Mit dem Kopf voran

12.04.2007 um 12:21 Uhr

Die Zeiten ändern sich

von: steffenh   Stichwörter: Globalisierung

"What we currently call the poverty line is so high that only the top 6 percent or 7 percent of the people who were alive in 1900 would be above it."

Zitat aus einem Interview mit dem amerikanischen Wirtschaftshistoriker Robert Fogel.

Via Marginal Revolution.

12.04.2007 um 07:48 Uhr

Fünf! Setzen!

von: steffenh   Stichwörter: Klimaforschung

Roger Pielke Jr. ist entsetzt, ich kann dem nichts hinzufügen. Wenn mit diesem Diagramm der Zusammenhang zwischen globaler Klimaerwärmung und steigenden Kosten von wetterbedingten Katastrophen belegt werden soll, dann ist die "Wissenschaft" des IPCC ganz unten angelangt.

 


Dass diese nicht tot zukriegende Methode nahezu für jeden Beleg gut ist, zeigt Mark Bahner, indem er eine erstaunlich gute Korrelation zwischen der Anzahl amerikanischer Patente und den normalisierten Kosten wetterbedingter Katastrophen ermittelt. Wie immer sind die Amis schuld.

12.04.2007 um 00:22 Uhr

Aber Unplugged!

von: steffenh   Stichwörter: Klimapolitik

Wenn am 7.Juli 2007 auf allen fünf Kontinenten gemeinsam mit Al Gore "zugunsten des Klimaschutzes gerockt" wird, dann macht der Medienhype Klimawandel nicht nur eine Menge Promotion für einen Möchtegern-Präsidenten und alle möglichen Stars und Sternchen, sondern produziert auch eine nicht unbedeutende Menge an Klimagasen. Immerhin werden bei einem Open-Air-Konzert der Größenordnung "Rock im Park" Nürnberg pro Stunde 100000 kWh Strom (oder rund 80 t CO2 bei Verwendung von Kohlestrom emittiert), der Bedarf einer Kleinstadt, verbraucht. Also kann man nur hoffen, dass die Veranstalter die Verstärker vom Netz trennen, damit das Klima und angesichts einiger "Perlen" der Setlist vor allem auch unsere Ohren schonen.

Via Clarification of Fact.

11.04.2007 um 15:52 Uhr

Umweltökonomie im Netz

von: steffenh   Stichwörter: Ökonomie

Ross McKitrick, Umweltökonomie-Professor an der kanadischen University of Guelph, bekannt durch seine methodische Kritik am paläoklimatologischen "Hockey-Stick" hat ein umfangreiches Skript für seine Umweltökonomievorlesung ins Netz gestellt. Empirisch gut unterfüttert, formal recht anspruchsvoll aber leicht verständlich, kann es als gute Ergänzung für die Vertiefung Umweltökonomie im VWL-Studium herangezogen werden.

11.04.2007 um 13:48 Uhr

Der Kunde hat das Wort

von: steffenh   Stichwörter: Blogosphäre

Ein Monat ist vorbei. 59 Leser haben die Chance genutzt, ihre Meinung zur Snap-Preview abzugeben. 47% stimmten für die Linkvorschau im Pop-Up-Fenster, 31% dagegen und 22% waren indifferent. Also bleibt alles so wie es ist.

11.04.2007 um 13:40 Uhr

Die goldene Mitte

von: steffenh   Stichwörter: Klimaschutz

Wenn der eine sagt wir leben in einer Welt mit variablem Klima und der andere kontert, wir würden diese Variabilität noch verstärken, dann kann die Antwort auf dieses Problem nicht nur darin liegen, die nicht genau messbare menschenverursachte Variabilität des Klimas durch die Reduktion der Emission von Klimagasen zu vermeiden. Wie die vom IPCC simulierten Klimafolgeschäden vergleichsweise günstig durch Anpassungsmaßnahmen in den Griff zu bekommen sind, rechnet uns Indur Goklany vor. Das Schöne daran ist, dass diese Maßnahme nicht nur kostengünstiger, sondern auch schneller wirken und sicherer sind:

Synthesis of the results shows that through the end of this century, the contribution of climate change to the these threats is generally smaller than the contribution of factors unrelated to climate change. Specifically, under the scenario with the richest but warmest world, which is projected to increase global temperatures 4.0oC by 2085, climate change would be responsible for 28 million of the 133 million people at risk of hunger (21%). Corresponding figures for coastal flooding are 10 to 42 million out of 11 to 45 million (92%), but climate change would reduce the number of people at risk of water shortage by 1,200 million. For malaria, climate change would be responsible for 300 million (3%) of the 9,100 million people at risk of malaria. Translating these estimates into mortality estimates, climate change would be responsible for less than 224,000 (8%) of the 2.86 million deaths due to hunger, malaria, and coastal flooding in 2085.

