[larp] Live Rollenspiel Erlebnisse

24.12.2006 um 20:20 Uhr

Tagebuch des Willfried von Argengrund

von: TinoD

Ein weiteres Jahr ist vergangen und immer noch drückt mich die Kälte und der Hunger als ich hier sitze und versuche, nicht an meine Vergangenheit und meine Zukunft zu denken. In meiner Höhle ist es recht kalt geworden, nachdem der schreckliche Wind jede Ritze ausnutzt, um in mein Gesicht zu wehen.

Ich habe beschlossen meine Vergangenheit aufzuschreiben, nicht in der Hoffnung irgend wem etwas zu hinterlassen, denn ich habe niemandem, dem ich etwas hinterlassen möchte, oder kann, sondern, um meine Langeweile zu bekämpfen. Drei Jahre ist es her, seit jenem schrecklichen Zwischenfall, der mein Leben komplett verändert hat und mich an den Rand der Hoffnungslosigkeit gestürzt hat. Ich werde die Zwischenfälle zurück datieren und mein Tagebuch so gestalten, als ob ich es damals begonnen hätte.

Frühjahr 1175
Mein Traum ging in Erfüllung: Mein Oheim Walter hat seine Beziehungen zum königlichen Hofe genutzt und eine Anstellung für mich als Jäger des königlichen Hofes erreicht. Ich bin ein königlicher Jäger und werde am morgigen Tag dem Hofkämmerer vorgestellt und darf dann am Hofe leben. Ich werde sicher bald dem König Oswald und seiner Königin vorgestellt mein Freund Dietrich wird vor Neid platzten.

Herbst 1175
Meine erste Jagd war atemberaubend, ich war als Treiber sogar in Blickkontakt mit dem Wild. Unser Ausbilder, der königliche Jäger Herrmann von Weißbach ist sehr zufrieden mit mir und sieht eine große Zukunft für mich.

Herbst 1176
Inzwischen werde ich als Jagdunterstützung der königlichen Jagdgesellschaft eingesetzt. Die Jagd ist mein Lebensziel geworden, es gibt auf der ganzen Welt nichts schöneres als in der Ruhe des Waldes einen Kampf gegen die gefährlichsten Tiere des Waldes zu führen, meine Kräfte, meine Kenntnisse und meine Gewandtheit gegen die Fähigkeiten eines Ebers ins Feld zu führen. Der Augenblick wenn ein Pfeil von der eigenen Sehne fliegt und ein Tier zu Boden streckt ist wie die Geburt eines neuen Lebens, wie der Moment des totalen Sieges eines Kriegsherren gegen einen übermächtigen Gegner. Diese Worte sind nicht von mir, sondern von unserem großen König Oswald, aber ich empfinde ebenso wie er und bin glücklich, diesen Rausch mit ihm so fühlen zu dürfen.

12.Oktober1181
Ein schöner Tag für eine Eberjagd, der ganze königliche Tross hat sich eingefunden um wieder einmal den Nervenkitzel zu spüren, das Blut in den Adern zum Kochen zu bringen. Mir hat man die hohe Ehre zu teil werden lassen, auf die Sicherheit der Königin und der Edeldamen des königlichen Hofes zu achten und eine sichere Lichtung auszuwählen, damit jene dort die Zeit der Jagd mit angenehmeren Dingen verbringen können. Das Jagdgebiet war genau abgesteckt, also wählte ich eine märchenhafte Lichtung weit abseits der Jagdrute. Die Damen war sehr entzückt über den Platz und verbrachten mit viel Freude den Vormittag. Meine Männer und ich dagegen waren trotz der Sicherheit nicht müde und bewachten ruhelos die Gesellschaft.

Urplötzlich hörte ich ein verdächtiges Geräusch, ein Poltern und Rumpeln, als wie eine Gruppe Reiter, die mit gestrecktem Galopp über den Waldboden eilt. Sekunden später hörte ich weitere verdächtige Geräusche und erkannte sofort die Gefahr: Ein Eber war wohl von der Jagdrute soweit abgekommen, dass er auf unsere Gruppe zurannte. Sofort schrie ich einen Warnruf aus und rannte zu meinem Bogen. Blitzartig griff ich zu einem Pfeil legte ihn auf die Sehne und spannte den Bogen. Da brach das Untier auch schon durch das Unterholz auf die Damen zu. Der erste Pfeil traf ihn, bremste ihn aber erwartungsgemäß keinesfalls. Noch bevor dieser Pfeil in sein Fleisch drang hatte ich einen zweiten auf der Sehne, aber nun war es bereits zu spät zum Schiessen, ohne das Risiko einzugehen, eine der Damen zu treffen. Einer meiner Männer warf sich in Todesmut auf den Eber um damit die Damen zu retten, aber er hatte damit nur einen Teilerfolg, da das Tier ihm auswich und einen anderen Weg einschlug, und sich auf eine einzelne Edeldame zu bewegte. Wir waren uns alle bewusst, das nun nur noch ein Wunder unseres Herrgottes helfen konnte diese Frau zu retten, als wir wie starr erkannten, wer diese Edeldame war: Es war die Königin selbst und in diesem Moment brach mein Herz und mein Mut. Ohne eine Regung fähig sah ich den Unfall als ob er Minuten dauern würde, er hat sich seither in mein Gehirn eingebrannt und ich habe ihn tausendmal wie ein Martyrium wieder erlebt.

Der Eber stürzte auf die Königin, warf sie zu Boden und rannte weiter. Einige Augenblicke später trafen die Pferde der Jäger ein, und bevor ich noch zur Königin eilen konnte erkannte ich das führende Pferd und seinen Reiter: Es war König Oswald selbst.

Er sah seine Frau auf dem Boden liegen, stürmte auf sie zu, stieß die Umstehenden beiseite und kümmerte sich um sie.

Minuten später war uns klar, dass das Reich noch einmal verschont worden war, die Königin war mit einer leichten Verletzung und einem Schreck davon gekommen. König Oswald allerdings war kaum beruhigt, als er sich von seiner Frau abwandte und schrie: Wer ist für das hier verantwortlich?". Ich fühlte mein Herz hämmern und spürte mein kaltes Blut, wie es vom Kopf in die Füße entwich, aber, ich trat vor meinen Herrn und gab ihm zu verstehen, dass ich die Verantwortung für die Damen hatte.

König Oswald stürmte auf mich zu, riss seinen Dolch aus der Scheide und hob ihn an meinen Hals, als ob er mir den Lebensfaden durchtrennen wollte. Ich spürte seine unbändige Wut, als er sprach: Ich bin König Oswald und ich kann Dir Dein Leben nehmen, wann immer ich es will... Für diese ungeheuerliche Nachlässigkeit, die Du begangen hast werde ich Dich ächten und aus meinem Land verbannen. Jeder Allerländer, der Dir in Zukunft Hilfe oder Schutz anbietet, soll ebenso wie Du geächtet sein. Willfried von Argengrund, Dein Name soll an meinem Hofe niemals mehr genannt werden und Dein Angesicht niemals mehr mein Auge beleidigen. Entfliehe bis Anbruch der Dunkelheit aus Allerland, denn dann werde ich meine Jäger auf Dich hetzten."

Damit nahm er den Dolch wieder an sich, drehte sich um und vergaß mich.

Ich stand da und hörte meine Welt zusammenbrechen, jeder Augenblick meiner Vergangenheit schrumpfte zu einem Haufen Dreck zusammen, jeder Gedanken an Hoffnung und an meine Zukunft endete in diesem Moment.

14.Oktober 1181
Ich hatte den Königshof verlassen und nur mein notwendigstes Hab und Gut mitgenommen. Aber ich entschloss mich, mein Land nicht zu verlassen. Zu viele Geschichten voll Furcht und Schrecken gab es über die Unmenschen und bösartigen Tiere, die außerhalb von Allerland leben. Es hieß, in fremden Ländern wurden Menschen getötet, weil sie an Gott glaubten, oder keine ketzerische Magie praktizierten. Man sprach von bluttrinkenden Vampiren, Geschöpfen der Hölle, die ebenso wie Drachen und Hydren frei herumlaufen und gottesfürchtige Menschen zerfleischen. Ich liebe mein Land zu sehr um es zu verlassen und ich kenne den Wald so gut, dass ich Jahre in ihm verbringen kann, ohne die Hilfe oder den Schutz eines anderen Wesens zu benötigen.

21.Oktober 1181
Ich habe einen Plan: Mein Zwillingsbruder Friedhelm von Argengrund ist vor fünf Jahren in die Dienste des Barones von Grauentann in Eisenhardt getreten und vor einem Jahr zum Hauptmann der Burgwache ernannt worden. Ich werde ihn aufsuchen, denn er ist der einzige Mensch auf der Welt, der Mut und Willen genug hat mir zu helfen.

28.Oktober 1181
Ich habe die Burg Grauentann gefunden und konnte mit meinem Bruder Kontakt aufnehmen, ohne das mich jemand entdeckt hätte. Viel Trauer und Mitgefühl war in seiner Stimme, als er meine Geschichte vernahm. Er versprach mir zu helfen, solange ich im Wald von Grauentann leben würde und mit keiner Menschenseele über mich zu reden.

November 1181
Ich habe mich entschlossen im Wald von Grauentann zu leben.

Winter 1182
Heute Mittag ist etwas Sonderbares geschehen, der Wald und alle Tiere waren für einige Minuten absolut still. Es klang grauenhaft. Als ich durch den schneebedeckten Wald lief, hörte ich ein weidwundes Tier durch den Wald irren, also schlich ich mich an. Aber es war kein Tier, sondern eine kleine Frau, die sich offenbar verirrt hatte. Sie irrte verfroren und ziellos durch den Schnee, also ging ich zu ihr, um ihr zu helfen. Sie hatte mich nicht gesehen und als sie aufsah starrte sie mich mit ihren riesigen Augen an, als ob der Tod selbst vor ihr stehen würde und sank bewusstlos zu Boden. Ich trug sie in eine geschützte Höhle damit sie nicht erfror und wärmte ihre Hände. Nun erst erkannte ich, warum sie sich so sehr erschreckt hatte, bei meinem Anblick, ich musste schauerlich aussehen mit meinen zerfetzten und geflickten Kleidern und der Schneemaske, die ich gegen die Kälte trug.

Ich wusste, das in einigen Tagen ein anderer Jäger diesen Weg an der Höhle vorbei nehmen würde, wie er es regelmäßig tat und sie mit Sicherheit finden würde Also kümmerte ich mich nicht weiter um sie, bevor sie noch von der Rache des Königs getroffen würde, und ging meines Weges durch den Wald. Der Neuschnee fiel und würde die Höhle zuschneien und damit isolieren, genauso, wie er meine Spuren verschneien würde.

Tage später
Mein Bruder war sehr aufgeregt, als ich ihm am Abend traf. Er war so aufgewühlt, dass ich nur mit Mühe seinen Worten folgen konnte. Es muss auf der Burg etwas Schreckliches geschehen sein, was er als Fluch bezeichnete. Alle Frauen waren von einer Äbtissin weggeführt worden und die Wachen, ebenso mein Bruder, hatten einen unmäßigen Drang zur Gewalt, Mord und rohem Fleisch. Aber schlimmer als all seine Schilderungen, war die Behauptung, dass kein Mensch mehr die Baronie verlassen könne. Ich habe dies überprüft, und festgestellt, dass selbst ich keinen Weg aus meinem Wald finden kann - ich habe mich in meinem Wald verirrt!

Tage später
Die Frau hatte den Wald nicht verlassen, sondern sich in der Höhle eine Behausung geschaffen. Ich bin ihr diesen Winter noch mehrmals begegnet, obwohl ich es vermeiden wollte, und jedes Mal hat sie sich erschreckt, als ob ein Geist vor ihr stehen würde.

Irgendwie ist es ein wunderliches Gefühl der Erschrecker zu sein.

Heute
Der Fluch ist Realität geworden. Tagsüber bin ich auf der Flucht vor den irren und bösartigen Wachen der Burg und nachts vor meiner Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit. Mein Leben ist so trostlos und einsam wie der Tod, nein schlimmer als der Tod.

Die Frau ist meine einzigste Unterhaltung, macht es mir doch inzwischen einen großen Spaß sie regelmäßig zu erschrecken. Ich habe ihr eine Maske gebaut, mit der ich ihr besonders viel Furcht einjagen kann. Sie hat mich wohl als eine Art Waldgeist akzeptiert und bringt mir Opfer in Form von Nüssen und Beeren auf einen Stein.

Ein weiteres Jahr ist vergangen und immer noch drückt mich die Kälte und der Hunger als ich hier sitze und an meine Vergangenheit denke, die von Oswald zerstört wurde, und an meine Zukunft die nicht mehr ist, weil Oswald mir alles genommen hat was ich hätte haben können.

Das Leben wird zu einem Trauertal voll Schmerz und Leid, nur weil ein König ein ungerechtes Urteil sprach, anstatt Gerechtigkeit zu üben.


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17.November 1195
Ich habe das Tagebuch gefunden und schreibe seit zehn Jahren des erste mal wieder. Denn heute ist das erste mal, seit zehn Jahren, dass etwas interessantes geschieht. Heute sah ich eine Gruppe Wanderer im Wald und war sehr erstaunt welches Wappen der Führer der Gruppe trug: Das Wappen des Königs Oswald von Allerland. Mein erster Gedanke war: RACHE.

Nach einigem Nachdenken blieb nur noch ein Gedanke, wie ein Schrei in die Nacht: RACHE, RACHE, RACHE.

Oswald hatte einige seiner Kämpfer, über zehn Frauen und einen Trupp Soldaten bei sich. Ein Kampf war aussichtslos, also beschloss ich sie dem Fluch der Burg auszusetzen, damit sie wie ich die Baronie niemals mehr verlassen können. Oswald soll erleben, was es bedeutet 13 Jahre gefangen zu sein. Mein Plan war einfach: ich würde sie mit Fackeln durch den Wald zur Burg leiten. Meine Rache war perfekt!

Nachdem sie auf der Burg ankamen und damit dem Fluch unterworfen wurden, durchzuckte mich ein Gedanke: hatte mein Bruder nicht von einer Möglichkeit gesprochen, den Fluch aufzulösen, dass zarte Frauenhände die zerbrochene Statue zusammensetzten?. Ich musste eine Scherbe der Statue in meine Gewalt bringen, aber ich kann nicht in die Burg, also ging ich zu der alten Frau und befahl ihr in die Burg zu gehen und mir eine der Scherben zu bringen, was sie dann auch sofort tat.

Nun war meine Rache perfekt!

18.November 1195
Er war schnell und auf dem Weg den Fluch zu lösen, aber ich hatte den Schlüssel zu seinem Verderben in Form der Scherbe in meinen Händen. Als seine Häscher zu mir kamen verhöhnte ich ihn und sie und liess sie trostlos in meinem Wald zurück, mögen sie dort vergammeln.

Endlich konnte ich ihm in seine Lügenfratze sehen und ihn beschimpfen, ihm sagen, wie unmenschlich er ist und meine Macht auskosten. Verdammt soll er sein in alle Ewigkeit und leiden soll er.

Die alte Frau wurde von ihnen bearbeitet, bis sie sich sogar gegen mich wandte und mir die Scherbe stahl. Ich war sehr wütig und starr zu handeln, bis mir eine Idee kam. Diesmal wird mein Plan funktionieren und meine Rache perfekt sein:

Ich traf meinen Bruder am Abend und schlug ihn bewusstlos. Ich trug ihn in die Höhle und zog seine Kleidung an. Ich schnitt mir die Haare. Als ich mein Spiegelbild sah erschrak ich, den selbst ich dachte meinen Bruder zu sehen. Mein Plan war wie folgt: Ich würde als mein Bruder in der Burg auftauchen und Oswald so nahe sein, dass ich seinen Atem und Gestank spüren würde. Ich würde die Statue stehlen oder das Ritual gegen den Fluch stören, wenn gar nichts mehr hilft werde ich ihn mit meinem Schwert durchbohren und das Land von ihm befreien.

Möglicherweise werde ich dabei den Tod finden, aber dieses Risiko gehe ich ein für meine Rache. Vielleicht werden diese Worte meine letzten geschriebenen sein. Ich hoffe, dass dieses Buch gefunden wird, damit jedermann versteht warum ich so habe handeln müssen.

Falls Du mein Bruder diese Zeilen liest, dann bitte ich Dich mir zu verzeihen, dass ich Dich niederschlagen musste.

