indalo

27.06.2011 um 21:02 Uhr

Nach vielen, vielen Jahren

von: indalo

Nach vielen, vielen Jahren wurde mir ein Wunsch erfüllt. Ein Wunsch, der schon lange keine Gültigkeit mehr besaß. Ein Wunsch, den man zwar ruhig erfüllen konnte, aber dessen Erfüllung ich nicht mehr erwartete. Die Hoffnung starb vor weit mehr als zehn Jahren, sogar mehrmals.

Damals hieß es bei meinem Vater, er wolle sich etwas anschaffen. Entweder n Computer oder ne Tischtennisplatte. Natürlich wollte ich die Tischtennisplatte. Ich glaube es stand letztlich nicht zur Wahl, aber ich weiß, dass ich jahrelang den Gedanken mit mir rumtrug, dass er sich für den Wunsch meines Bruders entschied. Denn er wollte einen Computer. Es ging dabei nicht darum, was wir Kinder kriegen sollten, es ging nur darum, was er sich anschaffen könnte, womit wir dann auch mal spielen könnten.

Schon zu der Zeit war ich vernünftig genug zu wissen, dass der Computer die logischere Anschaffung war. Auch rückblickend war immer klar, dass es der Computer sein würde. Er spielte zwar gern Tischtennis mit mir, doch wer besitzt schon eine Tischtennisplatte? Nein, eigentlich war immer klar, dass es ein Computer sein würde. Ich hatte mich damit abgefunden.

Doch gestern, aus heiterem Himmel, stand ich vor einer Tischtennisplatte. Nein, nicht mein Vater holte dieses Geschenk nach, sondern meine Mutter. Mein Vater hat noch länger keinen Tischtennisschläger in der Hand gehabt als ich – auch wenn man von gestern absieht. Jahre ist es her, doch gestern war es wieder so weit. Ich konnte mal wieder Tischtennis spielen. Mit kurzer Hose, barfuß auf dem Rasen. Das habe ich wohl nie gemacht. Es war herrlich. Und vor lauter Überraschung und Verwunderung konnte ich es wohl nicht richtig würdigen. Doch ich tue es, in meinem Herzen würdige ich diese Anschaffung. Auch wenn sie nicht für mich war, so kann ich sie doch gelegentlich nutzen und vielleicht eines Tages erben.


Kein Wunder, dass aus meinem Bruder ein Informatikfreak geworden ist und aus mir nie ein Tischtennisstar wurde. Meine Eltern konnten einfach nie mein sportliches Engagement würdigen. Dafür wissen sie, wen sie bei Problemen mit dem Computer anrufen können ;-)

15.06.2011 um 21:13 Uhr

Unzufrieden

von: indalo

Unzufrieden. Mit mir. Mit allem. Mit allen. Nichts mach ich mir recht, nichts machen die anderen mir recht. Ich war schon immer Extremist. Entweder alles ist gut, oder alles ist Mist. Und zur Zeit ist alles Mist. So sehr, dass ich einfach „alles“ sagen muss. Mich nervt jede Kleinigkeit. Ich komme gerade so durch den Alltag. Gerade so ohne mich tierisch aufzuregen. Das kommt dann erst zu Hause. Da könnte ich wegen einer Kleinigkeit an die Decke gehen. Es dreht sich im Kreis, ich möchte meine Umwelt schonen, aber dadurch rege ich mich noch mehr auf. Wo sind die Grenzen? Wo bau ich meinen Stress ab?

Kinder können so gemein sein. Und es verging wohl nicht eine Woche in den letzten Monaten, in der ich nicht darüber nachdachte, dass ich doch froh bin, mir diese Gemeinheiten nicht zu Herzen zu nehmen. Doch je mehr dieser Wochen vergehen, desto größer wird die Frage, ob dem überhaupt so ist. Nehme ich es mir vielleicht doch zu Herzen? Oder nur am Rande, weil mein Hauptproblem meine Selbstkritik ist? Denn eigentlich können diese dämlichen Erwachsenen, die so wenig Würdigung und so viel (schlechte) Kritik auf Lager haben, mir doch auch nichts. Oder doch? Zweifel über Zweifel. Ja, ich bin unzufrieden. Daran gibt es keinen Zweifel. Nur ob ich es sein sollte, das weiß ich nicht.

Aktuell kritisiere ich mich mehr als mein Umfeld dies tut. Wenn auch auf andere Art und anderer Ebene. Dinge, bei denen ich zufrieden mit mir selbst bin, werden von anderen bombardiert. Das, wo ich unzufrieden mit mir bin, wird von anderen als gut bewertet.