These results also show that even the impossible task of halting climate change, the costs of which would dwarf the annual $165 billion (in 2010) estimated for achieving the Kyoto Protocol, would at best reduce the number of people at risk for hunger by 21%, malaria by 3%, and coastal flooding by 92%, while increasing the number of people at risk from water shortages by 72%. But results from the World Health Organization, the UN Millennium Project, and the IPCC show that hunger, malaria, and coastal flooding could be reduced by 50% to 75% at an annual cost of only $22 billion. Alternatively, the pursuit of economic and technological development would deliver these benefits and more—reducing poverty, illiteracy, and child and maternal mortality by 50% or more—at an annual cost of $145 billion.

10.04.2007 um 10:25 Uhr

Der 100-Meilen-Mann

von: steffenh   Stichwörter: Globalisierung

Was kommt dabei heraus, wenn Textil-Designer die Aufgabe bekommen einen Mann mit Klamotten zu bekleiden, deren Rohmaterialien ihren Herkunftsort innerhalb eines 100-Meilen-Radius haben müssen? Schade, dass die für die Fotos Verwendung findende Kamera nicht dieser Auflage unterlag, denn dann hätte man sich den Anblick dieser kartoffelsackartigen, textilen Scheusslichkeiten schlichtweg ersparen können. Aber Mode ist ja bekanntlich Geschmacksache. Für mich auf jeden Fall ein Grund, mehr über eine umweltgerechtere Globalisierung als über regionales Wirtschaften nachzudenken.

Via Cafe Hayek.

05.04.2007 um 18:01 Uhr

Spaßbremse

von: steffenh   Stichwörter: Klimapolitik

Umweltpolitiker betonen desöfteren, dass Bioenergie & Co. der durch drohenden Subventionsentzug gebeutelten Landwirtschaft wieder zu neuem Auftrieb verhilft. Doch dürfte es in der Zukunft nicht mehr so leicht sein, sich die vom Steuerzahler gespendete Flächeprämie hinter die Binde zu jubeln. Denn bereits heute führt die steigende Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen zur Verdrängung des Gersteanbaus und damit zur Bierpreiserhöhung. Auch die Jubelfeiern über klimapolitische Symbolerfolge sollten zukünftig weniger feuchtfröhlich ausfallen. Aber immerhin stärkt der Klimaschutz die Volksgesundheit.

05.04.2007 um 10:15 Uhr

Zwei-Klassen-Steuer

von: steffenh   Stichwörter: Klimapolitik

An sich ist es keine abwegige Idee, den Flugverkehr mit einer Abgabe in die Klimaschutzpolitik  einzubinden. Idealerweise sollte dies über eine Steuer geschehen, die den zusätzlichen Klimaschäden von Flugemissionen entspricht. Da dies wegen der internationalen Dimension des Flugverkehrs nicht einfach ist, versuchen deutsche Politiker einen Sonderweg zu gehen. So ist wieder einmal eine Abgabe auf Flugtickets im Gespräch, die wegen der Nichtbesteuerbarkeit des Kerosins, an der Entfernung und an der Flugklasse festgemacht werden soll. Mal abgesehen von Ungenauigkeiten wegen Unterschieden beim Spritverbrauch zwischen den Flugzeugtypen und der Auslastung der Maschinen (auch das Problem der Steuerflucht lassen wir einmal außer acht), erscheint die Entfernungsorientierung plausibel, weil der Kerosinverbrauch mit zunehmender Reiseentfernung zunimmt. Wozu eine Differenzierung nach Flugklassen sinnvoll sein soll ist allerdings aus Umweltschutzperspektive nicht ganz plausibel. Inwiefern sollte sich die Klimaschädlichkeit einer Flugreise identischer Entfernung zwischen der Business-Class und der Economy-Class unterscheiden? Zielen die Vorschläge darauf ab, einen Zuschlag als Ausgleich für den zusätzlichen Platzbedarf eines Business-Class-Reisenden zu erheben? Oder sollte es wieder einer dieser cleveren Steuer-Preisdiskriminierungstricks deutscher Finanzbeamter sein, die genau wissen, dass Flugreisende mit der unelastischeren Nachfrage zwangsläufig auch bereit sind tiefer in die Tasche zu greifen. Denn nur so kann man die Steuereinnahmen maximieren. Vielleicht verbirgt sich dahinter aber nur dieser antikapitalistische Reflex, nach dem Dienstreisen ohnehin eher eine Last für die Gesellschaft und gutbetuchte Reisende per se stärker zu schröpfen sind.