 

Ich bin ein Jäger und mein Leben lang werde ich jagen.
Mein Opfer wird nimmermehr froh und sollte es auch ein Schatten sein.
Willfried von Argengrund

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Anmerkung: Dieses Tagebuch ist eine etwas ungewöhnliche Methode für einen Con-Bericht. Willfried war zusammen mit seinem Bruder die Hauptfigur (NSC) auf dem Con: "Der Wanderer im Schnee" von Susi Michels. Die Spieler konnten den gesamten Hintergrund erst verstehen, als sie (nach dem Con!) dieses Tagebuch fanden. Allerdings waren sie gegen Ende des Cons nahe dran! Unvergesslich (für mich und alle Anwesenden) bleibt die Schluss- und Sterbeszene von Willfried und der alten Frau (Susi), als sie ihm (eine leicht veränderte Variante des Liedes) "Der Wanderer im Schnee" vorsang!!!

Danke Susi Michels

28.10.2006 um 22:22 Uhr

Halloween 2006 - Biosphäre

von: TinoD

Datum : Donnerstag 19.10 bis 22.10.2006
Ort : Feriendorf Finsterau im Bayrischer Wald
Veranstalter : Halloween-Team, Carsten Lubinsky,
http://www.halloween-larp.de
Unterkunft : Bungalows
Verpflegung : reichlich Vollverpflegung inkl. alle Getränke, etwas Alkohol, Süßes und Saures
Preis : € 140 SC und € 85 NSC
Teilnehmer : 40 SC, 10 NSC und 6 SL
Genre : Horror Casting- Con in der nahen Zukunft
Mindestalter : 16 Jahre

Einleitung

Im Jahre 2039  steht die Firma Global°Gen für Innovationen auf dem Gebiet der Wissenschaft, immer im Dienste des Verbrauchers. Daher ist sie in den letzten Jahren zur drittwichtigsten Firma der Welt aufgestiegen. Und nun gibt es auch für Dich die Möglichkeit, ein Teil der großen, glücklichen Global°Gen- Familie zu werden. Bewerbe Dich noch heute um eine Anstellung als Manager, Wissenschaftler, Mediziner oder zur Sicherheit und betritt das Global°Gen Assessment-Center in der hermetisch abgeriegelten Biosphäre III in Finsterau.
Ausschnitt aus Akte GG-23/45A6 von Dr. S. Graf:
"Das Global°Gen Assessment Center. Ein Assessment Center (AC), auch Realitätssimulationsverfahren genannt, dient bei Global°Gen dem Zweck Bewerber von Arbeitsverträgen (Anwärter) umfangreich und qualifiziert auf Tauglichkeit zu testen. Zusätzlich werden an den Anwärtern Test durchgeführt, die dem Zweck der Biosphäre- Verbesserung dienen. Schließlich werden dadurch auch detaillierte Informationen über Kandidaten gesammelt, die zukünftig bei Konkurrenzfirmen angestellt werden könnten. Dies führt auch dazu, dass labile aber fähige Anwärter gezielt abgewiesen und in anderen Firmen eingeschleust werden. Dazu werden nachfolgend beschriebene Methoden angewendet. Im Vorfeld des AC werden mehrere einfache Auswahlverfahren (Lebenslauf Analyse, Auskunftsdatenbank- Analysen, Telefon- und Satellitenüberwachung, usw.) durchgeführt um die Anwärterzahl stark zu reduzieren.
Wer zu einem AC eingeladen wird, zählt also schon zu den Top-Anwärtern, also dem exklusiven Kreis derer, die Global°Gen einem intensiven Tauglichkeitstest unterziehen möchte. In diesem Test gilt es eigene Fähigkeiten, Durchsetzungskraft und Teamfähigkeit zu beweisen.
Die Biosphäre III ist dieses Jahr für eine Gruppe von 40 Anwärtern ausgerüstet, wobei gezielt nicht nur wahrscheinliche Anwärter, sondern auch Vergleichsgruppen und "Experimente" von Global°Gen eingeschleust wurden. Geleitet wird das AC durch Personalfachkräfte, die speziell für AC ausgebildet wurden."
Motivation

Vorneweg möchte ich erwähnen, dass ich den ConBericht in meiner Person als Teil der SL schreibe und dieser daher UNverschämt subjektiv ist. Ich war auf dem Con als Charakterschreiber, Netzwerkadmin, NSC-Hauptrolle (Dr. Graf) und Traumtänzer tätig. Aus diesem Grund berichte ich nur von den mir bekannten Szenen (insbesondere der CSI- Plot und die Obduktion sind mir entgangen.)
Ich habe auf dem Con alle Mitglieder der SL (Bernhard, Carsten, Cynthia, Felix, Pascal und Paul), alle NSC und auch alle Spieler als ausgesprochen engagiert und kompetent empfunden. Nachfolgend werde ich allerdings nicht alle einzeln erwähnen können, da ich nicht alle beim Spiel und bei ihren NSC- Tätigkeiten erleben durfte.
Ach ... und nehmt Euch viel Zeit (und einen grünen Global°Gen- Cocktail) um meinen Bericht zu lesen. Macht jedes Mal einen Strich auf ein Blatt Papier, wenn ihr "ach?" oder "wirklich?" sagt.
Genre

Halloween-Cons finden – bisher im Zweijahresrhythmus – jeweils kurz vor dem 31.10. statt. Es handelt sich um originelle Spiele abseits des "larp mainstreams", bei denen die "one-shot"- Charaktere von der SL geschrieben werden. Nicht zuletzt dadurch ist der Vorbereitungsaufwand für die SL sehr hoch, wird aber durch eine unglaublich dichte Rollenspielsimulation belohnt. So haben die Halloween-Cons inzwischen einer treuen Spieler-/Fangemeinde.
„Halloween 2006 -  Biosphäre“ war das vierte Halloween-LARP.
Vorlauf
Im Vorlauf des Cons wurde eine kleine Internetseite (www.global-gen.de) geschaltet, in der die Simulation ihren Anfang nahm. Die Anmeldung konnte dort schon In-time als E-Mail geschrieben werden und man konnte wählen, wie draufgängerisch, schurkisch, herausfordernd, ausgeflippt oder geheimnisvoll der eigene Charakter werden sollte („Bewerber“-Fragebogen).
Dann folgten recht kurz vor dem Con mit einer CD-ROM voll Hintergrundtexten, einem eigenem kurzem Regelwerk, Bildern, Musik, stimmungsvollen Filmen (nicht alle hätte man sich ansehen sollen - gell?) und der Global°Gen- Firmen-Hymne, sowie der von der SL geschriebene Charakter. Nach kleineren telefonischen Feinabstimmungen waren die Spieler bereit. Die Charaktere hatten zusätzlich zu ernsten Phobien und Geheimnissen ein – für den Spieler nicht klar ersichtliches - dunkles Geheimnis.
Der Aufbau startet am Dienstagabend und dauert bis zur letzten Minute. Speziell am Dungeon- Labor wird rund um die Uhr gearbeitet, bis es Samstagmittag komplett geöffnet werden kann. Samstag ab 3:00 Uhr nachts wird es in einer Stunde abgebaut, um Platz für die Schlussszene zu machen.
Ablauf

