indalo

28.09.2011 um 15:00 Uhr

Gestern doof, heute gut

von: indalo

Es geht mir gut. Gestern hatte ich zwar irgendwie schlechte Laune und war wieder an dem Punkt an dem ich mir gut zureden musste, weil die Frau an der Kasse so lange brauchte, aber heute geht’s mir wieder gut. Gestern erschlug mich wieder einmal das, was noch alles vor mir liegt und heute hab ich einen Teil davon schon wieder hinter mir. Mir geht’s gut. Ich lache, ich grinse, ich lächel. Das wollte ich festhalten.

Und ihre süße Art. Meine liebe, liebe Freundin, bei der ich so selten um unser Verhältnis Bescheid weiß. Ich weiß, was für ein wichtiger Mensch sie für mich ist, doch bei Zeiten frage ich mich, warum, zu anderen Zeiten frage ich mich, wo das hinführen soll, und dann gibt es Zeiten wie jetzt, wo ich einfach nur genieße. Zeiten, in denen ich nicht denke, sondern fühle. Warum über manche Bindungen nachdenken? Warum nicht einfach genießen? Entspannen? Doch, die meiste Zeit kann ich das. Und jetzt genieße ich ihre Emails, die sie eigentlich nie schreibt. Ich lausche ihren Worten, die sie sonst nie von sich gibt. Ich möchte sie umarmen, einfach so. Danke für diese Erinnerung an das, was uns verbindet.

25.09.2011 um 17:34 Uhr

schwul in der heutigen Welt

von: indalo

Leben wir wirklich noch in einer Welt, in der es wichtig ist, wen man liebt? Ist unsere Welt (in diesem Fall meine ich die westliche, moderne Welt, in diesem Fall sogar Deutschland, ja vielleicht ist es auch noch wichtig zu sagen, den Norden Deutschlands, also nicht das katholische Bayern) immer noch so grausam, dass man sich trauen kann, zu sagen, wen man liebt?

Durch Zufall stolperte ich heute über einen Bericht des ZDF mit dem Titel „Du sollst nicht schwul sein“. Ich habe ihn nicht zu Ende gesehen, genau genommen hab ich nach nicht einmal fünf Minuten abgeschaltet, weil ich es nicht ertrage, mir von Menschen, die mitten im Leben stehen, anzuhören, dass sie ihrer Umgebung verheimlichen, wer sie sind. Dass sie Angst haben, ihren Namen zu sagen, da Repressalien folgen könnten. Nein, so was tue ich mir schon lange nicht mehr an. Womöglich ist auch das der Grund, warum ich vergesse, dass unsere Welt wohl immer noch so ist… Aber ist sie das denn wirklich?

Wenn ich von Jugendlichen höre, dass sie sich nicht outen wollen, dass sie Angst haben vor ihren Eltern, dass sie sich einfach nicht trauen, dann denke ich mir, dass sie einfach noch unsicher sind. Sie werden noch lernen, ihr Leben zu akzeptieren und damit auch lernen, dass Menschen, die sie wirklich lieben, sie auch so akzeptieren wie sie sind. Doch wenn ein Erwachsener so redet, dann weiß ich nicht weiter. Nein, dann weiß ich wirklich nicht weiter.

Ich mag nicht glauben, dass unsere Welt noch so ist. Ich dachte, das hätte aufgehört. Und dabei dachte ich doch gerade heute noch an einen Freund, den es damals mit seinen Mitte Zwanzig ziemlich viel Überwindung kostete, es seinen Freunden zu sagen. Er wusste es schon viele Jahre, doch getraut hat er sich nie. Nicht einmal als ich ihm versicherte, dass zumindest eine seiner Freunde damit kein Problem haben wird, brachte er es übers Herz.
Das erschreckt mich, es erschreckt ich immer wieder.

24.09.2011 um 21:41 Uhr

ebooks und dazugehörige Geräte

von: indalo

Heute habe ich mich zwischenzeitlich mal mit dem neuesten Trend auseinandergesetzt. Ebooks und Ebooksreader, zumindest hab ich heute gelernt, dass die so heißen. Wie üblich bei recht neuer Technik, kenne ich mich so gar nicht aus. Wo fängt man an sich zu informieren? Immer bei Menschen, die damit Erfahrung haben. So hoffe ich nun also hier Leute zu finden, die sich damit auskennen und mir etwas empfehlen.