04.04.2007 um 18:00 Uhr

Grünes Feigenblatt...

von: steffenh   Stichwörter: Klimapolitik

...oder vielmehr Palmenblatt. Die Bundesregierung subventioniert die Abholzung von Regenwäldern und glaubt dem ein Nachhaltigkeitsmäntelchen umlegen zu können, indem die Subventionen an  Ökozertifikate gebunden werden. Das umweltpolitische Äquivalent einer Scheuklappe, die suggeriert, dass die ökologische Nutzung landwirtschaftlicher Fläche keinen Einfluß auf die unökologische Landnutzung der dadurch verdrängten landwirtschaftlichen Nutzung hat. Die künstlich erhöhte Nachfrage nach dem knappen Faktor Boden zwingt alternative Nutzungen auf marginale Flächen auszuweichen, die ökologisch häufig besonders sensibel sind. Die ökologischste Lösung wäre ganz auf die Förderung der Biomasse zu verzichten. Aber was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Kein neuer Grundsatz symbolischer Politik.

04.04.2007 um 09:39 Uhr

Rock'n'Economics

von: steffenh   Stichwörter: Blogosphäre

From ABBA to Led Zeppelin: Using Music to teach Economics ist ein neuer Blog zur Anatomie von Songtexten aus dem Blickwinkel der Ökonomie von den Machern von Division of Labour. Nicht nur eine interessante Lehrmethode für Studenten, sondern vielleicht auch eine gute Gelegenheit für zeitgenössische Songtexter, die oftmals verdrehte inhaltliche Logik ihrer eigenen geistigen Ergüsse noch einmal Revue passieren zu lassen.

Via Marginal Revolution

03.04.2007 um 13:07 Uhr

Mit links verdient

von: steffenh   Stichwörter: Beobachtungen

Eigentlich schade, dass ich Rechtshänder bin. Immerhin scheinen Linkshänder, was den Verdienst im Job betrifft, durchaus etwas im Vorteil zu sein. Das zumindest ist das Ergebnis einer Analyse der Ökonomen Ruebeck, Harrington Jr. und Moffit:

Building on the very large literature studying laterality in biology and psychology, this study is one of the first to explore whether handedness correlates with measures of economic performance. We find that handedness is correlated with the financial return to education in that left-handed collegeeducated people earn 15% more than right-handed college educated people. This wage differential is found for males but not for females.

01.04.2007 um 23:07 Uhr

Der Staat und das Internet

von: steffenh   Stichwörter: Blogosphäre

Immer wieder interessant. Arnold Kling von EconLog:

Instead, I would argue that government is too slow-footed for the Internet age. My guess is that in twenty years we will see less government because the public's expectations and interest in government will have shrunk. For now, I think that we are in a transition phase, during which politics is about exaggeration and theater. The theatrics are a desperate attempt by legacy political parties to hold onto mindshare.

01.04.2007 um 22:40 Uhr

Gedanken zum Plan B

von: steffenh   Stichwörter: Klimapolitik

Greenpeace hat jüngst unter dem Titel "Plan B" einen deutschen Energieplan gegen den Klimawandel unters Volk gebracht. Einmal angenommen, die Diagnose die diesem Behandlungsvorschlag zugrunde liegt trifft zu, was halte ich davon:

Forderung 1: Keine Kohleprivilegierung beim Emissionshandel durch Newcomer-Emissionsrechte für brennstoffabhängigen Benchmark.