Die Bewerber werden in der Rezeption vor dem Eintritt in die eigentliche Biosphäre in einem Warteraum aufgehalten. Hier werden ihnen die Schlüsselkarte zu ihrem Schlafbungalow (MELT), Intranet- Zugang, eine individuelle Bewerbernummer (C12T5F2 = Charakter Nr. 12, SL= T(ino), Bungalow= 5, Gruppe= F(ührung/Management), Herausforderungslevel von 0-5), eine weltraumtaugliche :-) Plastikbox mit Overall vereinzelte Testbögen, und ein paar wenige Spezials von der überaus attraktiven (aber nun gekündigten) Julia Hagenkötter übergeben.
Nach langer Wartezeit - in der sie sich erstmals kennenlernen können - und einen stimmungsvollen Werbefilm von Global°Gen auswendig lernen dürfen - werden sie zur Schleuse geführt und auf dem Weg dorthin von Umweltaktivisten belagert ("Rettet den Bornhieper"). In der Schleuse werden nach einer Urinprobe (wer hat den Apfelsaft auf dem WC nicht gesehen?) verschiedene Tests durchgeführt (Radioaktivität, Viren, Krankheiten, Sehtest, Blutdruck, med. Grunduntersuchung und schließlich den Overall anziehen).
Dann endlich können sie in der Biosphäre den Bungalow beziehen, das Intranet testen, den Reaktorraum, das wissenschaftliches (Reaktor-) Labor und die Bewerber- Longe betreten.
Beim Essen stellt sich die Prüfungsleitung vor (Dr. Danckert - Medizin, Prof. Abt - Wissenschaft, Major Oppermann und Direktor Dr. S. Graf - Management) und die Mitarbeiter: Fräulein Knack, der Bar- Androide und Dr. Gruner, Psychologin mit Schwerpunkt "Verhalten" (Vielen Dank an alle SC-Festrollen – ihr ward super!)
Dr. Graf begrüßt die Anwärter und erklärt ihnen den kommenden Testverlauf: "Jeder von Ihnen hat die Chance ein Teil der großen Idee zu werden, die Global°Gen ist. Global°Gen steht für Innovation und Forschung und hat Genetik zum Wohl aller Menschen nutzbar gemacht... Glauben Sie mir, es ist ein Privileg für Global°Gen arbeiten zu dürfen und gesellschaftlich und sozial zur Führungs-Elite im Europäischen Großbündnis zu gehören." Dabei fallen die bezeichneten Worte: "Alles, was Sie tun oder nicht tun, sagen oder nicht sagen, kann und wird bewertet werden - ALLES ist ein Test." Dann wird die Global°Gen Hymne gesungen und die erste Aufgabe (während des Essens) begonnen: Je zwei Management- Bewerber sollten die anderen Bewerber in gleich große Teams aufteilen, einen Teamnamen finden und eine Personalliste erstellen.
Nach dem Abendessen beginnt ein gemütlicher Abend in der Bewerberlounge mit Sekt und (leicht alkoholischen) Cocktails. Hier wird das zweite Bewerberspiel gestartet: Es wird angenommen, dass zwei Bewerber Maulwürfe - also Mitarbeiter von Global°Gen - seien. Jeder Bewerber soll am nächsten Morgen entsprechende Tipps abgeben, ggf. mit Begründung. (In Wirklichkeit gab es eigentlich nur einen: David Ballauf, der Schweizer Manager - aber wer kann schon sicher sein?)
Die Bewerber der Sicherheit werden anschließend von Major Oppermann in grundlegende Wach- und Schutzgepflogenheiten eingewiesen und dürfen die Zimmer nach illegalen Besitz durchsuchen; während die restlichen Gruppen einfache Tests erleben. In der Nacht haben die Vertreter der Revenge of Gaia (ROG) unter den Spielern ein Attentat geplant und dürfen als erste den Kriechgang des Dungeon-Labors betreten und mit Erfolg ihren Störfall initiieren.
Am nächsten Morgen beginnt der Tag mit Frühstücks- Fahnen- Appell, Hymne und anschließenden Tests in den einzelnen Gruppen und der CSI- Workshop. Ich kann hier von der Management- Auswahl erzählen: Sechs (später sieben) Manager werden hier abwechselnd von Dr. Martina Gruner zu verschiedenen Themen befragt und müssen verschiedene Aufgaben bewältigen. Währenddessen mache ich mir Notizen zu den einzelnen Eigenarten, Schwächen und Besonderheiten der Bewerber um sie dann darauf anzusprechen:
"Warum sprechen Sie so monoton?"
"Warum tragen Sie (im Jahr 2039) eine Brille?"
"Warum tragen Sie keine Krawatte?" - "Krawatten sind altmodisch Hr. Graf" (obwohl ich auch eine hatte)
"Herr Laudowicz, haben Sie ein Taschentuch?" - "Ich glaube schon" - "Warum benutzen Sie es dann nicht?"
Anschließend wurden Konfliktgespräche geführt:
"Wir haben recherchiert, dass Sie Alkoholiker sind - was sagen Sie dazu?"
"Sie haben festgestellt, dass Ihre Manager- Kollegin im 5 Monat schwanger war - stellen Sie sie zur Rede" - "Ich habe gehört, Sie haben Ihr Kind abgetrieben..." - "Halten Sie mich etwa für fett?!" (Ende)
"Ihr Kollege versteckt Schnaps im Schrank - reden Sie mit ihm."
An den roten Gesichtern und dem schweren Atem ist festzustellen, dass nicht nur die Charaktere sehr angespannt waren...
Dann folgt eine Gruppenarbeit mit Nachbesprechung:
"Warum reden Sie in der Gruppe nun nicht mehr monoton?"
"Warum haben Sie die Leitung an sich gerissen?"
"Und Sie haben fast nichts gesagt, warum?"
"Warum haben Sie sich zum Schreiben überreden lassen?" - "Sind Sie sicher?"
"Frau Friedmann - wiederholen Sie das - aber mit der Intensität von Herrn Frenzel."
Dann ein paar peinliche Fragen, wie:
"Wir haben Ihre Bewerbungsunterlagen als Fälschungen identifiziert - warum lügen Sie?"
"Ihnen scheint das Aussehen sehr wichtig zu sein - warum?"..."...erzählen Sie mehr davon...nein, ich möchte persönliche Details hören..."
Zum Teil treffen die Fragen nicht nur den Charakter... und einige der Spieler waren im Anschluss sehr, sehr still... (Ich sage nicht wer :-)
Am Nachmittag erinnere ich mich noch an das Ballspiel der Manager, bei dem in einer stehenden Runde der Ball für nur ca. 4 Sekunden gehalten werden darf. Währenddessen muss man zu einem vorgegebenen Thema etwas sagen und danach den Ball zum nächsten werfen. Zusätzlich vertritt jeder ein anderes Land (England, Frankreich, USA, usw.) Die Themen waren: Errungenschaften der Menschheit, Politiker
des 20 Jhrd. Nationalspeisen, Kriege, militärische Errungenschaften, Nobelpreisträger, usw.
Dann schaltet Dr. Graf einen Gang hoch und beim Werfen muss eine vermutete Eigenschaft über den Fänger genannt werden - positiv oder negativ:
"Er ist Alkoholiker"
"Er ist ein Lügner"
"Bringt gestohlenes Schwert mit"
"Interessiert sich mehr für Frauen als für den Job"
aber auch:
"Ist ein Team-Mensch"
"Ist verlässlich!"
"Ist kompetent"
In Stufe III wurde dann eine Zuschauerin beschrieben - erst Anne- Luise Sader, dann Freifrau Lara Baacke:
"Sie ist attraktiv"
"Sie schmeißt sich an Männer ran"
"Sie lügt!"
Lachend wurde das Spiel abgebrochen... und nach dem Lachen war immer noch ein bitterer Nachgeschmack im Mund.
Zwischenzeitlich habe ich den Dr. Graf abgelegt und einen Admin des Global°Gen- Netzwerkes gespielt. Das abgestürzte E-Mail System wird repariert und das Intranet um "Omegas" erweitet. Die Omegas sind Links, die einen erfolgreichen Hack unserer drei Hacker im Netzwerk darstellen. Dort erfahren sie einiges über Global°Gen-Dossiers und Geheimnisse ihrer Mitbewerber, über die Projekte ADAM, SIAM, Naniden, usw.
Außerdem beantworte ich (ausweichend) E-Mails, wie: "Hallo Admin - du hast recht, ich bin schuld !!! - Aber ich brauche Hilfe!!! - WIE soll ich die Spinner töten ? - Brauche Extrahilfe wegen KI" etc. und aktualisiere das Scoreboard, ein "Ranking" der Mitbewerber, das von SL und NSC auf Basis der subjektiven Eindrücke im Dialog erstellt wird.
Dann gibt es am Freitagnachmittag nach einigen Probe-Alarmen einen echten Störfall. Erstmals geht es um Leben und Tod: Der Reaktor ist überhitzt, und es tritt giftiges Gas aus. Die Sicherheit versucht, alle anderen zu evakuieren (in einer hermetisch abgeschlossenen Kuppel...tz, tz), dann wird die medizinische Abeilung mehrmals verlegt, und die Manager rennen rum wie aufgescheuchte Hühner. Nachdem Dr. Graf sie zusammenstaucht und mit dem Spruch: "Wenn Sie gar nichts tun können - dann gehen Sie zu ihren Leuten und loben Sie sie!!" zurücklässt, tritt geschäftiges Problemlösen ein. Die Bewerber müssen verschiedene Komponenten finden, um den Zugangscode zu knacken und den Rektor kühlen zu können. Dies gelingt ihnen auch sehr gut und mit den Worten "Dies war nur ein Test" werden sie von den Leitern der Biosphäre über alle Maßen gelobt (ging doch runter wie Honig...).
Nur war das aber schon nicht mehr die Realität. Denn in Wirklichkeit waren schon 5 ms nach dem Störfall Naniden (= Nanoroboter) aus dem eigentlich abgeschlossenen Projekt SIAM ausgetreten und hatten alle Bewohner in der Biosphäre infiziert. Die Naniden stellten einen Daten-Verbund zwischen den Probanten her und schufen eine kollektive Simulation der Realität, welche mit militärischen Übungs-Szenarien gespickt war. Währendessen lagen die Probanten im Koma. In der (nicht gespielten) Realität wurde des von einer externen Global°Gen-TaskForce schnell erkannt und mit hohem Aufwand die Personen stabilisiert. Dr. Graf und die anderen Mitarbeiter konnten aus der Simulation gerettet werden (nach dem Bunker-Test - s.u.), da sie aufgrund von Unstimmigkeiten bereits den Verdacht auf eine Simulation hatten. Bei den Bewerbern war das aus medizinischen Gründen nicht angeraten (jaja – wirklich). Sie wurden mit den Simulations-Konsolen weiterhin überwacht und Daten gesammelt um die Bewerberauslese dennoch durchzuführen. (Wir kehren am Con- Showdown zu den Koma-Patienten zurück.)
Eines noch: Der Grund für den Störfall war das Attentat der drei Revenge of Gaia- Leute am Abend zuvor.
Ausschnitt aus Akte W234-A3, Projekt SIAM:
"
Vor 5 Jahren hat Global Gen in Forschungsstätte GAM 3-L das Projekt P3421/31, genannt SIAM abgebrochen. Im Projekt SIAM wurden biochemische Nanoroboter entwickelt, die bei Menschen eine virtuelle Realität erzeugen können. Der Proband hält die vom System erzeugte Simulation für absolut real. Eine große Besonderheit bei dem Nanoroboter- Verbund ist, dass bis zu 100 Probanten in dieselbe Simulation versetzt werden können und damit an der gleichen virtuellen Realität teilnehmen.
Ein sehr viel versprechendes Versuchsmodell wurde in der Biosphäre II getestet: Die Probanden wurden mit mehreren, vom Zentralrechner als wahrscheinlich eingestufte, Angriffszenarien konfrontiert und mussten gemeinsam Abwehrmaßnahmen finden. Die Stärke der Angriffe nahmen, je nach Erfolg der Verteidiger und Dauer der Simulation zu. Das gesamte Projekt wurde abgebrochen, nachdem ein Hauptproblem nicht gelöst werden konnte: Die Probanden berichteten immer wieder von - zum Teil kollektiven - unerklärlichen Phantomerlebnissen, die verstärkt im Bereich der bereits vorhanden Psychosen und Phobien der Probanden Gestalt annahmen. Dabei kam es zu hohen Sterberaten, da die Probanden trotz Abschaltung der Simulation nicht mehr in die Realität zurückkehrten. Außerdem gab es bei der Abschaltung der Simulation immer wieder Probleme, da der Nanoroboter- Verbund dazu neigte, längere Systemlaufzeiten zu erhalten, als von den Wissenschaftlern gewünscht. (= er lies sich nicht abschalten) Das Projekt wurde nach Beendigung nicht entsorgt, sondern in die Abteilung BUCK für Biologische und Chemische Kriegsführung transferiert, um damit gewinnbringend Spionage und Übernahme Interventionen durchführen zu können.
Auf Grund einer Verwechslung zweier Formulare verblieb ein kleiner Teil des Systems mit einer recht niedrigen Sicherheitsstufe in der Biosphäre III .
.."
In der Simulation ist zunächst kein Unterschied für die Bewerber zu bemerken. Vielleicht sind nun die Mitarbeiter etwas steriler und manchmal geschieht etwas Verwunderliches - nur weil ein Bewerber dies unbedingt will...und die Naniden gerne Wünsche erfüllen.
Dann folgen die Angriffe der (simulierten) Vanderbilt- Agenten. (Wo hätten sie auch sonst herkommen sollen, wenn nicht aus den Tiefen der sterilen Denkeinheiten eines Nanidenverbundes...) Die insgesamt drei Angriffe verliefen jeweils auf identische Weise. Zwischendrin werden die Manager angewiesen eine Pressemeldung zu veröffentlichen und Berichte zu verfassen.
Zwischenzeitlich hat sich Fr. von Baacke entschlossen nicht nur ihren hervorragenden Leistungen zu vertrauen, sondern Dr. Graf anzubieten, auf ... ähm.... alternative Art und Weise dienlich zu sein. Prompt hat sie beim nächsten Scoreboard 20 Punkte mehr als ihre Mitbewerber und einen echten Skandal am Hals. Diese Aktion verschafft ihr zusätzlich eine
Global°Gen- Tasse für gute Leistungen, das Versprechen, einen Leitungs-Posten übernehmen zu dürfen und für kurze Zeit die Macht, als Dr. Graf später nicht mehr auffindbar war.
Ja, richtig, Herr Horstmannskötter hatte auch etwas sehr viele Punkte. Dazu sollten wir erwähnen, dass er sehr, sehr reich ist ... und bleibt, falls er den Job bekommt. Aus diesem Grund hat er das Angebot des Netzwerkadmins angenommen und sich Punkte gekauft. Des wurde aber innerhalb und außerhalb der Simulation erkannt und daher hat Hr. H. aus H. nun keinen Job...
Nun werden alle Anwärter zu einem Test zusammengerufen Das folgende Bunkerspiel wird an mehreren Tischen getrennt gespielt. Hintergrund ist, dass alle Teilnehmer nach einem Störfall in einem Bunker leben und bemerken, dass von den Ressourcen her einer zuviel da ist. Also muss jeder argumentieren, warum gerade er im Bunker bleiben darf. Zum Schluss wird abgestimmt, und einer muss gehen. Die Leiter verlassen den Raum, nachdem der Test gestartet wurde und wollen in 15 Minuten zurückkommen... tauchen aber nicht wieder auf. . Sämtliche Mitarbeiter werden für die nächsten 24 Stunden verschwunden sein (weil in Realität aufgeweckt) Erst über eine Stunde später bemerken das die meisten Bewerber und selbst am nächsten Morgen fragt man mich - in meiner Eigenschaft als SL - ob nicht doch noch Mitarbeiter von Global°Gen zu finden wären.
Nachdem nun die Naniden ihr Attentäter-Programm abgespielt haben, geht ihnen das Datenmaterial aus, und sie beginnen, in den Erinnerungen der Probanden nach geeigneten Informationen zu suchen. Dort ist eine Menge zu finden: Phobien, Geheimnisse, Beziehungen und Schwächen - alles ganz tolles Material für so kleine unschuldige Naniden.
Ab sofort tauchen also überall komische Dinge auf: Bilder, Briefe und Gegenstände aus der Vergangenheit der Bewerber, Artikel und E-Mails im Netzwerk sowie Stimmen, Töne und Geistererscheinungen bis hin zu ganzen Tag-Träumen und sterbenden Charakteren (Schläfer-NSC, usw.) So bringen flüsternde Stimmen von "Blut, Geld und Gewalt" die Russin Olencka zu heftigen Weinkrämpfen. Auch der "Galgenmännchenmörder" jagt durch die Gänge und ein Brief der verstorbenen Eltern von Iris Teichmann löst heftige Gefühle in ihr aus.
Die Spieler gründen ein Kompetenzteam (in dem es heftiges Gerangel um Führung und Mitglieder gibt) und bearbeiten dort vorbildlich die Erscheinungen und andere dringende Probleme.
Zusammen mit Tanja und Astrid entsteht parallel hinter den Kulissen neben dem Dungeon ein Schreiblabor für blutige Briefe und Labor-Unterlagen, das allen Beteiligten viel Spaß bereitet.
Träume: Ich hatte das große Glück mit Astrid eine ausgezeichnete Horror-Traum Partnerin zu haben. Zusammen mit Corinna bespaßen wir einige Spieler und lehren ihnen Fürchten und auch Nachdenken:
In einem Traum für Eva Stahl erlebt diese, wie ein Klon sich fühlt wenn er aus dem Nährungsbecken gezerrt und in einer OP zerstückelt wird. Dies lehrt sie in Zukunft nicht mehr leichtfertig Klone als Schlachtvieh zu verschieben. Ganz besonders gut hat mir dabei gefallen, dass in einem Nachgespräch zwischen ihr und mir als SL - wie auch bei den folgenden Träumen - sehr starke Emotionen spürbar waren.
Im Traum von Leo "Leni" Wilderotter, dem ROG- Attentäter, reist er in Gedanken zurück zu einem Anschlag, bei dem er den Tod von mehreren tausend Tiere und menschlichen Chimären verursacht hatte, um Genmanipulationen zu verhindern. Diesmal allerdings trifft er in der Biotop-Kammer (mit herrlichem Sound und blauem Licht) auf zwei der Wesen, die ihn zur Rede stellen und ihr Recht auf Leben beanspruchen. Als er uneinsichtig bleibt und die beiden japsend um Luft ringen, ertönt die Stimme von Gaia selbst und stellt ihn zur Rede. Sie erklärt ihm, dass kein Individuum den Lauf der Natur verändern darf, um im Einklang mit Gaia zu sein - weder zu seinem Profit noch als Rächer oder Attentäter. Gaia währt ewig und ist mehr als die Summe ihrer Wesenheiten. Dann stellt ihn Gaia vor die Wahl, sein damaliges Handeln zu überdenken. Nach langem Kampf mit sich selbst entscheidet Leo sich, die Leben zu verschonen und die Chimären in die Freiheit zu führen, damit sie ihren Platz in Gaia aufnehmen können. Unter Tränen beginnen die beiden wieder zu atmen und mit einem starken Gefühl das Richtige getan zu haben - verlassen wir den Traum.
Ich treffe ihn als SL einige Minuten später am Getränkeautomaten, als er dort in das große Bild eines Wasserglases starrt und sich auf seine Lippen beißt. Immer noch ist Hass in ihm, aber auch Mitleid und Bewusstsein für die wahre Größe Gaias!
Ein anderer Traum ist mir noch hell und klar in Erinnerung. Aber diesen möchte ich hier nicht erzählen - denn er war fast etwas zu intensiv für alle Beteiligten und zumindest mich hat er tief im Inneren bewegt.
Während die meisten Charaktere Intrigen spinnen und ihre Aufgaben lösen (Skulls&Bones- Mitglieder wollen die sterblichen Überreste eines Papstes finden; ROG befreit Labortiere, ein Skythna-Priester bereitet eine Opferung vor, Lara Baacke will Dr. Graf heiraten, Organhändler werden gesucht, Viren gesammelt, eine „van Cynthia“- Tasse gejagt,
Strahlungsmedikamente getestet, das Projekt ADAM analysiert, Vanderbilt-Agenten treiben ihr Unwesen, Spinner greifen an, u.v.m.) gehen einige in den Labor-Dungeon. Ich habe davon leider nicht viel gesehen, aber schon beim Aufbau hat mich  die außergewöhnliche Liebe zum Detail, die stimmungsvoll zu Thema passende Ausstattung und die raffinierten Fallen fasziniert.
Ich habe schon viele Dungeons gesehen, aber dieser war mit Abstand der Beste! Rund um die Uhr wird er von einer Gruppe NSC animiert. Ganz besonders clever ist das Tonband mit Kaufhausmusik und einer neutralen aber freundlichen Stimme (von Jojo), welche die verbleibenden Minuten zur Säuberung des Labors durch Mikrowellenstrahlung kontinuierlich verliest.
Acht Stunden später ist den Spielern klar, dass sie Opfer von Naniden sind und wie sie diese beseitigen können. Sie haben alle Bauteile zusammengetragen und alle Probanden zusammengetrieben. Noch wissen sie nichts von einer Simulation und dass sie eigentlich im Koma liegen - aber weit entfernt sind sie davon nicht.
Mit der Aktivierung der Anti-Naniden- Maschine erscheinen plötzlich alle Global°Gen- Mitarbeiter wieder in der Simulation (natürlich nur als Teil der Simulation ... verwirrt? ... gut!). Sie gratulieren zu dem erfolgreich bestandenen Test und laden alle zu einer Nachbesprechung ein. Nun blitzt allerdings kalter offener Hass in den Augen der Bewerber. Sie haben viel erlitten und manch einer will dies nun den Mitarbeitern Heim zahlen. Dr. Graf nimmt ihnen den Wind aus den Segeln, als er Verständnis zeigt (die Fortbildung: "Krisenmanagement und Deeskalation bei Gruppen" war nicht umsonst) und sie auffordert, ihrer Wut Luft zu machen. Durch die Etablierung von Sprachegeln (z.B. Wortmeldung, Höflichkeit, Sachlichkeit), dem Versprechen alles gleich aufzulösen und die Gewinner bekannt zu geben, gelingt das Unglaubliche: Die Bewerber bleiben ruhig (bis auf in paar nutzlose, wenn auch lautstarke und gewalttätige Angriffe auf Major Oppermann) und werden alle in 5-Personen Gruppen weggeführt.
Meine NSC-Kollegen befürchten hierbei immer wieder: "Das schaffen wir nicht, da bleiben ein paar übrig". Doch ich bin voller Selbstbewusstsein, dass die Reste der Autorität, die Neugier auf die Lösung und die Habgier nach dem Job alle Lämmer ruhig halten würde. Und je fünf Lämmer werden in einen abgedunkelten Raum geführt und allein gelassen. Das nun folgende Video erklärt ihnen..... nichts!
Stattdessen erscheinen Horrorgestalten und den Bewerbern wird blitzartig klar, dass sie auf der Schlachtbank gelandet sind.
100%
... auch Frau Baacke, die sich mit einem offen ausgesprochenen Heiratsversprechen ködern lies. *böses Lachen*
Nun ist allerdings die Simulation wirklich zu Ende (wirklich?) und alle Bewerber finden sich in einem Not-Lazarett auf Decken und Bahren wieder. Die (nun echten) Global°Gen Mitarbeiter gehen tief bewegt und sehr führsorglich (das gehässige Grinsen von Dr. Graf ist wie weggeblasen) von Lager zu Lagern - informieren die Bewerber über den Reaktorunfall, die Naniden und die Simulation.
In dieser Endzeitstimmung der fast bewegungslosen Verletzten kommt es nun zu einigen schwer verständlichen Zwischenfällen. Da erschießt der Major auf Befehl des Global°Gen- Vorstands Jonathan King, da erschlägt Neumann den Kowalski (weil der seinen Zwillingsbruder getötet hatte) und zwischendrin sterben mehrere der Bewerber, weil ihre Wunden eben doch nicht von den neusten und besten Medikamenten von Global°Gen geheilt werden konnten. In diesem Chaos verkündet Dr. Graf die Gewinner - zuvorderst Fr. Baacke, die dann leider unter großen Schmerzen verstirbt, Hr. Frenzel, Fr. Satulowskaja, Hr. Goldstein - der sich daraufhin erschießt. Wie ein Racheengel stürzt sich Fr. Friedmann auf Dr. Graf und rammt ihm ein Messer in den Rücken. Als er sich erheben will, sprüht sie ihm Pfefferspray ins Gesicht (geile Szene - so was will ich niemals in einer Tiefgarage erleben!). Sein andauerndes Schreien geht unter - im Reigen der Sterbenden...
Dann ein Alarm und alle Mitarbeiter und Hr. Frenzel stürzen aus dem Raum und lassen die Verletzten zurück - sperren die Tür ab um das Leid zurückzulassen. Drinnen bleibt Schreien, Weinen und Sterben….
Time-Out ... Game over!
...offenes Ende
...kurzes Durchatmen, dann "standing ovations"
Mehr war nicht mehr möglich - die Spirale des Vertrauens war überdreht.
War alles nur ein Test?
Waren die Bewerber nur Test-Dummies?
War das Sterben auch ein Teil des Tests?
Auflösung
Nun, zumindest war das Sterben am Schluss von der SL kalkuliert. Mehr als die Hälfte könnten draufgehen, denn so kann eine düstere Szene erschaffen werden und das Überleben wird hoch geschätzt. Schließlich sind die Charaktere "one-shot" und Halloween als Charakter-Killer berüchtigt (und geschätzt).
Aber warum starben einige Bewerber am Ende?
Der Grund war das Dunkle Geheimnis, welches jeder Charakter hatte.
Der Spieler konnte es nur anhand der Hintergrundgeschichte erahnen, aber die Naniden deckten es auf und konfrontierten ihn damit. Solange er sich mit diesen Hinweisen auseinandersetzt und seine Fehler erkannte oder gar verbesserte, ließen ihn die Naniden in Ruhe. War er aber uneinsichtig, hackten sie weiter auf ihm herum, bis er immer mehr unter dem Stress litt und schließlich starb.
Danach
Ich habe schon oft nach einem Con die Spieler Geschichten schreiben sehen - das hat was mit Verarbeiten und eigenem Mitteilungsbedürfnis zu tun. Schließlich ist der Mensch ein Gruppentier und die SC sind für drei Tage eine Gruppe gewesen.
Aber hier gibt es das viel intensiver als gewohnt, die entstanden Texte sind ausgezeichnet und von Gefühlen überschwemmt. Ich kann jedem Interessierten nur empfehlen sie nachzulesen unter:
http://www.halloween-larp.de/phpBB2/index.php
Technisches
Hier noch ein paar weitere Fakten über das Con:
- Die Vollverpflegung wurde ergänzt durch Getränke, Alkohol (auch Cocktails), Kekse, Chips, usw. damit sich niemand um Euro oder eigene Zusatzverpflegung Gedanken machen musste.
- Die Schlafplätze der SC waren in 6 Bungalows mit je 2 Zimmern und drei Hochbetten (84 Betten für 40 SC) - etwas eng, aber durchaus ausreichend und ambientegerecht.
- Qualität des Geländes: Sehr passend und unbeschränkt tauglich für SciFi-Cons. Sehr groß (ca. 300 Schlafplätze), viel Wiese und Wald.
- Pyros- Licht und Soundeffekte: Explodierende Notebooks, vielfältige Lichteffekte, raffinierte Sounds und Videos nahezu mit Filmniveau
- Sonstige Spezialeffekte: Nebel, Roboter (Spinner), Leichen-Probs mit Innereien, Computer, Server, Netzwerk mit Intranet und Email, Dungeonrätsel (Roboter-Arm, Tret-Fallen, Telefon, usw.
- Ambiente: Alle SC trugen Overalls in verschiedenen Farben, z.T. sehr schöne NSC- Kostüme und Original-Filmkostüme.
- Ich glaube alle Teilnehmer hatten den real-kick und tauchten in die Simulation vollständig ein.
- Sielzeit bis Sonntag, morgens um 7:00 Uhr ohne Spielpausen und durchgehend ohne OT-Phasen!
- Alle Teilnehmer haben beim Abbau geholfen und so konnten wir einen zufriedenen Herbergsvater zurücklassen, der uns gerne wieder empfängt.
Fazit
Die Mischung stimmt - wie bei Nitroglyzerin. Es gibt kaum noch was zu verbessern. Vielleicht mit der Organisation früher zu beginnen, damit Plot und Charaktere früher fertig sind und dadurch der Improvisationsbedarf bei SL und NSCs reduziert wird. Aber vielleicht ist gerade diese Improvisation das Salz in der Suppe?  Dann vielleicht etwas mehr NSCs beim Aufbau oder einen Tag früher. Oder andere Spieler? NEIN! keine anderen Spieler ;-) Die sind mit Sicherheit der Geschmack in der Suppe!
Wenn ich eine Note vergeben müsste, dann die Höchstnote. Fragt mich in ein paar Wochen, wenn die Euphorie etwas nachgelassen hat - aber ich zweifle daran, dass dann was anderes raus kommt.
Also bis zum nächsten Jahr ... vielleicht, wenn wir Carsten weichklopfen können und es heißt "Kommst Du zum Halloween 2007?".

