Mit dem Kopf voran

12.02.2007 um 15:50 Uhr

«Meinetwegen wird die Welt nicht besser»

von: steffenh   Stichwörter: Klimaforschung

Der Klimaforscher und "Donaldist" Hans v. Storch ist einer der wenigen seiner Zunft, die Wissenschaft und Politik noch auseinanderhalten können und ehrlich mit den Grenzen der eigenen Expertise umgehen. Kurz, der Vertreter einer aussterbenden Art im Rummel von Politik, Wissenschaft und Medien:

Ich als Wissenschaftler habe keine politische Agenda, ich darf keine politische Agenda haben. Ich bin einer, der nach bestem Wissen und Gewissen auf wenn-dann-Fragen zu antworten hat. Aber nicht auf normative Fragen. Ob mir der Inhalt, den ich da zum Besten gebe, gefällt, ist nicht so wichtig. Ich gebe zunächst einmal diese Antwort, und gebe die – so ist meine ordnungspolitische Vorstellung – in ein politisches System hinein, in dem Laien verschiedene Probleme abwägen. Wir haben unendlich viele Probleme, und ich bin zufälligerweise Spezialist in einem. Das kenne ich besonders gut – das bedeutet aber nicht, dass dieses Thema besonders wichtig ist. Und dann möchte ich, dass das Laiensystem, das Sie Politik nennen, die entsprechenden Abwägungen vornimmt und sich überlegt: Was macht man mit diesen Antworten? Es gibt ja verschiedene Probleme, und wir können nicht allen die gleiche Aufmerksamkeit schenken. Interessieren wir uns dafür, wieviele Kinder jeden Tag verhungern oder nehmen wir das hin? Das politische System muss schliesslich entscheiden, welches die entscheidenden Probleme sind – das ist nicht meine Aufgabe als Wissenschaftler.

...

Einigen Kollegen unterstelle ich, dass das Motiv der Weltverbesserung eine grosse Rolle spielt. Das spielt für mich gar keine Rolle. Ich will nicht die Welt verbessern, weil ich glaube, dass ich das sowieso nicht kann. Wir hatten ja in der Vergangenheit ziemlich viele Versuche, die Welt zu verbessern. Die sind fast alle in die Hosen gegangen. An mir liegt es nicht, dass die Welt besser wird (Auszüge aus einem Interview über den Klimawandel, die Mechanismen der Medien und Klima in Entenhausen).

11.02.2007 um 22:45 Uhr

Schnapsidee oder geschickte Strategie?

von: steffenh   Stichwörter: Klimapolitik

Bioethanol aus Zuckerrüben oder Getreide ist groß im Kommen. In den nächsten Jahren werden die deutschen Produktionskapazitäten kräftig ausgebaut und der Einsatz von Bioethanol im Kraftstoff ist seit kurzem verbindlich. Koste es was es wolle, der Alkohol muß unter die Leute. Nicht etwa, weil sich mit der berauschenden Chemikalie so günstig Klimaschutz betreiben ließe (mit 250-290 € pro Tonne vermiedener CO2-Emissionen betragen die Emissionsvermeidungskosten ein Vielfaches der Kosten, die bei vom Emissionshandel erfassten Unternehmen anfallen), sondern weil die europäische Zuckerwirtschaft zunehmend unter den Druck der Reformen der WTO sowie der europäischen Agrarmärkte gerät und daher nach einem Ausweg sucht. So hat sich die EU schon vor Jahren verpflichtet, die EU-Zuckerexporte und die dafür zu zahlenden Subventionen zu reduzieren. Zudem wird es in den nächsten Jahren zu einer deutlichen Reduktion des garantierten Abnahmepreises für die EU-internen Produktionsquoten kommen.

