Hybrid-PKWs: Kleiner Durst, hoher Energieverbrauch
Hybrid-PKWs wie Toyota Prius & Co. stehen ganz oben auf der Hitliste von Umweltverbänden, doch dies offenbar nur, weil die Bewertung ihrer ökologischen Vorteile allzu leichtfertig einseitig auf die unmittelbaren Umweltprobleme des Spritverbrauchs fokusiert. Eine umfangreiche Studie über den Energieverbrauch von PKWs über den gesamten Lebenszyklus kommt zu dem ernüchternden Ergebnis, dass das Hybrid-Fahrzeuge auf indirekte Art wahre "Dreckschleudern" sind. So verursacht ein Toyota Prius über den gesamten Lebenszyklus einen Energieverbrauch von mindestens 3,25 US-$/Meile. Er liegt damit sogar über dem Energieverbrauch der vielgescholtenen SUVs, der bei den häufiger auch auf deutschen Straßen zu sehenden Einsteigerfahrzeugen im Mittel nur 1,34 US-$/Meile beträgt.
Insbesondere im Bezug auf Treibhausgasemissionen, bei denen ja bekanntlich der Ort der Emissionen gleichgültig ist, erweisen sich somit die Hybrid-Fahrzeuge, für deren Produktion zumeist Energie aus fossilen Energieträgern eingesetzt wird, als Bärendienst am Klimaschutz. Der Import eines Hybrid-PKWs bedeutet demnach nichts anderes, als den Export des Großteils der Emissionen ins Herkunftsland, während die Klimaschutzbilanz hierzulande glänzt.
Als kleine Faustregel für die eigene Kaufentscheidung kann man dem Gutachten entnehmen: Wer nicht nur vordergründig als Umweltfreund gelten möchte, der braucht sich einfach nur das Fahrzeug mit dem wenigsten Schnickschnack und vielen standardisierten Bauteilen zu kaufen. Hier führen hocheffiziente Massenproduktion und der Verzicht auf aufwendige Bauteile sowie energieverbrauchsintensive High-Tech-Materialien zu einer niedrigen Energie- und - bei gegebener Energieversorgungsstruktur - geringer Gesamtumweltbelastung. Hybrid-Fahrzeuge, vollgestopft mit aufwendiger Technik und teuren Materialien, haben hier das Nachsehen. Zur Illustration noch ein paar sehr anschauliche Grafiken:




Wobei sich diese natürlich primär nicht auf Methoden, sondern auf Ergebnisse richten sollte. Also: Nichts dagegen, den \"Ineffizienz-Rucksack\" einzupreisen, aber dann sollte auch entsprechend gefördert werden. Wenn es eine andere Technik gibt, die dasselbe Ergebnis mit weniger Aufwand erreicht, wäre diese zu bevorzugen, keine Frage.
Aber Du hast recht, geringe Verbreitung sollte einer Technologie zumindest am Anfang nicht schaden.
Allerdings wird der Hybrid immer teuerer sein als die klassische Variante. Die zusätzlichen Kosten (und Gewichtsnachteile) des Hybriden durch E-Motor, größeren Generator, Batterien und zusätzliche Leistungselektronik gibts nicht umsonst! Auch wenns gerne verschwiegen wird, viel billiger werden Hybride nicht mehr werden. Schließlich gibts Generatoren und E-Motoren auch schon etwas länger....
Andererseits werden Hybride im Gegensatz zum Erdgasantrieb nicht steuerlich gefördert. Marktgängig und ausgereif ist die Technologie übrigens schon. Schließlich haben auch die Deutschen schon Anfang der 90er dran rumgebastelt. Die Deutschen gaben nur dem Diesel den Vorzug, die Japaner blieben am Ball.
Was mir aber oft bei den Umweltdiskussionen aufstößt, ist die einseitige Beschränkung auf wenige Punkte (Was ja letztlich auch die Studie bemängelt). Beim Hybriden ist es der eigentlich im Vergleich zum Diesel nicht sensationelle Verbrauch und man vergißt die o.g. Nachteile bzgl. Mehrkosten, Höheres Gewicht und schwer recyclebaren Materialien. Beim Diesel-PKW war es der Feinstaub, obwohl dieser in der Gesamtbilanz der Feinstäube in der Umwelt lächerlich gering ist. Aber die deutlich schmutzigeren Heizungen im Haushalt geben halt nicht so schöne Feindbilder ab. Die Liste ist lang (Dosenpfand, Gelber Sack,...) aber es zählen leider in der Umweltdiskussion Dogmen immer noch mehr als wissenschaftliche Tatsachen. Schade.
