Mit dem Kopf voran

28.12.2007 um 22:54 Uhr

Das letzte Wort...

von: steffenh   Kategorie: Blogosphäre

...kommt hier nicht von mir sondern von B.L.O.G.ger Rayson. Der kommentiert die aktuelle Neid-Debatte um die Managergehälter folgendermaßen:

Kommt, Leute, tretet alle Philosophen, Staatstheoretiker und Politikwissenschaftler in die Tonne. Was dieses Land braucht, sind Kinderpsychologen.

Im nächsten Jahr warten andere Blogger-Aufgaben auf mich. Ich werde mich möglichst rege am neuen Weblog des Berliner Instituts für unternehmerische Freiheit (IUF) "iuf - freie menschen, freie märkte" beteiligen. Und wenn man mich läßt, b.l.o.g.ge ich auch noch woanders...

Update: Ich bin jetzt auch B.L.O.G.ger

27.12.2007 um 22:00 Uhr

Die rosarote Republik

von: steffenh   Kategorie: Gesellschaft

Als Kind der DDR ein erschüterndes Ergebnis, was SPON da über die Ergebnisse einer Umfrage unter Brandenburger Schülern über ihr Wissen in Sachen DDR berichtet. Nicht nur von ihren Eltern wurde ihnen offenbar berichtet, dass die DDR ein gerechtes, vollbeschäftigtes Öko-Paradies gewesen ist. Haben meine Eltern mitunter auch versucht, doch mussten sie feststellen, dass sie ihren Sohnemann mit einem eigenen Kopf erzogen haben. Die Ex-DDR-Bürger aus Brandenburg haben die Erziehung ihrer Kinder offenbar besser im Griff, leider im intellektuellen Würgegriff.

27.12.2007 um 14:48 Uhr

Sind hohe Energiepreise klimafreundlich?

von: steffenh   Kategorie: Umweltschutz

Nicht unbedingt, meint Daniel Gros auf VoxEU, denn die Angebotselastizität von Kohle ist wesentlich größer als die von Öl. Steigen die Preise für Energie infolge höherer Nachfrage reagiert das Kohleangebot sehr viel rascher als dasErdölangebot mit einem höheren Angebot, mit der Folge, dass sich der relative Preis der Kohle zum Öl wie in der Vergangenheit weiter verringert. Folglich steigen die Energieverbraucher wieder auf die Kohle um, was dann aufgrund der höheren Kohlenstoffintensität dieses Energieträgers zu höheren Kohlendioxidemissionen führt.

27.12.2007 um 14:18 Uhr

So gesehen...

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Tom Nelson über den Umgang mit Neuigkeiten in der Klimabeobachtung:

24.12.2007 um 01:33 Uhr

Was ist das?

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

 

 

Brandlöcher in einer Glaswand, wie sie jetzt zur Einhaltung des Rauchverbots in bundesdeutschen Kneipen installiert werden.

24.12.2007 um 01:20 Uhr

Das geht so nicht weiter

von: steffenh   Kategorie: Blogosphäre

Von den letzten 100 Zugriffen entfielen allein 86 auf uralte Einträge zur Shangri-La-Diät. Seitdem Blogigo den RSS-Service nicht mehr unterstützt kommen an den eigentlichen Themen dieses Weblogs interessierte Leser nur noch sporadisch vorbei. Fast vier Jahre laufe ich hier nun schon "mit dem Kopf voran" und stoße mir jetzt selbigen an einer technischen Mauer. Ärgerlich, aber offenbar nicht zu ändern. Also heisst es für mich hier bald den Hut zu nehmen. Wie, wo und wann ich weiter blogge entscheide ich in den nächsten Tagen. Aber es geht auf jeden Fall weiter.

Interessant an der sonst so betrüblichen Statistik ist übrigens, wie gefragt plötzlich Diäten um die Weihnachtszeit werden. Am heiligen Abend wird offenbar am meisten gesündigt.

