Jaris Büchergebrabbel

31.12.2014 um 16:01 Uhr

[AA - Alles Andere] Letzter Eintrag

von: Jari   Kategorie: AA - Alles Andere

Dieser Blog ist umgezogen:

http://buechergebrabbel.blogspot.ch/

Der Name Büchergebrabbel bleibt euch aber erhalten ;) Besucht mich mal!

07.12.2014 um 11:27 Uhr

[Rezension] Alex Jahnke & Marcus Rauchfuss - Steampunk: kurz & geek

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Steampunk? Was ist das nun wieder? Gehört hat man den Ausdruck bestimmt schon einmal irgendwo. Aber was genau damit gemeint ist, bleibt oft unerklärt und wenig greifbar. Für all jene, die sich weiter mit dem Thema "Steampunk" beschäftigen möchten, hat der Verlag O'Reilly das Buch "Steampunk - kurz & geek" veröffentlicht.

Meine Meinung:

Steampunk ist ein faszinierendes Thema. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Woher kommt dieses Genre und worum genau geht es überhaupt? All diese Fragen erklären Jahnke und Rauchfuss in ihrem Buch "Steampunk - kurz & geek". Dieses Buch ist der perfekte Begleiter für alle, die sich für das Thema interessieren und sich tiefer damit befassen wollen. Es werden nicht nur die Ursprünge des Steampunk erklärt, sondern auch verwandte Genres wie Dieselpunk, Atompunk oder Teslapunk. Natürlich wird auch die Do-it-yourself-Mentalität der Seampunkter beleuchtet, wichtige Homepages vorgestellt und Musik, Filme, Games und Bücher dazu besprochen.

Somit bietet dieses Buch ein solides Grundwerk zum Thema und sei allen ans Herz gelegt, die sich für Steampunk interessieren. Es gibt noch einiges zu lernen! Das Buch liest sich flott und locker, die Autoren (beides Koriphäen im Bereich Steampunk) halten nichts von der trockenen Vermittlung der Materie. Hier schimmert definitiv der Punk durch und es wird gescherzt und auch ein paar Seitenhiebe ausgeteilt. Etwas Werbung für eigene Blogs und Projekte liegt natürlich auch drin, ist aber keineswegs störend. Man merkt sofort, dass hier ein Autorenteam am Werk ist, das weiss, wovon es schreibt.

Als Kritikpunk fielen mir die vielen Rechtschreibfehler auf, teilweise waren ein paar peinliche dabei. Bei einem Verlag wie O'Reilly kann man definitiv erwarten, dass das Lektorat sorgfältiger durchgeführt wird. Ausserdem werden einige Themen für meinen Geschmack etwas zu kurz behandelt. Natürlich heisst das Buch "kurz & geek", aber teilweise hätte es gereicht, wenn man ein paar Sätze mehr geschrieben hätte. Zum Beispiel zum Thema "Idealisierung der Vergangenheit". Ausserdem stimme ich mit dem schlussendlichen Fazit, dass Steampunk auch ohne die Mode existieren sollte, nicht zu 100% überein.

Fazit:

Ein gelungenes und empfehlenswertes Buch zum Thema "Steampunk". Es ist für Leute gedacht, die noch sehr unbedarft sind bezüglich des Themas. Die Erklärungen sind handfest und gelungen, sodass man auch als absoluter Neuling das Gefühl hat, die Welt des Steampunks etwas besser zu verstehen.

Alex Jahnke & Marcus Rauchfuss
Steampunk
kurz & geek
1. Auflage 2012
O'Reilly

978-3-86899-367-7

01.12.2014 um 21:27 Uhr

[Challenges] Autoren im Schrank: Brainstorming

von: Jari   Kategorie: Challenges



Erinnert ihr euch noch an die AiS-Challenge? Vor ein einhalb Jahren rief ich sie ins Leben und ich stecke immer noch beim Buchstaben A...

Weitermachen möchte ich auf jeden Fall. Aber ich brauche mal ein paar Ideen von euch. Denn so komme ich wohl leider nicht weiter. Obwohl ich hier bereits die nächsten Bücher (Cecilia Ahern) bereit liegen habe. Ausserdem habe ich noch andere Bücher bereit, die für die Challenge gekauft habe. Aber noch bin ich natürlich nicht beim Buchstaben M...

Also - was tun?

Soll ich eine Liste mit allen Autoren machen und kreuz und quer lesen? Die Idee wäre dann, dass ich einen neuen Autoren direkt mit weiteren Büchern in die Liste aufnehme. Soll die Liste als Ganzes in der Seitenleiste erscheinen? Das wäre dann eine ziemlich lange Aufzählung...

Oder soll ich es so lassen, wie es jetzt ist, und mir Zeit nehmen? Habt ihr Ideen? Die könnte ich nämlich gut gebrauchen! :)

30.11.2014 um 11:45 Uhr

[Bücherlisten] BBC - The Big Read

von: Jari   Kategorie: Bücherlisten

Es ist ja nicht so, als hätte ich nicht schon genug Listen. Aber die hier gefällt mir recht gut. Also streiche ich mal, was ich schon gelesen habe und kontrolliere immer mal wieder.

