indalo

31.10.2008 um 21:31 Uhr

Leeecker!

von: indalo

Heute habe ich mir so richtig etwas gegönnt. Nein, nicht finanziell – zeitlich! Den ganzen Tag habe ich mich meinen augenscheinlichen Pflichten nicht gewidmet, nur mir und meinem Wohlergehen. Ich habe etwas getan, was ich seit drei Jahren tun wollte und noch länger vorhabe. Ich habe gekocht! Ja, ICH habe gekocht, stundenlang. Das Essen besteht nur aus Kartoffeln, Quark, Mehl und ein paar Gewürzen, alles total einfach. Doch dieses Gericht... ein Gaumenschmaus! Es ist sicherlich nicht einmal der Geschmack, der es mich so genießen lässt, es sind die Erinnerungen, die damit verbunden sind. Dies ist MEIN Essen. Es erinnert mich an meine Großmutter als sie noch... als sie noch gedanklich unter uns weilte, als mein Opa noch lebte und die Welt irgendwie einfacher erschien. Es erinnert mich an gute Momente und an schlechte Momente, es erinnert mich allgemein an viele Emotionen, und mit dem heutigen Tag reiht sich ein weiterer Gefühlsmoment in diese Erinnerungen ein. Mein Inneres ging mit mir durch, ich sah Gespenster ausm Quark kommen, redete davon, wie die Masse keine Angst zeigte und auch nicht weglief, obwohl etwas von oben herabstürzte, und von dem obenschwimmenden Hintern. Viele komische Sätze formten sich in meinem Kopf, viele verrückte Dinge gab ich von mir. Dem ein oder anderen mag es bescheuert vorkommen, ich hingegen grüßte das Kind in mir mit feuchten Augen und einem Lächeln. Ich musste so lachen, dass die Tränen liefen. Worüber? Ich habe keinen blassen Schimmer. Über Idiotien und Blödeleien, über Gedankensprünge und großes Wirrwarr. Keine Angst, allein war ich bei diesem Spektakel nicht, ich hatte einen Zuschauer für diese Show. Und so bekam ich am Ende ein paar Streicheleinheiten und kann nun frisch geduscht – der Pfeffer musste aus den Haaren, und die Hose sollte auch vom Mehl befreit werden – ins Bettlein gehen... Guten Appetit!

25.10.2008 um 22:14 Uhr

Der heutige Tag und meine Wohnung

von: indalo

Der heutige Tag hat nicht mehr viel Zeit. Für mich ist er im Grunde schon vorbei, glaube ich zumindest. Es bleibt nämlich noch die Frage offen, ob ich überfallen werde. Ich denke, in wenigen Minuten werde ich mich auf den Weg ins Bett machen. Wenn spontane Menschen das Bedürfnis haben, bei mir einzufallen, dann mögen sie es nicht zu nachtschlafenden Zeiten machen, nicht wahr? Und doch kann ich damit leben, dass ich womöglich ausm Schlaf gerissen werde – denn nur weil ich so früh ins Bett gehe, tun es die anderen noch lange nicht.

Und wie habe ich diesen Tag verbracht? Genau weiß ich es nicht... der Himmel zu Sonnenaufgangszeiten war wunderschön, überhaupt schien heute schönes Wetter zu sein. Draußen bin ich nur gewesen, um den Wäscheständer auf den Balkon zu stellen – ziemlich kalt war das. Aber gut, man sollte auch nicht im Schlafzeug vor die Tür treten. Ansonsten habe ich meinen Boden größtenteils von Klamotten befreit, gestern lief ja schon die Zeitungswegschmeißaktion. [Der kennt das Wort Zeitungswegschmeißaktion :-O] Morgen steht dann die Rettung meiner zwei Tische an. Bei mir sind Schreibtische ja nichts anderes als Ablageflächen... doch seit Wochen ist es mir nicht einmal möglich, etwas auf meinem Schreibtisch abzulegen, insofern wird das morgen angegangen. Man könnte meinen, ich hätte Zeit. Interessant. Das habe ich wohl auch, hat jeder, und diesmal nehme ich sie mir für eben diese Dinge. Dafür habe ich meinen Freunden am Freitag ein schönes Wochenende gewünscht, gar nicht erst die Diskussion aufkommen lassen, ob wir was zusammen machen. Und doch wurde ich gefragt... „Nein“ sagte ich. Das war in Ordnung, ich fühle mich deswegen nicht schlecht. So kann ich weiter meiner Entspannung fröhnen und tätig sein. Schließlich verdient meine heißgeliebte Wohnung mehr Aufmerksamkeit als ich ihr gegeben habe. Nicht nur die letzten Wochen, sondern eher die letzten Monate... Vernachlässigen sollte man auch Wohnungen nicht, immerhin sind sie wie Freunde. Denn genauso wie man sagt „Zeig mir deine Freunde und ich sag dir wie du bist“, kann man auch meinen „Zeig mir deine Wohnung/dein Zimmer und ich sag dir wie du bist“. ...und was sagt meine Wohnung über mich aus?

24.10.2008 um 18:36 Uhr

Danke - was steckt dahinter?

von: indalo

Danke ist ein komisches Wort. Es soll Dankbarkeit ausdrücken, das ist klar. Doch ist es euch schon einmal passiert, dass ihr euch keineswegs gedankt fühltet, nachdem dieses Wort fiel? Ähnlich der Frage „Wie war dein Tag?“, die nicht immer positiv ankommt. Vermutlich würde ich nicht verstehen, was man mir sagen wöllte, wenn ich dies hier läse – nur wie mache ich mich jetzt verständlich?

