Wie effizient ist Deutschlands Klimaschutzpolitik?
Klimaschutzpolitik sollte eine Volkswirtschaft möglichst wenig belasten, d.h. die eingesetzten Instrumente sollten zu einer kostenminimalen Reduzierung der Kohlendioxidemissionen führen. Die Bundesregierung postuliert, mit ihrem Instrumentenmix aus Ökosteuer, Emissionshandel und Förderung erneuerbarer Energieträger genau dieses Ziel zu erreichen. Doch ein Blick auf die CO2-Vermeidungskosten dieser Instrumente zeigt, dass es mit der Kostenminimierung nicht weit her ist. Ein effizienter Klimaschutz würde bedeuten, dass dort die Emissionen gemindert werden, wo die geringsten Kosten entstehen. Doch die gegenwärtig praktizierten Instrumente wirken derart, dass Klimaschutzmaßnahmen mit extremen Kostenbandbreiten vorgenommen werden:
Emissionshandel:
Die beteiligten Unternehmen kaufen solange die für die Produktion notwendigen Emissionsrechte (Zertifikate) wie der Ertrag aus dem Verkauf der mit Emissionen verbundenen Endenergie über dem Zertifikatspreis liegt. Oder anders ausgedrückt, die Unternehmen reduzieren die Emissionen ihrer Anlagen durch Modernisierung oder stellen die Produktion ein und verkaufen Emissionsrechte, solange der Ertrag hieraus größer ist als die Kosten der Modernisierung bzw. Ertragsverluste aus dem Erlösrückgang der Produktionsreduktion. Folglich gibt der Zertifikatspreis die minimalen CO2-Vermeidungskosten (Grenzkosten der Vermeidung) der am Handel beteiligten Unternehmen an. Preis für eine Tonne CO2 am 21.09.2005: 22,15 €/t CO2
Ökosteuer:
Kraftfahrer und Tankstellen teilen sich die Kostenbelastung von derzeit 15,34 Eurocent/l oder 0,1534 €/l. Da die Marktteilnehmer solange Vermeidungsmaßnahmen durchführen, wie diese billiger als der Ökosteuersatz sind, lassen sich die (Grenz-)Vermeidungskosten recht einfach abschätzen. Der Emissionsfaktor von Benzin ist beispielsweise 0,002019 t CO2/l. Durch Division von Ökosteuersatz und Emissionsfaktor erhält man die (Grenz-)Vermeidungskosten der Ökosteuer: Rund 76 €/t CO2, also etwa das Achtfache der Kosten, die beim Emissionshandel entstehen.
Förderung erneuerbarer Energieträger:
Die Bundesregierung fördert u.a. die Produktion von Biokraftstoffen, da diese im Vergleich zu konventionellen Kraftstoffen bislang noch nicht wettbewerbsfähig sind. Dementsprechend hoch ist die Bandbreite der Vermeidungskosten für eine Tonne CO2. Sie liegt zwischen 120 und 400 €/t CO2, also dem 13-43-fachen der Kosten im Emissionshandel.
Fazit: Der Klimaschutz der Bundesregierung ist alles andere als kostensparend, sondern ignoriert aus wahltaktischen Gründen die Tatsache, dass die heute eingesparten Treibhausgasemissionen das Vielfache von dem kosten, was bei der Anwendung eines einheitlichen Instruments (Emissionshandel auf der Ebene der Primärenergieträger Kohle, Erdöl, Erdgas) anfallen würde. Es wird Zeit den deutschen Umweltpolitikern etwas genauer in die Karten zu schauen.

Was soll das denn? Warum? Der ganze durchgerechnete Umwelt-/Klimaschutz eines Hermann Scheer (www.hermann-scheer.de) z.B. wird euer Kartenhaus in Null Komma Nix zusammen stürzen lassen.
Es ist schön, mit Zahlen zu reüssieren. Was damit allenfalls bewiesen wird: die Politik hat keinen Einfluss!
http://www.blogigo.de/buergernah/entry/58919
Danke
Ich glaube, ihr macht da was besonderes.