1. The Lord of the Rings, JRR Tolkien
2. Pride and Prejudice, Jane Austen
3. His Dark Materials, Philip Pullman
4. The Hitchhiker's Guide to the Galaxy, Douglas Adams

5. Harry Potter and the Goblet of Fire, JK Rowling
6. To Kill a Mockingbird, Harper Lee
7. Winnie the Pooh, AA Milne
8. Nineteen Eighty-Four, George Orwell
9. The Lion, the Witch and the Wardrobe, CS Lewis
10. Jane Eyre, Charlotte Brontë
11. Catch-22, Joseph Heller
12. Wuthering Heights, Emily Brontë
13. Birdsong, Sebastian Faulks
14. Rebecca, Daphne du Maurier
15. The Catcher in the Rye, JD Salinger
16. The Wind in the Willows, Kenneth Grahame
17. Great Expectations, Charles Dickens
18. Little Women, Louisa May Alcott
19. Captain Corelli's Mandolin, Louis de Bernieres
20. War and Peace, Leo Tolstoy
21. Gone with the Wind, Margaret Mitchell
22. Harry Potter And The Philosopher's Stone, JK Rowling
23. Harry Potter And The Chamber Of Secrets, JK Rowling
24. Harry Potter And The Prisoner Of Azkaban, JK Rowling
25. The Hobbit, JRR Tolkien
26. Tess Of The D'Urbervilles, Thomas Hardy
27. Middlemarch, George Eliot
28. A Prayer For Owen Meany, John Irving
29. The Grapes Of Wrath, John Steinbeck
30. Alice's Adventures In Wonderland, Lewis Carroll
31. The Story Of Tracy Beaker, Jacqueline Wilson
32. One Hundred Years Of Solitude, Gabriel García Márquez
33. The Pillars Of The Earth, Ken Follett
34. David Copperfield, Charles Dickens
35. Charlie And The Chocolate Factory, Roald Dahl
36. Treasure Island, Robert Louis Stevenson
37. A Town Like Alice, Nevil Shute
38. Persuasion, Jane Austen
39. Dune, Frank Herbert
40. Emma, Jane Austen (abgebrochen und ich werde es bestimmt NICHT noch einmal versuchen!)
41. Anne Of Green Gables, LM Montgomery
42. Watership Down, Richard Adams
43. The Great Gatsby, F Scott Fitzgerald
44. The Count Of Monte Cristo, Alexandre Dumas
45. Brideshead Revisited, Evelyn Waugh
46. Animal Farm, George Orwell
47. A Christmas Carol, Charles Dickens
48. Far From The Madding Crowd, Thomas Hardy
49. Goodnight Mister Tom, Michelle Magorian
50. The Shell Seekers, Rosamunde Pilcher
51. The Secret Garden, Frances Hodgson Burnett
52. Of Mice And Men, John Steinbeck
53. The Stand, Stephen King
54. Anna Karenina, Leo Tolstoy
55. A Suitable Boy, Vikram Seth
56. The BFG, Roald Dahl
57. Swallows And Amazons, Arthur Ransome
58. Black Beauty, Anna Sewell
59. Artemis Fowl, Eoin Colfer
60. Crime And Punishment, Fyodor Dostoyevsky
61. Noughts And Crosses, Malorie Blackman
62. Memoirs Of A Geisha, Arthur Golden
63. A Tale Of Two Cities, Charles Dickens
64. The Thorn Birds, Colleen McCollough
65. Mort, Terry Pratchett
66. The Magic Faraway Tree, Enid Blyton
67. The Magus, John Fowles
68. Good Omens, Terry Pratchett and Neil Gaiman
69. Guards! Guards!, Terry Pratchett
70. Lord Of The Flies, William Golding
71. Perfume, Patrick Süskind
72. The Ragged Trousered Philanthropists, Robert Tressell
73. Night Watch, Terry Pratchett
74. Matilda, Roald Dahl
75. Bridget Jones's Diary, Helen Fielding
76. The Secret History, Donna Tartt
77. The Woman In White, Wilkie Collins
78. Ulysses, James Joyce
79. Bleak House, Charles Dickens
80. Double Act, Jacqueline Wilson
81. The Twits, Roald Dahl
82. I Capture The Castle, Dodie Smith
83. Holes, Louis Sachar
84. Gormenghast, Mervyn Peake
85. The God Of Small Things, Arundhati Roy
86. Vicky Angel, Jacqueline Wilson
87. Brave New World, Aldous Huxley
88. Cold Comfort Farm, Stella Gibbons
89. Magician, Raymond E Feist
90. On The Road, Jack Kerouac
91. The Godfather, Mario Puzo
92. The Clan Of The Cave Bear, Jean M Auel
93. The Colour Of Magic, Terry Pratchett
94. The Alchemist, Paulo Coelho
95. Katherine, Anya Seton
96. Kane And Abel, Jeffrey Archer
97. Love In The Time Of Cholera, Gabriel García Márquez
98. Girls In Love, Jacqueline Wilson
99. The Princess Diaries, Meg Cabot
100. Midnight's Children, Salman Rushdie

Gelesen 18/100

29.11.2014 um 17:49 Uhr

[Rezension] Antal Szerb - Reise im Mondlicht

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Erzsi und Mihály sind auf Hochzeitsreise, doch dann steigt Mihály mehr oder weniger aus Versehen in den falschen Zug und ihre Wege trennen sich. Während Erzsi nach Paris fährt, begibt Mihály sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit, von der er sich nie ganz lösen konnte...