22.09.2006 um 22:22 Uhr

Drachenfest 2006

von: TinoD

Auszüge aus dem Handout für Bürger der Drachenstadt auf dem Drachenfest 2006

Der Name der StadtEine Ansammlung von Händlern, Handwerkern und vieles mehr gab es auch schon in den früheren Drachenfesten, aber es gab noch niemals eine verwaltete Stadt. Diese benötigt einen Namen und da wurden - nach Sammlung mehrerer Vorschläge im DF-Forum ein paar Ideen näher betrachtet. Dann haben ein paar vorlaute Bürger einen der Vorschläge immer wieder wiederholt und zur Schau gestellt und nachdem keiner einen Einwand mehr hatte (oder mundtot war) wurde dieser Vorschlag von wichtigen Stadtvertretern (stillschweigend) akzeptiert. Inzwischen sind sich fast alle einig, dass er zwar schwierig, aber auch echt witzig ist:

Es ist ein Doppelname und musisch unbegabte Wesen können auch gerne Bunta, Bunna oder einfach Drachenstadt sagen. Aber wir - die Bürger der Stadt - sagen ihn immer gerne voll und mit stolzer Brust: Buntattabunipah - Drachenstadt.

Tipp: Er ist viel leichter zu merken, wenn man ihn in seine Silben teilt, etwas melodisch summt und Honiglikör dazu trinkt: Bun - tatta - buni - pah, Bun - tatta - buni - pah, hmhmhm...

Wem der Name nun mal gar nicht gefällt, der kann ja die Stadt verlassen und zum Beispiel zum Chaoslager gehen, ein Beschwerdeformular in der Stadtkanzley ausfüllen, oder beim Honiglikör bleiben...

Das Wappen und die Farben der Stadt

Beim Wappen dagegen ist man ganz anders vorgegangen, hier waren vollkommen unbrauchbare Vorschläge im Forum, die einfach ignoriert wurden. Dann haben ein paar vorlaute Bürger einen der Vorschläge immer wieder wiederholt und zur Schau gestellt und nachdem keiner einen Einwand mehr hatte (oder mundtot war) wurde er akzeptiert.

Die Grundform ist ein rot/weiß geteiltes Wappen mit einem Stadttor in weiß/rot

In diese Grundform kann jeder ein eigenes Symbol für sich oder seine Gruppe einfügen. Die Stadtwachen haben zum Beispiel Hellebarden, der Friedhof einen Grabstein.

Rot und weiß sind unsere Farben - verwende sie überall und zeig unseren Gästen, dass wir eine Einheit sind!

   

Das Wir-Gefühl aller Bürger

Da wir aber weniger als 200 Bürger sein werden und 4000 Gäste haben, müssen wir unbedingt zusammenhalten!

Nur wenn wir uns gegenseitig respektieren, gemeinsam Gesetze einhalten und Hab, Gut und Person der anderen Bürger achten, werden wir bestehen können. So ist auch die Verwaltung der Stadt aufgebaut: wer redlicher Bürger der Stadt ist, hat bei Stadtwachen, vor Gericht und in der Verwaltung immer einen Bonus. Wer die Stadt anfeindet wird drangsaliert, oder gar gefoltert und hingerichtet!

Wie wird man überhaupt Bürger?

Man bekundet den Willen in der Stadt zu leben - während eines Drachenkrieges oder auch gerne dazwischen. Dann mietet oder kauft man sich ein Grundstück von privat oder über die Stadtverwaltung. Und dann bezahlt man regelmäßig und pünktlich seine Steuern. Letzteres habt Ihr schon beim Check-In getan, denn Euer Startkapital war bereits abzüglich der Steuern. Wer seine Steuern sparen möchte, kann sich diese vom Rentmeister out-time zurückholen und wird als Steuerpreller vermerkt. Übliche Strafen für Steuerhinterziehung sind Folter, Beschlagnahmung und Exil.... Wir wünschen ein schönes Spiel!

Wer also nun dies alles bezeugen kann, erhält (auch beim Check-In) eine Steuermünze - auch Bürger- Badge genannt. Wer sie verliert, muss auf Nachfragen der Stadtwachen seine Steuern erneut bezahlen. Dieser Badge dient der Stadtverwaltung sowie den Stadtwachen und Bürgerwehren dazu redliche Bürger von randalierenden Fremden zu unterscheiden und verursacht bei ihnen ab und an ein Augenzwinkern oder aufgeregtes "gehe halt nach Hause" - Winken.

Das Ziel und das Motto der Stadt

Die Stadt wurde gebaut um den Avataren und Bürgern ein sicheres Zuhause zu bieten und uns allen Wohlstand zu bringen. Wir sind für alle da und jeder Drachenkrieger kann aus jedem Lager zu uns kommen. Wir sind zu allen Gesinnungen neutral und mehr als einem Lagerfeind in unserer Stadt aus dem Weg zu gehen oder ihn anzuknurren erlauben wir nicht!

Das Ziel der meisten Bürger ist in-time soviel Kupfer wie möglich aus den Gästen oder Fremden rauszuholen. Dafür bieten wir den Fremden allerley Leckerei, Dienstleistung oder Ware. Wer während der wenigen Tage des Drachenfestes am meisten Umsatz macht, kann vielleicht im nächsten Jahr seinen Wohlstand verwenden um einen Platz im Magistrat zu ergattern.

Doch um unseren Gästen nicht nur unsere Gier und Habsucht zu zeigen hat sich die Orga der Stadt ein lustiges und freundliches Element ausgedacht und wir würden uns freuen, wenn Ihr dabei aktiv mitspielt. Ihr müsst das aber nicht, wenn Ihr nicht wollt.

Das Motto ist: "...etwas Scheibenwelt..."

Falls Du die Scheibenwelt nicht kennst hier ein Ausschnitt aus Wikipedia:

Auf den ersten Blick erscheint die Scheibenwelt wie eine (relativ) normale Fantasywelt. Sie enthält jedoch viele parodistische Elemente über unsere Welt und unsere Art narrativen Denkens. Es gehört zu den allgemeinen Regeln des Humors, dass von einer durch eine Explosion weggefegten Person einzig die rauchenden Schuhe stehen bleiben. Ein Beispiel: Hexe Esmeralda. Sie arbeitet viel mehr mit Überzeugungskraft (von ihr als "Pschikologie" oder "Kopfologie" bezeichnet) als mit eigentlicher Magie. Sie besitzt die Fähigkeit, ihren Geist in andere Wesen zu versetzen und diese dadurch zu steuern. Ihrem eisernen Blick können die Wenigsten standhalten. Sie ist sogar in der Lage, die Sonne auszustarren. Sie stellt von Anfang an klar, dass Hexerei nichts mit Nackttänzen auf Berggipfeln zu tun hat, sondern mehr eine Technik (auch wenn sie das nie so ausdrücken würde), mit allem fertig zu werden. Hexerei ist ihrer Meinung nach vor allem Pschikologie, was einfach gesagt nichts anderes als Manipulation im großen Stil ist.

Wir spielen aber nicht Scheibenwelt, sondern lehnen uns nur daran an und wir verwenden so wenige Begriffe daraus, wie notwendig. Es gibt eine fürs Larp wichtige Eigenschaft aller Scheibenwelt-Figuren: "Nicht über Ungewöhnliches wundern!" Egal was kommt und wenn die Erde auf einer Schildkröte steht, oder eine Kiste Menschen frisst - das ist alles gaaaanz normal.

Für das Drachenfest entleihen wir uns das Konzept der Untoten: Jeder stört sich etwas dran (die stinken!), aber alle akzeptieren das Unvermeidliche und arrangieren sich damit so gut es geht. Schließlich haben sie auch Vorteile: günstige Arbeitskräfte, Gesprächsthema, giftimmun, regenerierbar, schlaflos, usw. Der kluge Bürger nutzt diese Vorteile für sich.

Eine weitere Eigenschaft der Scheibenwelt ist, dass alles übertrieben wird. Insbesondere die Bürokratie (wenn jemand etwas Unmögliches will - dann sagt kein Geschäftsmann/Bürger "nein", sondern er muss erstmal 100 Formulare ausfüllen und laaange warten...). Das ist für uns ideal, denn Bürokratie kann man nicht mit dem Schwert - sondern nur mit Köpfchen, Geduld und Bestechung bekämpfen.

Trotzdem bleibt aufgrund der Akzeptanz von Unmöglichem das Problem des Scheibenwelt-Konzeptes im Drachenfest. Denn unsere Gäste (die für unsere Stadt sehr wichtig sind!), haben/spielen nicht diese Akzeptanz. (Wir spielen also zum Teil Übertriebenes und Verrücktes, das für uns ganz normal ist - alle anderen aber wundert). In einem Roman klappt das gut, aber beim Larp ist das eine Gratwanderung.

Wir denken, am Besten hilft eine gesunde Mischung: Einen verrückten Limbus und Friedhof, eine normale Kämpfergilde und viele Facetten dazwischen! Wichtig ist: Alle Bürger halten zusammen und wenn jemand die Gilde oder den Friedhof anfeindet, dann wird er bestimmt und höflich darüber aufgeklärt, dass er gerade was falsch macht. Schlagkräftige Legislative und Exekutive sorgen dafür, dass keiner aus der Reihe tanzt.

Ein weiteres Element der Stadt ist durch den Sieg der Uruks/Orks beim letzten Drachenfest entstanden. Denn die Stadt ist zum Teil in der Gewalt der Orks. Da gibt es einige wenige Orks, die mehr oder weniger angepasst in der Stadt leben und ein paar Privilegien besitzen (zum Beispiel waren sie bisher von der Steuer befreit). Außerdem ist der Bürgermeister der Stadt von den Orks eingesetzt und er führt eine sehr harte und selbstsüchtige Herrschaft. (Es heißt er würde die Hälfte der Stadtkasse selbst verwahren und verprassen.)

Die Stadt- Verwaltung

Unsere Stadt ist selbstständig und damit das so bleibt gibt es drei Hauptpfeiler der Verwaltung:

Die Stadtverwaltung, den Gerichtshof und die Stadt- und Bürgerwehr:

Die Stadtwache sorgt unter Ihrem Hauptmann für Ordnung und Einhaltung der Stadt- Gesetze. Dabei hat der Hauptmann das Recht kleinere Verstöße direkt zu richten und zu bestrafen.

Die Bürgerwehren der einzelnen Stadtviertel unterstützen sie dabei insbesondere in den einzelnen Vierteln oder bei großen Veranstaltungen.

Abordnungen der Gilden helfen bei Bedarf.

Die Nachtwache schließlich setzt sich aus mehreren Gruppen zusammen.

Der Gerichtshof unter Leitung von Lordrichter Hendryk vanden Akst sorgt dafür, dass im Schnellgericht oder einem ordentlichen Gericht sämtliche Streitfälle verhandelt werden, die nicht durch die Stadtwache selbst entschieden werden können. Außerdem besteht Appellationsrecht (Recht auf Berufung gegen Stadtwachenentscheide).

Vor Gericht sind Bürgen zum Nachweis der Reputation von Bürgern sehr wichtig!

Die Verurteilten werden schnellstmöglich vom Scharfrichter oder Henker der Stadt gerichtet. Er vollzieht das Zurschau Stellen am Pranger (mit oder ohne Bewurf), das Einsperren im Käfig (mit oder ohne Aufhängen am Fusse), die Leibeszüchtigungen wie Gängeln und Pieksen (für Sklaven mit Maulkorb!), Peitschen, Reissen mit Zangen oder Dehnen der Glieder im Kurbelwerk, von Scharfrichter oder Ochsengespann, das Abtrennen von Körperteilen vor dem Gelenk oder am Halse durch nichtstörile Werkzeuge und vieles mehr. Macht Euch gefasst auf schröcklich schöne Unterhaltung!

Die Stadtverwaltung regelt das Zusammenleben aller Bürger. Sie besteht aus drei Gewalten: Dem Bürgermeister, dem Stadtrat (oder Magistrat) und der Stadtkanzley.

Der Bürgermeister hat oberste Entscheidungsgewalt. Er entscheidet bei Uneinigkeit des Stadtrates, bringt Themen im Stadtrat ein, lehnt Neubesetzungen im Stadtrat ab, er ist Richter über Mitglieder des Stadtrates und ratifiziert Todesstrafen von Bürgern. Da die Stadt auch durch die Herrschaft der Orks beeinflusst wurde (siehe Stadtgeschichte) ist der Bürgermeister durch die Orks eingesetzt - sein Name ist Banthrak!

Der Stadtrat (oder Magistrat) besteht aus den wichtigsten Personen oder Vertretungen der größten Gruppen der Stadt. Er regelt alle Entscheidungen der Stadt, verabschiedet Gesetze, richtet über Richter, und macht allgemeine Politik! Mitglied sind der Bürgermeister (als Vorstand), der Hafenmeister, der Marktvogt, der Friedhofswächter, der Vertreter der Arena und jeweils ein Vertreter aller Gilden in der Stadt. Als Diener des Stadtrates ist der Ratsassistent eingesetzt, der aber dieses Jahr leider noch auf einer Dienstreise ist und erst morgen zurückkommt.

Die Stadtkanzley erfasst und sammelt alle relevanten Informationen für die Stadtverwaltung. Sie macht den ganzen Schriftverkehr der Stadt, verwaltet das Stadt-Archiv, die Grundbesitz- Verwaltung, die Koordination der Stadtknechte, das Vorlesen von Schriftstücken gegen Bezahlung, Rechtsberatung gegen Bezahlung, die Stadt- Chronik. Ihr Leiter ist der Stadtschreiber

Wichtige Orte, Gruppen, Personen

Die Stadt liegt am südöstlichen Rand des Kriegschauplatzes in der Nähe des Limbus, der unser Hier sein, Verlassen oder auch Sterben verwaltet.

