ich, ich allein habe das getan, nicht wirklich allein, aber ich allein bin für meine Taten verantwortlich. Und ich weiß, dass sie es mir nicht vorhalten würde... ich weiß, dass sie es verstehen würde, und doch wünsche ich mir, dass sie es nicht erfährt, zumindest nicht in der nächsten Zeit. Wenn sie mich fragen sollte, würde ich ehrlich antworten, aber... ich werde es ihr nicht von mir aus erzählen, keinesfalls.

 

Das ist aber auch schwierig. Ein Mensch hat so viele Rollen. Man vereint die verschiedensten Berufe in sich, Berufe die nicht einmal als solche anerkannt werden. Und zusätzlich zu den unterschiedlichen Berufen, gibt es die gleichen Verpflichtungen gegenüber verschiedener Personen. Man stelle sich einen Vater mit Kindern von zwei verschiedenen Frauen vor. Er hat nur einen Job, er ist Vater, aber er hat diese Verpflichtung gegenüber mehreren. Und so leicht man es sich vorstellen mag, beiden Kindern gerecht zu werden, so schwer ist es doch. Bei dieser Situation noch verständlich, aber was sagt man bei dem Job „Freund“? Kann man sich da so in die Quere kommen? Nicht jedem auf die gleiche Weise Freund sein? Ich sage Ja. Ich habe es doch letzte Nacht erlebt. Wem sollte ich gerecht werden? Ich wusste es nicht... ich habe mich auch nicht entschieden, ich habe mich gegen das Handeln entschieden und somit zwar eine Entscheidung getroffen, aber dennoch keine aktive.
Es klingt feige das zu sagen... es wirkt so einfach, so simpel. Und doch kämpfe ich. Ich trage einen inneren Kampf aus, den ich nicht einmal zeigen oder erwähnen darf. Denn allein die Tatsache, dass sie wissen, dass ich kämpfe, würde ihnen schon wehtun. Das will ich nicht! Ich kämpfe still und leise vor mich hin... und wenn ich einen Fehler begehe, wenn ich verliere... dann haben wir den Beweis, dass ich doch nur ein Mensch bin, nicht wahr?

07.06.2008 um 19:53 Uhr

Was kann ich tun?

von: indalo

Ich wünschte, ich könnte dir helfen... irgendwas tun. Nicht, damit du grinst, denn das tust du aus Schutz, auch nicht damit du lachst, denn das tust du immer mit mir. Nein, das alles nicht. Ich möchte nur irgendwas tun, damit du strahlst. Genauso strahlst, wie du es immer getan hast, wenn du sie gesehen hast. Damit du diesen glücklichen Gesichtsausdruck mit dir rumträgst, der dem ähnelt, den du immer dabei hattest, wenn du von ihr geredet hast. Genau das möchte ich zurück.

 

Ich weiß, dass es zu viel verlangt ist, ich weiß, dass es dazu viel zu früh ist. Doch wünschen darf ich es mir trotzdem, nicht wahr? Mir vorstellen, wie du ausgesehen hast. Mir wünschen, dass du eines Tages – möglichst bald – wieder genauso aussiehst.

 

Auch wenn du der Meinung bist, dass es nicht gut war, dass es nicht richtig war, so möchte ich dir trotzdem sagen, dass ich glaube – denn wissen kann man es nie – dass es das richtige war, auch für dich. Für sie allemal, aber auch für dich. Denn du brauchst jemanden, der dich liebt. Jemanden, der sein Leben für dich geben würde und mit dir durch dick und dünn geht. Sie hätte all das getan, sie hat einiges davon vielleicht schon getan, doch du hast jemanden verdient, der es mit dem Herzen tut.

 

Man kann nur jemanden lieben, wenn man sich selbst liebt. Wer keine Liebe für sich empfindet, hat auch für niemand anderen welche übrig. Und das tat sie nicht, sie tut es nach wie vor nicht. Sie wollte dich lieben, und sie hat dich geliebt, auf eine Art. Aber nicht auf alle Arten. Du hast mehr verdient als das, nicht mehr als sie, denn sie ist ein toller Mensch, das weiß ich wohl, doch mehr als das, was sie dir gegeben hat, mehr als das, was sie dir geben konnte.

 

Dich so zu sehen bricht mir das Herz. Wie du da sitzt und umher guckst. Matt. Es fehlt ein Teil von dir. Weg. Nicht mehr vorhanden. Und du weißt, dass ich deine Gefühle wahrnehme, dass ich mir hilflos vorkomme. Du spürst was ich spüre, denn im Grunde spüre ich nur deinen Schmerz. Und ich kann dazu nichts sagen, keine Worte helfen. Ich bin einfach nur da. Und nicht einmal das hilft. Du kämpfst mit den Tränen, willst dir nichts anmerken lassen. Ich kenne dich doch. Und so steige ich aus und bleibe vor der Tür stehen. Ein Blick in deine Augen, und wir wissen beide, dass es nichts zu sagen gibt. Mir wird komisch, meine Augen werden feucht, und das nur, weil ich dich so sitzen sehe. Ein Trauerkloß, das bist du nicht. Du kämpfst, du bist stark, das weiß ich. Doch in dir drin liegen die Scherben, und durch deine Augen kann ich sie sehen. Und wenn mir schon die Tränen kommen, wie schaffst du es dann noch, dagegen anzukämpfen? Ich gehe. Einfach weitergehen. Den tiefen Blick nicht halten, denn wir halten beide nicht stand. Es ist der Wind, der meine Augen zum Tränen bringt, ganz gewiss. Und dann überholt mich die Bahn und dein Gesicht spricht Bände...

06.06.2008 um 23:34 Uhr

Mitten in der Nacht

von: indalo

Es ist mitten in der Nacht, oder zumindest fühle ich mich so. Es ist lange her, dass ich um diese Uhrzeit online war. Hoffentlich wird auch wieder etwas Zeit vergehen, ehe ich in meine alten Verhaltensmuster verfalle. Doch die Gefahr ist groß, die Versuchung lockt. Und es wäre auch gar nicht so schlimm, nicht für mich. Für manche Bereiche meines Lebens sicherlich, aber für andere wäre es gut. Es gibt so viel, das ich im Internet finde, so viel, das es mir gibt. Ein Großteil meiner Streichelheiten für die Seele bekomm ich übers Internet. So viele unglaubliche und unbeschreibliche Gefühle entstanden im Internet. Mein Leben wäre ein anderes, wenn ich nicht so viel Zeit online verbracht hätte, genauso wie mein Leben ein anderes gewesen wäre, wenn ich nicht zu bestimmten Zeiten abstinent gewesen wäre... es stimmt mich immer wieder nachdenklich, ja gar traurig, wenn es mir wieder einfällt. Wenn... wenn ich damals eine Möglichkeit gehabt hätte, öfter online zu sein, dann... dann wäre alles anders gewesen und leider habe ich die Befürchtung, es wäre glücklicher verlaufen... es ist nicht so, dass ich jetzt unglücklich bin, aber manche schwierige Phase meines Lebens hätte nicht sein müssen. Doch man sollte nicht dem hinterher trauern, was nicht mehr sein kann, sondern sich über die noch bevorstehenden Dinge freuen! Und genau deswegen werde ich jetzt schlafen, denn Himmel sei Dank sind mir Schlafprobleme kein täglich Gast mehr!