Neulich, da sagte jemand zu mir „Danke für deine Hilfe.“ Ich... fühlte mich verletzt. Es war... als wäre ich geschubst worden. Denn dieses Dankeschön verriet mir, wie mein Gegenüber die Situation betrachtet. Sie sah sich als die Meisterin des Werkes und mich als das kleine Helferlein. Womöglich wäre das auch die passende Beschreibung, aber ich fühlte meine Arbeit nicht geachtet. Es kam mir vor, als wäre alles, was ich bis zu dem Zeitpunkt tat, entwürdigt worden. Doch erklären... konnte ich mich auch nicht. Ich saß einfach nur sprachlos da, sprachlos und irgendwie verletzt. Denn war ich nicht mehr als nur eine Hilfe? War ich nicht ein Teil des Ganzen?

Und so möchte ich fragen: Dankt man seinem Partner für die Erziehung der Kinder? Dankt man jemandem, der einem so nahe steht, wenn man zusammen ein Projekt erfolgreich beendet hat?

Eine Möglichkeit wäre „Danke, ohne dich an meiner Seite wäre das nichts geworden.“ oder „Danke, dass wir das zusammen geschafft haben.“ Aber so... nein, nicht einmal so gefällt es mir. Vielleicht bin ich anders gestrickt, aber ich bin nicht der Meinung, dass man jemandem danken sollte, mit dem man zusammen etwas verwirklicht hat. Wer dankt, der stellt eine Hierarchie auf. Entweder er dankt einem Helfer und stellt sich so über ihn, oder er dankt einem Vorgesetzten und unterwirft sich automatisch. Doch dankt man einem Gleichberechtigten? Ja sicherlich, wenn mir ein Freund hilft, jemand auf gleicher Ebene mir nützt, dann kann ich ihm danken, aber nur weil es um mich ging, nicht um das gemeinsame Werk. Danke zeigt Grenzen auf, vielleicht sogar Mauern.

Danke, nichts desto trotz ein wundervolles Wort. Man sollte Menschen täglich danken, fürs Tür aufhalten, fürs über die Straße lassen, fürs Lächeln, fürs Wechselgeld geben an der Kasse, fürs schönen Tag wünschen, für... für... für... So vieles verdient ein Danke, und doch... kann es einen zerstörerischen Effekt haben... erschreckend, aber auch faszinierend, beängstigend irgendwie... denn wem habe ich vor den Kopf gestoßen als ich ihm dankte?

23.10.2008 um 21:01 Uhr

Ungefragte Fragen

von: indalo

Ich fürchte, es gibt einiges, was ich dir sagen möchte. Bestimmt auch einiges, was ich fragen möchte. Wieso ich es nicht tue? Weil ich fürchte, dass ich keine ehrlichen Antworten auf meine Fragen bekommen, und eine unehrliche Antwort, oder eine, die ich nicht glauben könnte, wäre ein Untergang. Doch wie kann ich es je wissen, wenn ich es nicht ausprobiere? Wie finde ich heraus, ob meine Vermutungen und Befürchtungen stimmen, wenn ich dich nicht darauf anspreche? Gar nicht, oder mit viel zu viel Zeit. Schön und gut, an diesem Punkt bin ich. Doch... ist es nicht so, dass wir seit langer Zeit wissen, dass wir über manche Dinge lieber schweigen? Dass... wir uns so unendlich einig sind, dass es schon wieder angsteinjagend ist? So ist es. Und wo liegen die Grenzen? Wie finden wir sie, wenn wir uns ihnen nicht nähern? Verwirrend nicht wahr?

Eins ist klar, es gibt Dinge, die möchte ich nicht wissen. Es gibt Fragen im Raum, auf die ich keine Antwort hören möchte. Ich weiß, dass ich mit keiner Antwort – egal welcher – umgehen könnte. So bescheuert das auch ist. Und so schweigen wir lieber darüber, denn mit der Zeit wird sich das schon erledigen. ...und wenn es Jahre sind...

Vielleicht sollte ich ja doch einmal einen Brief entwerfen? Ein paar Worte an dich richten? Lieber jetzt als später? Oder doch auf ein wenig Gedankenfreiraum warten? Doch passend dazu, musste ich heute leider feststellen, dass ich mal wieder bei etwas einen Tag zu lange gezögert habe... Ich weiß nicht, ob mich gestern weiter gebracht hätte, aber heute war definitiv zu spät. Es ist nicht sonderlich wichtig, es kann auch noch ein paar Wochen warten. Aber manchmal, da möchte ich meine Antworten alle sofort haben. Auf der Stelle, denn sonst treten meine Gedanken weiter auf der Stelle. Ist dies ein Zeichen dafür, dich anzusprechen? Eine Diskussion ins Leben zu rufen? Oder ist es nur mal wieder der Schwachsinn, der sich in meinem Kopf zusammenbraut, wenn ich mich im Kreis drehe?


22.10.2008 um 23:11 Uhr

Nur noch ins Bett

von: indalo

Ich möchte ins Bett, einfach nur ins Bett. Doch irgendwie kann ich nicht. Zu viele Gedanken schon wieder. Heute morgen ging ich aus dem Haus mit dem Entschluss, die folgenden drei Tage zu überstehen. Ich lächelte vor mich hin und war frohen Mutes. Kurze Zeit später kam die erste Ernüchterung. Schön und gut. Konnt ich mit leben. Besser wurde es auch nicht, aber ich für mich habe Abstand zu dem Negativen gewonnen.