Meine Meinung:

Wow - das war krass! Nachdem ich "Die Pendragon-Legende" von Antal Szerb so gut fand, freute ich mich auch auf "Reise im Mondlicht". Ich erwartete nicht, dass dieses Buch genauso gut sein würde, wie das erste, aber die knallharte Realität:

Ich hätte "Reise im Mondlicht" beinahe abgebrochen.

Doch ich wollte dieses Jahr kein Buch mehr abbrechen, also habe ich mich durchgequält. Wieso es mir nicht gefallen hat?

Einerseits wusste ich von Anfang an nicht, worauf das Buch hinaus will. Das ist mir auch jezt noch nicht ganz klar, denn schlussendlich steht man wieder dort, wo man angefangen hat. Bloss, dass Mihály wohl keine Frau mehr hat.

Ausserdem waren die Protagonisten so durch den Wind, dass ich beide einfach nicht verstehen konnte. Auf dem Cover des Buches steht ein Zitat von The Guardian: "Dieses Buch ist total verliebt in das Leben." Nun, meiner Meinung nach ist in diesem Buch überhaupt keiner verliebt. Oder einfach alle in die glorreiche Éva, Mihálys Jugendliebe. Obwohl Mihály natürlich nicht in sie verliebt ist, nein. Überhaupt nicht. Im nächsten Satz sagt er aber wieder, dass er es war und nervt sich dann ab Erzsi, weil sie ihn nicht verstehen kann. Echt jetzt? Würde mein Mann mir sowas erzählen, würde ich ihn auch nicht verstehen. Entscheide dich endlich.

Erzsi wiederum mag wohl Männer, die sie nicht für voll nehmen. Ihr erster betrügt sie ständig mit anderen Frauen, nur um dann Mihály einen Brief zu schreiben, wie er Erzsi richtig behandeln soll. Der nächste Mann, den sich Erzsi nimmt, haut ab, um einer gottähnlichen Frau nachzulaufen, von der er 20 Jahre lang nichts wissen wollte. Der guten Erzsi ist das natürlich egal und flirtet in Paris mit Mihálys Freund und meint, sie hätte den Typen ja geheiratet, eben weil er anders ist als die anderen. Deshalb muss sie das so akzeptieren. Nun gut, wenn man bedenkt, wann das Buch geschrieben worden ist, muss eine Frau das wohl einfach so hinnehmen.

Wahrscheinlich ist "Reise im Mondlicht" wohl die Geschichte einer Mid-Life-Crisis. Aber zu der Zeit, als das Buch entstand, gab es diesen Begriff noch nicht. Jedenfalls rennt Mihály also durch Italien und verzettelt sich in Beschreibungen von irgendwelchen architektonischen und künstlerischen Beschreibungen, die überhaupt nichts zur Geschichte beitragen.

In "Die Pendragon-Legende" kamen solche Beschreibungen auch vor. Aber da waren sie wichtig für den Fortgang des Buches und gaben einen guten Einblick in die Umgebung. Hier ödeten sie mich an. Man kann Seiten überspringen und ist dann doch noch immer am selben Ort und nichts hat sich getan.

Fast am schlimmsten fand ich die ständigen Zufälle. Ganz per Zufall trifft ein alter Freund in Venedig auf das frisch angetraute Ehepaar, ganz per Zufall trifft Mihály auf jemanden, der jemanden kennt, der vielleicht auch ein alter Freund sein könnte. Und ja- natürlich, von allen Mönchen in Italien findet Mihaly dann genau den richtigen. Per Zufall natürlich. Und ganz per Zufall trifft er in Rom auf Éva.

Das sind mir einfach zu viele Zufälle, als dass das Ganze noch glaubhaft wirkt. Ja, im Leben geschehen oft lustige Zufälle. Aber hier wird gleich ein ganzer Sack davon ausgeschüttet. Nein, also wirklich. Muss das sein?

Fazit:

Interessant, wie unterschiedlich man die Titel desselben Autors wahrnehmen kann. Jetzt bin ich mal gespannt, was passiert, wenn ich das nächste Buch von Szerb lese. Jetzt hab ich eins, das ich absolut genial finde, und eines, das ich absolut schrecklich finde. Diesen Umstand finde ich eigentlich ganz lustig.

Auch wenn die Zeit, die ich mit dem Mondlicht verbracht habe, ganz und gar nicht lustig war.



Antal Szerb
Reise im Mondlicht
Broschiert, 5. Auflage 2004
dtv

978-3-423-24370-4

Aus dem Ungarischen von Christina Viragh
Originalausgabe: Utas és holdvilág
Révai, Budapest 1937

23.11.2014 um 09:40 Uhr

[Rezension] Stefan Bachmann - The Whatnot

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Niemand darf das Geheimnis von Pikeys Auge erfahren, denn würden die Leute erfahren, was es damit auf sich hat, käme er ins Feengefängnis. Doch dann taucht Bartholomew in Pikeys Leben auf und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der entführten Hettie. Endlich hat Pikey einen Freund und ein Ziel im Leben gefunden...

Meine Meinung:

"The Whatnot" ist die Fortsetzung zu Bachmanns Erstlingswerk "The Peculiar" und ich bin verblüfft, welche Fortschritte Bachmann gemacht hat. Alles, was im ersten Teil nicht überzeugen konnte, wird hier wieder gut gemacht.

