Jaris Büchergebrabbel

22.04.2012 um 14:04 Uhr

[Rezension] Marshmallow Pillows

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Man glaubt es kaum, als man diese Neuigkeiten hört: Der berühmte Willy Wonka öffnet zum ersten Mal seit über zehn Jahren wieder die Pforten seiner Schokoladenfabrik! Doch nur fünf glücklichen Kindern ist der Zugang gestattet. Als Eintrittskarte gelten die fünf goldenen Karten, die Wonka in seinen Produkten versteckt hat.

Der kleine Charlie würde nur zu gerne eines dieser Tickets gewinnen, doch seine Familie ist so arm, dass sie Charlie nur einmal im Jahr eine Tafel Schokolade kaufen können. Wird Charlie die riesige Fabrik jemals von innen zu sehen bekommen? 

Meine Meinung:

Roald Dahls "Charlie and the Chocolate Factory" lässt einem nur schon während des Lesens das Wasser im Mund zusammenlaufen, denn das Thema Schokolade wird in diesem Buch gross geschrieben. Schliesslich dreht sich auch alles um die geheimnisvolle Schokoladenfabrik des talentierten Willy Wonka.

Die erste Hälfte des Buches befasst sich mit Charlie Bucket, seiner Familie und die Jagd auf die goldenen Tickets. Vor allem das Thema Armut wird hier zur Sprache gebracht: Die Familie hat schon zu Beginn nur wenig zu essen und im Verlauf des Buches wird es noch weniger. Dahl beschreibt, wie Charlie mehr und mehr an Gewicht verliert, sich aber trotzdem weigert, die Rationen, die ihm seine Eltern und Grosseltern zuzuschieben versuchen, zu essen. Dies verleiht dem ansonsten eher heiteren Buch einen ersten Unterton. Man erfährt aber auch, wie sehr die Familie zusammenhält und sich unterstützt.

Der Gegensatz zum selbstlosen Charlie Bucket bilden die vier anderen Kinder. Sie alle wurden von ihren Eltern verzogen (allen voran Veruca Salt) und denken nur an ihren eigenen Vorteil. Sie hören weder auf Willy Wonka, noch auf ihre Eltern, was sie später bitter bereuen werden. Unter ihnen strahlt Charlie als das Musterkind heraus, er ist der einzig angenehme Charakter und den Kindern. Hier hält uns Dahl einen Spiegel vor, was geschehen kann, wenn man sich zu wenig um unsere Kinder kümmert.

Der zweite Teil des Buches spielt in der Schokoladenfabrik. Dort lernen wir auch endlich Willy Wonka kennen. Er ist ein Unikat und ist mir sofort ans Herz gewachsen. Dahl vergleicht ihn mit einem Eichhörnchen und seine quirlige Art sticht aus den Reihen der stocksteifen Erwachsenen hervor. Wonka hat sich zu einem meiner Lieblingscharaktere entwickelt und am Schluss des Buches war ich richtiggehend traurig, mich von ihm verabschieden zu müssen.

Roald Dahls Fantasie scheint keine Grenzen zu kennen, ständig überrascht er den Leser mit neuen Einfällen und noch kurioseren Wortkreationen. Das Lesen seiner Werke ist erquickend, es ist, als greife man in einen grossen Farbtopf und bringe jedes Mal eine neue Farbe zum Vorschein. Mir ging während der Lektüre regelmässig das Herz auf. Diese Reise in die Fantasie ist einfach toll! 

Fazit: 

"Charlie and the Chocolate Factory" ist eines jener Kinderbücher, die auch Erwachsene lesen sollten. In diesem Buch können alle, Kinder und Erwachsene, so viel entdecken und erleben. Meiner Meinung nach wäre es schade, dies zu verpassen.

Das Buch kann man auch gut als Klassenlektüre verwenden. Jedoch sollten die Schüler bereits ein Gespür für die englische Sprache entwickelt haben, denn Dahl verwendet auch Wortspiele, deren Witz verloren geht, wenn man sich in der Sprache nicht auskennt. Als Beispiel:

Storeroom Number 77 - All the Beans, Cacao Beans, Coffee Beans, Jelly Beans, and Has Beans

Allen Lesern, die sich auf eine phantsievolle Reise in die Welt der Schokolade begeben möchten: Lest das Buch! 

Roald Dahl
Charlie and the Chocolate Factory
TB, 1995
Puffin Books

978-0-141-32271-1


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