Ha, was für ein Schmarrn. Abstand? Ich? Sicherlich hätte ich das gerne. Doch dass ich in den morgendlichen Stunden Hasstiraden an mich selbst richtete, das kann man nicht Abstand nennen. Nein, das ist Nähe, das ist sogar in mir drin, in meinem Kopf, in meinen Gedanken und in meinem Gefühl. Doch irgendwie gewann ich wirklich Abstand. Der zweite Teil des Tages war nahezu gut. Wieso, das weiß ich nicht. Vielleicht weil die überaus schlechte Nachricht von gestern, heute wieder gerade gerückt wurde. Ich die Lösung zu dem immensen Problem gefunden habe. Wieder einmal. Doch dann, als ich diese (aus meiner Sicht) positiven Nachrichten weiterleitete, entstand wieder miese Stimmung. Was soll das? Wieso immer alles schlecht sehen? Wieso nicht dankbar sein? Nein, man muss mir auch noch das Gefühl geben, etwas völlig falsch gemacht zu haben. Na danke. Das nächste Mal kümmere ich mich um nichts. Doch ist dir eigentlich bewusst, dass du ohne diese Infos ins Verderben gerannt wärst? Ist dir klar, dass wenn du das ein oder andere Mal deine kuriosen Ideen aussprechen würdest, ich mit meinen Zweifeln und den für-Klarheit-sorgen-wollen Versuchen dir einiges erspart hätte? Nein, natürlich nicht, denn gewusst hätte ich das damals auch nicht. Aber ich hätte gefragt, denn ich verlasse mich nicht auf spontane Einfälle. Und wieso mich das jetzt ärgert? Weil ich alles ersichtliche tue, um nicht gegen Wände zu rennen und jeden Monat eine neue vor mir errichtet wird. Daran habe ich mich ja schon gewöhnt, damit kann ich leben, aber dass du mir dann plötzlich auch noch übel nimmst, dass ich eine deiner Wände zerstört habe, das ist zu viel. Da hört mein Verständnis und Wohlmut auf. Da fängt das Ärgern und Verletzt sein an. Genau wie bei dir...      Gute Nacht.

21.10.2008 um 22:22 Uhr

Selbstbewusstseinsloch

von: indalo

Im Grunde halte ich mich für... intelligent. Ja doch, es gibt so manche Bereiche im Leben, bei denen ich von mir viel halte. Ja, nicht nur etwas, nein, sogar viel. Nicht super intelligent, und auch kein Genie, aber doch schlau. Ich bin auch nicht auf den Mund gefallen oder verbau mir etwas durch sonstige Patzer. Und doch gibt es Zeiten im Leben, den ein oder anderen Tag, an dem ich an mir zu zweifeln beginne. Nicht unbedingt an meiner Intelligenz, denn ohne ein gewissen Denkvermögen wäre ich nie dort gelandet, wo ich jetzt bin. Aber... ich zweifle dann an meinem Selbstbild. Vielleicht habe ich eine falsche Meinung von mir. Womöglich, oder gar sehr wahrscheinlich, haben andere es. Ich bin nicht das, für was sie mich halten. In solchen Momenten kann ich Lob nicht hören, dann mag ich nicht einmal ein aufmunterndes Lächeln. Ätzend, solche Zeiten. Sie stören mich weniger für mich selbst, denn ich habe mich daran gewöhnt, es ist okay, mal solche Phasen zu haben. Sie stören mich aber in Bezug auf andere, denn erklären kann ich mich nicht. Sicherlich kann ich Antworten auf Fragen geben, doch die werden höchst sarkastisch, gar zynisch. Und das empfinde ich nicht als fair... da schweige ich lieber. Und genau das, möchte ich jetzt. Einfach schweigen... bis zum Wochenende... doch wie überstehe ich die nächsten drei Tage ohne jemandem auf den Schlips zu treten?

19.10.2008 um 21:15 Uhr

Der perfekte Tag

von: indalo

...war gestern. Ja, er war perfekt. Hat sie gesagt. Man ist nie wunschlos glücklich, es gibt immer etwas, das man ändern könnte, aber perfekt kann es trotzdem sein. Einfach nur schön, ein Moment nur zum Grinsen und Strahlen. Und das tat sie, sehr sogar. Es war... umwerfend. Zum Heulen, genau genommen. Als ich heute versuchte jemandem zu erklären, wieso ich sagte, der Tag hätte mich mitgenommen, konnte ich es nur an Hand von Filmszenen beschreiben. Ist es nicht erschreckend, dass wir mehr Emotionen bei Filmen schauen erlauben als im Leben? Beim Film ist es okay, wenn man weint, weil sich zwei Liebende finden, beim Film ist es genehmigt, emotional aufgewühlt zu sein. Aber wenn ein Mensch, der einem so unehimlich wichtig ist, dass man sich wochenlang verbiegen würde, nur um ihm einen schönen Tag zu bereiten, dann darf man nicht völlig aufgelöst sein, weil eben dieser Mensch nicht mehr aufhören kann zu strahlen? Das ist doch verkorkst!

So, das wollte ich gesagt haben. Bäh. Doch eigentlich ging es mir vielmehr darum, noch einmal in Erinnerung zu rufen, dass egal wie bescheiden es mir gestern ging, der Tag einfach schön war. Heute konnte ich mich noch nicht auskurieren, aber dafür möchte ich mit den Gedanken an gestern jetzt ins Traumland schleichen... still und heimlich... Gute Nacht.

18.10.2008 um 10:27 Uhr

Der große Tag

von: indalo

Heute ist also der große Tag, der Tag der Tage. In 24 Stunden wird alles überstanden sein. Dann werde ich das Festmahl, was ich soeben gekocht und gespeist habe, verdaut haben. Es soll zur Stärkung dienen, dazu, diesen Tag zu überstehen. Er ist den Startlöchern, von Sonne nichts zu sehen, aber dafür auch noch kein Regen. Wenigstens das.

