indalo

28.04.2011 um 15:30 Uhr

Klicken. Fahren. Sparen.

von: indalo

Wer es noch nicht kennt und genauso viel mit der Bahn fährt wie ich, der hat was verpasst. Der sollte sich unbedingt bei dieser praktischen Seite in grün anmelden. Oh, wie mich diese Seite erfreut.

Im Laufe des Tages bekam ich einige Anrufe von den unterschiedlichsten Menschen in den verschiedensten Lebenslagen. So rief mich ein jüngerer Mensch an und siezte mich unaufhörlich. Am Telefon kann ich das ja noch übergehen, aber wenn ich dann noch eine förmliche Email bekomme, muss ich doch darauf hinweisen, dass man mich auch einfach duzen kann. Nun bin ich gespannt, wer da in ein paar Tagen vor mir steht, vermutlich ziemlich verunsichert und schüchtern.
Vor wenigen Minuten rief mich eine ältere Frau an, aus dem selben Grund wie dieser Mensch zuvor. Diesmal war mein Gesprächspartner ein wenig verunsichert, ob er mich duzen oder siezen soll. Es wurde zum Du, kein Problem, im Gegenteil. Doch als jene Frau dann erwähnte, dass sie schon ein wenig älter ist, musste ich sehr schmunzeln und lächelte in mich hinein. „Ich weiß“ dachte ich nur und fragte mich sogleich, ob es unhöflich wäre, das zu erwähnen. Ich für meinen Teil wählte auch das Du, wobei von „wählen“ keine Rede war, ich mach das immer so bei diesen Anrufen. Weiß man im Alter nicht, dass die Stimme anders klingt? Oder weiß man nicht, dass die jungen Menschen ein Gefühl dafür haben? Oder haben gar nicht alle ein Gefühl dafür?

So sitze ich hier und lächel in mich hinein. Eine tolle Seite in grün. Sie hat mir Geld gespart, manchmal sogar Gewinn gebracht und oftmals ein Lächeln. Mitfahrgelegenheit.de nennt sie sich. Sowohl für Bahnfahrer als auch für jene, die lieber mit dem Auto reisen. Ich persönlich bevorzuge ja die Bahn.
Und all den Miesmachern unter uns: Ja, genau deswegen streiken die Lokführer, weil manche sich die Mühe machen, Geld zu sparen. Doch lasst euch gesagt sein, dass ich bei weitem nicht so oft mit der Bahn führe, wenn es diese Seite nicht gäbe.

27.04.2011 um 22:12 Uhr

Lachen bis die Tränen fließen

von: indalo

Zum Schießen! Ich lese gerade das witzigste Buch seit langem. Und das dachte ich schon bei Mieses Karma. Da hab ich schon gelacht, doch jetzt? Kein Vergleich. Die Wände wackeln, weil ich mich nicht einkriegen kann.

Obschon mir bewusst ist, dass das Vorlesen einzelner Passagen für andere kaum den Humor widerspiegeln kann und sowieso Geschichten aus dem Zusammenhang gerissen nicht annähernd so komisch (wenn auch manchmal noch viel komischer!) wie die Gesamtheit des Ganzen sind, so habe ich mitten beim Lesen eine Freundin angerufen und ihr mir logisch erscheinende Fragen zum Fliegen gestellt. Sie war verdutzt, wenn auch erheitert ob meiner Stimmlage, Himmel sei Dank kennt sie mich schon länger, sodass ihr meine manchmal schräge Art nicht unheimlich ist. Sie erkannte an meiner Stimmlage, dass ich gut gelaunt bin und spiegelte mir dies in ihrer eigenen Stimme wider. Ich stellte ihr meine Fragen, sie antwortete nicht, gackerte nur und ich konnte nicht mehr reden. Ich musste lachen, einfach nur lachen. Tränen strömten mir über die Wangen. Ich glaube das nennt man Lachkrampf. Komisch, so witzig ist es nun auch wieder nicht.

Ich glaube, ich habe lange nicht mehr gelacht. Dunkel erinnere ich mich, dass ich mal mit jemandem – ha, da fällt mir diese Person auch wieder ein – lachend auf der Couch saß und merkte, wie sehr mir das gefehlt hat. Erstaunlich, wie lange man ohne lachen auskommt. Und das nicht, weil das Leben traurig oder man selbst unglücklich ist. Nein, überhaupt nicht. Ich bin glücklich, zufrieden und absolut verliebt in meine Berufswahl. Doch gelacht, so richtig herzhaft, das habe ich wohl schon länger nicht. Gegrinst, geschmunzelt, ja, aber gelacht? Einfach so? Das scheint lange her zu sein. Mir fällt gerade kein Beispiel ein.