Dass man Externalitäten nicht genau beziffern kann, spricht ja nicht per se gegen eine Förderungspolitik. Und bevor wir uns da in zu allgemeinen Diskussionen verlieren: Ich beziehe mich ganz konkret auf eine nachgewiesen wirksame und effiziente Technik, die nur deswegen unter einem Preisnachteil zu leiden hat, weil sie noch nicht genug verbreitet ist. Ich rede nicht von reinen Hoffnungen bzw. Verzweiflungstaten wie bei Wind- oder Sonnenenergie, die, so lange sich der Ölpreis in den Regionen bewegt, in denen er sich bewegt, ohne Förderung mit grundsätzlicher Unwirtschaftlichkeit zu kämpfen haben.
Wenn Mick76 Recht hat, dann ist die Hybrid-Technik das nicht. Aber nicht, weil sie in der Vollkostenfalle steckt.
Zur Einschätzung besser geeignet ist eigentlich das andere Ende der Toyota-Nahrungskette, der Lexus-SUV. 5k€(10%) Mehrpreis bei 3l Minderverbrauch und gleichen Fahrleistungen sind durchaus konkurrenzfähig! Vermutlich ist in dem Preis sogar schon das gute Umweltgewissen mit eingepreist. Deshalb macht auch eine Förderung keinen Sinn. Und die Mehrkosten für die exotischen Materialien spiegeln i.d.R. auch die erhöhten Energiekosten zu deren Herstellung und Verarbeitung wieder.
Was den Hybriden so sexy macht ist die Möglichkeit, die Bremsenergie nicht in Wärme sondern in Strom umzuwandeln und somit \"wiederverwertbar\" zu machen. Es gibt bis dato keine andere brauchbare Technologie, die das kann. Das funktioniert allerdings nur im Stadtverkehr sinnvoll und sobald Überlandpassagen integriert sind, säuft der Hybrid genauso viel wie ein vergleichbarer Benziner (sehr zu Ärger vieler Besitzer). Was wundert (und eigentlich den wenigsten auffällt) ist die Frage nach Dieselhybriden und genau da liegt die Krux begraben. Der Hybrid war nie als großes Ökomobil gedacht. Die Einführung erfolgte durch die kalifornische Gesetzgebung, die eine Senkung des Flottenverbrauchs der Hersteller verlangte. Die Deutschen gingen den europäischen Weg und der heißt Diesel. Toyota hatte \"Angst\" vor der Dieselphobie der Amis und den ungünstigen Abgasrichtlinien in Kalifornien. Die Folge war der Hybrid und ein cleveres Marketing. Das ganze wurde ein Selbstläufer und am Schluss standen die Deutschen als die Ignoranten da, die sie nie waren. Sie wählten nur den anderen Weg.
Staatliches Handeln darf in manchen Fällen genauso einen erratischen Charakter haben wie privates. Nehmen Sie Forschungsförderung - das weiß man auch nicht, ob das jeweils der richtige Weg ist. Das gilt auch für Entwicklung. Mir schien beispielsweise immer, dass es richtig war, dass der Staat beim Transrapid bei der Stange geblieben ist. Vielleicht gilt das weniger für sehr große Länder wie die USA, wo die Firmen von Haus aus fast jedes beliebige Projekt stemmen können.
Rechnet man jetzt das ein Hybrid von VW 2000 € mehr kostet, also 10% höherer Aufwand bei der Herstellung, daher auch ungefähr 10% höhere Emissionen bei der Herstellung jedoch 30% weniger Emissionen bei der Nutzung, kann man sich ausrechnen wie schnell der Umwelt geholfen wird.
Oder glaubt hier irgendjemand, das die 2000 € Mehrkosten plötzlich zu 100% höheren Herstellungsemissionen führen?
Man muß sich mal vor Augen halten, das sämtliche zusätzliche Energie die bei der Herstellung eines Produktes bereits locker mit dem Kaufpreis abgedeckt ist (und wahrscheinlich nicht mehr als ca. 10% der Kosten ausmacht) - schließlich muß die Firma die Energie ja auch bezahlen und will trotzdem noch Gewinn machen.
Rechnet man jetzt das ein Hybrid von VW 2000 € mehr kostet, also 10% höherer Aufwand bei der Herstellung, daher auch ungefähr 10% höhere Emissionen bei der Herstellung jedoch 30% weniger Emissionen bei der Nutzung, kann man sich ausrechnen wie schnell der Umwelt geholfen wird.
