dear diary...

18.12.2007 um 09:20 Uhr

"Metternich 2.0"

von: issi

Das Internet. Unendliche Weiten. Und es entwickelt sich immer weiter und weiter und weiter... So weit, dass wir nun schon bei 2.0 angekommen sind - bei Web 2.0. Aber nicht nur das.

Im Sinne der Sicherheit sollen wir überwacht werden. Und zwar nicht nur mit den hunderten Überwachungskameras, die sich schon an jeder Hausecke finden lassen, sondern auch bei Telefonieren, E-Mail Schreiben und Internet Surfen. Fehlt nur noch, dass alle Briefe aufgerissen und gelesen werden - zum Wohle der Sicherheit im Staat Österreich.

Dieses ganze lustige Programm läuft unter dem harmlosen Titel "Vorratsdatenspeicherung" (Euphemismen sind schon was Tolles, nicht?). Nachdem Deutschland sich zum Schritt in Richtung Überwachungsstaat überwunden hat, kam der Sicherheitspolizeigesetzkrampus am 6. Dezember 2007 auch zu uns nach Österreich. Somit kann die Polizei, sobald wir uns in irgendeiner Art und Weise vernetzen, sofort herausfinden, wo wir sind.

Gegen den Aufruhr kam von den Befürwortern der Aktion meist das abgelutschte "Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten."

Nein, ich habe nichts zu verbergen. Und ich glaube, dass die meisten Österreicher keine vorm Gesetz verbergungswürdigen Daten am Rechner lagern... Außer natürlich die pikanten Urlaubsfotos vom letzten Sommer. Ich sehe nicht ein, warum irgendein Beamter in meinen Daten wühlt oder beobachtet, ob ich mir auf Seiten wie zum Beispiel www.eis.de Artikel anschaue. Das ist meine Privatsphäre, die geht keinen was an. Abgesehen davon, dass diese Vorratsdaten in falsche Hände gelangen könnten. Auch wenn ich nichts Verbotenes mache; die kleinste Lappalie reicht ja meistens schon, um einem das Leben bedeutend schwerer zu machen.

Das ist das Problem: Jeder Bürger, der ein Handy oder das WWW benutzt, ist unter Generalverdacht und kann überwacht werden. Den Überwachern stehen alle Türen offen und wenn diese Möglichkeit von dem oder der Falschen genutzt wird, können wir meiner Ansicht nach einpacken. Dann sind wir wirklich alle gläsern und können nichts, aber auch gar nichts mehr machen, ohne, dass irgendjemand im Innenministerium davon weiß. Das ist kein Fortschritt, das ist ein gewaltiger Rückschritt.

Und wenn mir irgendjemand erzählen will, dass die Beamten, die vor den Rechnern sitzen und durch die IPs wühlen, doch ohnehin alle kreuzbrav sind, dann Mahlzeit.

Eine gute Seite mit Petition ist diese hier von den Grünen. Und wer Platter in "Metternich 2.0" sehen will, dem sei diese Seite empfohlen.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenCanard schreibt am 19.12.2007 um 08:59 Uhr:Ich möchte Sicherheit aber nicht um den Preis der Freiheit.
    In Deutschland konnten wir den Gau der Überwachung nicht aufhaltsn. Ich hoffe ihr schafft das.
  2. zitierenissi schreibt am 19.12.2007 um 09:28 Uhr:Ich habe schon die Hoffnung, dass wir was bewirken können, aber irgendwie verblasst die Hoffnung auch wieder angesichts der Geschehnisse in letzter Zeit...
  3. zitierenleo14 schreibt am 19.12.2007 um 18:16 Uhr:Habe es soeben bemerkt, dass du einen Eintrag dazu hast, werde ihn in den nächsten Tage ausführlich sichten u.s.w.

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