Nur schon der Spannungsaufbau und die Handlung sind besser durchdacht. Während das erste Buch aus zu vielen Beschreibungen und Hängern bestand, wird man nun direkt in die Geschichte hineingeworfen und von ihr gepackt. Dieses Mal wirken auch die Personen real und fest. Man gewinnt sie lieb, vor allem Pikey, und hofft und wünscht mit ihnen. Man schleicht mit Hettie durch dieses seltsame Haus und wundert sich über diese seltsam fremde Feenwelt.

Das Buch tendiert nun mehr Richtung Fantasy, während der Vorgänger noch viel mehr im Bereich des Steampunk angesiedelt war. Aber es ist eine düstere Fantasy, die einschüchtert. Nein, ich würde auf keinen Fall freiwillig diese Feenwelt betreten, die Bachmann hier beschreibt.

Aber bis auf einige unklare Stellen beschreibt er diese Welt sehr gut. Bachmann hat sein vorhandenes Talent ausgebaut und sich, wie bereits erwähnt, stark weiterentwickelt. Nachdem mich "The Peculiar" nur teilweise überzeugen konnte, bin ich froh, dass ich diesem Buch noch eine Chance gegeben habe.

Ein weiterer Pluspunkt: Dieses Mal gab es ein richtiges Ende. Ich hatte nicht mehr das Gefühl, dass Bachmann nicht auf den Punkt kommen konnte und einfach keine Lust mehr hatte. Sondern dass sich der Autor wirklich Gedanken über den Aufbau gemacht hat und dies so auch erreicht hat.

Fazit:

Ein Buch, das aufzeigt, wie sehr sich ein Autor verbessern und weiterentwickeln kann. "The Whatnot" ist eine faszinierende Reise in eine dunkle und gefährliche Welt, die aber durch die Liebe eines Bruders zu seiner Schwester erhellt wird. Das klingt jetzt kitschig, aber das ist mir egal. Jedenfalls bin ich gespannt auf das nächste Werk Bachmanns.



Stefan Bachmann
The Whatnot
TB, 2013
Greenwillow Books

978-0-06-219521-0

22.11.2014 um 14:52 Uhr

[Rezension] Jonathan Stroud - Lockwood & Co.: Der Wispernde Schädel

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Eigentlich hätte es eine Routineaufgabe werden sollen: Die drei Mitglieder von Lockwood & Co. erhalten den Auftrag auf einem Friedhof ein geheimnisvolles Artefakt zu bergen. Doch dabei kommen ihnen nicht nur die Konkurrenten der Agentur Fittes in die Quere, sondern auch ein sehr starker Geist. Dieser scheint an den Spiegel gebunden zu sein, den Lockwood & Co. sichergestellt haben. Bringt dieser Spiegel tatsächlich Weisheit oder nur den Tod? Und was weiss der Wispernde Schädel darüber?

Meine Meinung:

Hat mir Band eins von „Lockwood & Co.“ bereits sehr gut gefallen, so hat Stroud sich in Teil zwei noch einmal getoppt! Das Lesen hat im wahrsten Sinne des Wortes „unheimlich“ viel Spass gemacht. Unheimlich geht es in dieser Geschichte tatsächlich zu und her und somit passt dieses Buch perfekt in die dunkle Jahreszeit. Denn man kann sich angenehm gruseln, während man gemütlich auf dem Sofa sitzt und dabei eine Tasse Tee trinkt.

Stroud ist ein Meister des Stimmungsaufbaus und des roten Fadens. Langsam werden Geheimnisse gelüftet, manche aber nur grad so, dass man sich bereits jetzt nach dem nächsten Band sehnt. Der Aufbau ist durchdacht und Handlungen geschickt eingefädelt.

Nein, aufhören zu lesen ist keine Option.

Mir hat Band zwei fast noch besser gefallen als der erste Teil, auch wenn dieser etwas spritziger war. Was nicht heissen soll, dass "Der Wispernde Schädel" nicht ebenfalls mit schnellen Wortgefechten und unterhaltsamen Verlgeichen überzeugen kann. Aber wenn es um den Gruseleffekt geht, dann überragt „Der wispernde Schädel“ Band eins um einiges. Ich habe jede Seite des Buches genossen, habe mitgefiebert und mitgerätselt. Es war ein richtiger Genuss!

Man kann den Schädel lesen, auch ohne den ersten Band der Lockwood-Reihe gelesen zu haben. Die Figuren werden noch einmal vorgestellt und ein paar Dinge aus Teil eins werden ebenfalls erklärt. Dennoch empfehle ich, wie bei jeder Reihe, am Anfang anzufangen. Es ist herrlich, zu erleben, wie sich die Charaktere entwickeln, oder mehr aus ihrer Vergangenheit zu erfahren.

Fazit:

Eine grandiose Fortsetzung der Reihe, die Lust auf mehr macht. Jonathan Stroud ist einer, der schreiben kann, der erzählen kann. Und bitte, er soll damit nicht aufhören! Ob nun Bartimäus oder Lockwood – ich brauche mehr davon!