Unter diesen Bedingungen ist der Anbau von Zuckerrüben in der bisherigen Quantität nicht mehr rentabel. Also wird die staatliche Förderung der Bioethanolproduktion von der Landwirtschaft als Chance gesehen, wirtschaftliche Einbußen zu kompensieren. Der neue Biokraftstoffmarkt ermöglicht eine Reduzierung der Zuckerexporte im Rahmen der zulässigen Quoten, für die eine vor allem aus Produktionsabgaben zu finanzierende Ausfuhrerstattung zu zahlen ist. Produktionssubventionen, die von der Branche bislang selbst aufzubringen sind und wegen ihrer Preiseffekte zu Absatzeinbußen führen, lassen sich so auf eine breitere Finanzierungsbasis stellen. Die Landwirtschaft sozialisiert die Kosten ihres Marktschutzes und gibt ihnen einen Umweltschutzanstrich. Aber auch für Zuckerüberschüsse, die jenseits der zugelassenen Produktionskontingente bislang ohne Subventionsschutz zum Weltmarktpreis abzusetzen waren, finden zukünftig in der EU dank der üppigen Förderung bzw. des Beimischungszwangs reißenden Absatz. Was für den Klimaschutz eine Schnapsidee ist, rettet der Landwirtschaft ihre Privilegien.

09.02.2007 um 22:04 Uhr

Kartellwächter oder Wächter des Kartells?

von: steffenh   Stichwörter: Wirtschaftspolitik

Wozu finanziert die Bundesregierung eigentlich eine aufwändige Preisstatistik, wenn die Beamten vom Bundeskartellamt die dort gesammelten Informationen nicht wahrnehmen? Nach deren Logik führt der Verkauf von Drogerieartikel unter ihrem Einstandspreis - ein Begriff mit wenig ökonomischem Informationsgehalt - langfristig zu weniger Konkurrenz und damit zu Spielräumen der Drogerieketten später Preiserhöhungen vornehmen zu können.

Doch diese Theorie - wie stichhaltig sie tatsächlich ist, sei einmal dahingestellt - muß sich an der Realität messen lassen. Was man aber auf der Webseite vom Statistischen Bundesamt nicht findet, sind die vom Bundeskartellamt erwarteten besorgniserregenden Preissteigerungen bei Drogerieartikeln. Geschirrspülmittel erlebten seit 2000 einen rasanten Preissturz, Duschgel ist in den vergangenen Jahren nur für kurze Zeit mal billiger als heute gewesen. Das gute alte Klopapier erlitt in den letzten sechs Jahren ebenfalls einen spürbaren Preisrückgang. Lediglich die Zahnpastapreise schwanken seit Jahren in einem jedoch nicht weiter besorgniserregendem Ausmaß. Interessant ist jedenfalls, dass diese Preisentwicklung in eine Zeit fiel, in der die Drogeriemärkte ihren Marktanteil von 68 % auf 74 % (2000 bis 2005) weiter ausbauen konnten. Wie lange wollen die Drogerieketten das angebliche "Preisdumping" noch durchhalten, ohne selbst dabei bankrott zu gehen? Irgendetwas stimmt hier nicht.

Es fragt sich also, was eigentlich hinter dieser Aktion steckt? Es sind wohl nicht die Konsumenten, die den Schutz des Kartellamts genießen, sondern die Drogeriebranche selbst, die sich die fehlende Kartelldisziplin ihrer Mitglieder durch den Staat erzwingen lässt. Insofern macht das Kartellamt seinem Namen auf eine ganz besondere Art alle Ehre.

09.02.2007 um 14:05 Uhr

Preisbildung an Tankstellen

von: steffenh   Stichwörter: Energiepolitik

In einem sehr informativen Report informiert der Mineralölwirtschaftsverband über die Geschichte und Struktur des deutschen Tankstellenmarktes, die Kosten von Kraftstoffen und die Hintergründe der Preisbildung an den Tankstellen.