Oder glaubt hier irgendjemand, das die 2000 € Mehrkosten plötzlich zu 100% höheren Herstellungsemissionen führen?
Man muß sich mal vor Augen halten, das sämtliche zusätzliche Energie die bei der Herstellung eines Produktes bereits locker mit dem Kaufpreis abgedeckt ist (und wahrscheinlich nicht mehr als ca. 10% der Kosten ausmacht) - schließlich muß die Firma die Energie ja auch bezahlen und will trotzdem noch Gewinn machen.
Jeder kennt das mit der Eisenbahn - die E-Lock hat fast keine Emmisionen - aber die Kraftwerke eine sehr grosse Menge. Und ohne Kraftwerke fährt die E-Lock nicht.
Jedes Teil am PKW wird geschmolzen, gebogen, geschnitten, spanend bearbeitet und verzinkt, lackiert oder mit noch schlimmeren Mitteln korrosionsgeschütz. Zum Bespiel der Wasserverbrauch :Die Fertigung des Automobils verbraucht erhebliche Mengen Wasser und Energie. Je nach Weltanschauung gehen die Angaben hierzu jedoch weit auseinander. Gemäß der Automobilindustrie werden nur etwa 2700 l je hergestelltem Fahrzeug als Abwasser in die Kanalisation beziehungsweise in das Klärwerk entlassen, die auch noch zu einem gewissen Teil aus den Sozialräumen stammen. (Quelle: Audi (pdf)). Greenpeace geht im Greenpeacemagazin 4/97 von einem Verbrauch von 20.000 l für einen Mittelklassewagen aus. SPIEGEL Special 11/1998 berechnet für die Herstellung eines PKW der oberen Mittelklasse (etwa: Mercedes E-Klasse) gar 226.000 Liter Wasser. Die Wasserwirtschaft sieht branchenpositive 380.000 l für ein Fahrzeug als notwendig an.
So geht es auch mit allen anderen Stoffen.
Die Industrie macht das sehr geschickt, steigert den Umsatz. Nur, mit Umweltschutz, CO2 einsparen usw. hat das alles nichts zu tun.
Wir versauen diese Erde weiter - haben aber gelernt das alles "gut" zu reden.
Gruss aus Wpt.
Ungünstige Abgasregeln würde ich genau andersherum darstellen. Ungünstige Abgasemmissionen für fortschrittliche Abgasregeln. Der Verweis auf Neben- , nein Haupschauplätze wie die großen Energieversorger ist beliebt und berechtigt. Aber wenn man mal beim Thema Auto ist...
Die Aussagen zum Überland-Verbrauch des Hybriden ist schlichtweg falsch. Erstens kann ich das aus eigener Erfahrung beurteilen, zweitens würde sich das in der Praxis widerspiegeln, was nicht der Fall ist. Weder in den wirklich nicht Japan-freundlichen Autotests, noch bei öffentlichen Verbrauchsstatisitigen wie www.spritmonitor ist dies nachweisbar. Im Gegenteil. Die Hybriden bewegen sich unterhalb des Verbrauchsniveaus vergleichbarer Dieselfahrzeuge, deren Effizienz ich als erfahrener Dieselfahrer nicht bestreite. Weit darunter, wenn man den 13 Prozent höheren Energiegehalt Dieselkraftstoffes pro Liter berücksichtigt.
Richtig ist, dass manche Diesel Benzinerhybride bei hohen Autobahntempi ausstechen. Darauf wird immer gerne hingewiesen. Nur stellen solche Verkehrsbedingungen den kleinsten Teil der Geschwindigkeitsrealität auf europäischen Straßen dar.
Ich möchte bei der Gelegenheit noch mein positives Erstaunen bekanntgeben. Der fernöstliche Giftstachel Hybrid, der die Langszeitplanungs und Investitions und Ammortiasiontskalkulationen der europäischen Hersteller in den Hintern getroffen getroffen hat: Plötzlich kümmert sich alle Welt um Well-to-well Analysen eines PKW.
Bitte schön:
Keine Studie ohne Gegenstudie. Viel Spaß beim Studieren!
http://www.ecolane.co.uk/content/dcs/Camden_LCA_Report_FINAL_10_03_2006.pdf
Leider nur in Englisch
[IMG]http://www.citroen-cx.org/foren/C_O_rama.jpg[/IMG]
[IMG]http://www.citroen-cx.org/fo ren/partikelundstickoxide.jpg[/IMG]
[IMG]http://www.citroen-cx.org/foren/cozwo.jpg[/IMG]
Grüße
A vantimer