Jonathan Stroud
Lockwood & Co.
Der Wispernde Schädel
HC mit Schutzumschlag, 1. Auflage 2014
CBJ

978-3-570-15710-7

Aus dem Englischen von Katharina Orgass und Gerald Jung
Originalausgabe: Lockwood & Co. - The Whispering Skull
Doubleday, London 2014

15.11.2014 um 20:42 Uhr

[Rezension] Kristina Ohlsson - Glaskinder

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Obwohl Billie nicht aus der Stadt weg will, möchte ihre Mutter einen Neuanfang machen und sie ziehen in ein seltsames Haus auf dem Land. Doch schon bald merkt Billie, dass mit diesem Haus etwas nicht stimmt. Seltsame Dinge geschehen, auf die sie keine Antwort findet. Kann es sein, dass es in diesem Haus spukt? Gemeinsam mit ihren Freunden Simona und Aladdin macht sich Billie auf die Suche nach Antworten und dabei findetn sie die "Glaskinder"...

Meine Meinung:

"Glaskinder" von Kristina Ohlsson ist ein Thriller für Kinder ab ca. 10 Jahren. Das hielt mich natürlich nicht davon ab, das Buch zu lesen. Bereut habe ich es übrigens auch nicht.

Natürlich muss man bedenken, dass Erwachsene nicht die Zielgruppe dieses Buches sind, bevor man sich ans Lesen macht. Die Sätze sind kurz und knapp und die Handlung schreitet rasch voran. Auch einen Gruseleffekt im Sinne eines Stephen King sollte man nicht erwarten.

Versetzt man sich aber in die Position eines Zehnjährigen, so ist das Buch doch sehr gruselig. Teilweise schauderte es auch mich. Wo kommt dieser Handabdruck her? Und ehrlich - auch ich hätte Angst, wenn jemand mitten in der Nacht an mein Fenster klopfen würde. Das Thema der Glaskinder hat Ohlsson schön in die Geschichte eingewebt, lässt es aber bis zum Schluss spannend, was es nun mit ihnen auf sich hat.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet. Vor allem Billie mochte ich sehr gerne. Ich denke mal, jedes junge Mädchen (Jungen vielleicht ebenso?) kann sich mit ihr identifizieren. Sie hadert teilweise mit sich selber, findet sich nicht mutig genug und genau das spornt sie an, sich noch mehr in die Sache reinzuhängen. Auch Streit mit den Eltern, Unverständnis gegenüber der jeweils anderen Person, Einsamkeit und Verlust wird angesprochen und kindgerecht bearbeitet.

Kristina Ohlsson bedient sich einer wunderbaren Sprache, die uns direkt in Billies Situation versetzt. Es ist keine Sprache, die ein Kind überfordern würde, sondern sie fordert an der richtigen Stelle. Dies überraschte mich und gilt für mich als Pluspunkt.

Fazit:

Ein toller Krimi/Thriller für junge Leser. Ein packendes Buch und eine gute Mischung aus Abenteuer und Gruselgeschichte. Mal sehen, vielleicht werde ich "Glaskinder" mal an mein Kind weitergeben und es zu Halloween lesen lassen. Das ist nämlich die perfekte Jahreszeit für diese Geschichte!



Kristina Ohlsson
Glaskinder
HC, 1. Auflage 2014
CBT

978-3-570-16280-4

Aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann
Originalausgabe: Glasbarnet
Lilla Piratförlaget, Stockholm 2013

15.11.2014 um 17:31 Uhr

[Rezension] Cees Nooteboom - Rituale

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Inni Wintrop gehört zu jenen, die sich treiben lassen. Als seine geliebte Zita ihn verlässt, verliert er jeglichen Halt. Erst als Inni den alten Taads kennen lernt, nimmt sein Leben wieder Form an. Der Kreis schliesst sich, als Inni Jahre später auf Taads' Sohn trifft, der so anders und doch ganz gleich ist wie der Vater.

Meine Meinung:

Rituale von Cees Nooteboom ist eines jener Bücher, von denen ich nicht so einfach sagen kann, was ich davon halte. Oder gar, worum es wirklich geht. Oder ob ich es gut oder schlecht fand. Es ist eines jener Bücher, das sich einem entzieht und immer, wenn ich danach greifen will, bückt es sich unter meiner Hand weg.

Was ich dazu sagen kann, ist, dass mir Nootebooms Sprache sehr gut gefällt. Es ist eine poetische Sprache, die Unpoetisches ausdrücken kann, ohne dass es fehl am Platze wirkt. Ich weiss zwar nicht genau, was ich von Nooteboom erwartet habe, aber jedenfalls nicht, dass ich seinen Schreibstil als schön empfinde.

Die Geschichte selber ist sehr eigenwillig. Genauso wie Inni, die Hauptfigur von „Rituale“. Anfangs konnte ich die Geschehnisse schlecht zuordnen, da man einfach mitten in die Handlung hineingeworfen wird. Dieser Erzählstrang ist dann aber auch gleich darauf beendet und Ini lernt den ersten Taads kennen.

Man muss sich in diesem Buch erst ein wenig zurecht finden. Nach dieser Szene konnte ich mich einigermassen in der Geschichte einleben und den Erzählstil akzeptieren wie er ist. Taads ist eine Klasse für sich, genauso wie sein Sohn, den wir später ebenfalls antreffen. Der Apfel fällt nicht weit vom Baum.

Der Titel passt sehr gut zur Geschichte. Jede der Figuren hat ihre eigenen Rituale, die für uns Aussenstehende teilweise nicht nachvollziehbar sind. Selbst Inni, der entwurzelt wirkt, hat seine persönlichen Rituale, denen er folgt oder folgen muss. Ob er dies bewusst tut, das kann ich nicht sagen.