09.02.2007 um 10:17 Uhr

Ähm, vielleicht haben wir uns nur etwas vermessen...

von: steffenh   Stichwörter: Klimaforschung

Nicht das die Aufregungung eventuell etwas übertrieben ist, weil da jemand mit den Messgeräten geschlampt hat (Pressemeldung):

We use a global hydrographic dataset to study the effect of instrument related biases on the estimates of long-term temperature changes in the global ocean since the 1950s. The largest discrepancies are found between the expendable bathythermographs (XBT) and bottle and CTD data, with XBT temperatures being positively biased by 0.2–0.4°C on average. Since the XBT data are the largest proportion of the dataset, this bias results in a significant World Ocean warming artefact when time periods before and after introduction of XBT are compared. Using bias-corrected XBT data we argue reduces the ocean heat content change since the 1950s by a factor of 0.62. Our estimate of the ocean heat content increase (0–3000 m) between 1957–66 and 1987–96 is 12.8·1022 J. Because of imperfect sampling this estimate has an uncertainty of at least 8·1022 J. GEOPHYSICAL RESEARCH LETTERS, VOL. 34, Gouretski, Koltermann.

08.02.2007 um 17:01 Uhr

New York droht iPod-Verbot

von: steffenh   Stichwörter: Beobachtungen

Es gibt Dinge, die sollte man wirklich nicht von den USA abkupfern. Dazu gehören zum Beispiel die Regulierungsideen von ganz besonders um die Sicherheit ihrer Bürger besorgten US-Senatoren. So sollte es nach Ansicht eines dieser Paternalisten zukünftig unter Androhung von Geldstrafen nicht mehr erlaubt sein, mit einem Walkman und Kopfhörern ausgestattet durch New Yorks Straßen zu laufen. Dabei freue ich mich jetzt schon darauf, mit Musik in den Ohren den Heimweg aus dem Büro durch die Straßen Berlins anzutreten.

08.02.2007 um 14:30 Uhr

Alles auf Zucker

von: steffenh   Stichwörter: Landwirtschaft

 

 

Viel gibt es zu dieser den Irrsinn der EU-Zuckermarktordnung entlarvenden Grafik eigentlich nicht zu ergänzen. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass die Marktpreise für Zucker in Europa im Durchschnitt noch 10-15 % über dem EU-Interventionspreis liegen, weil durch subventionierte Exporte das Zuckerangebot in Europa künstlich knapp gehalten wird. Und falls man irgendwo Klagen über die zukünftig sinkenden Interventionspreise und die armen Bauern hören sollte, ist es gut zu wissen, dass als Entschädigung hierfür noch für lange Jahre recht üppige Ausgleichszahlungen an die Bauern gehen. Wenn einem da nicht die Süßigkeiten im Hals stecken bleiben.

 

08.02.2007 um 00:38 Uhr

Unterschätze Folgen...

von: steffenh   Stichwörter: Klimaforschung

...oder selektive Datenwahl? Was die einen als nicht einmal mit Klimamodellen simulierbare bittere Realität präsentieren ist für andere nichts weiter als "Cherry Picking".

07.02.2007 um 10:18 Uhr

Kleiner Fehler, große Presse

von: steffenh   Stichwörter: Klimaforschung

Der Summary for Policymakers des neuen IPCC-Klimabericht leistet sich einen peinlichen Druckfehler und lässt einige "Details" weg. Die Presse merkts nicht, denn schließlich hat der Fehler das Zeug für eine gute Story.

05.02.2007 um 14:33 Uhr

Der etwas andere Klimabericht

von: steffenh   Stichwörter: Klimaforschung

Eine kanadische Wissenschaftlergruppe hat für das Fraser-Institute* einen Bericht (Independent Summary for Policymakers) verfasst, der sich kritisch mit der herrschenden Sichtweise des Klimawandels des IPCC auseinandersetzt. Eine erste Reaktion der etablierten Klimawissenschaftler zeigt, in welches Minenfeld sich die gegenwärtige Klimaforschung verwandelt hat. Aber kontroverse Debatten haben dem wissenschaftlichen Fortschritt noch nie geschadet.

