Mit dem Kopf voran

25.08.2006 um 08:05 Uhr

Keine Theorie ist eine schlechte Theorie

Tina's SozLog macht micht auf eine interessante These von Peter Klein zur Verbreitung von Weblogs unter Ökonomen aufmerksam, die sich auf den ersten Blick wie eine Kritik anmutet, doch eigentlich mehr auf eine wichtige Funktion von Weblogs in der fachlichen Auseinandersetzung hindeutet:

Blogging requires a certain temperment, a particular way of thinking. The best bloggers have not only catholic interests, but also — more important — a belief that they can explain a variety of interesting and important phenomena with a few basic principles, consistently applied, and in just a short paragraph or two. This is exactly the way most economists think. “Give me a simple model, and I can explain the world.” Those who prefer more subtle, complex, and ambiguous modes of thought are apt to find blogging an unsatisfying pursuit.

Ein einfaches Denkmodell ist die Voraussetzung für die Ableitung und den Nachweis kausaler Zusammenhänge. Doch viele, denen die Axiome der Ökonomen und davon abgeleitete Thesen über menschliches Verhalten unzulässig erscheinen, haben oft genug kein solideres Theoriegebäude zu bieten. Was aber ist besser, als theoretische Überlegungen so schnell wie möglich mit Hilfe eines Weblogs unter die Leute zu bringen und sie damit einer öffentlichen Debatte auszusetzen. So wird von Anfang an die Spreu vom Weizen getrennt. Und wenn sich diesem Prozedere vor allem die in der öffentlichen Meinung oft umstrittenen Ökonomen aussetzen, dann ist das doch nur zu begrüßen.


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