22.12.2007 um 14:23 Uhr

IPCC Data-Mining

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Bei der Lektüre der Technical Summary des jüngsten IPCC-Teilreports "The Physical Science Basis" ist mir folgende Darstellung von Temperaturtrends (S. 37) aufgefallen:

Die Darstellung suggeriert einen beschleunigten Anstieg der Temperaturen in den vergangenen 150 Jahren. Immerhin erhöht sich der Anstieg der für jedes viertel Jahrhundert berechneten linearen Trendfunktionen kontinuierlich. Beim zweiten Blick fällt jedoch auf, dass dieser Anstieg nur deshalb auftritt, weil die Temperatur über den Beobachtungszeitraum nicht kontinuierlich gestiegen ist, sondern Jahren mit Temperaturanstiegen immer wieder Phasen abnehmender Temperatur folgten, was zwangsläufig zu einem Trendzuwachs der Trendfunktionen führen muss. Eine beliebig andere Wahl der Beobachtungsperiode hätte zu unzähligen anderen Trendfunktionen mit zu oder zwischendurch auch abnehmenden Trends geführt. Fazit: Wie besorgniserregend ein Trend erscheint, ist immer auch eine Frage der Präsentation.

22.12.2007 um 13:28 Uhr

Was will der Wähler?

von: steffenh   Kategorie: Beobachtungen

Bevölkerungsbefragungen versetzen einen doch immer wieder in Erstaunen. Man hört seitens der Politik immer wieder, dass die direkteste Klimaschutzpolitik via erhöhte Umweltsteuern politisch nicht durchsetzbar wäre und man deshalb auf alle möglichen anderen Alternativen wie Emissionshandel, Subventionen für erneuerbare Energien und Energieeinsparung sowie Effizienzauflagen ausweichen müsse. Doch dann erfährt man aus einem recht aktuellem BBC World Service Poll, dass 59 % der Deutschen zusätzliche Steuern bedingungslos befürworten und weitere 20 %, wenn deren Erträge für den Umweltschutz verwendet werden. Nun, mein Vertrauen in Umfragen ist nicht besonders groß, doch wesentlich objektivere Informationen über den Wählerwillen liegen politischen Entscheidungen ja auch nicht zugrunde. Also muss sich hinter dem politischen Widerstand gegenüber Ökosteuern und der eifrigen Feinsteuerung im Dienste des Klimaschutzes mehr verbergen als die Angst vor dem Wähler. Wohl doch ein gerüttelt Maß an Einfluss einer Vielzahl von Interessengruppen mit jeweils anderen Vorstellungen über die beste Regulierung und eine gehörige Portion weltanschaulich begründeter Regulierungswut.

21.12.2007 um 19:53 Uhr

Ökonet?

von: steffenh   Kategorie: Umweltschutz

Warum glaubt eigentlich jeder mit dem Umstieg auf Ökostrom eine besonders heroische Tat zu leisten? Etwa dieser Berliner Webhosting-Anbieter, der offenbar als Reaktion auf diesen ganzen Klimafrevler-Rummel um das Internet glaubt mit Selbstkasteiung in Form von Ökostrom reagieren zu müssen. So eine Art ökokosmetische Operation als Reaktion auf den quasireligiösen Glauben an das Gute in der Naturenergie. Da stört es auch nicht, dass wir seit Monaten über den schädlichen Ökorucksack der Bioenergie informiert werden, dass weltweit die Lebensmittelpreise so schnell steigen wie unser Bioenergiehunger oder uns überall über die hohen direkten und indirekten Kosten der Wind- und anderer sogenannter regenerativer Energien informieren können, die nichts anderes repräsentieren als hohe Ressourcenverbräuche bei der Produktion. Dem halbgebildeten Durchschnittsbürger reicht es inzwischen schon aus, dass erneuerbare Energieträger scheinbar weniger Kohlendioxid produzieren und schon werden sämtliche andere Kriterien, die normalerweise zur Beurteilung der Sinnhaftigkeit von Produktion und Konsum herangezogen werden, über Bord geworfen. Wir haben es uns in dieser naiven, monokausalen Welt schön eingerichtet, wundern uns das diejenigen, die in Wirtschaft und Politik von unserem Wohlwollen abhängen, sich damit arrangieren und regen uns dann wieder auf, dass all das nicht kostenlos ist. Wem das Ganze auch komisch vorkommt, den lade ich schon jetzt zu der passenden Veranstaltung Ende Januar ins IUF in Berlin ein.

21.12.2007 um 16:05 Uhr

Libertäre Lieder

von: steffenh   Kategorie: Blogosphäre

Das ist doch mal etwas, Popmusik jenseits kollektivistischer Betroffenheitsromantik. Alfred Reimann und das IUF sind gegenwärtig dabei, professionelle Sänger für die Produktion einer CD mit libertären Liedern zu suchen. Die Lieder sind bereits komponiert und es besteht auch schon ein "Demoband". Interessierte können sich die Demosongs auf der Webseite des IUF herunterladen. Ich persönlich würde mich freuen, wenn die Musiker dabei nicht vergessen auch ihre Stromgitarren auszupacken.