Letztlich bin ich trotz allem ein Liebhaber von Papier, und somit auch von ganz normalen Büchern. Aber auf den Reisen, die ich in meinem Leben noch so unternehmen werde, ist ein Ebook gewiss nicht unpraktisch. Zumal ich mich auf meiner letzten Reise schon sehr einschränkte. Hätte ich alle Bücher mitnehmen können, die ich mitnehmen wollte, so hätte ich keinen Platz mehr für Klamotten gehabt. Da wäre ein solches Gerät schon praktisch gewesen. Also ja, für die nächste große Reise wär das doch mal was. Also kann ich langsam damit anfangen, mich zu informieren und überhaupt herausfinden, wie so etwas funktioniert.

Es gibt welche mit Internet, doch wozu brauchen die Internet? Ich möchte doch nur etwas lesen. Und der Akku soll erstaunlich lange halten… ist dem wirklich so? Ich kann es einen Monat laufen lassen und lesen? Das wär ja ein Traum.

So wird es wohl irgendwann wieder ein Geschenk an mich selbst geben. Bei all den Rückzahlungen, die es in diesem Monat gab, sollte das wirklich drin sein. Jetzt muss ich mir nur merken, dass ich mir auch mal was gönnen darf.

Und bevor ich’s vergesse, würde ich doch gerne wissen, ob es überhaupt viele Ebooks gibt. Hab beim spontanen googlen zwar viel gefunden, doch auch viel uninteressantes. Wie schätzt ihr den Markt für Ebooks ein?

23.09.2011 um 22:04 Uhr

assume makes an ass out of u and me

von: indalo

Die letzten zweieinhalb Tage hatte ich Besuch. Besuch von weit weg, Besuch nicht für mich, eher für meine Couch. Es war interessant, einen jungen Mann hier zu haben, den ich vorher noch nie gesehen habe. Mit ihm über alles mögliche – am Meisten wohl aber die Komplexität der Deutschen – zu reden und dabei immer wieder für mich darüber nachzudenken, was ich hier eigentlich mache. Ich lebe allein, und das aus gutem Grund. Doch ich lernte gerade, dass so ein Mitbewohner meine Arbeit beflügelt. Denn auf einmal gucke ich nicht irgendwelche Serien, nein, ich arbeite. Vielleicht brauche ich doch einen Mitbewohner? Wer weiß. Anschaffen werde ich mir keinen.

Doch ich griff aus anderen Gründen als dem obigen Absatz zu einer Worddatei. Denn ich wollte festhalten, dass ich seit neuestem die Redensart im Titel verstehe. Gehört hab ich sie wohl schon, doch erst gestern, als ich sie aus dem Mund jenes Amerikaners hörte, verstand ich, woher sie kommt. Wobei ich nicht einmal sicher bin, ob sie daher kommt, aber auf einmal machte sie Sinn. Er erklärte es nicht, er sagte es nur. Und ich hörte zum ersten Mal die Wortklauberei. Faszinierend.

07.09.2011 um 23:28 Uhr

Für meinen lieben Freund

von: indalo

Oh, wie liebe ich diesen Kerl. Er ist einfach immer der Beste gewesen. Das konnte niemand je toppen. Das was damals zwischen uns war, was irgendwo heute noch in uns drinnen ist und hoffentlich eines Tages wieder sichtbar sein wird, das ist einmalig. Er und ich, Gespräche die berühren, die tief gehen, die zum Weiterdenken anregen. Mein Freund, du hast ja keine Ahnung wie wichtig du mir bist. Und ich habe gerade ganz stark das Bedürfnis dir das zu sagen, dich das wissen zu lassen, dich das spüren zu lassen. Denn du bist ein ganz besonderer Mensch.

Ja, ich gestehe, ich lese gerade alte Sachen. Stöbere in den Postkarten, die sich in so kurzer Zeit bei mir ansammelten. Die Botschaften, die darauf versteckt waren. Manch eine hab ich erst später verstanden, manchmal mussten Tage vergehen, manchmal aber auch Monate, vielleicht gar Jahre. Manches versteh ich vielleicht heute noch nicht, aber es berührt mein Herz, manches zu lesen und an damals zu denken. Damals, als ich es das erste Mal las und schon ähnlich berührt wurde. Wenn auch ganz anders. Denn jetzt bin ich anders, älter, erfahrener und definitiv auch blinder, was manche Sachen angeht. Stumpfer sicherlich auch. Doch bei all der Stumpfsinnigkeit und dem Abstumpfen auf Grund von Schutzmechanismen weiß ich, dass es ihn gibt. Da draußen. Anders, verändert und doch mein Freund. Mein Freund von früher, meine einsame Insel, die mich stets treu begleitete. Ich konnte ihm auch nie böse sein, wenn er sich weniger und weniger meldete. Ich wurde nachsichtiger mit der Zeit und weiß nicht einmal, wann die Emails auf der Strecke blieben. Nur das Ende der Postkarten, das weiß ich noch. Denn das war tragisch.