Sie ist in vier Viertel geteilt, des Krämer -oder Händlerviertel, das Vergnügungsviertel, das Hafenviertel und das Gerberviertel. Im Krämerviertel stehen die meisten Händlerstände, dort sind auch die Avatare, die Reichen der Stadt und die meisten Gilden untergebracht. Im Vergnügungsviertel bleibt die Zeit nicht stehen und wenn, dann nur weil Ihr zuviel Wein oder Rauch zu Euch genommen habt. Im Hafenviertel geht der Spaß gleich weiter, insbesondere, wenn Ihr die ulkige Sprache und den Humor der seefahrenden Zunft beherrscht. Und im Gerberviertel schließlich leben die Neuankömmlinge, die Armen und die Orks zusammen in Harmonie (oder nie)

Es gibt ein großes Tor als Zugang in Richtung der Lager, einen Marktplatz mit Brunnen, Anschlag und Sprechplatz, einen Richtplatz in der Nähe des Friedhofs - wo auch die Untoten sind - einen Hafen (leider ohne Wasser - aber die Wege der Götter sind ja bekanntlich seltsam...)  Es gibt einen Sklavenmarkt (Sklaverei ist üblich in der Stadt), ein großes Badehaus, Teehaus, Tavernen und die große Kampf- Arena.

Außerdem sind fast alle Gilden in der Stadt vertreten:
Die Magiefertigkeitengilde, die Kämpfergilde, die Alchemiegilde, die Heilergilde (OT: M*A*S*H), die Dienstleistungsgilde und die Handwerkergilde (wenn es klappt)

Die Söldnergilde wird in der Nähe der Lager sein. Jeder darf an einer oder mehreren Gilden teilnehmen und dort lernen und fachsimpeln. Die Gilden sind für die Stadt sehr wichtig und manche behaupten sie wären die heimlichen Herren der Stadt. Andererseits sind sie selten einig genug um ihre Macht gemeinsam zu fokussieren.

 

Zeitverlauf zwischen den Drachenfesten

In der Drachenwelt fließt die Zeit anders, als in der Welt in der Ihr geboren wurdet. Meist langsamer, manchmal aber auch schneller. Jeder nimmt die Zeit anders wahr und daher wundert Euch nicht, wenn manche von drei Jahren sprechen seit dem letzten Drachenfest und manche von einem halben Jahr.

Auch mag der eine von Euch schon seit Jahren in der Drachenwelt leben, ein anderer ist erst heut angekommen. Wer schon länger da ist weiß schon etwas mehr über Land und Leute, der andere muss nicht viel wissen und kann vieles im Spiel erkunden.

 

Die Geschichte der Stadt

"In unserer Ebene herrschen die Drachen über alles Leben und Bestehende. Sie schufen die Welt neu und voller Tatendrang. So wuchsen Gebirge, so begannen die Quellen erneut zu sprudeln. So kehrte das Leben in all seinen Facetten und Farben zurück in das Drachenland. Und die Anhänger der Drachen, diejenigen, die sich von den verschiedenen Wegen leiten ließen - da sie ihnen sehr vertraut waren, kamen zahlreich schon seit vielen Jahre für ein paar wenige Tage im Jahr um den Krieg der Drachen zu begehen.

 

Schon in den ersten Jahren litten die Kämpfer der Drachen sehr unter den ungewohnten Strapazen der fremden Ebene. In jedem der vielen Lager beschlossen einige - die nicht direkt dem Krieg zugetan waren - nicht selbst zu kämpfen, sondern die Kämpfer mit allerlei Ware, Rat, Unterhaltung und Tat zu unterstützen. Von Anfang an bildeten sich auch Gruppen, die keinem Lager angehören wollten, sondern gegen ein Dankeswort oder gerechte Bezahlung anderen beistanden. Oft wurden sie von einzelnen Kriegern angegriffen und getötet. Irgendwann formten sich aber mehrere Gruppen zusammen und halfen sich gegenseitig. Zusätzlich formten sich die Gilden, um das eigene Wissen ihrer Profession zu wahren, zu entwickeln und zu mehren.

 

Dann war der Kampf und das Fest zu Ende und die meisten Gäste gingen wieder nach Hause in ihre eigene Ebene. Nur wenige konnten oder wollten dies nicht und sie blieben zurück. Da waren die Avatare, die Heimatlosen - die zu Hause nichts zu erwarten hatten, aber auch die Zweitgeborenen ohne Titel und Land witterten Ruhm und Macht in dieser neuen Welt. Sie trafen sich nach der letzten Schlacht und berieten, wie man in diesem öden Land überleben könnte. Sie begannen sich in der Nähe des Limbus anzusiedeln. Es entstanden immer mehr Häuser, Zelte und Stände, bis das ganze einem größeren Dorf ähnelte und die Leute organisierten das Lebensnotwendigste.

 

In dem nächsten Jahr, das der Schlacht folgte, waren schon viel mehr Besucher und Händler zurückgeblieben und das Dorf wurde - besonders durch den Einfluss der Gilden - ständig vergrößert. Der Rest der Ebene war unberührt und so gab es nur wenige, die das Dorf verlassen wollten. Man nannte es damals das Lager und es wurde durch die nahe Präsenz des Limbus und seines Erbauers, dem TOD geschützt, so dass sogar die Herrschaft der Uruks dem Dorf nichts antun konnte.

 

Im Rest des Landes wüteten die Uruks und wer sich ihrer Herrschaft widersetzte wurde versklavt oder getötet. Danach gingen viele der Orks in die Wälder um sich bis zum nächsten Jahr gewaltig zu vermehren. Einige wenige Orks blieben im Lager zurück und fügten sich mehr oder weniger in die Struktur ein. In diesem Jahr der Uruks beschlossen die Gilden, dass die gesamte Siedlung vergrößert werden - und eine Verwaltung erhalten sollte. Dies sollte die Unhabhängigkeit der Stadt schützen und die Versorgung der Drachenkrieger in den nächsten Jahren sichern.

 

Man begann mit den Vorbereitungen und mit Hilfe von Handwerkern und fleißigen Kämpfern wurde eine prächtige Zelt- Stadt erschaffen. Man teilte sie in Viertel und baute großzügige Strassen. Nun wurden ein Stadtrat und ein Bürgermeister berufen. Es wurden Stadtwachen, Schreiber, Wächter und andere Bedienstete eingestellt, damit die Stadt sich selbst verwalten konnte. Dazu wurden Steuern festgesetzt und Grundbesitz musste von der Stadt erworben werden. Die Gilden - die beim Drachenfest immer eine wichtige Rolle gespielt hatten - erhielten in der Stadt einen besonderen Platz und besondere Rechte. In der neuen Stadt wurden Händler und Vertreter der Unterhaltungszunft untergebracht, es wurde Platz für eine gewaltige Arena, einen Marktplatz und einen Richtplatz geschaffen. Die Stadt bekam eine Mauer und ein Stadttor. Die Verwaltung der Stadt war fleißig und bald gab es in der Stadt auch einen Gerichtshof, ein Gefängnis, Steuersätze, Wechselkurse, Zölle, Makramee-Kurse und vieles mehr.

 

Doch die neuen Herrscher der Drachenwelt stellten einige Bedingungen an die neue Stadt: Der Bürgermeister wurde von ihnen eingesetzt, die Hälfte der Steuern bekam der Bürgermeister selbst, orkische Bürger müssen keine Steuern zahlen, stattdessen erhielten sie jede Nacht ein Freibier (IT-Währung) und die Orks erhielten ein eigenes Tempel-Zelt.

 

Dieses Vorgehen bestärkte Gilden und Stadtrat zu Beginn des nächsten Drachenkrieges den Bürgermeister neu zu wählen und in Zukunft durch Wahlen die Kontrolle des höchsten Stadtamtes nur noch in die Hände der Bürger zu übergeben. Die Stadt war noch jung aber ihre Bürger hatten viel darangesetzt um sie zu etwas Besonderen zu machen. Sie würde ein Ort des Friedens werden; keinem einzelnen Gott, Drachen oder Herrscher unterworfen - sondern neutral zu allem!

 

Mögen die Spiele beginnen!"

Gesetz der Stadt

Das Gesetz der Stadt hängt am Stadttor und am Marktplatz aus. Hier ein paar Ausschnitte:

Im Namen der Drachen, die uns den Weg zu den Tugenden weisen,

Im Auftrag der Avatare, die uns anspornen und als Vorbilder unter uns sind,

Zum Wohle der Bürger als beitragende Garanten für Handel und Leben in unserer Stadt,

verkünden WIR MAGISTRAT die gültige Vorschrift zu Ordnung und Umgang allenthalben....

 

Das GENIESSEN und SICH-IM-ZAUME-HALTEN - Ihr sollt den Geboten Folge leisten, welche von Besitzern der Einrichtungen und auch Vertretern der Obrigkeit mündlich geäußert werden, weil alles zu Eurem Nutzen und Frommen in der Absicht ist, den Besuch der Drachenstadt zu einer wohltuenden Erfahrung zu machen und Euch tagsdrauf befördert und vermehrt an Kenntnis und Gesundheit im Sinne Eures erwählten Drachen oder andern Prinzips zu sehen.

Jede Person soll sich schicklich kleiden nach ihrem Stand und nicht Blöße zeigen.

Ganz gewiss soll keiner, wann er besoffen und ohne Verstand wär, in den Strassen oder gar Gossen liegen, noch dorten Notdurft verrichten oder gar lästerlich singen.

 

Das GESCHÄFTE MACHEN und DIENSTE beanspruchen -

Jeder soll zahlen, was er gewissentlich bestellt hat oder schuldig ist, in guter Münze und ohne Aufschub, und Abstand nehmen von widerwärtiger Geldleiherei.

Jeder soll Ehr antun einem Auskunftgeber oder Lehrmeister, nicht nur mit Gebühren aber auch mit Freundlichkeit und selten Widerworten. Der verschieden Gebrauch Eurer geburtlichen Sprache soll nicht zu falschem Verständnis kommen, aber zum Inanspruchnehmen eines Übersetzers.

Jeder soll Acht haben auf seine Begleitung, wie auch auf sein Gethier und Pferd und Hund und Gevogel, dass sie nicht Schaden bereiten oder Unrat lassen, da wo gegessen oder geschlafen wird.

 

Das EINSETZEN ÜBERRAGENDER TALENTE - Ihr sollt Euch zurückhalten, nicht bei jedem Stirngerunzel oder Flusch die Waffe ziehen und gar Zauberei einsetzen zum Schaden anderer. Ein jeder, so sich im Nachteil wähnt, mag die Obrigkeit zum Schutze anrufen.

 

Das HINTERLASSEN von Gebrauchtem - Ihr sollt nicht wegschmeissen Euren Unrat und fallen lassen die Reste vom Rauchwerk. Sondern befüllen die hingestellten Zuber und Säcke, auf dass die Müllsammler ihr Gewerbe reinlich tun können.

 

Das ZUSAMMROTTEN und BEHINDERN des Betriebs - Lediglich bewilligte Versammlungen sind statthaft. Störrisch Getue und Anzetteln von Schlägerei wird von den Wachen zerstreut und steht unter Strafe. Jede Art von Wucher zieht Vergleich und Beurteilung durch den MAGISTRAT nach sich.  ...

29.05.2006 um 20:20 Uhr

ConBericht Heldentutz 2

von: TinoD

Name der Veranstaltung : Heldentrutz 2 - Das schwarze Herz
Datum der Veranstaltung: 26. bis 28.05.06
Ort der Veranstaltung : Pullenried in Nordbayern
Veranstalter : Die Gefolgschaft des Drachen,
www.heldentrutz.de
Unterkunft: Festunterkünfte für NSC, Zeltcon für Spieler
Verpflegung: Brunchbuffet für SC und NSC inklusive sowie Ambientetaverne
Spieler/NSC: 80 Spieler & 30 NSC

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Als er aus dem dunklen Korridor trat, blickte er wehmütig auf die Stadt der Toten zu seinen Füßen. Forsch ging sein Schritt zur Halle der Gefallenen um seinen letzten Dienst zu erfüllen. Seit er in dem Ritual der Geister-Anrufung verbrannte, wurde ihm das Ende des Weges verwehrt und sein Auftrag hatte ihn als Geist zurück in die Ebene der Lebenden geführt. Nun aber keimte Hoffnung in ihm auf, denn sein Auftrag war beendet und wenn er seinen Bericht in der Halle der Gestorbenen abgeliefert hatte, dann würde sein oberster Gott Torroth ihn in die Stadt der Toten entlassen müssen. Dort würde ihn all´ das widerfahren, was er sich vom Tod erhofft hatte; denn die Stadt der Toten wurde von Orks beherrscht und alle anderen Wesen vegetierten als Snagas in den Diensten ihrer Herren. Es gab genügend Orkweibchen, Nahrung und Schätze für jeden und Kämpfe wurden nur noch um Ehre und Macht geführt. Ein fähiger Schamane - wie er - würde einen hohen Rang einnehmen und bis in alle Ewigkeit in warmem Blut baden.

In der Halle angekommen erkannte er viele Krieger seines Clans wieder und Kampfesschreie der Krieger hallten von den Wänden wieder. Ein Krieger trat auf ihn zu und grüßte ihn: "Neha´Doom - mein Arm möge Dich schützen. Ich freue mich Dich hier zu treffen und ich hoffe Du bringst die Nachricht, dass mein Tod gerächt wurde." Nein Komorash, Deine Rache ist noch fern, aber folge mir..." - er erhob die Stimme und sprach zu den anderen Versammelten "...und auch ihr Kinder und Waffenbrüder der Torrot´Nah, folgt mir zur Tafel Tarroth´s und ich werde Bericht erstatten."

Sie traten in den dunklen Raum des Todes an dessen Stirnwand ein riesiges Abbild des Gottes sichtbar wurde. Es wurde von dunkelblauem Licht erleuchtet und als die Krieger an der Tafel Platz nahmen begann es sich zu bewegen. Die riesigen schwarzen Augen öffneten sich und eine Stimme der absoluten Macht erscholl aus seinem Mund: "NEHA´DOOM BERICHTE ÜBER DEINEN AUFTRAG!!"

Der Schamane ordnete seine Gedanken und begann zu erzählen: "Mächtigster Herr aller Orks, Du hast mich als beobachtender Geist der Luft in die Welt der Lebenden gesendet, um meinen Clan und meinen Bruder Cha´Doom zu beobachten. Der Anlass war, dass Komorash, einer unserer tapfersten Krieger von einem sehr mächtigen Wesen getötet wurde. Das Wesen sendete seinen Komorash´s Geist in diese Ebene und nahm sich seinen Körper als Hülle um das Vertrauen des Clan zu erschleichen. Sein Körper folgte dem Gom´Sha und traf zusammen mit den anderen Kriegern und Waffenbrüdern der Tarroth´Nah am Ort des großen Rituals ein. Zusammen mit vier weiteren Kriegern ließ er sich als Stammesführer zum Anwärter auf den Rang des Khans aufstellen und begann mit den alten Prüfungen.

Doch schon am ersten Tag der Prüfungen beobachtete ich seinen Verrat, in dem er sich mit seinen Dienerwesen im Wald traf um ihnen Anweisungen zu geben. Diese Wesen waren körperlos wie schwarze Schatten mit zwei roten Augen; doch mit zunehmender Macht erschienen ihre Körper in die Welt der Lebenden zu gelangen und es bildeten sich Rüstungen, Hände und Waffen an ihnen. Ich konnte ihre Worte nicht verstehen, so kann ich nur ihre Taten beschreiben. Doch bei diesem Treffen wurde sie gestört von einem Trupp Menschen- Soldaten, welche sie mit Leichtigkeit vernichteten.

Im Lager zurück benahm Komorash sich unauffällig und mein Bruder hatte den Weg der Prüfungen gut im Griff. Obwohl er nach meinem Geschmack viel zu wenig Opferungen durchführte und das morgendliche Blutritual nicht lange genug zelebrierte.

Also beschloss ich die schwarzen Geister zu beobachten. Diese schlichen durch den Wald und beobachten das Orklager und die benachbarte Kriegsanlage der Menschen. In der Nacht schlichen sie sich dort ein und entwendeten Dinge. In Deiner Weisheit oh Herr des Todes hast Du mir nicht nur die Macht des Sehens gegeben, sondern auch die Macht Auren und Magie zu spüren - daher konnte ich erkennen, dass sie nur magische Gegenstände mit sich nahmen.

Diese trugen sie zum Orktempel der Khanswerdung in den Altarraum des Blutes und missbrauchten ihn zur Entleerung der Dinge.

Nach längerer Beobachtung bin ich sicher, dass sie die dadurch frei werdende magische Essenz in sich vereinigten um sich selbst zu stärken. Mit diesem Wissen ging ich zu meinem Bruder um versuchte in Träumen und Visionen ihn zu warnen, wie wir es im Leben so oft getan hatte. Doch irgendetwas hinderte mich daran - ich vermute es war das Wesen im Körper des Anwärters, der einen Bannkreis gewoben hatte. Also beobachtete ich ihn und ich wurde belohnt: Ich erkannte, dass sein Ziel war die Menschen und Orks gegeneinander aufzuhetzen um sie zu schwächen. Gleichzeitig schlich er um Schädelpein - das Schwert des Khans; welches von Dir Herr der Orks erschaffen wurde - und um das Totem des Clans herum, das kein Sterblicher berühren kann, der nicht zum Khan geweiht wurde.