21.12.2007 um 11:10 Uhr

Roger Pielke Jr. ist zurück

von: steffenh   Kategorie: Blogosphäre

Prometheus von der Colarado State University bloggt wieder und er hat einiges zu sagen:

... the UK's Chief Scientific Adviser, Professor Sir David King, has encouraged a "cultural change" among women to prefer men who save energy, rather than hog it, such as by driving Ferrari's.

...

These anecdotes -- frustrating and farcical as they may be -- illustrate a serious underlying point: Much of climate debate is exactly backwards. Advocates are spending far too much time arguing over how important that it is that others change their behavior, usually in ways that those doing the advocating would want regardless of climate change. In this way climate change becomes not a problem to be solved but a political weapon in service of other goals. The alternative to the dominant approach to climate change would be to initiate those steps that will actually make a difference, thus enabling political compromise.

Unbedingt lesenswert ist auch der Beitrag über Mr. Pachauri und die Politisierung des IPCC. Der Vater Roger Pielke Sr. bloggt übrigens auch wieder.

21.12.2007 um 10:41 Uhr

Vielfliegerzuschuß

von: steffenh   Kategorie: Umweltschutz

Wenn es ab 2012 tatsächlich zu der von der EU-Kommission vereinbarten Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel kommen sollte, könnte das in den nächsten Jahren zunächst einmal zu sinkenden Flugpreisen führen. Schließlich ist geplant, zunächst 90% der Emissionsrechte unentgeltlich zu vergeben, wobei anzunehmen ist, dass historische Emissionen eines Stichjahres als Zuteilungsbasis fungieren. So läuft es jedenfalls beim aktuellen Emissionshandel für Kraftwerke und Industrieanlagen. Um möglichst viele Emissionsrechte zugeteilt zu bekommen kann es also für Airlines durchaus sinnvoll sein, für das gewählte, mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Zukunft liegende Basisjahr(e) möglichst hohe Emissionen vorweisen zu können. Also verschärft man den Wettbewerb durch eine Erhöhung des Angebots und zwar so stark, wie der dadurch verursachte Gewinnrückgang niedriger ist als die erwarteten Erträge aus der Verwertung zukünftig zugeteilter Emissionsrechte. Das könnte zunächst zu sinkenden Flugpreisen führen. Der Katzenjammer für den Fluggast kommt später, wenn die Emissionsrechte gehandelt werden und sich als echte Kosten in den Flugpreisen niederschlagen.

20.12.2007 um 16:58 Uhr

Erstmals eisfrei?

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

So wie die taz berichteten fast alle Medien im September über die erstmalige Eisfreiheit der arktischen  Nordwestpassage seit Beginn der Satellitenbeobachtung vor 30 Jahren und die damit mögliche Passierbarkeit durch Schiffe. Bekanntlich kochen Journalisten alte Geschichte gern mehrmals auf. Offenbar auch in diesem Fall, denn nach 1978 wurde die Nordwestpassage bereits 1984, 1988 und 2000 von Schiffen bezwungen. Und jedes mal wurde dies von der Presse dokumentiert. Oder sollte es sich in diese Fällen um sich in den Norden verirrte "Fliegende Holländer" gehandelt haben? Eher unwahrscheinlich, denn auch für die kalte Zeit vor 1978 wird offziell von mehreren Schiffspassagen berichtet.

20.12.2007 um 13:50 Uhr

Über den Berg

von: steffenh   Kategorie: Energiemärkte

James Hamilton vom Econbrowser zitiert die jüngsten Ergebnisse der Wikipedia-Page on Oil Megaprojects und meint, das angesichts der steigenden Förderpreiskapazitäten durchaus Entwarnung bei den Ölpreisen angesagt scheint.

