Mit dem Kopf voran

22.05.2007 um 00:23 Uhr

(Vor)geschützt

von: steffenh   Kategorie: Wirtschaftspolitik

Verbraucherschützer geraten in diesem Land mehr und mehr zu Oberpaternalisten. Statt sich mit den Konsumenten über mehr Wettbewerb im europäischen Kreditgeschäft zu freuen, wird lieber der Teufel der Überschuldung an die Wand gemalt. Mal sind die Zinsen zu hoch und der arme Mann kann sich Dies und Das vom neuen Energiesparkühlschrank bis zum Niedrigenergiehaus nicht leisten (eilfertige Ökonomen sprechen dann gern vom Kreditmarktversagen), dann sind sie wieder zu niedrig, so dass die Verschuldungsfalle droht. Eigenartig, warum der Verbraucherschutz nicht auf die Barrikaden geht, wenn die KfW mal wieder mit Zinsgeschenken für ökologische Spielereien hausieren geht? Wessen Interessen werden da eigentlich vertreten?

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenstp schreibt am 22.05.2007 um 10:39 Uhr:Es fällt auch mir auf, daß "Verbraucherschützer" in letzter Zeit dabei sind, ihre paternalistische Ader zu entdecken.

    Zb auch bei der Freigabe der Packungsgrößen: Anstatt sich zu freuen, daß die Hersteller nun auch auf die geänderten Bedürfnisse der Kunden (zB Single-Haushalte) Rücksicht nehmen können, warnt man lieber vor angeblich drohenden "Mogelpackungen" und unterstellt dabei stillschweigend, daß die Kunden zu dumm zum einkaufen wären. Ich fühle mich durch derartige Meldungen nicht "geschützt", sondern bevormundet.

    Für so wichtig ich die Aufgabe der Verbraucherschützer im Dienste der Markttransparenz halte, für so entbehrlich halte ich deren Bestrebungen, das offensichtlich im Übermaß vorhandene Personal durch derartigen Schwachsinn auszulasten.

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