Wie wir alle Wissen kann die Weihe nur am Altar vollzogen werden und es sind umfangreiche Opferungen dazu notwendig. Was nun folgt ist für Sterbliche schwer zu verstehen und ich habe einige Zeit benötigt um es zu erkennen. Nun aber bin ich sicher, dass dies der Plan des Wesens war:

Er wurde sich der Macht des Totems, des Altars und des Schwertes gewahr und wollte alle drei für sich nutzen. Daher schlich er sich im Körper eines Kriegers in unseren Clan mit dem Ziel selbst Khan zu werden. In seinem Hass und seiner Gier lies er dabei die Menschen bestehlen und damit einen Krieg zwischen Orks und Menschen entfachen. In Deiner Weisheit Meister des Endes hast Du bestimmt, das ausgerechnet Cha´Doom als einziger Großschamane unser Ritual überlebte - wo er doch meist den Weg des Friedens und der Worte wählte, statt dem sinnlosen Kampf und dem Hass nachzugeben. Er war der Richtige um unseren Clan in den Gom´Sha zu führen um nach einem ganzen Jahr währenden Streit - nach dem ehrenhaften Tod unseres alten Khans - einen neuen Anführer zu finden.

Cha´Doom erkannte während der Prüfung der Opferbereitschaft, als die Anwärter ihr Blut am Altar gaben, das dieser durch die Gier der schwarzen Diener nicht mehr für unseren Clan nutzbar war. Dann kam uns der Zufall ... oder war es Eure führende Hand, Meister der Schädel?....zu Hilfe und ein Anwärter entriss der Leibwache Cha´Doom´s das Schwert des Clans. Mit dieser Waffe berührte er den Altar - wohl um die Weihe vorweg zu nehmen und sich den Titel zu erstehlen. Der zerstörte Altar aber entlud dadurch die aufgestaute magische Energie in das Schwert und formte eine Waffe, die selbst Drachen mit einem Schlag zerstören konnte. Die Seele des Anwärters selbst fuhr bei dieser Tat in das Schwert!

Mein Bruder sah nach dieser Tat das Ende des Clans vor sich und ich bin sicher, dass ein anderer an diesem Ort verzweifelt wäre und reumütig zusammen mit allen Kriegern das Ende ausgerufen und alle hingerichtet hätte. Nicht aber Cha´Doom - er gab nicht auf und ersann einen ungewöhnlichen Plan und - gegen den Widerstand aller Krieger - führte er ihn zum Sieg: Er beschloss, dass, wenn die Kraft des Clans alleine nicht ausreichen kann um das Ritual der Inthronisation zu beenden, Hilfe gefunden werden musste. Und die einzige Hilfe waren die Menschen und Zwerge in der nahen Wehranlage. Also schritt er mutigen Schrittes dort hin und ersuchte bei der ansässigen - außerordentlich mächtigen - Magierin um Vertrauen und Waffenruhe. Beides war schwer zu erhalten, da seine Krieger keineswegs diesen Weg unterstützen würden. Er versicherte den Menschen, dass die schwarzen Wesen nichts mit den Orks zu tun hatten und versicherte sich, dass die Menschen ebenso unschuldig waren. Durch seine geschulte Zunge gewann er das Vertrauen einiger Menschen und brachte sie dazu nicht mehr gegen unseren Clan zu kämpfen, sondern als Schutzschild zwischen den Orks und den Rotaugen zu stehen. Fortan nahm er die Menschen zu seinen Ritualen mit und war daher von den immer stärker werdenden Angriffen der Diener geschützt.

Da die Rotaugen den Altar nutzten um immer stärker zu werden und unser Clan aus ihm keinen Nutzer mehr ziehen konnte beschlossen er ihn zu zerstören. Dies würde nur dann gehen, wenn das Kahn- Schwert gestärkt ihn zerschmettern würde. Also überredete er die Menschen ihre Magie und sogar ihr Blut zu geben, sowie alle magischen Kristalle, die sie gefunden hatten von den Zwergen auf die Orkwaffe zu binden. Es entstand eine so mächtige Waffe, dass sie von alleine Magie und Lebensenergie in sich aufsaugte. Dies würde nicht lange gut gehen, daher bereitete mein Bruder das Ritual der Zerstörung am Altarraum vor.

Mit den Menschen zusammen wurde der heftige Widerstand der dämonischen Diener im Tempel niedergeschlagen und der Altar zerstört. Eines allerdings war den Menschen offensichtlich entgangen: Die Macht, die früher im Altar und später im Schwert vereinigt war wurde nicht zerstört, sondern floss zu den Trägern der Waffe zu - den Khan-Anwärtern und meinem Bruder, der dabei die Sphäre der Lebenden durchbrach und die Macht sogar bis zum Reich der Toten kanalisierte.

Sehr interessant dabei war auch, dass Komorash der Ork war, der das Schwert zum Ritual trug. Er hätte sich mit dem Schwert begnügen können und hätte damit sein Ziel zur Hälfte erreicht. Aber seine Gier zwang ihn alles zu gewinnen - und dies war letztendlich sein Untergang.

Am nächsten Morgen vollzog Cha´Doom die abschließenden Rituale, wobei er auch hier die Menschen mitnahm; entweder einer Ahnung folgend, oder um seine Macht und die des Clans zu demonstrieren.

Am Totem angekommen wurde die Gruppe durch die Anwesenheit von 20 mächtigen schwarzen Diener überrascht. Als dann der unterlegene Anwärter mit seinen Leibwächtern durch deren Reihen zum Totem trat und es berührte - was kein Sterblicher berühren kann - wurde der Verrat offensichtlich!

Cha´Doom hatte gut vorgesorgt, das Vertrauen der Menschen in die Orks hielt stand, sie glaubten meinem Bruder, dass unser Clan nichts mit den Dämonen zu tun hatte und zusammen griffen sie die Brut der schwarzen Ebenen an.

Die Zwerge, Kelten und der neue Khan kämpften wie Berserker gegen die Wesen, welche die Macht des Totem nutzten und immer wieder neu erstanden.

Dann begannen die Menschen das Totem anzuzünden und zu zerstören um den Dämon davon abzubringen. Dieser Plan führte schließlich zum Sieg und der vereinte Mut und die Kraft aller Krieger und Magekundigen zwang den Dämon seinen orkischen Körper zu verlassen und in seiner Waren Gestalt zu erscheinen.

Der Dämon verfluchte die Anwesenden, da ihm nun aufgrund seiner Gier nahezu nichts blieb; Schwert, Totem und Altar waren für ihn verloren und er floh mit seinen Dienern von diesem Ort.

Noch in diesem Augenblick wurde ich mit großer Gewalt von dem Ort der Lebenden gerissen und fand mich hier bei Dir wieder.... Ich habe Dir gedient mein Herr und ich erbitte meinen Lohn: Lass mich hier im Reich der Toten für alle Zeiten Dein Diener sein!"

"SO SEI ES - UND DU HAST WOHLGETAN.... MÖGE DER CLAN DER ´NA NEU ERSTEHEN UND FÜR ALLE ZEITEN HERRSCHEN!!"

01.04.2006 um 20:20 Uhr

Schwein gehabt

von: TinoD

 

„Mogo holen Pilze in Wald, Mogo gehen schnell, Mogo kommen schnell zurick.“ Der Goblin hatte seinem Auftrag erledigt; sein Korb war voll mit Waldpilzen. Trotz der harten Schneedecke hatte er unermüdlich gegraben und genügend Pilze gefunden. „Mogo machen dies, Mogo machen das, Mogo machen Scheiße!“ Bevor er zum Zelt des Anführers zurückkehrte hatte er einen kleinen Abstecher zu seinem Versteck gemacht. Er würde dort die Hälfte der Pilze vergraben um für Notzeiten vorzusorgen. Die Schläge des Anführers waren weniger schlimm, als der Hunger der kommen würde, dachte er. Außerdem war er sicher, dass ein Goblin das Lügen, stehlen  und betrügen verlernen würde, wenn er es nicht täglich übte.

 

 

Als er ins Häuptlingzelt eintrat berührte sein Kinn fast den Boden während er den Korb vor sich her führte. Der Anführer war ein recht junger Goblin inmitten seiner Gäste und Goblinweibchen. Er war beschäftigt damit die monatliche Pilzernte des Stammes zu zählen und sich die besten Stücke selbst zu sichern. Trotzdem bemerkte er den kriechenden Mogo, denn mit diesem jungen Gobbo hatte er etwas besondere vor, der wollte ihn so richtig quälen, da dessen Nase so widerlich lang war. „Mogo kommen her und will szeigen seine Pilzärnte…hmmm...warum Korb nur halb voll - Mogo?“. Er griff nach dem Anführerstab seines Vaters, von dem er alles Gold abgekratzt und gegen Pilze eingetauscht hatte und winkte Mogo zu sich um ihn mit dem Stab kräftig zu verprügeln.

Als Mogo bewusstlos zu Boden glitt, kümmerte sich der Anführer um seinen Esstopf am Feuer. Er warf er ein paar der besseren Pilze in seinen Topf über dem Feuer und goss Wein und ein paar Kräuter dazu. Weniger Minuten später schaufelte er sich die Suppe in sein Maul, schickte alle Gäste aus dem Zelt und legte sich erschöpft und müde auf sein Lager. Mogo lag immer noch im Zelt und stöhnte leise vor sich hin.

 

Plötzlich hörte man draußen einige Goblins laut schreien und dann folgte Kampflärm. Mogo war sofort wach, stand auf und ging zum Zelteingang. „Mogo ist in Scheiße, Mogo haben Ärger.“ Draußen waren Orks und ein Oger in das Lager eingefallen und begannen die Goblins abzuschlachten. Mogo schaute sich im Zelt um und suchte Brauchbares. „Mogo holen Waffe und alle Uruk töten, dann Mogo Held und alle müssen feiern - aber wenn alle Tod keiner mitfeiern, also Mogo müssen fliehen. Mogo mitnehmen alles Glitzer und alle Pilze und kaufen alle Gobbos und feiern.“ Obwohl er sich Mut machen wollte war ihm klar, dass die einzige Change auf Überleben ein cleveres Versteck bringen würde. Sein Blick war auf PALADIN, das Hausschwein des Anführers gefallen, das sich vollgefressen zu Füßen des Chefs räkelte. Pilzschnell schnappte er es und schnitt dem Schwein die Kehle durch, während er es über seinen Kopf hielt und sich mit jeder Menge Blut bespritzte. Dann schnitt er dem Schwein den Bauch auf und verteilte die Innereien und Gedärme über seinem Bauch, schließlich warf er das Schwein in die Pilzsuppe „Mogo machen bestes Gericht….hihihi“ dann legte er sich zu Füßen des Chefs.

 

Als das Zelt aufgerissen wurde und drei Orks reinstürmten sahen sie den schlafenden Anführer und den vermeintlich toten Goblin. Der Urukkrieger stieß sein Schwert in das Herz des Anführers und meinte „Dumm seyn Gobbos, dumm wie Schweine – sich sälber abstächen, damit nicht Futter für Uruk, hähähä“. Sie nahmen vom Gold und Wein soviel mit, wie sie tragen konnten und verschwanden.

 

Als Draußen Ruhe eingekehrt war, richtete sich Mogo auf und schleckte das Blut von seinen Armen. Er tauchte eine Schüssel in die Pilzsuppe und nahm einen gierigen Schluck.

Mit großen Augen erschien er aus der Schüssel und meinte „Mogo sein beste Pilskoch aller Gobbos auf ganze Erdäääääääääää!“

28.02.2006 um 20:20 Uhr

... tief im Wald in einem Orklager vor mehreren Monden:

von: TinoD

Kolik grinste breit, als das gefangene Menschenmädchen mit seinem Tanz begann. Sie war wunderschön und bewegte sich mit unglaublicher Eleganz und Geschmeidigkeit. Der alte Orkkrieger konnte der Versuchung nicht widerstehen, mit der Geschichte ihrer Eroberung vor seinen Gästen anzugeben. War es doch kein Geringerer als sein alter Widersacher Na´Garg der sie mit sich geführt hatte! "Die alte Ratte hatte voll seyne Hosen vor Angst!" lachte Kolik. "Er befahl Sklavin, in andere Richtung laufen, und rannte weg. Ich holte Mädchen, denn es ihn mehr quälen als Tod. Sie werden seyn voll Freude wenn feststellen, ich tausendmal mehr Mann als Na´Gargh, denn Na´Gargh seyn letzter läbender Verräter- Freund von Sograt - dem Goblinfurz.“

 

 

Die anwesenden Orks lachten. Ein jüngerer fragte: "Wer seyn Sograt?"

 

Kolik verzog das Gesicht. "Du noch klein warst, Torekk, als Sograt seyn Krieger von Schwarzork" Kolik spuckte auf den Boden. "..dreckiges Halbblut. Seyn Vater war großer Häuptling, aber seyn Mutter seyn Menschenfrau und er auch läbte bei Menschen. Als er zurückkam  er versuchte werden Kahn und andere starke Krieger töten -- auch mit menschlicher Hinterlist!

 

Logarh, ein alter Konkurrent Koliks stand auf und schrie "Damals wir waren ein Clan! Was wir jetzt sind? Söldner ohne Sold, Krieger ohne Ehre, Uruk ohne Clan. Mit Kahn Sograt wir waren reich, mächtig und unabhängig!"

 

Kolik senkte seine Stimme, für ihn ein Zeichen äußerster Verärgerung. "Du seyn in meine Zelt und meine Fest, Logarh. Dein Reden ärgert mich. Schweig oder geh!"

 

Logarh umfaßte den Griff seines Kriegshammers. Zornig funkelten die beiden alten Orks sich an. Für einen Moment erschien es, als würde sich ihre jahrzehntelange gegenseitige Abneigung nun endlich in einem Zweikampf entladen. Aber letztendlich wußte doch keiner der beiden, ob er gewinnen konnte, und so kippte Logarh nur verärgert den Inhalt seines Trinkhornes auf den Boden und verließ mit einem verächtlichen Grunzen Koliks Zelt.

 

"Feig, alle Feiglinge diese Sograt-Freunde." murmelte Kolik verärgert. "So auch Sograt selbst. Geflohen mit Schatzkammer als dunkle Herrscher kam." Koliks älteste Nebenfrau, ohnehin verärgert über die Konkurrenz durch das tanzende Menschenmädchen, wagte, ihrem Mann vorsichtig zu widersprechen: "Viele sagen, er keine Wahl hatte als Flucht. Sie sagen er kommen zurück um anführen für kämpfen gegen großes Böses."

 

Diese Bemerkung brachte ihr nur einen schmerzhaften Schlag ins Gesicht durch Kolik ein. Ihre Lippe war aufgeplatzt und blutete. Aber Orkhaut würde schnell heilen.

 

"Raus, dummes Schwein!" befahl Kolik wütend. "Alle, raus. Raus! Fest seyn zu Ende! Sograt ist ein Schurke, kein Kahn! Schurke wie alle Menschen und alle Halborks. Raus mit Euch allen!" Seine Augen funkelten. "Du bleiben Menschenmädchen!" sagte er zu der schönen Gefangenen, die bei seinem Wutausbruch ihren Tanz abgebrochen und sich verängstigt zusammengekauert hatte. Die Gäste verließen kopfschüttelnd Koliks Zelt. Keiner wagte es, sich mit dem alten aber starken Krieger anzulegen. Sollte er doch weiter in seinem Wahn leben. Die Zeiten waren zu hart, um sich unnötig auch noch mit ihm Ärger zu machen.

 

Am nächsten Tag fand man Kolik tot in seinem Zelt. Seine einzige erkennbare Wunde war ein winziger Kratzer durch einen Fingernagel. Die Haut um den Kratzer wies eine seltsame Verfärbung auf. Das Menschenmädchen war spurlos verschwunden, ihre Ketten lagen ungeöffnet auf dem Boden. Neben Kolik lag eine vertrocknete rote Rose mit goldenen Dornen.....

 

30.10.2005 um 20:20 Uhr

Düsterbrook - Schwingen der Nacht II

von: TinoD


Schwingen der Nacht ist eine weiterer Con in einer Reihe von Dunkel- Cons, welcher den dunklen Charakteren die Möglichkeit gab, mal so richtig dunkle Kultur auszuspielen, ohne sich mit "Lichtlingen" abgeben zu müssen. Hier bot sich die Gelegenheit, die dunkle Kultur in all ihren Facetten (Ein- Austritte in Nocht oder Patronat, Ausspielen von Kanja / Kanji, Experimente, Kunst, Wissenschaft, Ordensanlässe, usw.) darzustellen. Nebenbei stand diese "Schwinge" im Schatten der Vorbereitung auf die "Tage der Finsternis", was sie zu einem Trainingscon mit Motivationscamps und Manöverübungen gemacht hat.