* Bitte erspart euch und mir die Diskussion über die Finanzierung dieses Instituts. Inhaltliche Kommentare sind dagegen willkommen.

04.02.2007 um 15:32 Uhr

Libertäre Prinzipien

von: steffenh   Stichwörter: Libertarismus

Arnold Kling hat in er TCS-Daily-Kolummne zehn libertäre Prinzipien formuliert:

IATF RFC Number 1, version 0.2: Who We Are

Economic Principles

1. We weave a thread of self-reliance into a sturdy fabric of interdependence. By respecting the law, we reinforce impersonal justice. By competing intensely and fairly in an impersonal global market, we raise our standard of living through specialization and innovation. By upholding Constitutional principles for limited government, we sustain our individual freedom.

2. We are creative and pro-active in helping one another. We do not have the patience to wait for government, nor do we want to be lulled into passivity by the promise of government. Instead, to solve those problems that require collective action, we form voluntary associations, including civic groups, corporations, clubs, standards-setting bodies, consumer information services, and charitable foundations.

3. Government must be kept in its place. We hold government officials to high standards of competence, honesty, and fairness. However, we do not confuse government with family. We do not confuse government with religion. We do not confuse government with business. We are conscious that any expansion of government responsibility, however well-intended, crowds out those institutions that are the true bulwark of our society.

4. We celebrate the successes of others. We are glad when an entrepreneur becomes wealthy by finding a way to fill a customer need. We are glad when an immigrant family climbs the ladder of success. We are glad when people living in other countries make economic progress and spur us to innovate and improve.

Ethical Principles

5. Government cannot legislate morality, but it does mess with the incentives. Those incentives should never be tilted against the institution of the family whose mission is to raise children to be fine, upstanding citizens.

6. We maintain an ongoing conversation about morality and ethics. This conversation is informed by the Ten Commandments and Biblical scripture. It is informed by the Declaration of Independence, the Gettysburg Address, and Dr. Martin Luther King's "I have a dream" speech. It is vital to continue the conversation, even when consensus is difficult.

7. Like new businesses, new moral ideals can revitalize our society, even though many of them fail. For example, we recognize that we are a better people without racial segregation or barriers to the education and career opportunities for women. However, we judge some social experiments to be failures, including eugenics, Communism, and nihilistic cultural relativism.

International Principles

8. Our ideology does not have to be sustained by military suppression. Although it can inspire people to fight against tyranny, ultimately our ideology allows us to live in peace.

9. We believe that people all over the world yearn for liberty, and for them we stand as a beacon and a champion. But we recognize that freedom is not ours to give when community leaders are not ready to seize the opportunity that it offers.

10. When foreign leaders issue threats against us, we take them at their word and act accordingly.

Ein kurzer Kommentar: Dem gibt es nicht viel hinzuzufügen. Die Thesen weisen darauf hin, dass eine freie Gesellschaft so lange kein Selbstläufer ist, wie sich die in ihr lebenden Menschen nicht bewußt auf derartige Prinzipien verpflichten. Eine freie Gesellschaft wird mit Trittbrettfahrern, die Verantwortung für individuelle Wahlentscheidungen an eine höhere Instanz delegieren und sich systematisch aus der Verantwortung für Menschen in ihrer Umgebung stehlen, nicht funktionieren. Dabei besteht die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung keineswegs in persönlichem Engagement in gesellschaftlichen Interessengruppen, mit dem Ziel staatliche Gewaltentscheidungen für oder gegen eine Gruppe der Gesellschaft durchzusetzen, sondern in eigenem unmittelbaren Handeln und der direkten Suche nach Problemlösungen. Diese Einsicht setzt wiederum die Erkenntnis voraus, dass die Delegation der Verantwortung an staatliche Akteure, aufgrund der Probleme von zentralistischer Informationsaggregation und der Anreizeffekte politischer Märkte, zu individuell unbefriedigendem Staatshandeln führt. Und diese Voraussetzung für eine freie Gesellschaft ist noch lange nicht gegeben.  