Nooteboom wirft viele Fragen auf, greift nach heiklen Themen und serviert sie uns wie eine heisse Suppe. Glasklar und ohne Umschweife. Der kurze Rückentext verspricht Erotik, doch ich persönlich empfinde dies als irreführend. Sie ist ein Teil der Geschichte, aber es ist kein dominanter Part. Der körperliche Teil ergänzt das Buch in etwa so, wie es unser Leben ergänzt.

Ich persönlich empfand die tiefgründigen Diskussionen als tragender als die Erotik. Die Figuren für sich wirken stärker als ihre Interaktionen. Man redet über Gott, Leben, Sterben, was richtig und was falsch ist. Wollte Nooteboom so seine Gedanken sortieren? Ihnen Form geben? Fühlt er sich vielleicht selbst ein wenig wie Inni, der sich eher treiben lässt, als selber zu handeln?

Obwohl die Sprache, wie eingangs erwähnt, sehr poetisch ist, fühlte ich mich davon doch rasch ermüdet. Dies kann jedoch auch am Inhalt liegen, der tatsächlich schwer verdaulich ist.

Fazit:

Ein Buch, das seltsam anders ist. Speziell. Das nicht so recht zu den anderen Büchern in meinem Regal passen will. Ein Buch, zu dem ich wohl nicht gegriffen hätte. Es hat meinen Lesehorizont um einen faszinierenden Aspekt erweitert, auch wenn ich nicht ganz sicher bin, was ich mit diesem Aspekt nun anfangen soll.

Cees Nooteboom
Rituale
Broschiert, 1. Auflage 1998
Suhrkamp

978-3-518-39362-8

Aus dem Niederländischen von Hans Herrfurth
Originalausgabe: Rituelen
De Arbeiderspers, Amsterdam 1980

09.11.2014 um 10:46 Uhr

[Rezension] Mechtild Borrmann - Die andere Hälfte der Hoffnung

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Walentyna lebt in der verbotenen Zone Tschernobyls, dort, wo auch jetzt noch alles verseucht ist. Sie wartet auf die Rückkehr ihrer Tochter, die nach Deutschland gegangen und dort verschwunden ist. Dabei beginnt sie, ihre eigene Geschichte aufzuschreiben. Das Leben in der Ukraine, das Reaktorunglück, die Jahre danach...

Unterdessen versteckt Lessmann auf seinem Hof ein fremdes Mädchen, das auf der Suche nach ihrer Freundin ist. Auch Leonid ist auf der Suche nach einem Mädchen und riskiert dabei so einiges.

Meine Meinung:

"Die andere Hälfte der Hoffnung" ist das dritte Buch, das ich von Mechtild Borrmann lese und ebenso wie die Vorgänger bin ich auch von dieser Geschichte restlos begeistert. Borrmann hat ein feines Gespür für Figuren und ihre Erlebnisse, Borrmann kann erzählen, sodass man alles andere vergisst und man vollkommen in die Geschehnisse des Buches eintauchen kann.

Seit ich als Kind für die Schule das Buch "Die Wolke" gelesen habe, hat mich das Thema Tschernobyl und Atomkraft nicht mehr losgelassen. Deshalb war ich umso gespannter, wie Borrmann damit umgehen wird. Denn auch nach der Katarstrophe in Fukushima wird noch immer auf AKWs gesetzt, die Gefahren, die davon ausgehen, zu sehr ausgeblendet.

Genau dafür braucht es Bücher wie "Die andere Hälfte der Hoffnung", die uns wieder vor Augen führen, womit wir es eigentlich zu tun haben. Die Autorin schafft es, Bilder in uns entstehen zu lassen, die uns nicht mehr loslassen. Die uns erschaudern lassen. Die uns fragen lassen, ob das wirklich hätte sein müssen.

Gekonnt webt Borrmann noch eine andere harte Problematik mit ein: Menschenhandel, Prostitution. Dinge, die vor unseren Augen geschehen und die dennoch keiner sieht.

Dennoch wirkt das Buch nicht überladen. Ein Wohlfühlbuch ist es nicht, nein, das muss es aber auch nicht sein. Die drei Stränge von Walentyna, Lessmann und Leonid verbinden sich zu einem grossen Bild und ergänzen sich wunderbar. Es kommt nicht zu Widersprüchlichkeiten und schlussendlich erfahren wir alles, das es zu erfahren gibt.

Fazit:

"Die andere Hälfte der Hoffnung" ist ein starkes, aussagekräftiges Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt. Flüssig und eindrücklich geschrieben zeigt es, dass Mechtild Borrmann eine talentierte Autorin ist, die ihr Handwerk versteht.

Dieses Buch ging mehr sehr nahe. So nahe, wie schon lange keines mehr. Obwohl es nicht zu dick ist und klar und einfach geschrieben, konnte ich immer nur ein paar Seiten pro Tag lesen. Mehr ging nicht. Die Figuren sind so real dargestellt, dass man ihnen so nahe ist, dass man ihr Leid förmlich spüren kann.

Trotzdem schafft es Borrmann, nicht ins Theatralische oder Dramatische abzudriften. Ganz grosse Klasse!