Während ich eben noch einmal das oben Geschriebene las, fiel es mir wieder ein. Doch, ich habe gelacht. Mehrfach. Mitten am Tag. Doch das war nicht so frei, wie heute. Da war ich nämlich bei der Arbeit und sollte womöglich gar nicht lachen. Doch, ich erinnere mich gerade daran mitten in meiner Arbeitszeit so sehr lachen zu müssen, dass ich kaum reden konnte. Doch die Vernunft sprach zu mir und forderte Beherrschung. Es fiel schwer, doch ich bekam mich mehr oder minder in den Griff, heute, hier, zu Hause, da musste ich das nicht. Da konnte ich Tränen lachen und es genießen.

Doch auch wenn mir das gerade wieder einfiel, so stelle ich mir doch die Frage, wieso ich sonst so wenig lache. Scheinbar passiert es selten, dass ich voller Inbrunst lache, obwohl ich ein glücklicher Mensch bin. Hmm.

16.04.2011 um 09:49 Uhr

Der erste Abschnitt liegt hinter uns

von: indalo

Viele schöne Dinge sind seit meinem letzten Eintrag passiert. Immer mal wieder wollte ich von etwas erzählen, etwas festhalten, etwas verarbeiten. Doch ich tat es nicht. Es kam einfach nicht dazu. Doch da ich gerade ein paar alte Einträge von schönen und wichtigen Momenten las und merkte, wie schön dies ist, beschloss ich, diesen gestrigen Moment festzuhalten. Es war nur ein Moment, einige wenige Sekunden, doch wenn ich sie vergessen sollte, dann verliere ich etwas. Oder anders gesagt: Ich werde bestimmt immer zu lächeln beginnen, wenn ich daran erinnert werde. Und das möchte ich mir doch selbst zum Geschenk machen.

Seit ein paar Monaten arbeite ich nun in dieser Stadt. Bis heute habe ich keine Freundschaften geschlossen, keinen privaten Unternehmungen zugesagt und mich auch sonst nicht auf andere eingelassen. Ich brauche das zur Zeit nicht, mein Leben gefällt mir auch so sehr gut. Und solange Momente wie der gestrige möglich sind, sehe ich auch keinen Anlass, daran etwas zu ändern.

Gestern ging ein Abschnitt zu Ende. Der erste Abschnitt des zweiten Teiles meiner Ausbildung. Oder auch der erste Abschnitt des ersten Teiles meines Arbeitslebens. Wie auch immer man es betrachten möchte. Einige Kollegen fristeten gemeinsam mit mir die Zeit bis sechs Uhr abends. Nicht auf freiwilliger Basis, nein, es war eine Pflichtveranstaltung. So verließen wir also einige Minuten nach sechs das Gebäude und stellten gemeinsam – oder jeder für sich – fest, dass der erste Abschnitt nun vorüber ist. Einfach so. Doch einfach war nichts an diesem Moment. Wir gingen völlig unabhängig voneinander, nicht nebeneinander her, sondern jeder für sich aus diesem Gebäude, und doch gehörten wir zusammen. Es fühlte sich an, als würden wir wie die Schulabgänger in Filmen nach dem Abschluss das Schulgebäude ein letztes Mal verlassen und uns einen schönen Sommer wünschen. Auch wenn es in unserem Fall eher um Ostern ging.

07.04.2011 um 17:01 Uhr

Worte, die ich an dich richten möchte

von: indalo

Womöglich liegt es an der Musik, die ich gerade höre, oder an all den Folgen dieser kitschigen Serie, die ich in den letzten Tagen gesehen habe. Jedenfalls bin ich mal wieder emotional aufgewühlt. Es gibt so vieles, was ich dir sagen möchte, so vieles, was ich dir sagen sollte. Doch ich finde nie die Zeit dafür. Nicht, weil ich keine Zeit für dich habe, sondern weil du dir so selten Zeit für mich nimmst, und wenn du es dann doch mal tust, dann möchte ich einfach nur mehr von dir hören, deine Stimme, deine Gedanken, dein Leben erfahren.

Einen Brief könnte ich dir schreiben. Doch er wird genauso ignoriert werden, wie meine letzten Versuche, dir etwas zu sagen. Sei es per Mail oder per Brief. Es versandet, immer wieder. Ich habe es akzeptiert, ich habe es hingenommen, ich habe gelernt damit zu leben. Doch deine Ignoranz meinen Worten gegenüber ändert nicht die Situation, sie geht deswegen nicht weg. Ich fühle mich nach wie vor verlassen von dir. Ich bin verletzt, seit Jahren. Du lässt mich immer länger da rumliegen, ich weiß nicht worauf du wartest. Dass die Wunden heilen? Dass ich mich von dir entferne? Dich sein lasse? Ist es das, was du willst? Wovor hast du Angst? Was ist es, das du mir sagen wolltest und dich doch nicht traust? Was ist so groß, so schwerwiegend, dass du sogar ein Versprechen brichst um es mir nicht zu sagen?
Irgendwann hatte ich mal eine Ahnung, worum es geht. Doch das ist mittlerweile so lange her, dass ich es vergessen habe. Und meine Vergesslichkeit zeigt mir, dass es an Bedeutung verlierst. Sei es aus Selbstschutz, sei es aus Erkenntnis.