 

03.02.2007 um 23:39 Uhr

Imagine there is no Government...

von: steffenh   Stichwörter: Libertarismus

In dem Sammelband Anarchy and the Law: The Political Economy of Public Choice hat Edward Stringham eine umfassende Bestandsaufnahme der philosophischen und ökonomischen Diskussion um den sog. Anarcho-Kapitalismus, einem Gesellschaftsystem, das allein auf freiwilligen Vereinbarungen zwischen den Individuen beruht und in der das Rechtssystem eine rein private Institution ist. Von den klassischen Arbeiten von Murray Rothbard, David D. Friedman (Das Räderwerk der Freiheit) u.a. über die kritische Reflextion dieser Arbeiten bis hin zu historischen Fallstudien von Gesellschaften ohne Staat ist in diesem mehr als 700 Seiten umfassenden Werk alles enthalten, was ein neugieriger Leser wissen muß, um die Utopie von einer freien Gesellschaft ohne Staat und ihre Protagonisten zu verstehen.

03.02.2007 um 22:59 Uhr

Noch ein Online-Ökonomie-Lehrbuch

von: steffenh   Stichwörter: Ökonomie

Professor R. Preston McAfee vom California Institute of Technology hat sein umfangreiches Lehrbuch  Einführung in die Mikroökonomie (Introduction to Economic Analysis) als pdf-version ins Netz gestellt. Der Text deckt alle wichtigen Themen der mikroökonomischen Theorie von der Analyse von Marktangebot und -nachfrage über die Theorie des Marktversagens bis hin zur Analyse des strategischen Verhaltens von Marktakteuren ab.

02.02.2007 um 20:43 Uhr

Geld stinkt nicht unbedingt

von: steffenh   Stichwörter: Blogosphäre

Tim Haab vom Weblog Environmental Economics spricht mir mit seinem Eintrag Can't we all just get along?, in dem er seinen Unmut über die ewige Debatte über "gekaufte wissenschaftliche Gutachten" äußert, aus dem Herzen. Auch hier gibt es immer wieder Kommentatoren, die sich mehr über den Geldgeber als über den Inhalt von Gutachten zu brisanten Themen insbesondere im Umweltschutz Gedanken machen. Nicht nur, dass diese Attitüde sehr schnell zur Gegenfrage nach den Geldgebern der jeweiligen Gegenexpertise einlädt, nein, letztlich sind derartige Vorabverurteilungen ein sicheres Zeichen für die Faulheit, sich nicht mit den Argumenten der jeweiligen Gegenseite auseinandersetzen zu wollen oder zu können.

02.02.2007 um 14:24 Uhr

Macht über den Konsumenten

von: steffenh   Stichwörter: Ökonomie

Levine und Boldrin's "Against Monopoly" (hier bereits erwähnt) ist eine wahre Fundgrube interessanter Argumente. Hier ein Zitat aus Kapitel 7 zum Unterschied zwischen Eigentumsrechten an materiellen Gütern und an Ideen:

All property, then, is not created equal. There is good property – property of land and cars – leading to competition. And there is bad property – property of ideas – leading to monopoly. The difference between the two is not so difficult to see: granting me the exclusive right to sell cars give me a property right over customers. That is, it gives me the right to tell my customers that they cannot do business with someone else. Economists agree that this is a terrible idea. This is of course, exactly the right granted by intellectual “property.”

...

All of this brings us to what intellectual property law is really about – a reality that is often obscured by analogies to other types of property. Intellectual property law is not about your right to control your copy of your idea – this is a right that, as we have just pointed out, does not need a great deal of protection. What intellectual property law is really about is my right to control your copy of my idea.

