Vorsicht Wirtschaftskundeunterricht!
Greg Mankiws Blog machte mich gestern auf den Newsweek-Artikel "Capitalist Manifesto" aufmerksam:
Yet when Dariani looks back at his high-school days, a decade ago in the west German city of Kassel, he remembers his teachers warning against exactly what he's doing. "They taught us the market economy was a dangerous wilderness full of risk and bankruptcy," Dariani says. "We never learned how prices affect supply and demand, only about evil managers and unjust wages."
Dieser Artikel erinnert mich wiederum an eine eher unangenehme, aber sehr erhellende Debatte mit einer Wirtschaftskundelehrerin eines Gymnasiums. Nachdem ich der vielleicht zwei oder drei Jahre jüngeren Dame von meiner Gastgeberin als Volkswirt am Rande einer Geburtstagsfeier vorgestellt wurde, fragte sie mich, ob ich ihr nicht den Verlauf der Angebots- und Nachfragefunktion in einem Marktdiagramm erläutern könne. Sie würde selbigen seit einem Jahr versuchen ihren Schülern zu erklären, hätte aber die Details selbst noch nicht richtig verstanden. So versuchte ich eine einfache Beschreibung und empfahl ihr als weitere Lektüre David Friedman's anschauliche Lehrbuchadaption "Der ökonomische Code. Wie wirtschaftliches Denken unser Handeln bestimmt". Leider musste ich aber im Verlauf des Gesprächs feststellen, dass die Lehrerin eigentlich weniger an den unbequemen Details von Angebot und Nachfrage, als vielmehr an einer Bestätigung ihres unternehmerfeindlichen und sozialromantischen Weltbilds gelegen war. Nach einer ermüdenden Debatte über den vermeintlichen Widerspruch von hohen Gewinnen und Arbeitsplatzabbau und das soziale Desaster der Globalisierung quittierte sie schließlich meinen Einwand auf ihre Beschwerde über das aus ihrer Perspektive hohe Londoner Preisniveau, das sei wohl mehr eine Folge der hohen Nachfrage seiner überdurchschnittlich zahlungskräftigen Bewohner als ein Ausdruck von Ausbeutung, mit einer abfälligen Bemerkung, in der das unvermeidliche Wörtchen "neoliberal" nicht fehlen durfte, und beendete abrupt das Gespräch. Was soll man dem für die Zukunft der Bildung unserer nachwachsenden Generation entnehmen? Wenig Ermutigendes.