Kommentar: Wozu überhaupt eine Zuteilung von Emissionsrechten an Newcomer? Neuanlagenbetreiber sind weder in einer besseren noch schlechteren Ausgangslage wie Altanlagenbetreiber. Die Besitzer von kostenlos zugeteilten Emissionsrechten zahlen für die Verwertung in der Produktion den Preis für den Verzicht auf die Börsenerlöse der Emissionsrechte. Die Neuanlagenbetreiber stehen vor der selben Situation, entweder Emissionsrechte kaufen und produzieren oder Kaufpreis sparen und keine Erlöse aus der Stromproduktion. Für beide erhöhen sich die Kosten der Emission einer Tonne Kohlendioxid um deren Marktpreis. Kostenlose Neuanlagenzuteilungen helfen nicht bei der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit moderner Kraftwerke (die verbessert sich durch technologiebedingt niedrigere Vermeidungskosten), sondern führen schlichtweg zur Subventionierung von neuen Kraftwerken. Wer braucht das? Wir sollten Strom sparen. Also weg mit Newcomer-Zuteilung, ein Benchmark erübrigt sich dann von allein.

Forderung 2: Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung durch eine Förderung, die deren Wirtschaftlichkeit erst ermöglicht.

Kommentar: Wie immer wird Energieeffizienz mit ökonomischer Effizienz vermischt. KWK-Anlagen haben zwar idealerweise einen hohen energetischen Nutzungsgrad, aber eben nur dann, wenn die Wärme und der Strom auch gleichzeitig gebraucht wird. Und das ist von der jeweiligen Situation abhängig. Auch hier wieder zusätzliche Förderungen in einen Bereich, indem man lieber nach kostengünstigen alternativen Energieversorgungs- und Energiesparmaßnahmen schauen sollte. Und dies geschieht am besten durch eine Verteuerung von Energieträgern entsprechend des Treibhauspotentials der Abgase. Die KWK-Förderung ist eine sehr schöne Absatzförderung für deren Anlagenhersteller und -betreiber. Mehr nicht. Die Kosten zahlen Stromkunden und Steuerzahler.

Forderung 3: Mindest-Effizienz-Standards für die Industrie.

Kommentar: Die Holzhammermethode. Egal für welchen Einsatzzweck, -ort oder -dauer, immer gilt der gleiche Standard, ohne das man sich Gedanken um die jeweiligen Emissionsvermeidungskosten macht. Weshalb sollen Geräte, die einigen Anwendungen nur wenig benötigt werden in anderen mehr immer den selben Ansprüchen genügen? Die Ressourcen für pauschale Energieeffizienzgewinne lassen sich besser einsetzen. Auch hier zeigt sich, eine Verteuerung der Energieträger setzt die richtigen Anreize. Wird viel Energie mit alten Geräten gebraucht sind die Anreize für neue energiesparende Geräte groß. Für seltene Anwendungen kann dagegen ein altes Gerät ruhig noch ein paar Jahre weiter laufen. Ganz nebenbei sind solche Energieeffizienzstandards ebenfalls sehr schön für die Gerätehersteller. Sie bekommen neue Aufträge und brauchen sich weniger vor der Konkurrenz zu fürchten, die solche Standards bisher noch nicht einhält. Ich wusste nicht, dass Greenpeace und die Gerätehersteller unter einer Decke stecken.

Forderung 4: Verbrauchsgrenzwerte für Haushaltgeräte für mehr Wettbewerb.

Kommentar: Siehe oben. Von wegen mehr Wettbewerb.

Forderung 5: Energieeinsparung im Gebäudebereich durch Förderprogramme und Energiestandards.

Kommentar: Auch hier, Subventionen lassen die Sache nach hinten losgehen. Öffentliche Gelder für effizientere Heizungen? Also mit der finanziellen Spritze vom Staat - ähm Steuerzahler - ein größeres Haus bauen, wenn die Effizienzstandards nicht absolut sondern spezifisch sind. Warum nicht besser die Heizenergieträger verteuern und damit die Wärmeeffizienz fördern wo sie sich lohnt. Könnte es sein, dass man sich dann nicht soviel Gedanken um die Effizienzbürokratie machen müsste. Auch bietet man nicht so viel Angriffsfläche für die Sonderwünsche der Baustoffindustrie. Der Bauherr kann sich aussuchen, was er macht um Brennstoffkosten zu sparen.