20.12.2007 um 13:24 Uhr

Urhebermacht

von: steffenh   Kategorie: Wirtschaftspolitik

Wenn das neue Urheberrecht ab Januar 2008 in Kraft tritt, dann wird es für öffentliche Bibliotheken in Deutschland nicht mehr möglich sein, Dokumente in elektronischer Form zu senden. Alle Bibliotheksbestellungen dürfen dann nur noch auf dem Post- und Faxwege versandt werden und Grafikdateien nur dann auf elektronischem Wege, wenn der Verlag keinen Online-Zugang zu dem Material anbietet. Vorbei die Zeiten in denen jedermann kostengünstigen Zugang zu Veröffentlichungen hatte, die vom Urheber bereits durch öffentliche Bibliotheken zum Zwecke der Verwendung durch die Allgemeinheit entgeltlich erworben wurden. Allein für meinen Arbeitsgeber erhöhen sich beispielsweise die Beschaffungskosten pro Bestellvorgang um 30%, abgesehen von den höheren Kosten für Vervielfältigung, Langerung und dem Verlust vieler Vorteile einer elektronischen Verarbeitung. Das alles sind nur die offensichtlichen Folgen einer staatlichen Monopolisierung geistigen Eigentums. Wie wenig stichhaltig die Argumente der Fürsprecher des exessiven Schutzes geistigen Eigentums sind beschreibt Christoph Engel in einem Aufsatz, aus dem auch folgendes sehr treffende Zitat stammt (via La Deutsche Vita):

Was man nicht beweisen kann, muss man predigen.

20.12.2007 um 10:12 Uhr

Im Staub der Sterne

von: steffenh   Kategorie: Umweltschutz

Das Umweltbundesamt warnt vor einem drastischen Anstieg der Feinstaubbelastung durch Silvesterfeuerwerk. Wer jetzt meint, er könne sich dem durch die Flucht in die eigenen vier Wänden oder gar ins Lokal der Silvesterparty entziehen, der hat sich jedoch leider geirrt. Der Urheber der Meldung versäumte es darauf hinzuweisen, dass die Feinstaubbelastung in Innenräumen oft weit über dem zugelassenen Außenluftgrenzwert von 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft liegt (hierzu auch die Innenraumlufthygiene-Kommission). Auch könnte man darauf hinweisen, dass ein nüchterner Feuerwerker sicher gesünder lebt, als seine alkoholisierten, rauchenden und vollgefressenen Partykollegen. Schließlich sind die Folgen von Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen für die Gesundheit viel gravierender als Feinstaub. Wie man es auch wendet, am Neujahrsmorgen wird man dem Ende wieder ein Stück näher sein.

19.12.2007 um 16:00 Uhr

Päpstlicher als der Papst

von: steffenh   Kategorie: Blogosphäre

Ein Leser hier bzw. beim Nachbarn Ökologismus.de sind der Meinung, der Papst wäre hier mit seinen Aussagen zur Klimapolitik grob fehlinterpretiert worden. Das sehe ich nicht so. Der Papst hat tatsächlich zur ideologiefreien Besonnenheit bei der Interpretation der Erkenntnisse der Umweltforschung aufgefordert:

Heute bangt die Menschheit um das künftige ökologische Gleichgewicht. Es ist gut, diesbezügliche Einschätzungen mit Bedachtsamkeit, im Dialog zwischen Experten und Gelehrten, ohne ideologische Beschleunigungen auf übereilte Schlußfolgerungen hin vorzunehmen; vor allem sollte dabei ein annehmbares Entwicklungsmodell gemeinsam vereinbart werden, das unter Beachtung des ökologischen Gleichgewichts das Wohlergehen aller gewährleistet.

Alles weitere war meine persönliche Interpretation der Papstaussagen und keine Lanze für die Skeptiker der gegenwärtigen Klimapolitik. Die brauchen wahrlich nicht die Aussagen des Papstes als Argumente für ihre berechtigte Kritik.

19.12.2007 um 15:13 Uhr

Repressonomics

von: steffenh   Kategorie: Wirtschaftspolitik

Anders Aslund über die sehr spezielle Wirtschaftspolitik des russischen Präsidenten:

Putins Regime kann als eine Gruppe von Clans beschrieben werden, die aus staatlich dominierten Unternehmen wie Gazprom, Rosneft, Vneshtorgbank, Rosoboronexport und den Russischen Eisenbahnen sowie den Sicherheitsbehörden besteht. Seine vornehmlich aus St. Petersburg stammenden Spießgesellen vom KGB kontrollieren diese Institutionen und beziehen daraus Schmiergelder in enormer Höhe. Gleichzeitig hat Putin sichergestellt, dass alle Akteure einander hassen, so dass sie ihn als Schiedsrichter oder Paten brauchen.