Du bist mir so viel mehr als ich dir. Denkst du das? Du bist… du warst einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Ich gehörte einst auch zu dieser Gruppe Menschen deines Lebens. Doch ich glaube, dass dem nicht mehr so ist. Ich verstehe nur nicht, warum.

Ich muss mit dir reden. Ich bin verletzt, du tust mir weh. Du warst einst bei mir, doch bist es nicht mehr. Das hier, das hat nichts mit deiner Entscheidung neulich zu tun, nein, du hast dich schon so oft gegen mich entschieden. Womöglich hast du es nicht mal gemerkt. Doch ich erinnere mich genau, wie ich auf dem Bordstein eines völlig unbekannten Bahnhofs in einem fremden Land saß und auf einmal erkannte, dass ich dich verloren hatte. Ich hatte gerade erfahren, – oder wieder daran gedacht? – dass du mit deinen neuen Leuten wegfährst. Einfach so. Du hast nicht einmal gemerkt, dass ich die letzten Jahre immer wieder aufwarf, dass wir zusammen Urlaub machen wollten. Es ist nie dazu gekommen und so langsam wurde mir klar, wieso. Das war ein einschneidendes Erlebnis. Schon da wusste ich, dass du gegangen bist. Ich fühlte es, ich wollte es nur nicht wahrhaben. Letztes Jahr dann kamst du mich besuchen – warum? Aus schlechtem Gewissen?
Mach dich nicht über meine… über unsere Freunde lustig. Sie halten zusammen, sie beäugen jeden neuen Menschen, den man ihnen vorsetzt, mit Skepsis. Darüber machst du dich lustig. Du sagst, sie benehmen sich als dürfte man keine neuen Freunde haben. Das ist es nicht, das Problem ist nur, wenn man die neuen Freunde über die alten stellt. Und das tust du. Seit so langer Zeit, dass es gar nicht mehr erwähnenswert ist. Es ist so, und ich weiß nicht einmal mehr, ob du versuchen würdest, es zu leugnen. Merkst du das? Machst du das vielleicht mit Absicht?
Geh und werde glücklich. Aber wisse, dass hier jemand ist, dem du unglaublich wichtig bist. Wisse, dass ich da bin, wann immer du mich brauchst. Und wisse nicht, dass ich versuchen sollte, alles in meiner Macht stehende zu tun um nicht mehr von dir verletzt zu werden. Nein, wisse das nicht.

03.04.2011 um 18:56 Uhr

Das zehnte Gebot

von: indalo

„Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, noch alles, was sein ist.“

Den Rest krieg ich ganz gut hin, aber das erste? Ich muss sagen, da lass ich nach. Mich interessiert nicht, was andere besitzen. Ich bin nicht neidisch auf all die Dinge, die andere haben oder tun können, so gar nicht. Aber die Frau eines anderen, die kann ich nicht einfach nicht begehren, nur weil sie die Frau von jemand anderem ist.

Seit einiger Zeit, man könnte es auf den Jahresbeginn datieren, oder aber den Beginn des neuen Abschnitts meines Lebens, begehre ich. Nicht etwa eine bestimmte Frau, aber durchaus jemanden. Jemand unbestimmten, und ich muss sagen, dass mir einige begegnen, die in das unbestimmte Muster passen. Hier und dort, gewiss nicht viele, aber doch ab und an mal wieder jemand. So leider auch eine ganz bestimmte Frau, die vergeben ist. Sie ist auch nicht an irgendwen vergeben, nein, sie ist an einen der Menschen vergeben, die mir am nächsten stehen. Schon vor ein paar Jahren merkte ich da eine gewisse Spannung, womöglich hab ich sie mir nur eingebildet, wer weiß, doch ich möchte ehrlich gesagt nicht mit ihr allein sein, wenn sie betrunken ist. Bei der Vorstellung geht meine Phantasie mit mir durch.
Doch jetzt wieder. Wir haben gerade ein paar Tage gemeinsam verbracht und es gab diverse Male Körperkontakt. Es funkt nicht, es knistert nicht, aber doch fällt es mir auf. Ich nehme wahr, dass sie sich einfach auf mich wirft und das in keiner Weise komisch findet.

So stelle ich mehrmals die Woche fest, dass es Zeit ist, etwas zu ändern. Ich bin es leid, dass mir eine sehr gute Freundin immer als meine Freundin angedichtet wird. Ich finde es nicht mehr amüsant, ich finde es nicht mehr erzählenswert, nein, ich verschweige es lieber. Es ist mir zu viel. Wir sind nicht zusammen, und das nicht, weil wir uns nicht trauen, sondern einfach weil es nicht passt. Da gehört jemand anderes an meine Seite. Und es wird Zeit, diesen Jemand zu finden.