Kritik aus dem Freundeskreis vertrage ich aktuell auch nicht. Da schnappt bei mir gleich etwas über. Und sei die Kritik auch noch so subtil und noch so ungerechtfertigt. Da brennt eine Sicherung durch und manche Dinge sind einfach erledigt. Ich habe keine Lust mehr zu diskutieren. Über gar nichts mehr. Ich möchte einfach nur meine Ruhe. Niemanden sehen, niemanden hören und vor allem mit niemandem reden.
Gut, dass bald freie Zeit kommt. Doch wie in aller Welt soll ich die Zeit bis dahin überbrücken? Überleben? Durchstehen? Mit zumindest einem gewissen Maß an „gerecht werden“. Mir, nicht anderen. Die anderen sind mir egal. Die diskutieren doch nur um des Diskutieren willens. Und ich? Ich schmeiße schon seit so langer Zeit mit Floskeln um mich, dass ich wahrlich nicht mehr weiß, was ich eigentlich meine, denke oder fühle.

08.06.2011 um 20:59 Uhr

schönen Arbeitstag

von: indalo

Es freut mich zu erleben, wie weit ich gekommen bin in den letzten Monaten. Ich bin in meinem Job aufgenommen. Ich fühlte mich sofort angekommen, akzeptiert, für voll genommen. Und doch merke ich, wie ich aufhorche und strahle, wenn jemand am Telefon sagt: „Ich kann jetzt nicht, ich telefonier gerade mit ner Kollegin.“ Ich bin Kollege, und das obwohl ich nach wie vor weiter unten auf der Nahrungskette bin als mein Telefonpartner. Doch für sie macht es keinen Unterschied, für sie bin ich gleichgestellt. Das freut mich, das ehrt mich, das berührt mich.

Und dann auch noch im Großraum zu sitzen und mich mit anderen Kollegen zu unterhalten, während wieder andere darauf warten, mit mir ein paar Worte zu wechseln, das war heute auch sehr schön. Und es war nicht das erste Mal. Ich bin wichtig, Menschen wollen mit mir reden, wollen etwas wissen, interessieren sich für das, was ich mache. Ich bin da, voll und ganz. Mehr als ich für möglich hielt. Mehr als ich wollte. Und es fühlt sich gut an. Es ist auch anstrengend, es kostet Kraft und fordert meine Energie, aber es fühlt sich richtig an. Ich gehöre da hin, so wie ich bin.

Dass der heutige Tag damit begann, dass mir noch fast vor Sonnenaufgang jemand „einen schönen Arbeitstag“ wünschte, nachdem er mich im Vorbeigehen mit den Worten „Guten Morgen hübsche Frau“ grüßte, macht diesen Tag zu etwas besonderem.

06.06.2011 um 16:25 Uhr

"Buch" lautete sein Betreff

von: indalo

Er… er schreibt ein Buch. Nein, also, er hat ein Buch geschrieben. Warte, noch anders: Er hat etwas geschrieben, einfach so, für sich. Und jetzt wird ein Buch daraus. Ich bin platt, sprachlos, habe Tränen in den Augen und freue mich. Ich bin begeistert, hibbelig und einfach stolz auf ihn.

Diesen Text, diesen Bericht, den habe ich gelesen. Gar nicht so lange her. Letztes Jahr irgendwann. Ich glaube davon habe ich hier auch etwas erwähnt. Er gab ihn mir, falls es mich interessieren würde. Natürlich tut es das! Und ich liebe seinen Schreibstil. Dass ich auch erwähnt werde, dass ich Teil seiner Geschichte bin, macht das alles natürlich noch spannender. Für mich.

Eben las ich den Abschnitt noch mal, den, dessen Kulisse mein Leben darstellt. Nach seinem Lebenstraum habe ich ihn gefragt – so steht es darin. Ein Buch zu schreiben ist ein Teil davon. Mir scheint, sein Lebenstraum wird schneller wahr als er es da noch für möglich hielt.


Bald steht ein Teil meiner Geschichte nicht nur in irgendeinem Buch, das mir nach Jahren zufällig in die Hände fällt, nein, bald bin ich in einem Buch, das ich kenne, das mir absichtlich gegeben wird und von dem ich den Autor persönlich kenne.

05.06.2011 um 22:08 Uhr

Periode

von: indalo

Ich hab da mal ne Frage. Es geht hierbei nicht um richtig oder falsch, sondern darum, wem was gelehrt wurde. Deswegen würde mich auch interessieren, aus welchem Bundesland ihr stammt. Mittlerweile – haha, eigentlich ne ganz spontane Sache – hab ich nämlich ne Theorie dazu.

Brüche dürften den meisten von euch noch in schlechter Erinnerung sein. Das war für viele ein unbeliebtes Thema. Darum soll’s auch gar nicht gehen, aber mangels Wordkenntnisse weiß ich nicht, wie man Perioden darstellt. Mich würde nämlich interessieren, wie ihr die Zahl 1/3 vorlest, wenn sie nicht als Bruch, sondern mit Komma dargestellt ist. Also die Zahl 0,333333…. Die hat ja zur Verkürzung das Wort „Periode“ im Namen. Nur wo?

Über den Anfang sind sich noch alle einig: „Null Komma“. Aber dann scheiden sich die Geister und mich interessiert gerade brennend, was ihr so gelernt habt. Also seid so lieb und verratet mir, wie ihr das sagt.