Und so sitze ich weiter hier rum und trau mich nicht, die anderen Karten zu lesen. Das ist doch so schon aufwühlend genug. Diese lebenseinschneidenden Ereignisse, die auf einer Karte festgehalten wurden. Schriftstücke, die mir wichtiger sind als jedes Zeugnis der Welt, denn dies sind die wahren Zeugnisse des Lebens. Meines Lebens, seines Lebens, echten Lebens. Man, wir haben doch schon gelebt. So viel erlebt. So eine romantische Geschichte und ich fühl mich wieder wie der Teenie, der damals schon an die Zukunft glaubte, obwohl alle sie schlecht redeten. Meine Zukunft ist wahr geworden, bis heute. Und das finde ich doch schon erstaunlich, warum also Sorgen machen um die nächsten Jahrzehnte?

Bleib bei mir, mein Lieber. Ich möchte dir eines Tages davon erzählen, dass ich geschafft habe, was du nun zu Ende bringst. Ich möchte, dass du Recht behältst. Und ich möchte eines Tages verstehen, wovon du damals geredet hast. Damals, als deine Welt wirklich nur noch rosarot war.

05.09.2011 um 22:13 Uhr

Sie wird erwachsen

von: indalo

Es klingelte mal wieder das Telefon. Einfach so. Ich überlegte kurz, dass ja heute Montag ist und sie deswegen Zeit hat, mich anzurufen. Wenn sie mich mal anruft, dann montagabends. Und ich mag doch keine regelmäßigen Telefondates. Aber es ist ja auch nicht regelmäßig, eher sporadisch. Wie auch immer, das war also der Grund ihres Anrufes. Es ist Montag. Doch… es war nicht einfach nur ein Montag. Sie rief nicht an, weil sie gelangweilt irgendwo rumsaß. Nein, sie rief an um mir zu sagen, dass sie übermorgen die Stadt verlässt. Ich war… sprachlos. Übermorgen? Ist denn nicht noch Zeit? Ja schon, ein wenig. Aber erst geht’s noch zu Familie, dann zu ner Freundin und dann ins Ausland. Direkt. Mit allem, was sie für das nächste Jahr braucht.

Schon als ich von ihrer Bewerbung hörte, war ich irritiert. Als die Zusage kam, war ich skeptisch. Doch jetzt? Jetzt bin ich einfach nur platt. Sie zieht das wirklich durch. Sie verlässt das Land, allein. Ich ziehe meinen imaginären Hut vor ihr. Denn das allein ist ja schon eine große Sache, doch die Ruhe und die Gelassenheit, mit der sie das macht, haut mich um. Ich kenne sie nun schon einige Jahre und hab einiges mit ihr durchgemacht. Sie ist nicht gerade der organisierteste oder lebensfähigste Mensch, den ich kenne. Und jetzt will sie allein im Ausland überleben? Einfach so?

Ich konnte nicht anders als zu denken: Du wirst erwachsen. Es ist wohl vermessen, das jemandem zu sagen, der älter ist als man selbst, aber ich tat es. Sie lachte, doch ich denke, sie verstand. Nicht, dass sie nicht erwachsen ist, aber… sie wird gerade erwachsen.
Wobei ich doch sagen muss, dass ich mich frage, auf welchen Drogen sie gerade ist. Denn das ist nicht normal. Das ist nicht sie. So ruhig, so gelassen. Sie geht ins Ausland. In ein Ausland, von dem sie behauptet, die Sprache nicht zu sprechen. Und auf einmal stört es sie nicht. Es versetzt sie nicht in Panik. Oder sagt sie es nur nicht? Ich fragte mehrmals perplex nach, denn ich bin nach wie vor platt von ihrer ruhigen Art. Ich bin fasziniert. Doch alles was sie sagte, war: „Ich rauche wie ein Schlot.“ Dann kompensiert sie es gerade über die Zigaretten, doch beruhigen die wirklich so sehr? „Das geht schon alles.“ sagt sie. Sie, dieser hilflose Mensch, der schon so oft verzweifelt und aufgelöst in meinen Armen lag, wird erwachsen. Und dann zieht sie auch noch in dieses Bilderbuchhaus. Auf eine Insel. Zwischen See und Meer.
Faszination pur.