Und so kaue ich auf den letzten Bissen rum und überlege, an was ich alles denken muss. Doch eigentlich lausche ich nur auf die Klingel. Der Postbote möge doch bitte kommen und mir ein (oder auch zwei) Paket(e) überreichen. Eins ist wichtig, das andere kann warten. Aber das eine, das muss doch unbedingt heute kommen, denn heute ist der Geburtstag, nicht morgen und noch weniger übermorgen. Nein, heute.

Es wird ein schöner Tag, es muss ein schöner Tag werden. Er muss grandios werden, schlichtweg genial, denn sonst... ja sonst. Sonst wird jemand sich umsonst geopfert haben, jemand ein schlechtes Gewissen haben und einige Menschen bangen, bis das große Geheimnis gelüftet wird. Ich mag keine Geheimnisse mehr haben. Ich mag so etwas großes, so etwas wichtiges nicht schon wieder vor einem Menschen verheimlichen, der mir so unheimlich wichtig ist. Vor vielen Monaten hatte ich schon einmal ein Geheimnis vor ihr. Ein böses Geheimnis. Es war nicht schön, es war schwierig. Doch irgendwie auch nicht, denn die meiste Zeit hatte ich kein Verlangen danach, ihr davon zu erzählen. Erst als ich die Tiefe unserer Verbindung spürte und merkte, wie ausschlaggebend diese Info war, musste ich es ihr sagen. Doch überließ ich jemand anderem den Vortritt. So wird es auch dieses Mal sein, nicht ich werde es lüften, denn es wäre nicht fair. Doch ich werde mich komisch fühlen, ich tu’s ja jetzt schon. Damals... da hatte ich mir vorgenommen nie wieder solch schwerwiegende Sachen vor ihr zu verheimlichen. Und plötzlich, total unwillentlich, war ich wieder mittendrin. Und jetzt muss ich dadurch. Dafür brauche ich Kraft und Willensstärke, die habe ich. Doch nichtsdestotrotz kann ein Festmahl zur Stärkung nicht schaden. Insbesondere da mein Körper nun dem Geiste nach zieht und Überforderung anmeldet. Das weiß ich doch, das habe ich doch schon gemerkt und alle Arbeit und Anstrengung von mir gewiesen. Nun strafe mich doch nicht mehr.

Und wegen all dieser Gründe, muss es ein schöner Tag werden. Ich habe so viel investiert, so viel geopfert, und sie hat keinen blassen Schimmer. Ich werde den Rest des Tages an ihrer Seite verbringen und muss schweigen, darf ihr nicht mitteilen, was mich innerlich so bewegt. Andere Geschichten muss ich mir ausdenken, andere Erzählungen von mir geben. Irgendwas nebensächliches, damit sie bloß nichts merkt. Wieso in aller Welt mache ich mir so nen Kopf darum? Ich bin ruhiger als das, ich bin besser als das. Doch scheinbar beschäftigt es mich doch sehr, auch wenn ich nicht davon träume... noch nicht. Anderes raubt mir eher den Schlaf.

14.10.2008 um 23:53 Uhr

Ein weiterer Tag geht dem Ende zu

von: indalo

Ein weiterer Tag geht dem Ende zu. Ich habe heute viel geschafft und viele tolle Neuigkeiten gehört. Nein, nicht viele, aber eine. Und sie ist noch nicht einmal endgültig, aber das breite Grinsen, mit dem man mir begegnete, war schon sehr vielversprechend. In zwei Wochen weiß ich mehr, angeblich. Wir werden sehen.

Ansonsten war der Tag sehr entspannt, ich konnte alten Traditionen nachgehen und ein wenig Geld verdienen. Der Himmel wurde von grau über weiß zu wunderschönen Blautönen. Ich bekam mehr als ein Lächeln und wurde herzallerliebst gegrüßt. Dann wurde ich begeistert angerufen und wollte mich selbst dafür schelten, dass ich ständig von meinem Tag schwärmen muss *seufz*

Tja, wie ich den Tag seit dem rumgebracht habe, weiß ich nicht genau. Ich schrieb hier ne Nachricht, da nen Absatz und letztlich bin ich ein paar Seiten weiter mit meiner Langzeitaufgabe. Ein paar Seiten bedeutet aber wirklich auch nur ein Paar.

Und nun möchte ich ins Bett. Ich hoffe einfach, dass ich schlafen können werde, denn morgen und übermorgen heißt es früh aufstehen. Lust habe ich natürlich keine, und doch werde ich morgen wieder meinen zwanzigminütigen Spaziergang vorbei an diesen wunderschönen Herbstfarben mit einem Lächeln hinter mich bringen. Oh, wie freu ich mich darauf!

13.10.2008 um 21:07 Uhr

Einfach nur glücklich

von: indalo

Heute beginne ich mit dem letzten Satz. Also der Satz, der diesen Eintrag beendet, den schrieb ich zuerst. Er gehört dennoch ans Ende, denn erst am Ende fiel mir diese Übereinstimmung auf... nicht nach unten gucken! Das ist doch schummeln!