Die Anreise gestaltete sich einfach, allerdings standen wir überrascht vor einem sumpfigen Waldweg über den 1 km die eigene Ausrüstung getragen werden musste (ich habe dann für mein Zeug einen Shuttle- Dienst aufgetrieben). Der Zeltplatz selbst ist sehr schön und gut Live- tauglich, leider hatten wir an diesem Wochenende mit großer Hitze und Stechmücken zu kämpfen. Das Zeltlager wurde sehr schön symmetrisch aufgebaut und mit Bannern und Equipment geschmückt.

Alle dunklen Charaktere hatten einen Marschbefehl zu dieser Trainings- und Ausbildungseinrichtung erhalten, manche zusammen mit dem Auftrag, als Ausbilder zu fungieren. Dort angekommen erwartete sie ein Lagerleiter (meine erste NSC- Rolle), der sie informierte und anwies eine funktionierende Armee zu bilden. Dies geschah recht zügig und ausführlich, sodass bis zum Morgengrauen die Lagerleitung an den neuen kommandierenden Offizier übergeben wurde.

Die Bedingung von der SL war etwas zu schwierig definiert: Einerseits sollten am nächsten Tag Trainingsgruppen die verschiedenen Kampfgruppen trainieren (7 Ausbilder), andererseits musste eine Wache gestellt werden und ein Feind im Wald bekämpft werden. Diese beiden Ziele waren für die knapp 40 Soldaten im Lager zuviel und das eigentliche Training litt darunter. In Zukunft sollte man solche Trainingslager ohne Wachen und Feinde gestalten. Die Spannung leidet etwas, aber der Trainingsnutzen steigt.

Auf dem Ausbildungsplatz tauchten immer wieder ungebetene Gäste auf, die sich der besonderen Situation des Lagers und zum Teil auch des besuchten Reiches nicht im Klaren waren. Meiner Meinung nach hätte man etwas konsequenter mit den Charakteren umgehen müssen, schließlich hatten wir einen Priester dabei und die Methoden sind eindeutig. Wenn ein Spieler einen nicht absolut loyalen Charakter im Dunklen Reich spielen möchte, dann muss er mit den Konsequenzen leben und einen Ersatzcharakter mitbringen.

Am nächsten Tag wurden die Trainingseinheiten definiert und die Ausbilder begannen mit ihrem Training. Ich war den Tag über ein unbemerkter Beobachter und konnte daher sehr genau beobachten. Und was ich sah war sehr gut: Es wurden Einzelkämpfe mit verschiedenen Waffengattungen trainiert, Hachaar- Gruppenkämpfe, der Einsatz von Magie im Kampf, neue Priesterschüler eingewiesen, Scouts im Wald trainiert, dunkle Kultur geschult und schließlich ein gemeinsamer Kampf aller Einheiten zusammen durchgeführt.

Des Nachts tauchte ein Überraschungsgast auf, der Toolshar´Nai selbst informierte sich über das Ausbildungsniveau seiner Soldaten. Er prüfte und befragte die einzelnen Disziplinen und veranstaltete Bewährungsproben. Anschließend definierte er einige überzeugende Wesen, als Anführer in der kommenden Schlacht gegen die Mittellande. Insgesamt stellte er eine erfreuend gute Arbeit jedes Einzelnen fest.

Am folgenden Mittag erschien der Lagermeister und forderte das Kommando zurück. Er belobte und beurteilte die Anwesenden und mit den Worten "Tod dem Licht - Sieg der Finsternis" verabschiedete er die Soldaten.

30.08.2005 um 20:20 Uhr

Academia Nocturna II

von: TinoD

Ich reiste mit Erlaubnis der SL bereits am Donnerstag an um mich über die Dunkle Kultur ausreichend zu informieren. Es gibt eine hervorragende Ausarbeitung, das sogenannte Spielerhandbuch, dass eine einzigartigen Einblick in die Dunkle Kultur bietet. Trotzdem wollte ich mich, speziell für die Rolle als Maximus der magischen Fakultät, noch besser vorbereiten. Allerdings waren gegen Abend erst zwei Teilnehmer anwesend und es wurde bis zum offiziellen Con - Beginn weder gespielt, noch viel vorbereitet. Am nächsten Tag trudelten die NSC langsam ein und am Abend die ersten SC (geplanter Spielbeginn um 18:00 Uhr)

Die SC wurden mit Gepäck in einen Aufenthaltsraum gebracht, wo sie sich umziehen und kostümieren müssten. Es wurde also ein Check - In gemacht und die Anreise gespielt. Um ca. 20:00 Uhr begann dar Con mit der Immatrikulationswarteschlange vor der Schreibstube. Um zwei Stunden verzögert, konnte dann mit den Vorlesungen begonnen werden. Die Organisation zeigte hier schon einige Schwächen und der Ablauf in der extra großen Schreibstube ging nicht so glatt wie geplant. Es wurden deutlich zu viele Vorlesungen angeboten und die Anwesenheitsliste könnten nicht zufriedenstellend kontrolliert werden.

Die Hauptprotagonisten leisteten ausnahmslos gutes Rollenspiel und bewältigten den größten Ansturm an ihre Personen zufriedenstellend. Aber auch die zahllosen Dozenten machten teilweise außerordentliche Vorlesungen und hatten sowohl Informationen, Strukturen, Witz und Spezialeffekte zu bieten. Vieles, was die Organisation an Schwachstellen aufwies, wurde durch sie und die anderen Spieler ausgeglichen. Meine Aufgabe als Maximus der magischen Fakultät war es, die einzelnen Vorlesungen zu besuchen, die Studenten und vor allem die Dozenten zu befragen und zu beurteilen. Sollten doch am Ende die besten Dozenten und Studenten zu einem Festmahl eingeladen werden.

Die einzelnen Vorlesungen waren, nach meinem kurzen Einblick, teilweise sehr interessant. Im Gedächtnis blieben mir: - Foltern leichtgemacht I und II von Robert Waldhans, die mit einer typischen sanften Grausamkeit dargestellt wurde. - Nuancen des Bösen von Hubi Hinse, die im Tempel die richtige Atmosphäre hatte. - Bargaahngefälliger Gesang, von Swen Knaucht, welche die besten Barden vereinigte. - Krankheiten selbst erzeugen von Jakob Naumann, mit einer faszinierenden Darstellung der Krankheiten. - Anatomie I und II in der echtes Fachwissen vermittelt wurde. Aber auch andere Vorlesungen waren die Mühe wert.

Leider wurden die verschiedensten Ansichten gelehrt und gerade in den fundamentalsten Theorien weichten die Ansichten deutlich voneinander ab. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass wenig Prüfungen abgehalten und noch weniger Teilnahmescheine verteilt wurden. Die Studenten können so nicht beweisen, dass sie auf der Academia Nocturna waren und welches Wissen sie dort vermittelt bekommen haben.

Dann war noch das großes Chaos bei der Organisation der Vorlesungen. Einige fanden nicht statt, weil die Dozenten am falschen Ort waren, noch nicht angereist, wieder abgereist, oder verstorben. In fast jeder Vorlesung fehlten Studenten, so dass manche Vorlesungen mit einem oder zwei Studenten stattfanden.

Zurück zum Ablauf des Cons: Am ersten Abend wurden zwei Dunkelelfen wegen Respektlosigkeit öffentlich hingerichtet, früh am Morgen rächten sich die restlichen Dunkelelfen und starteten einen Überraschungsangriff, dem viele Wachen und einige Gäste zum Opfer fielen, der Maximus der theologischen Fakultät wurde schwer verletzt und überlebte mit Mühe. Die Vorlesungen wurde des Tags um zwei Stunden nach vorne verlegt und die freien Vorlesungen gekürzt. Die freien Vorlesungen stellten ein noch größeres Chaos dar, sie wurden überhaupt nicht organisiert und standen daher unter einem sehr schlechten Stern. Während der Vorlesungen durften die Studenten nicht.....--- ....Nein, ich sollte lieber sagen, was die Studenten überhaupt durften:

- Atmen, aber nur langsam und mit wenig Luft

- anderen aus dem Weg gehen

- sich ermahnen lassen

- gefoltert werden

- in Vorlesungen zuhören (das war zwar kein verbrieftes Recht, aber es schien zu funktionieren)

Alles andere führte zur Verhaftung, Folter und Exmatrikulation (=Exekution). Und dies wurde andauert praktiziert.

Durch den Angriff waren die Wachen nahezu eliminiert, daher wurden ihre Körper als Zombies wiedererweckt, was zu diversen Problemen führte. Ihre Erinnerung war verschwunden und sie mussten erst wieder lernen wem sie zu gehorchen hatten. Ihre Disziplin war ebenso wie ihre Effektivität verlangsamt und eingeschränkt. Schlimm war vor allem der untote Oger-Kerkermeister, der den Befehl seines untoten Hauptmannes, mir eine Gefangene zum Foltern zu überlassen falsch verstand und MICH gefangensetzte. Nun hatte ich eine Latte an Zaubersprüchen, aber nichts, was geeignet war einen körperlich starken Untoten schnell zu überwältigen. Ich wurde niedergeschlagen und erst mit Hilfe des Dekans gerettet. (peinlich, peinlich)

Gegen Ende fand auf Einladung des Dekans ein Festessen für einige Auserwählte und die besten Dozenten und Studenten statt. Gereicht wurden folgende typische Kostbarkeiten, die im Übrigen hervorragend schmeckten:

- Bargaahn (=der Gott des Dunklen Reiches)- Kekse in Wappenform und -farbe

- Tomatensuppe mit einem Paar Augen und Maden

- Hirnbrei und Spinat

- Tintenfische mit schwarzen Nudeln in grüner Sauce (schleck)

- Kandierte Augen, grüne Maden und Bargaahn- Kekse mit Überraschung (=Tabasco)

Zum krönenden Abschluss der Veranstaltung wurde ein Gottesdienst gespielt, der mit wenig Vorbereitung hervorragend umgesetzt wurde. Den beteiligten Priester gelang es, selbst ahnungslosen Spielern/ Charakteren die dunkle Kultur näher zu bringen.

Im Vorfeld der Veranstaltung wurden von einigen Leuten Bedenken geäußert, wegen der grausamen Art der Veranstaltung. Ich muss sagen, dies hat sich nicht bewahrheitet. Natürlich war der Con ab 18 Jahren und selbstverständlich wurden umfangreiche Warnungen über den Inhalt an alle Teilnehmer verteilt, aber dies wäre nicht unbedingt notwendig gewesen. Was ich an Grausamkeit auf anderen Cons gesehen habe überstieg, bis auf ganz wenige Ausnahmen, das in der Academia Nocturna gezeigte Niveau.

Als Letztes möchte ich meinen Dank an jene Spieler aussprechen, die mir besonders viel Freude bereitet haben (alphabetische Reihenfolge)

Arne Fischer (als Dekan in Echsenmaske), Daniela Ullrich (die sich den Auftritt von Astabaer IHHO hätte sparen können ,-), Gregor Knappe (schöne SC-Rolle: Ambrosius Graufuchs, der beinahe an das schwarze Herz angeschlossen wurde), Hubi Hinse, Michael Breitenfeller, Patrick Schuchert (der beste untote Hauptmann denn ich kenne), Petra Becker (Schmink und Co), Robert Waldhans (Foltern leichtgemacht), Swen Knaucht (das Dunkle liegt ihm im Blut), Thorsten Helbig, Tine Weigel (als Hohepriesterin) und die heldenhaften Sklaven.

30.08.2005 um 20:20 Uhr

Der oberste Berater der Krone

von: TinoD

1. Die Anreise von Falkenfurt
Von der Heimat wurden wir vom König nach Schwarzenseel befohlen. Am Königshof zu Falkenfurt erreichte uns die Order und die liebreizende Königin Dulcinea Orphelia de las Flores zu Schwarzenbach zusammen mit ihrer Hofdame Serafina Magdalena di Linocente und ihrem Hofstaat machten sich mit mir, Baron Theobald von Teufelstal, auf den Weg. An der Aller entlang nach Heidensteinbach war es ein bequemes Stück, von Heidensteinbach nach Schwarzenseel dagegen ein nasses und sumpfiges. Die Königin hatte die zusätzliche Aufgabe das Reichsbanner zu bewachen, in ihrer unendlichen Weisheit gab sie es ihrem Hofnarr Laripu. Der sehr unzuverlässige Führer Karl geleitete uns durch die schlechtesten Wege nach Schwarzenseel, auf dem halben Weg fanden wir einen Ort, den man kaum als einen Ort christlicher Anbetung bezeichnen konnte, obwohl hier sicher gebetet wurde. Ein Dreieck aus Stroh um einen kleinen Baum versehen mit den Worten "Rette uns" in drei Sprachen, sowie ein kleiner "Altar" aus Ästen, in der Mitte ein wurmstichiges Stück eines Kirchenbalkens, daneben ein Bündel Holz mit sieben weissen Ästen. Wohl hatte es mich gewundert, dass man keine Hahnenfedern oder Katzenblut dabei fand. Weiter ging der Weg und er führte uns in eine stockdunkle Waldschneise mit sehr feuchtem Boden und einem Fluss, der sich quer über den Weg wand. Kaum hatten drei der Reisenden den Fluss übersprungen, erscholl ein Geschrei aus dem Wald und von vorne und von hinten stürmten gar 15 Mongolen auf uns zu. Ich lieferte eine harten Kampf und streckte drei dieser Ungläubigen nieder, bis einer mich von hinten schwer in die linke Seite traf und ich wie tot darnieder fiel. Nachdem der Kampf geendet hatte stürmten das Kräuterweib Wîlrûn und die Schönste der Schönen, Serafina auf mich zu, beide bemühten sich auf das Äusserste meine Verletzung zu verpflegen. Die Eine mit Kräutern und Essenzen, die Andere mit ihrer wohlklingenden Stimme und ihren Worten, die mir bis ins Herz vordrangen. Stark gestützt und gepflegt von den Damen, wankte ich mit der Königin und ihrer Reisegruppe weiter bis zur Garnison Schwarzenseel, wo wir wohl in Sicherheit wären, da dort 500 Soldaten weilten. Nach langer, banger Wanderung gelangten wir an eine Brücke hinter dieser man bereits das Gasthaus: "Stern von Schwarzenseel" erkennen konnte. Mit viel Überredung und Gezerre brachten wir den Hofnarr über die Brücke und wurden dann vom Knappen Gerberod von Stahleck empfangen. (Gab es da nicht eine Geschichte von einem kleinen Kämpfer, dessen einzige Angst...)


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2. Schwarzenseel
Am Orte war ein Toter und ein wichtiger Brief bei ihm gefunden worden. Der Hauptmann der Wache, der Ritter Hagen von Kronberg empfing uns, und kümmerte sich sofort um die Königin und ihr Gefolge. Als das Gasthaus für die Königin gerichtet war und sich die edlen Damen niedergelassen hatten, tauchte ein weiterer Gast auf: Witichis von Bern, Grossmeister des Ordens der Crusader. Von der Königin begrüsst reihte er sich in die Gruppe der Getreuen ein. Daraufhin stand die Königin auf und hielt eine entscheidene Rede. Keine Waffen dürfen in geschlossenen Gebäude in ihrer Nähe getragen werden, die Königin befahl sich die höchste Befehlsgewalt, solange der König nicht in Schwarzenbach weile und sie wollte einen Treueid der Anwesenden auf ihre Person. Während die Anwesenden eher zaghaft und erstaunt den Eid bestätigten, schleppte ich mich trotz Verletzung auf die Knie vor die Königin, um ihren Gewandsaum zu küssen und ihr meine Loyalität zu versichern, wie es das Reich und ihr Gemahl bereits hatten. Noch bevor sich die Königin setzte lobte sie in wohlklingender Weise die grossen Taten der Edeldame Serafina Magdalena di Linocente. Jene hatte in Starkenburg das Leben der Königin mit einem Dolch verteidigt und einen grobschlächtigen Mongolen erstochen. Der einzigartige Heldenmut jener liebreizenden Dame wurde von der Königin erwähnt und es wurde ihr der Titel Leibzofe der Königin, zusammen mit dem Kemenatenschlüssel der Königin verliehen. Nach dieser berauschenden Ansprache wurde bis spät in die Nacht gefeiert, gesungen, geminnt und gespeist, wie es sich im Beisein der Königin geziemt.


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3. Die Dame meines Herzens
Eine kurze Nacht gab uns etwas der Kraft zurück die uns die Strapazen des vorherigen Tages geraubt hatten. Meine Wunde war gut verheilt und ausser einem Ziehen spürte ich nichts mehr von ihr. Was kann schöner sein, als tatkräftig in den Morgen zu gehen und zufürderst, fast wie in einen Traum, der Dame des Herzens zu begegnen, vor ihr zu stehen und zu spüren, wie das Herz in der Brust über den Wolken fliegen möchte? So begann ich den Tag mit einer neuen Wunde, geschlagen nicht von einem Ungläubigen, sondern von der anmutigsten Dame am Hofe der Königin, nebst der Königin.

