Mit dem Kopf voran

15.08.2006 um 10:19 Uhr

Geld ist Zeit

Kassenpatienten müssen in der Regel länger auf Facharzttermine warten wie Privatpatienten. Im Schnitt gut das Doppelte. Unter der Berücksichtigung der Tatsache, dass ein Arzt an einem Privatpatienten im Durchschnitt auch das Doppelte verdient, ist das nicht weiter verwunderlich. Denn setzt man die Vergütung der GKV mit der Basis der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bzw. Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) gleich, rechnet ein Arzt von einem Kassenpatienten in etwa den 1,3 bis 1,7-fachen Satz ab. In der privaten Krankenversicherung kann er vom 2,3-fachen (Regelsatz) bis zum 3,5-fachen Satz (Regelhöchstsatz) abrechnen, bei einzelnen Versicherungsunternehmen sogar darüber hinaus. Nun mag die annähernd gleiche Relation der Vergütung und Wartezeiten eher zufällig sein, unfair ist sie sicher nicht. Zumindest nicht vom Standpunkt der Ärzte aus. Proteste sollten also an eine andere Adresse gehen. Denn wer den Preis rationiert, rationiert das Angebot.