Es geht mir gut, es geht mir ja gar wunderbar. Ich strahle, ich hüpfe, ich singe. Ich bin begeistert und entzückt, fasziniert und interessiert. So schlimm, dass ich andere nerven muss. „Wo hastn die Laune her?“, „Was auch immer du heut morgen genommen hast, das will ich auch!“, „Wieso bist du so gut drauf?“ Ich habe keine Ahnung. Also doch, bestimmt, ganz viele, aber es gibt keinen konkreten Grund. Nichts eindeutiges, nur viel vieldeutiges. Dies und das, hier was und dort was. Ich bin einfach glücklich. Meine Pläne gehen auf, mein Wohlgefühl sprengt die 100 allemal. Ich fühl mich toll. Erst konnte ich noch rumdödeln bevor ich das Haus verlassen musste. Eine kurze Dusche in der besten Dusche der Welt war natürlich ein guter Anfang. Dann wurde ich von einem grandiosen Strahlen empfangen. Und! Es galt mir! Mir allein. Ich kenne dieses Strahlen, ich weiß, dass es einfach-nur-glücklich bedeutet, doch meist bin nicht ich der Auslöser. Doch dieses Mal leuchtete es nur für mich. Völlig bekloppt und doch so passend zu meinem Dauergrinsen. Toll! Dann wechselte ich den Raum, genau wie die Umstände und wurde von jemandem, für den ich zugegebenermaßen ne kleine Schwärmerei hege, herzlichst begrüßt. Dieses Lächeln haut mich einfach um! Das daneben noch jemand saß, der mich rundum begeisterte, potenzierte meine Laune um einiges. Ich war im falschen Raum, bzw. wurde natürlich wieder in der letzten Minute alles umgeändert. Andere regten sich tierisch auf, mir passt das auch nicht unbedingt in Kram – doch soll ich mich daran stören? Vor nem Jahr hätte es mich noch gestört, da hätte ich mir noch Sorgen gemacht, Bedenken gehabt. Doch jetzt? Scheiß drauf, ich mach’s beste draus und das gelingt mir. So wurde auch dies eine wunderbare Stunde. Ich hab gelacht wie lange nicht. Ja, ich bin dem einen oder anderen aufn Geist gegangen, doch kann ich was dafür, dass sich andere daran stören, wenn man über die Maßen glücklich ist? Ich will’s doch nur teilen, sie mitreißen und was abgeben. Mehr nicht. So stolperte ich tanzend nach Hause um das Rad zu holen und lief zur nächsten Veranstaltung. Pünktlich betrat ich den Raum, zumindest nach meiner Uhr. Auch hier wurde ich herzlichst begrüßt, nicht persönlich, dafür aber unbekannterweise. Sympathisch. Und so bekam ich gleich was aufs Auge gedrückt, Arbeit, Arbeit, Arbeit. Was soll’s, das nehm ich doch sofort in Kauf. Bei all diesem Glück. Dann in PC Pool flitzen und supertolle Nachrichten lesen. Sie mag mich, sie mag mich wirklich. Und ich mag sie. Ach ist das toll. Alles wundervoll. Dann ein kurzer Abstecher zu ner eher betrübten Freundin. Sie heulte vor Husten, ich vor Glück. Ja, das ist nicht mehr normal, ich platze vor Freude und könnt einfach nur losheulen. Wenn ich doch nur nen Grund angeben könnt (dann würd man mich net mehr in die Klapse schicken wollen...). Als nächstes wurde mir eine bisher gut ignorierte und überhaupt bestens gemeisterte Sorge genommen. Ich bin so positiv wie’s nur geht. Herrlich. Alles wird wunderbar, alles wird genial. Ich liebe das Leben. Dann raste ich den Berg in einem Affenzahn (hehe) runter und erinnerte mich daran, dass die Bremsen nicht funktionierten, als ich die rote Ampel am Fuße sah. Oh je, doch ich verzauberte die Ampel zu einem wunderschönen grün *lach* Einbildung ist auch ne Bildung, doch die grüne Welle rollte bis zum Ziel, wunderbar. Dann stand ich schockiert vor einer Menschenmenge und musste mich zu allem Überfluss auch noch durchdrängeln. Na herrlich. Alle Augenpaare auf mich? Wen kümmert’s, ich blende’s aus. Mich soll heut gar nichts stören. Dann half ich der guten Frau mit ihren Papieren, sie nahm alles hin und hatte vollstes Vertrauen. Wunderbar. Dann noch hier ne Unterschrift, da ne Kopie und der notwendige Einkauf. Ein paar Regentropfen im Gesicht, Fahrtwind um die Ohren und schwere Taschen um mich herum. Mich kann nichts mehr ernüchtern, ich fliege auf Wolken und singe „Warum bin ich so fröhlich, so fröhlich, so fröhlich....“.


...und ein Blick auf den Kalender verrät mir: Es ist wieder mal ein Dreizehnter...

12.10.2008 um 12:24 Uhr

Bahnfahren

von: indalo

Mein zwei-Tage-Urlaub ist vorbei. Er tat gut, so unglaublich gut. Die Hinfahrt wurde genutzt um auf zehn Seiten die Ereignisse der letzten Woche festzuhalten. Ja, so verdammt viel ist geschehen. Zwischendrin erreichte mich ein Anruf mit der besten Nachricht, die man mir in dem Moment hätte mitteilen können. Der Bote wusste nicht einmal, was er mir wirklich sagt. Die erste Ebene der Nachricht war offensichtlich, doch die zweite, die wurde nicht erkannt. Nicht weiter schlimm, ich verstand, nur das war wichtig. Ich hätt heulen können, so schön war die Nachricht, doch die Art der Überbringung machte es alles noch intensiver. Wie schön es ist, glückliche Menschen zu sehen oder zu hören. Das Strahlen schwingt mit jedem Wort mit.