To return to the Zimbabwean example, suppose that Wind instead of seizing Buckle’s farm had purchased some unused land belonging to Buckle. If he then started his own farm on that land and entered into competition with Buckle, maybe imitating Buckle’s selection of crops and farming techniques, Buckle might not much like that. But we would scarcely use derogatory words such as “pirate” to describe Wind’s behavior in this case. Yet this is exactly what proponents of intellectual monopoly do. When I buy from you a copy of your idea and reproduce or improve it, I enter into competition with you. You might not much like that – but you still have the money I paid you for the price you set as well as your original copy of your idea which you are free to use, or sell, or do with as you please.

Und dann, aufgepasst Kollegen, kippen die Autoren einen dicken Batzen Salz in die Suppe der Neuen Wachstumstheorie:

Now, strictly speaking, in the New Growth Theory, it is assumed that imitation is in fact costless. Amazingly enough, this does not suffice to save their argument. For in this case imitators are indifferent to imitating – there being no profit in it. So there is a perfectly good equilibrium in which innovators get monopoly profits and imitators choose not to enter. And there is also a – fairly implausible – equilibrium in which there is no innovation for fear that the imitators, although indifferent, will choose to enter. For some reason that completely escapes us, the scholars working in the New Growth Theory tradition take the least plausible equilibrium under the least plausible set of assumptions and act as though it is a dead certainty in the real world. Go, figure.

02.02.2007 um 14:00 Uhr

Klimakonsens?

von: steffenh   Stichwörter: Klimaforschung

Brandaktuell! Die Kurzfassung des Vierten IPCC-Klimareports, die sogenannte Summary for Policymakers, wurde soeben veröffentlicht. Etwas verwunderlich ist allerdings, dass die Langfassung des Reports noch nicht verfügbar ist. Mehr Transparenz wäre wünschenswert. Der Streit um die Ursachen, Folgen und politischen Konsequenzen des Klimawandel kann also in eine neue Runde gehen...

02.02.2007 um 13:41 Uhr

Ein Tritt in die ...

von: steffenh   Stichwörter: Wirtschaftspolitik

Etwas polemisch ist er ja schon, der Wirtschaftsprofessor an der Universität von Las Vegas und Befürworter einer "reinen Privatrechtsgesellschaft" Hans-Herrmann Hoppe. Trotzdem ein lesenswertes Interview: "Kleinstaaterei" vor "Superstaat EU"

Vielen Dank an Gernot für den Hinweis. 

01.02.2007 um 13:59 Uhr

Brauchen wir Patente?

von: steffenh   Stichwörter: Ökonomie

David K. Levine und Michele Boldrin haben eine neue Version ihres Buches "Against Intellectual Monopoly" im Volltext ins Netz gestellt. Hier argumentieren die beiden amerikanischen Ökonomen, dass der staatliche Schutz immaterieller Güter durch Patente und Copyrights gesamtwirtschaftlich nachteilig ist:

It is common to argue that intellectual property in the form of copyright and patent is necessary for the innovation and creation of ideas and inventions such as machines, drugs, computer software, books, music, literature and movies. In fact intellectual property is not like ordinary property at all, but constitutes a government grant of a costly and dangerous private monopoly over ideas. We show through theory and example that intellectual monopoly is not necessary for innovation and as a practical matter is damaging to growth, prosperity and liberty.

Nachtrag: Ein schönes Zitat aus Kapitel 6 "How Competition Works":

And when a lobbyist comes explaining how much more money he needs because his costs are high and his rewards uncertain…hold on to your pocket.

01.02.2007 um 10:12 Uhr

Duschen mit Köpfchen

von: steffenh   Stichwörter: Beobachtungen

Weil die US-Regierung die Durchflußmenge von Wasser pro Duschkopf per Gesetz beschränkt hat, ließ sich ein Armaturenhersteller einfach etwas einfallen.

Via Mises.org