In einem sensationellen Interview mit der russischen Zeitung Kommersant vor der Wahl erklärte einer dieser vorher unbekannten KGB-Manager, wie man staatliche Erpressung gegen private Unternehmen einsetzt, um eine „samtene Reprivatisierung“ durch staatliche Raubzüge zu erreichen. Angaben der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung zufolge sank der aus dem privaten Sektor stammende Anteil am BIP unter Putin von 70 auf 65 Prozent. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Wiederverstaatlichung durch Erpressung noch beschleunigen wird.

Diese Wiederverstaatlichung wurde nicht ideologisch, sondern eher zynisch begründet: Sinn und Zweck der Übung ist schlicht, Spitzenfunktionären im Kreml Einnahmen aus Korruption zu verschaffen. Obwohl die Korruption in den meisten Teilen der ehemaligen Sowjetunion sank, ist sie in Russland seit 2004 sprunghaft angestiegen, sie wird zunehmend rational begründet und tritt auch geballter auf. Keiner von Putins Schlüsselfiguren im KGB wurde verhaftet oder gar degradiert.

Nachdem die Wiederverstaatlichung an Dynamik zulegte, veränderte sich auch die Rhetorik in der öffentlichen wirtschaftspolitischen Debatte und nahm dirigistische Züge an. Heute bevorzugt Putin Protektionismus, staatliche Intervention und Subventionen. In diesem Klima sind fortschreitende Strukturreformen nicht wahrscheinlich.

18.12.2007 um 13:27 Uhr

Mehr Wettbewerb durch weniger Angebot?

von: steffenh   Kategorie: Energiemärkte

Die IHK Berlin fordert den Berliner Senat auf, sich für einen Baustopp von Kraftwerksneubauten der "Großen Vier" einzusetzen. Auch ein Zwangsverkauf von Kraftwerkskapazitäten zählt zu den Patentrezepten der Berliner Wirtschaftslobbyisten gegen hohe Strompreise. Dass die Berliner Schmalspurökonomen bei ihrem Einsatz für die Belange ihrer Klientel keine Zeit haben den wissenschaftlichen Background zur Wettbewerbsdebatte im Strommarkt in Augenschein zu nehmen, mag man gerade noch verstehen können, aber eine Angebotsverknappung als Mittel für mehr Wettbewerb und niedrige Preise zu empfehlen ist schlichter ökonomischer Analphabetismus.

17.12.2007 um 19:28 Uhr

Kommen die Klimakriege?

von: steffenh   Kategorie: Klimawandel

Der Klimawandel wird in Wissenschaft und Politik inzwischen nicht nur als Bedrohung für die menschliche Umwelt, sondern auch als Sicherheitsrisiko gesehen. Gängige Theorien in der geistigen Tradition von Thomas Malthus gehen dabei davon aus, dass die vom Klimawandel verursachte Verknappung natürlicher Ressourcen zu gewaltsamen Verteilungskämpfen führt und das bereits heutige regionale Konflikte mit dem Klimawandel in kausalem Zusammenhang stehen.

Eine etwas andere Sichtweise legt eine aktuelle norwegische Studie nahe. Die Wissenschaftler stellten fest, dass in jüngerer Vergangenheit gerade dort wenige gewaltsame Konflikte ausgetragen wurden, wo natürliche Ressourcen einer wirtschaftlich besonders intensiven Nutzung ausgesetzt waren. Ressourcenknappheit stellt demnach zwar ein potentiell konfliktverstärkendes Problem, jedoch nicht den Auslöser von politischen und sozialen Krisen dar. Forschungen der Ressourcen- und Institutionenökonomik deuten seit langem darauf hin, dass die Knappheit von Ressourcen nur unter den Bedingungen ungesicherter Eigentumsrechte und schwachen sowie korrupten politischen Institutionen kurzsichtige Verteilungskämpfe provoziert. Unter diesen Bedingungen hat die auf dem Schutz individueller Freiheit und Privateigentums basierende Entstehung von Märkten und der produktive Austausch von Gütern nicht die notwendige langfristige Basis. In dieser Tradition käme der Klimaschutzpolitik auch weniger die Aufgabe der Beseitigung bis heute nicht klar ausgemachter menschenverursachter Klimabedrohungen zu, sondern die Schaffung der institutionellen Voraussetzungen für langfristig stabile wirtschaftliche Entwicklung.