 

Wie auch immer, ich genoss die Bahnfahrt. Die ganze Geschichte spielte sich noch mal in meinem Kopf ab, ich fühlte mich gut damit. Die Unsicherheiten sind noch nicht ausgestanden, doch die innere Ruhe herrscht vor. Und kaum am Zielort angekommen, war es alles nur nebensächlich. Es war nicht mehr so präsent, ich habe ja nicht einmal daran gedacht. Bis zum Schlafengehen war es nicht in meinem Kopf, ja selbst die Nacht hindurch war es nicht wichtig. Erst am folgenden Nachmittag tauchte es wieder auf. Urlaub bringt Distanz in den Gedanken – wie schön! So waren es zwei wunderbare Tage, bis ich mich wieder in den Zug setzte. Es waren auch emotionale Tage, erinnerungsreiche Tage. Und auch in dem Bereich meines Lebens war ich so emotional wie noch nie. Wenn ich dasitze und jemanden beobachte, mich in meinen Gedanken verliere und nicht aufpasse, kriege ich schon wieder feuchte Augen. Nachfragen sind mir da auch nicht behilflich, ich kann es ja nicht einmal erklären. Es ist einfach so, es tut nicht weh, es fühlt sich überhaupt nur wenig an, es sind einfach nur Gedanken, Erinnerungen, Wünsche, Träume, Überlegungen oder Erkenntnisse. Mehr nicht. Doch es ist schön zu wissen, dass es alle Bereiche meines Lebens berührt, dass ich es bin und nicht die Menschen es mit mir machen.

 

Und dann die Rückfahrt. Bahnfahren. Was täte ich doch ohne solche Bahnfahrten. Ich schwöre bei allem was mir heilig ist, dass auch wenn das Beamen noch in meiner Lebenszeit erfunden wird, ich dennoch die Bahn als Fortbewegungsmittel nutzen werde. Bei diesem Urlaub hatte ich keine Eile, weder beim Ankommen noch beim Wegfahren. Ich brauchte diese Zeit um von einem Leben zum nächsten zu kommen. Um Gedanken zu sortieren und neu zu entdecken. Und so schlichen sich komische Gedanken in meinen Kopf. Sie haben mit Verlusten zu tun, aber weniger mit Verlustängsten, mit Akzeptieren und Ruhe, aber auch mit Schmerz. Mit erkennen und wahrnehmen, und mit Einsamkeit. Mit Liebe und Nähe, genauso wie mit Entfremdung und Distanzieren. Und als alles zu viel wurde, als mein Herz schmerzte und die Tränen mal wieder einen traurigen Grund hatten, entschied ich mich für a bissl Ablenkung zu sorgen. Ein Anruf aus dem Nichts brachte mich zurück in diese Gedankenbahn und ohne dass ich danach fragte, (auch wenn ich es herausforderte,) wurde mir gesagt, wie idiotisch meine Gedanken sind. Es ging um andere Themen, doch wie ein Zeichen kam dieser Anruf, ein Zeichen, das mit zeigen sollte, ich dürfe nicht darüber nachdenken und schon gar nicht darüber reden, denn man würde mir ohnehin widersprechen. Doch manchmal... da bin ich so stur, dass ein Widerspruch nichts nutzt und alles nur schlimmer macht. Ja, ich bin stur und dickköpfig, und manchmal leide ich einfach so vor mich hin und teile es niemandem mit. Denn niemand würde verstehen... ein jeder Jemand, der bisher verstand, der in den letzten Jahren meines Lebens ins Vertrauen gezogen wurde, weil er oder sie genauso dachte, folgte letztlich doch dem selben Weg wie alle anderen auch. Vielleicht werde ich eines Tages auch diesen Weg einschlagen, doch dann bleibt die Frage, wieso ich es tue...weil ich es will, weil es mein Lauf des Lebens ist, oder weil ich keine andere Wahl mehr habe?

07.10.2008 um 19:22 Uhr

Vielleicht...

von: indalo

...bin ich einfach nur empfindlich geworden, vielleicht bin ich nicht mehr Herr meiner Selbst, aber all das Chaos, das mich gerade umgibt, es wirbelt mich innerlich zu sehr auf. Hier wird das eine für ne handvoll Leute von mir geplant, dort werden andere lebensentscheidende Dinge durchdacht... und ich mittendrin. Mittendrin und doch nicht wichtig. Ein Teil des ganzen, nur ein Teil. Wenn ich denn wenigstens das Recht hätte zu klagen, wenn es denn wenigstens um mich gehen würde... aber nein, ich jammer für andere, oder zumindest könnte es so wirken.

So einen schönen Tag hatte ich, eigentlich. Mehr als ich zählen konnte war die Anzahl der Male, die ich mir selbst das Reden verbot. Geheimnisse, welch Plage. Sie sind in meinem Kopf, rund um die Uhr. Nachts kann ich nicht schlafen, tags darf ich nicht reden. Wohin soll das alles noch führen? Und sie? Sie hält mich für bekloppt, meint, ich wäre am Abdrehen. Ja, das bin ich, und manchmal möchte ich es ihr einfach nur erklären. Ihr alles erzählen, doch ich kann nicht. Es wäre nicht richtig, es wäre nicht fair. Und so drehe ich mich weiter im Kreis, sorge mich um meine eigene Welt allein und unterhalte mich mit den anderen über den Rest. Alles wird gut, nicht wahr? Ja, alles wird gut. Das weiß ich, doch manchmal nützt diese Überzeugung nichts bei dem Gefühl, was einen auf dem Weg dorthin begleitet. Verdammt... da hatte ich früher schon einmal ein Gleichnis? Ist dies dem gleichzusetzen? Ich hoffe nicht... wirklich nicht... so schlimm ist und war mein Leben schon lange nicht mehr, ich bin ein glücklicher Mensch und lache mehr als die Meisten. Doch all das löst die Gedanken, Sorgen und Zweifel nicht auf. Nichts bedrohliches und doch etwas, über das ich reden mag. Nur zu blöd, dass ich mit ihr nicht reden darf...