Bilderbuch

04.09.2011 um 14:38 Uhr

Rezept für eine glückliche Ehe

von: indalo

Für einen Monat Ehe nehme man

240 Stunden Schlaf
80 Zärtlichkeiten
70 Streicheleinheiten
60 Stunden miteinander reden
40 Stunden aneinander denken
20 Stunden miteinander lachen
acht Gefallen für den anderen
fünf Stunden in Erinnerungen schwelgen
fünf Stunden Pläne für die Zukunft machen
zwei Aufmerksamkeiten für den anderen
ganz viel Austausch
ein paar Kompromisse
und eine Prise Meinungsverschiedenheiten

Das Rezept ist natürlich beliebig verlängerbar, wobei darauf geachtet werden sollte, dass die Zutaten weiterhin in ähnlichem Maße beigefügt werden, damit die Bindung nicht verdünnt wird, beziehungsweise sie ihre Würze beibehalten kann.

03.09.2011 um 15:57 Uhr

Kontaktanzeige im Blog?

von: indalo

Gerade las ich Folgendes im Internet:

Denn je jünger man beim Kennenlernen ist, umso weniger inhaltliche Ansprüche stellt man an den Partner.“

Da dachte ich so bei mir: Das kann mir nicht passieren. Erstens bin ich gar nicht mehr so jung, und zweitens stelle ich mittlerweile viel zu viele „inhaltliche Ansprüche“ an einen potentiellen Partner. Und je mehr Menschen mir begegnen, desto mehr stellt sich das als Schwierigkeit heraus. Jaja, ich bin jung, ich hab noch Zeit. Ist mir alles klar. Es stört mich auch nicht weiter, demnächst die x-te Hochzeit als Single zu besuchen. Ich hab ja jemanden, neben den ich mich stellen kann, wenn die Paarfotos gemacht werden. Aber schon seit ein paar Tagen bin ich in Versuchung, hier auf meinem herzallerliebsten Blog eine Kontaktanzeige zu schalten. Denn wo man auch hingeht, da findet sich niemand für mich. Denn der Mensch, den ich suche, der hängt nicht irgendwo in ner Bar rum und lässt sich volllaufen. Immer wenn es heißt, ich möge doch mal irgendwo hingehen um Leute kennenzulernen, fallen mir nur Orte ein, wo eben auch nur Menschen rumhängen, die nicht in mein Jagdgebiet fallen und in deren Ziellinie ich nichts verloren habe.

Neulich hatte ich etwas, das man wohl Date nennt. Nicht meine Welt. Ich würde sagen, das war das zweite sogenannte Date meines Lebens. Schon das erste war ein Reinfall. Also es ging, es war nicht schlimm, aber mir wurde ziemlich schnell klar, dass ich da an die falsche Person geraten bin. Jetzt mag ich noch gar nicht aufgeben, ich bin noch nicht der Meinung, dass mein letztes Date mit einer „falschen“ Person war. Ich weiß nur beim besten Willen nicht, wie wir einander finden können. Klar gab es auch da Eigenschaften, die nicht gerade Pluspunkte bringen, aber ich bin gewillt, darüber hinweg zu sehen. Wirklich, mich soll’s nicht stören. Ich will ja auch noch gar nicht beim ersten Date den Partner meines Lebens finden, ich hab da durchaus mehr Geduld. Hoffe ich zumindest. Mich wurmt jedoch, dass ich ziemlich deutlich zu spüren bekam, dass ich meiner letzten Begegnung zu jung bin. Nur wieso?
SIE sprach mich zuerst an. Wenn ich da zu jung gewesen wäre, hätte sie mich ja nicht anzusprechen brauchen, nicht wahr? Doch das Problem ist nicht, wie ich bin oder was mich ausmacht, das Problem ist, was auf meinem Perso steht. Und das ist doch nun wirklich nur eine Zahl. Aber ich will’s auch gar nicht nur darauf schieben. Ich weiß auch so, dass ich einen ziemlich merkwürdigen Eindruck hinterlasse… Mein Leben ist einfach zu schräg um darüber zu reden, man muss es (und mich) erleben. Doch auch das würde bei meinem Freundeskreis zu Komplikationen führen. Denn einfach so jemanden mit zu einer Party nehmen? Das würd ich nicht wagen. Dazu ist mein Freundeskreis zu speziell, oder mein Leben. Jedenfalls widerspricht sich mein Leben mit meinem Freundeskreis.

Und wenn ich wieder über diese Kontaktanzeige nachdenke, fallen mir gar nicht so viele Dinge ein, die ich suche, viel eher Dinge, die ich nicht suche. Wobei auch das flexibel ist. Ich möchte einfach nur jemanden zum Reden, zum Austauschen, womöglich jemanden mit ähnlichen Ansichten. Doch das kann man nicht in wenigen Worten beschreiben, falls überhaupt in Worten. Im Grunde muss man gucken, wie’s passt. Ach, es macht wohl doch keinen Sinn, eine Anzeige zu schalten. Ich sollte so jemanden finden – an der Schüchternheit hab ich ja schon gearbeitet ;-)