Mechtild Borrmann
Die andere Hälfte der Hoffnung
HC mit Schutzumschlag, 2014
Droemer

978-3-426-28100-0

08.11.2014 um 20:36 Uhr

[Links] MyBook.de

von: Jari   Kategorie: Links

Auf Facebook wurde ich auf diese neue Website aufmerksam: www.mybook.de
Da mir die Aufmachung der Seite gefiel, stattete ich ihr mal einen Besuch ab.

MyBook.de möchte Bücher empfehlen. Aber im Gegensatz zu Amazon etc. basieren die Empfehlungen nicht auf einem Algorithmus, sondern auf persönlichen Einschätzungen von Buchhändlern und anderen Bücherwürmern. Als erstes füllt man einen Fragebogen aus. Lieblingsautoren, wonach sucht man, wo liest man gerne...
Die Antworten werden dem Team zugesandt und von dort erhält man dann persönliche Tipps.

Obwohl ich nur auf der Seite gelandet bin, weil ich neugierig war, habe ich mir dort bereits ein Buch bestellt (die Tipps sind gratis, gefällt einem ein Buch wäre es toll, es über mybook.de zu bestellen). Heute habe ich meine Bestellung abgeholt:



Sehr schön in Seide verpackt. Hier ist nicht ein gelangweilter Fliessbandarbeiter am Werk, sondern ein Bücherfreund!



Gekauft habe ich mir "Kontrollpunkt". Ein Buch des Genres "Military Fantasy" - habe ich bisher noch nicht gekannt. Muss ich ausprobieren!

MyBook.de hat mich wirklich überzeugt und es hat viel Spass gemacht, sich durch die Tipps zu arbeiten. Sehr empfehlenswert!

08.11.2014 um 17:56 Uhr

[Monatsstatistik] Oktober 2014

von: Jari   Kategorie: Monatsstatistik

Gelesen:

Bastian Sick - Füllen Sie sich wie zu Hause
Antal Szerb - Die Pendragon-Legende
Amelie Fried - Traumfrau mit Nebenwirkungen 
Andrea Camilleri - Das Netz der grossen Fische
Jörg Nagler - Abraham Lincoln
C.S. Lewis - Der Ritt nach Narnia
Mechtild Borrmann - Die andere Hälfte der Hoffnung
Terry Pratchett - Gevatter Tod
Nototeboom, Cees - Rituale
Stefan Bachmann - The Whatnot

Gelesen Manga:

Nozomu Hiiragi - Ganz verschieden gleich 2
Ponczeck - Crash 'n Burn 1 & 2
Junko - Unter deinem Schirm
Kazuma Kodaka - Border 1

Gelesen Comics:

 

Abgebrochen:

 

Gesamt gelesen 2014 Bücher: 65
Gesamt gelesen Manga 2014: 30
Gesamt gelesen Comics 2014: 5
Gesamt gehört Hörbuch 2014: 1
Gesamt abgebrochen 2014:

Buch des Monats


06.11.2014 um 21:26 Uhr

Jari liest...Karl May

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Karl May wurde am 25.02.1842 als Sohn eines armen Webers in Hohenstein-Ernstthal in Sachsen geboren und starb am 30.03.1912 als einer der meistgelesenen Schriftsteller deutscher Sprache in seiner Villa Shatterhand in Radebeul bei Dresden. Sein klassisches Werk erscheint hier in illustrieren Ausgaben. Die berühmten Amerika- und Orient-Erzählungen, aber auch die mystisch-psychologischen Alterswerke dieser Edition liegen in Textfassung vor, die Karl May selbst noch kannte oder persönlich überarbeitete. Diese Ausgaben letzter Hand offenbaren die ganze erzählerische Frische und Fülle der ursprünglichen Gestalt. Ergänzt werden die Erzählungen durch die detailreichen, zeitgenössischen Illustrationen von Josef Ulrich und Venceslav Cerny, die für die zwischen 1890 und 1907 in Prag bei Josef Richard Vilimek erschienene tschechische Ausgabe entstanden sind und bei Sammlern höchst begehrt sind, da sie die Spannung, das Abenteuer, aber auch den Humor der unsterblichen Erzählungen auf eingängige Weise hervorheben.


02.11.2014 um 10:44 Uhr

[Rezension] Jörg Nagler - Abraham Lincoln

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Um kaum einen anderen Präsidenten Amerikas wird so ein grosser Mythos gesponnen wie um Abraham Lincoln. Er tötet Vampire und Zombies, inspiriert Kinder und Erwachsene und sein Kopf ziert den 5-Dollar-Schein.
Doch lassen wir mal Zombies und Vampire weg - wer war Abraham Lincoln eigentlich? Was hat er erreicht? Wie zeigt sich sein Wirken? Naglers Biographie führt uns Lincolns Lebensweg vom Anfang bis zu Ende, mit all seinen Höhen und Tiefen, vor Augen.

Meine Meinung:

Nachdem ich "Abraham Lincoln - Vampirjäger" gelesen hatte, wurde mein Interesse geweckt. Wie viel von diesem Buch war wahr? Wer war Abraham Lincoln wirklich? Ich wollte mehr erfahren über diesen faszinierenden Menschen. Das Buch "Abraham Lincoln - Amerikas grosser Präsident" von Jörg Nagler wurde durchwegs positiv bewertet, weshalb ich mich seit Jahren mal wieder auf eine Biographie stürtzte.