06.10.2008 um 23:06 Uhr

Ungewissheit gepaart mit Chaos

von: indalo

Ich kann mit vielem leben, aber Ungewissheit gehört zu den Dingen, die ich nur schwer ertrage. Und gerade sie ist mein treuer Begleiter in den letzten Tagen. Seit nunmehr fünf Tagen gehen meinen Gedanken durch nen Actionpark, meine Emotionen kommen nicht hinterher. Leute meinen, ich würde mir zu viel zumuten, Leute haben recht. Öfter. Zur Zeit. Es ist zu viel. Doch nicht ich mute es mir zu, sondern mein Leben. Das Leben, was ich gewählt habe, also ja, indirekt auch ich. Doch wenn ich könnte, würde ich jetzt in diesem Moment gerne die Tür hinter mir schließen und mein Leben mein Leben sein lassen. Nur zwei Wochen lang, danach schließe ich wieder auf. Doch bis dahin geht’s drunter und drüber, viele Gespräche werden im Kreise drehend geführt. Chaos. Schlichtweg Chaos. Das Wort des Tages, der letzten 24 Stunden.

 

Es fühlt sich nicht an, als ob mein Inneres Achterbahn fährt, denn es wechselt gar nicht so oft, es ist beides, es ist bergauf und bergab im selben Moment. Es dreht sich auch nicht unbedingt, denn Drehen beinhaltet im Kreise und immer wieder das Gleiche. Das ist es nicht, es ist ständig was neues, alle zwei Stunden überfallen mich neue Begebenheiten. Es ist eine Sache in Ungewissheit auf etwas zu warten, es ist aber etwas völlig anderes, ständig neue Infos zu bekommen, doch nie Klarheit. Pures Chaos.

 

Vor eben jener Anzahl an Tagen bekam ich eine Mail. Eine Mail von einer Person, die nicht einmal meine Email Adresse besitzt. Nun gut, woher sie sie hat, ist offensichtlich, und dennoch spannend, dass man mir einfach so schreibt. Dass man an mich denkt ist schön, doch in diesem Fall wäre ich lieber nicht so mittendrin – wobei auch außenvor nicht helfen tät. So las ich diese Nachricht und alles in mir sträubte sich gegen ihren Inhalt. Ich war dagegen, mein Gefühl schrie auf, es widersprach nicht nur, es protestierte. Mein Gefühl, die Instanz, die mich leitet. Alle Welt war dafür, ich war dagegen – allein. Ich blieb dagegen. Dann bin ich halt der Arsch, dann ich halt ein Außenseiter. Ich steh dazu, das ist meine Meinung, das ist mein Gefühl. So begann ich meinen kleinen Kampf, stellte klar, dass ich dagegen bin und auch nicht so tun werde, dafür zu sein. Nicht einmal mitmachen werde ich. Der erste Mensch sagte sofort „Boa, ich mag dich, ich fühl mich auch unwohl.“ – „Warum in aller Welt sagste dann nix?“ – „Ich wollt nicht allein dastehen.“ Ja nee, dann lieber was falsches tun? Weil man nicht der Böse sein will? Man ey, ich kann so was nicht leiden! Und so begann das Theater. Ich war nicht mehr allein, doch ich fühlte mich weiterhin so. Denn das war nur ein halber Rückhalt. Dennoch war ich mir dessen sicher genug, dass der Rückhalt bleiben würde.

 

So wurden die Tretmühlen in Gang gesetzt, das Chaos begann. In Einzelheiten brauche ich mich nicht zu verlieren. Es ging hin und her, plötzlich trauten sich noch mehr zu sagen, dass sie ja doch dagegen sind – aus den verschiedensten Gründen. Der Verursacher wurde angesprochen und überzeugt. Es war zu spät. An anderen Orten wusste man nichts von den neuesten Gesprächen, der Plan wurde verschriftlicht. Das Unheil schien herein zu brechen. Was mache ich? Das Unabänderbare akzeptieren und mir den Plan so zurecht biegen, dass es trotzdem noch positiv wirkt. Geschafft. Und dann? Eine Email. Eine verzweifelte, ängstliche, bittende Mail. Meine Meinung wird gefragt und es wird um wahre Ehrlichkeit gebeten. Ich folge dem Wunsch, biete ein Gespräch an und so folgt ein ewiglanges (furchtbar teures) Telefonat. Quintessenz? Das Papier auf dem der Plan verschriftlicht wurde, wird verbrannt. Ich fühle mich besser, nicht gut. Denn mein Inneres ist aufgewühlt, ein Mensch ist am Boden zerstört und ich habe damit zu tun. Ich werde dafür weder verflucht noch sonst wie beschimpft, das Verständnis und die Einsicht ist da. Klingt doch alles wunderbar. Ich leite die guten Neuigkeiten weiter. Kaum habe ich das erledigt, wieder ein Schlag in die Magengegend. Das Papier ist nicht in den richtigen Händen, der neue Besitzer fordert die Erfüllung des Planes. Wo sind wir denn hier? Im Krieg? Der Schlachtplan wird durchgezogen, weil er verschriftlicht wurde? Weil ein Mensch der Meinung ist, er könnte über jemanden urteilen und bestimmen, weil er irgendwo mal seine Finger (oder andere Dinge) im Spiel hatte? So funktioniert das aber nicht! Da taucht mein Beschützerinstinkt auf. Mein Gefühl boykottiert, ist überfordert, gibt Fehlermeldungen. Ich weiß nicht mehr, was ich als richtig empfinde, es wurden zu viele Faktoren, die Gleichung wurde gesprengt. Es ist nicht meine Entscheidung, es ist nicht meine Aufgabe. Ich biete Trost und Umarmungen, Verständnis und gutes Zureden – auch wenn es zu meinem Nachteil ist. Es wird gut werden, es muss gut werden.

