«Meinetwegen wird die Welt nicht besser»
Der Klimaforscher und "Donaldist" Hans v. Storch ist einer der wenigen seiner Zunft, die Wissenschaft und Politik noch auseinanderhalten können und ehrlich mit den Grenzen der eigenen Expertise umgehen. Kurz, der Vertreter einer aussterbenden Art im Rummel von Politik, Wissenschaft und Medien:
Ich als Wissenschaftler habe keine politische Agenda, ich darf keine politische Agenda haben. Ich bin einer, der nach bestem Wissen und Gewissen auf wenn-dann-Fragen zu antworten hat. Aber nicht auf normative Fragen. Ob mir der Inhalt, den ich da zum Besten gebe, gefällt, ist nicht so wichtig. Ich gebe zunächst einmal diese Antwort, und gebe die – so ist meine ordnungspolitische Vorstellung – in ein politisches System hinein, in dem Laien verschiedene Probleme abwägen. Wir haben unendlich viele Probleme, und ich bin zufälligerweise Spezialist in einem. Das kenne ich besonders gut – das bedeutet aber nicht, dass dieses Thema besonders wichtig ist. Und dann möchte ich, dass das Laiensystem, das Sie Politik nennen, die entsprechenden Abwägungen vornimmt und sich überlegt: Was macht man mit diesen Antworten? Es gibt ja verschiedene Probleme, und wir können nicht allen die gleiche Aufmerksamkeit schenken. Interessieren wir uns dafür, wieviele Kinder jeden Tag verhungern oder nehmen wir das hin? Das politische System muss schliesslich entscheiden, welches die entscheidenden Probleme sind – das ist nicht meine Aufgabe als Wissenschaftler.
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Einigen Kollegen unterstelle ich, dass das Motiv der Weltverbesserung eine grosse Rolle spielt. Das spielt für mich gar keine Rolle. Ich will nicht die Welt verbessern, weil ich glaube, dass ich das sowieso nicht kann. Wir hatten ja in der Vergangenheit ziemlich viele Versuche, die Welt zu verbessern. Die sind fast alle in die Hosen gegangen. An mir liegt es nicht, dass die Welt besser wird (Auszüge aus einem Interview über den Klimawandel, die Mechanismen der Medien und Klima in Entenhausen).