Hiermit schliesse ich mich den positiven Meinungen an. Dieses Buch lässt keine Fragen offen und wir begleiten Lincoln durch sein gesamtes Leben. Nagler greift auch immer wieder Thesen und Myhten auf und erklärt diese. Der Autor möchte Lincoln keineswegs auf einen Stockel stellen, sondern beleuchtet ihn als Mann und Menschen. Fehler werden nicht unter den Teppich gekehrt, aber auch nicht mit dem Zeigefinger darauf gezeigt.

Unterdessen stelle ich auch im Alltag immer wieder fest, wie viel ich nicht nur über Lincoln, sondern auch über Amerika gelernt habe. Es ist ein sehr umfassendes Werk, dennoch habe ich wohl weniger vergessen, als ich anfangs angenommen hatte. Noch immer habe ich das Gefühl, ein wirklich rundes Bild von "Honest Abe" vermittelt bekommen zu haben.

Es ist jedoch von Vorteil, wenn man bereits ein wenig über das Wahlsystem Amerikas Bescheid weiss. Die Wahlen waren mir teilweise etwas unklar, denn das System wird von Nagler nicht erklärt. Auch hätte ich gerne mehr Originaltexte von Lincoln gelesen und nicht nur kurze Auszüge davon. Die Biographie ist stark handlungsorientiert, dabei geht mir persönlich aber etwas vom Seelenleben des 16. Präsidenten verloren. Wobei ich natürlich auch verstehe, dass es schwierig ist, dieses nach so langer Zeit zu rekonstruieren.

Das Buch ist klar geschrieben, aber man sollte schon ein geübter Leser sein, um damit klarzukommen. Nagler verwendet viele Fremdwörter und auch seine Satzkonstruktionen sind nicht immer simpel. Natürlich ist diese Biographie auch stark politisch orientiert und man muss wirklich konzentriert sein, um sich all die Namen und Begebenheiten merken zu können. Mehr als zehn oder zwanzig Seiten pro Tag habe ich nicht geschafft.

Fazit:

Trotz des anfangs etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstiles möchte ich diese Biographie jedem ans Herz legen, der sich für Abraham Lincoln interessiert. Keine andere Biographie hat mir bisher so viel vermittelt, wie diese. Man merkt, dass Nagler weiss, worüber er schreibt, und es ihm wichtig ist.

Dass sehr viel Arbeit hinter diesem Buch steckt, zeigt auch das abschliessende Register. Es ist sehr umfangreich und bietet haufenweise weiterführende Literatur bzw. Quellen an.



Jörg Nagler
Abraham Lincoln
Amerikas grosser Präsident
TB, 2. Auflage 2013
C.H. Beck

978-3-406-62215-1

31.10.2014 um 22:42 Uhr

[Kurzgebrabbel] 2 Plus 2

von: Jari   Kategorie: Kurzgebrabbel

Der dritte Teil der "Narnia"-Reihe unterscheidet sich grundsätzlich von den ersten beiden. Ich konnte Lewis fast gar nicht wiedererkennen! War seine Sprache in den ersten Bänden noch spartanisch, so erfindet sich der Autor hier neu. Die Figuren haben Charakter und ein Gesicht, die Umgebung wird beschrieben und die Geschichte vorangetrieben. Mir hat "Der Ritt nach Narnia" bisher am besten gefallen, das Lesen hat richtig Spass gemacht!

Shasta ist ein Junge, der ein eher karges Leben an der Seite eines Fischers lebt. Doch als er auf das sprechende Pferd Bree trifft, ändert sich einiges. Die beiden tun sich zusammen und reisen gen Narnia. Unterwegs treffen sie auf Aravis und Hwin, die dasselbe Ziel haben. Werden sie es schaffen, Narnia zu erreichen?



Tod sein ist nicht immer angenehm, deshalb hat Tod sich einen Lehrling geholt: Mort oder öfters einfach "Junge" genannt, eher tollpatschig und mit ein paar Gelenken zu viel. Doch Mort ist ein guter Lehrling, zumindest solange, bis er Prinzessin Keli abholen soll. Das bringt Mort einfach nicht über sich und so lässt er sie am Leben. Ohne zu wissen, was er damit auslöst...

Tod ist ein toller Charakter. Vor allem, wenn er in der Küche steht und kocht. Es war auch spanend, Mort dabei zu beobachten, wie er in Tods in Fussstapfen tritt und sich dabei von einem Jungen zu einem Mann weiterentwickelt. Pratchett hat das Thema Tod auf eine angenehme und gut durchdachte Weise angepackt und bringt es auch gekonnt rüber.

Dennoch konnte mich "Gevatter Tod" weniger überzeugen als andere Pratchetts, die ich bisher gelesen habe. Jedoch lag das weniger am Thema als an den Figuren (Tod mal ausgenommen). Keli mochte ich nicht. Nein, die kann mir gestohlen bleiben. Auch Morts Handlungen konnte ich oft nicht nachvollziehen, natürlich vor allem in Bezug auf Keli. Natürlich gehört es dazu, dass man solche Fehler macht. Aber wenn, dann vielleicht wenigstens für eine Frau, die es wert wäre? Nun ja, vielleicht gab es in diesem Band für meine Verhältnisse einfach zu viel Liebesgedöns?