 

Und so sitze ich hier, frage mich, ob noch Hoffnungen bestehen, dass der Krieg nicht ausbrechen wird. Fühle mich einsam in meiner Gedankenwelt, fühle mich den Geschehnissen gegenüber hilflos und versuche Plan A, B und C zu erfinden. Alle Varianten müssen bedacht werden, alle Möglichkeiten müssen aufgedeckt sein, nur dann kann man richtige Entscheidungen treffen. Nicht ich, denn ich bin hier nicht der Protagonist. Nur blöd, dass die Geschichte eine Hauptrolle in meinem Leben spielt, ja sogar mein Leben ausfüllt. Ich bin nicht wichtig, und doch ist es mir das Wichtigste. Welch Ironie, welch Unausgeglichenheit. Und so ganz nebenbei habe ich ja noch Pflichten, nicht meinem Leben, aber meinen Aufgaben gegenüber. Pflichten, die jetzt erfüllt werden müssen, Aufgaben, die sich nicht aufschieben lassen und laut um Hilfe schreien. Bald gibt es wieder zwei Tage Urlaub, und ich habe sie bitternötig. Zwei Tage raus aus diesem Chaos, zwei Tage an was anderes denken und wahrscheinlich mehrmals täglich einen Anruf bekommen, der mich in dieses Chaos zurückzerrt... Die Ungewissheit plagt mich, doch ich werde sie einfach ignorieren und für alle Eventualitäten eine Lösung finden. Das ungewisse Chaos und die chaotische Ungewissheit werden bekämpft, jetzt sofort!

05.10.2008 um 15:39 Uhr

So unglaublich nah

von: indalo

Gestern wurde mein Leben wieder vervollständigt. Sie ist wieder da, ich konnte sie wieder in die Arme schließen und wir flogen uns entgegen. Die Wiedersehensfreude war groß, das Gefühl wie immer. Einkaufen, Schränke umräumen, Essen machen und quatschen. Alles eine Selbstverständlichkeit. Als wäre es schon immer so gewesen und als würde es nicht einen Gedanken geben, der etwas anderes überlegt. Auch wenn es nicht ewig so war, so gibt es doch nur diesen Gedanken. Wir zwei und der Rest der Welt. So saßen wir auf dem Boden, schweigend. Starrten ins Chaos und mampften vor uns hin. Schweigen, minutenlanges Schweigen, kein Wort kam uns über die Lippen, kein Gedanke kreuzte mein Gehirn. Es war einfach nur schön. Es war schön, an ihrer Seite zu sitzen, es tat gut, sich schweigend wohl zu fühlen und das ganz ohne Fernseher. Dann erzählte sie irgendwann, zeigte mir, was sie alles gelernt hatte. Und einfach nur dazusitzen und ihr zuzuhören trieb mir Tränen in die Augen. Ich starrte sie an und sie fragte nur irritiert „Wasn?“ – „Nichts.“ – „Sag schon.“ – „Nichts, es ist einfach nur schön.“ Und so redete sie begeistert weiter. Zeigte mir Briefe, die sie bekommen hat, erzählte und berichtete. Testete das ein oder andere Thema bei mir, wollte meine Meinung hören, bzw. bestätigen, dass sie dem entsprach. Und so redeten wir stundenlang, über dies und das. Waren fröhlich und lachten, wurden plötzlich ernst und seufzten. Ein Blick in die Augen, ein Blick ins Herz, wir sind uns so nah.

 

03.10.2008 um 11:04 Uhr

Es macht mir Angst

von: indalo

Es macht mir Angst, dass sie sich mehr darauf zu freuen scheinen als ich. Es bereitet mir Sorgen, ihre überschwingende Freude zu erleben. Ich hab sie gern, ich mag Zeit mit ihnen verbringen, aber ich war genauso glücklich als ich fort war. Auch ohne sie ging es mir gut, sicherlich weil ich wusste, dass ich sie wiedersehen würde, dass ich sie bald wieder täglich um mich haben würde. Doch ich wünschte mir nie, auch nur einen Tag früher nach Hause zu kommen... so wie sie... sie anrufen und sagen, sie wünschten sie wären jetzt schon bei mir. Meine Stimme zu hören, mit mir zu reden und zu lachen, das löst eben solche Gefühle bei ihnen aus... Ja, es gibt mir zu denken. Bin ich doch noch nicht so viel weiter? Bin ich immer noch ein Gefühlsklotz? Habe ich wieder Rückschritte gemacht? Warum ist ihre Sehnsucht so viel größer als meine? Wieso kann ich sie gar nicht fühlen? Es liegt nicht an einem Mangel an Gefühlen ihnen gegenüber, sie sind zur Zeit die wichtigsten Menschen in meinem Leben, um sie herum, auf sie herauf ist mein Leben gebaut. Sie sind meine Basis, meine Grundlage, mein sicherer Hafen. Und doch scheine ich mich nicht so sehr auf ein Wiedersehen zu freuen wie sie... warum?