Forderung 6: Flottenverbrauchsstandards für PKW. Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Kommentar: Wie bei jedem Effizienzstandard, keine Rücksicht auf die Kosten. Warum sollen Fahrzeuge ohne Rücksicht auf ihre Fahrleistung den selben uniformen Standards genügen. Das wird sehr teuer angesichts der hohen Kosten, die eine technische Optimierung der Motoren verursacht. Es dürfte doch wohl viel billiger sein das Auto einmal mehr stehen zu lassen, als noch die letzte Effizienzverbesserung zu Lasten anderer wichtiger Fahrzeugparameter wie etwa Sicherheit und Komfort aus dem Auto zu holen. Und wer ersteinmal so ein verbrauchsarmes Fahrzeug hat, der fährt damit doch eher noch den einen oder anderen Kilometer mehr. Und diejenigen, die sich die teuren Effizienzkutschen nicht leisten können, die fahren ihre alte spritfressende Kiste dann ein paar Jahre länger (Was natürlich auch bei den Geräten und Häusern gilt.). Also auch hier wieder: Warum nicht die Forderung nach einer emissionsbezogenen Kraftstoffsteuer. Dann kann sich jeder den billigsten Weg suchen, um den hohen Kraftstoffpreisen zu entgehen. Langsamer und seltener fahren oder früher ein neues Auto kaufen.

Forderung 7, 8 und 9: Erneuerbare Energieträger stärker im EEG fördern, durch höhere Vergütung für Offshore-Anlagen und Stromproduktion in Spitzenlastzeiten. Kosten der Netzanbindung sollten den Netzbetreibern stärker angelastet werden.

Kommentar: Erneuerbare Energieträger sind bislang ein teurer Klimaschutzspaß. Keine dieser Stromezeugungstechniken kann mit den Emissionsvermeidungkosten aufwarten, die man heute durch ein Ertüchtigung konventioneller Anlagen oder schlichtweg durch Stromsparen erreicht. In diesem Sinne handelt es sich hierbei um herausgeschmissenes Geld und eigentlich um einen Klimafrevel, hätte mandoch die Ressourcen für Windmühle und Co. mit größerer Wirksamkeit einsetzen können. Das soll nicht heißen, dass alternative Energieversorgungstechniken keine Zukunft haben. Aber sie haben in dem Maße noch keine Gegenwart, egal wer die überhöhten Kosten trägt, es sei denn uns geht es nicht um das Klima, sondern um die Koffer von Bauern und Anlagenherstellern. Faktisch wird durch die Erneuerbaren heute kein Kohlekraftwerk ersetzt, weil diese ganz andere Einsatzbereiche haben. Das klimafreundlichere Gas muß dran glauben, denn durch das zusätzliche Stromangebot werden bei unveränderter Nachfrage erst die teuersten Gaskraftwerke vom Netz gehen. Zudem drückt der höhere Wettbewerb auf dem Strommarkt die Preise. Wir Verbraucher freuen uns und schalten wieder ein. Ich muß mich wiederholen. Eine Verteuerung fossiler Energieträger würde auch hier Impulse setzen. Nur wär dann kein Platz für die Tonnenideologie der Befürworter des EEG.

Forderung 10: Mehr Erneuerbare Energieträger im Wärmebereich durch eine Art Wärmeeispeisevergütung.

Kommentar: Was früher in der DDR gang und gebe war, könnte wieder fröhlich Urständ feiern, die Heizungsregelung mit dem offenen Fenster. Immerhin bekommt man nach den Vorstellungen von Greenpeace Geld, wenn man Wärme produziert und also auch verbraucht. Energieeinsparung im Gebäudebereich wird mit diesem Instrument gerade unterwandert, selbst wenn man dadurch mehr Treibhausgasemissionen eingesparen würde als mit jeder Holzheizung.

Fazit: Mit böser Zunge könnte man meinen, es ginge bei diesem Energieplan weniger um das Klima als um eine weitestgehende Regulierung von Haushalten und Industrie in Sachen Energiekonsum. Warum sieht die Umweltschutzfront nicht, dass eine teure Klimaschutzpolitik letztlich keine wirksame Politik ist, die überdies von Partikularinteressen hervorragend zu Umverteilungszwecken missbraucht werden kann und wird? Warum wird die Tatsache so hartnäckig ignoriert, dass Treibhausgase globale Schadstoffe sind, deren Vermeidung dort vorgenommen werden sollte, wo es am kostengünstigsten ist. Hier hilft kein Klimaschutz-Merkantilismus. So eilig kann es also mit dem Klimaschutz bei Greenpeace doch nicht sein, wenn man sich wohlwissend um alles Mögliche nur nicht um möglichst kostengünstige und wirksame Emissionsvermeidung kümmert. Insofern bin ich mir nicht sicher, wofür das "B" bei diesem Plan steht. Zu blöd.