Die erste Tat der Königin an diesem Morgen, war ihre Recken um sich zu versammeln und mit ihnen und dem Reichsbanner in das Lager einzuziehen, um es dort zu hissen. Der Schmied Rudolf hatte mir drei Schwerter zugesagt, doch als er an diesem Morgen eintraf, kam er ohne Ware, weil die Mongolen seinen Trupp überfallen hatten und seine Ware, sowie seine Gehilfen mitnahmen. Nun, dacht ich mir, werd ich wohl ohne Schwert kämpfen, und mit zwei Dolchen bewaffnet zeigt sich der Heldenmut. Wer an das Leben der Hofdamen wollte musste an diesen zwei Dolchen vorbei und an meinem Leben. Als nun alle im Lager verweilten, befahl die Königin, dass ihre Armee an der Stätten einen Appell durchzuführen hatten. Der Hauptmann trat mit fünf oder sechs Soldaten an und erstaunte den Hofstaat nicht sonderlich, hatte man uns doch das hundertfache versprochen. Mit Mühen versuchte er die Fassung zu bewahren und es gelang ihm seine "Armee" noch um ein Mitglied, Markward den Grünen, zu vermehren, jener hat das grosse Glück, für viele Jahre im Dienst des König zu stehen.


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4. Die treulosen Schotten
Nachdem, angesichts der spärlichen Armee, sich ein flaues Gefühl im Magen ausbreitete, aber noch bevor jenes Gefühl in Panik umschlagen konnte, kam die vermeindliche Rettung in Form von 20 Schotten. Die Schotten bezahlt und angeheuert vom Grossmeister und meiner Wenigkeit und geführt vom Knappen Gerberod von Stahleck. Babarisch, kampfeslustig und übermütig erschienen sie uns, wie sie ihr Lager errichteten und mit fremdklingenden Worten tanzend und schreien im Lager herumtollten. Die Königin hatte sich mit ihren Getreuen in das Gasthaus zurückgezogen, als gerade ein Parlamentär der Mongolen auftauchte und Gespräche führen wollte. Graf Gottfried von Greifenstein als Parlamentär der Königin verhandelte mit dem Emir der Ungläubigen. Beschimpfungen und unerhörte Forderungen des Emirs trafen auf vernünftige und überlegte Worte der Grafen, sodass ein Gespräch unmöglich war. Diese Unterredung war wohl nur eine Finte der Ungläubigen, so wie sie noch nie den Schutz der Parlamentäre und der weissen Fahne verstanden. Denn, während die Parlamentäre sprachen, wurde hinterrücks das Reichsbanner von Allerland aus dem Lager gestohlen. Als dann erneut Graf Gottfried von Greifenstein mit einer weissen Fahne und ohne Waffen als Parlamentär mit den Mongolen redete, wurde er hinterrücks und unter Missachtung aller diplomatischen Sicherheit gefangengenommen. Ein Parlamentär der Mongolen, dessen Rechte wir trotz allem immer noch respektierten, forderte die Übergabe des Reiches und der Königin, was wohl jenseits allen Machbaren ist. Die Schotten und der Knappe wollten den Grafen mit Gewalt zurückholen. Als Berater der Königin, zu dem ich gerade durch die Abwesenheit des Grafen geworden war, riet ich ihrer Majestät, es dem Knappen zu verbieten sich mittels einer sinnlosen Heldentat den Kopf einzurennen. Sie verbot ihm das Lager zu verlassen, was er enthusiastisch überging und in Verhandlungen mit den Mongolen trat. Selbst der Grossmeister des Ordens der Crusader, Witichis von Bern, der bis dato als Berater der Königin fungierte, verliess die Stätten und schlich getarnt durch den Wald, die Zofe Mara DeMauro verkleidete sich derweilen mit dessen Kleidern. Nun hatte sich eine Situation ergeben, dass praktisch keine Kämpfer mehr in der Nähe ihrer Majestät verweilten und ich sorgte mich um das Wohlergehen des Reiches. Nun schritt ich zu den Schotten und befahl ihnen sich im grossen Kreis um die Königin zu formieren. Diesen Befehl verweigerten sie, mit der Begründung, sie wurden nur auf Befehle des Knappen hören, jener derweil weilte im Wald bei den Mongolen, also erinnerte ich sie, dass mein Geld es war, dass sie hierher bewegte und sie mir dadurch gehorchen mussten. Dies stritten sie ab und verwiesen auf den Knappen. Nun zum Schluss in dieser Situation bot ich ihnen, als ob es Edelmänner seien, einen Zweikampf um die Befehlsgewalt an, feige und ängstlich lehnten sie ihn ab und warfen mich beinahe aus dem Lager. Beschämt musste ich der Königin mein Unvermögen melden. Während all dieser Schwierigkeiten war es einem von uns gelungen einen wichtigen Gefangenen zu machen: den siebten Sohn des Khans mit Namen Dschingis, jener lag mit dem Bewusstsein, dass sein Tot ihn erlösen würde vor der Königin, in einem unachtsamen Moment gelang es ihm, trotz Bewachung, einen Dolch an sich zu reissen, doch bevor er Schaden anrichten konnte, hatte ich ihn mit drei Schlägen niedergestreckt. Er wurde verletzt, gefesselt und unter Drogen ins Lager gezerrt. Kurz darauf griffen die Schotten, unter Führung des Knappen, gegen die Mongolen an, welche eine Rückzugstaktik anwanden. In dieser Situation spürte ich ein flaues Gefühl im Magen, nur ein Ritter war in der Nähe der Königin, der edle Dietrich von Reinstein, kein Soldat und kein Schotte mehr weit und breit. Also riet ich, als Berater der Königin, dass der Hofstaat sich in das gut zu verteidigende Gasthaus zurückziehen solle.


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5. Der Überfall der Mongolen
In jenem Momente, als uns alle Ritter, bis auf den wackeren Dietrich von Reinstein, verlassen hatten, griffen die Mongolen an, ich stand direkt neben Dschingis und da dieser jetzt wohl nicht mehr nötig war stiess ich ihm den Dolch in den Hals, einen Herzschlag später rannte ich schon zur Königin, um ihr Leben mit dem meinen zu schützen. Als erstes sah ich wie ein Berg von einem Ungläubigen auf meine Serafina einstach, mit kalter klarer Bereitschaft zum Töten und getötet werden, sprang ich auf den Mongolen und stach mein Messer bis zum Heft in sein verdorbenes Herz. Ich nahm die Edeldame am Arm und zog sie ganz unhöfisch vom Kampffeld in ein Versteck. Diese Aktion war nur einige Herzschläge lang gegangen und währenddessen waren meine Augen auf dem Kampffelde, um die Königin zu erspähen, kaum hatte ich sie gesehen wusste ich was zu tun war. Ein paar Mongolen mussten daran gehindert werden die Flucht der Königin zu vereiteln, das Nötige wurde getan und weil Gott auf unserer Seite war, geschah keinem der Hofdamen ein Leid. Als die Mongolen alle erschlagen oder geflohen waren eskortierten wir die Königin zum Gasthaus, auf dem Weg dorthin trafen wir den Knappen Gerberod von Stahleck, wie er mit den Worten: "Meine Königin, ich habe den Khan erschlagen", zu uns trat. Bei sich führte er ein goldenes Teil mit vier Ecken und zwei aufgemalte gekreuzte Schwerter. Das gleiche Teil, wie es die Königin am Gürtel trug. Ihre Hoheit befürchtete sofort, dass es das Teil sei, das der König am Gürtel trage, aber später stellte sich dies als Täuschung heraus. Als dann endlich die Königin im Gasthaus einzog und jenes mit Wachen und Schotten gesichert war, konnte ich aufatmen und mich um anderes als die Sicherheit der Edeldamen kümmern.


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6. Die Teufelsanbeter
Das Reich durchstand eine Krise, das Reichsbanner, dass Symbol der Kampfkraft der Armee, war in Feindeshand. Kein Kämpfer, sei es Ritter oder Bauer, wurde mit ganzem Herzen im Kampfe sein, solange das Reichsbanner in Feindeshand weilte. Wir hatten unsere nackte Haut gerettet, aber sahen noch nicht, dass das Reich von Innen heraus verfaulte, kein Pfaffe, kein Ritter oder Fürst konnte uns helfen, wenn die Einigkeit und der Schwur auf das Banner nicht existierte. Mit diesen schweren Gedanken beschäftigt, sprach mich Witichis von Bern an und erzählte von dem Briefe, der am ersten Tag in Schwarzenseel bei dem Bote gefunden ward. Der Brief enthielt Worte, die rückwärts, wie vorwärts zu lesen waren, das Kreuz geschlagen dreimal, Worte die von einem Ritual sprachen, dass abgehalten werde, um ein Reliquie des Reiches zu zerstören, um das Reich zu zerstören, geschrieben war er von einem, der sich frater mors nannte. Der Brief war an einen Mann gerichtet, der als letzter in den Bund der Teufelsanbeter treten solle, um den Kreis zu schliessen und das Reich zu teilen. Witichis von Bern sprach zu mir und sagte, er würde die Rolle des Briefempfängers annehmen und als Judas wieder den Kultisten stehen. Wir einigten uns darauf, mit Genehmigung der Königin, einen Beobachter als Rückendeckung einzuteilen, Witichis von Bern solle Kontakt mit den Kultisten aufnehmen und in letzter Minute das Ritual vereiteln, auch unter Einsatz seines Lebens. Die Rückendeckung, ich wählte dazu die, als zuverlässig bekannte, Rittmeisterin Éoghan ap LLangenydd, solle nur beobachten und nicht eingreifen. Die Rittmeisterin verfolgte den Grossmeister des Ordens der Crusader den ganzen Abend und die ganze Nacht, ohne das etwas geschah. Am Abend hörte man die Wölfe heulen und aus allen Munden hörte man die Mär von einem Wehrwolf, der sein Unwesen treibt um Schwarzenseel. Die Dörfler erzählten, dass er schon drei Opfer sich geholt hat, darunter die Tochter und die Frau des Bürgermeisters. Zu unserer Sicherheit schickten wir zwei gewandte Kämpfer in den Wald. Den Jäger und Thorkel Gunnarson, ihr Auftrag war es, das Mongolenlager zu finden und den Standort zu melden. Kaum waren jene in den Wald geschickt, kam ein Bote von den Mongolen und brachte eine Botschaft: Den Siegelring und Finger des Grafen Gottfried von Greifenstein. Der Knappe Gerberod verfolgte den Mongolen, dieser wurde dessen gewahr und flüchtete in unbegründeter Angst und ohne weisse Fahne in das Gasthaus. Dort wurde er von dem Tattergreis von Bürgermeister niedergestreckt.


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7. Die Apokalypse droht
Aufgrund der späten Stunde und der Gefahr durch die Mongolen wurde das Heerlager aufgegeben und alle zogen in das Gasthaus zurück. Schon wollten wir aufatmen, weil die Gefahr für das Reich für uns nicht mehr sichtbar war, aber sofort wurden wir eines besseren belehrt. Zeichen und Boten erreichten uns aus dem Reiche und diese waren weit übler als unsere Befürchtungen reichten. Zwei Vorboten des Gehörnten strichen durch unser Reich. Der Hunger und die Pest machten sich breit und erreichten gar unser Gasthaus. Uns wurde klar, dass, wenn wir nicht alles versuchten, um das Reichsbanner zurückzuerlangen, würden diese zwei wüsten Gestalten und ihre zwei Brüder erbarmungslos über das Reich herfallen. Wie wir befürchteten, machten sich die Mongolen daran, unser aufgegebenes Lager zu brandschatzen und alles zu vernichten. Ich meldete mich ab bei der Königin und machte einen kurzen Besuch bei der Dame meines Herzens, um mir ihr Gesicht einzuprägen, aufdass es vor meinen Augen erscheine, sollte der Tot seine langen Finger nach mir ausstrecken. Ich ergriff ihre Hand, hauchte einen Schwur und stürzte mich in den Wald, um das Lager der Mongolen zu finden und das Banner zurückzubringen. Zwei Getreue nahm ich mit, den Thorkel Gunnarson und seinen Gefährten den Jäger. Wir schlichen durch den Wald und suchten leicht bewaffnet nach dem Lager und dem Banner. Den ersten Posten, den wir fanden erschossen wir mit unserer Armbrust. Einen weiteren Trupp Mongolen konnten wir von hinten erstürmen und niedermähen, noch bevor wir gewahr wurden. Nach langem Suchen dann, fanden wir das Lager, verwüstet und niedergebrannt, drei Leichen lagen herum und viel Blut sammelte sich auf dem Boden, kein Banner und keinen Grafen fanden wir, also zogen wir enttäuscht zum Gasthaus zurück. Dort erzählte man uns, dass der Knappe Gerberod und eine Anna wohl das Glück hatten vor uns das Lager zu finden und die Wachen niederzumähen. Darauf wurden sie gefangengenommen und weil sie ehrenhaft gekämpft hatten, von den Mongolen freigelassen, zusammen mit dem Grafen Gottfried von Greifenstein. Am Abend noch erschien eine wichtige Frau, mit Namen Wala und der Berufung eine Seherin zu sein, ich konnte sie ankündigen bei der Königin, wohl aber leider nicht ihre Worte verstehen. Als ich erneut ins Gasthaus zurückkam, war die Königin wohl schon zur Kemenate gegangen und ebenso die edle Serafina. Den Grafen hatten wir wieder, doch in einer Verfassung, dass er zwischen Leben und Tot schwankte, das Reich lag fast in Trümmern, der Hunger und die Pest breiteten sich aus, die Sünde und die Unzucht verweilten im Lande und der Tod würde bald viel zu tun haben. Auch im Gasthaus hatte sich das Bild geändert, leichtes Weibsvolk war an der Stätten und bot seinen Körper feil, unsittlich und keineswegs schamhaft, trieben diese Vorboten der Hölle ihr liederlich Werk. Wohl, war es kaum erstaunlich, als Gott ihnen ihre Strafe zuteilte. Einige Zeit, nachdem eine Zigeunerin mit einem Mannsbild das Gasthaus verlassen hatte, rannte Falk herein und schrie, eine Tote läge zwei Schritt im Wald vor der Gaststätte. Schnell eilten wir hinaus, um vor einem Schreckensbild zu erstarren, das halbe Gesicht war dem armen Kind wohl in bestialischer Wut zerrissen worden, der ganze Körper blutverschmiert und kein Leben war mehr in ihr. Witichis von Bern entdeckte in der Hand des Weibes ein Stück einer Halskette, die sie wohl ihrem Mörder im Todeskampf abgerissen haben musste. Lange noch in der Nacht, redeten der Grossmeister Witichis von Bern, Wîlrûn und ich über die Zustände im Reich, was zu tun sei, aufdass wir mehr als nur die Scherben von Allerland in unseren Händen halten können. Spät in der Nacht und völlig übermüdet sanken wir dann in unsere Betten.


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8. Der Grossmeister des Ritterordens von Allerland
Am nächsten Morgen in aller Frühe standen wir wieder bereit, um den Plagen, die unser Land schüttelten zu trutzen. Der erste Dienst war das Lager, das die Mongolen in der Nacht zerstört hatten, wieder aufzubauen, danach wurde im Gasthaus ein Gerichtssaal eingerichtet. Als der Bürgermeister ahnungslos? in das Gasthaus kam, wurde er in Gewahrsam genommen und es wurde ihm der Prozess gemacht. Der Teil der Kette, den die Zigeunerin in ihrer Hand hielt, gehörte an seine Amtskette, seine scheinbare Tattrigkeit und die Beweglichkeit, beim Kampf gegen einen Mongolen waren nicht in Einklang zu bringen und endlich war der Tot an seiner Frau und Tochter der letzte und wichtigste Punkt. Aber die Königin hatte genug Lügen und Ausflüchte von ihm gehört und sah seine Schuld als bewiesen an, sie liess ihn in den Kerker führen. Nachdem er noch einmal nach Waffen durchsucht wurde, führten ihn zwei bewaffnete Wachen ab, welche einige Minuten später betrübt am Gasthaus ankamen und von der Flucht des Bürgermeisters berichteten. Doch bevor wir noch uns in Ärger und Selbstanklage ergeben konnten, kam endlich unsere Rettung. Der Grossmeister des Ritterordens von Allerland, Gewinner der Grossmeisterturney und oberster Heerführer, Graf Hartmut von Ebernfels. Die Pest war im Land, überall herrschte der Hunger und der Unmut und die Kampfesmüdigkeit des Volkes machten sich breit, doch nun würde unser oberster Heerführer mit Disziplin, Stärke und seinem Führungstalent das Heer organisieren und die Mongolen vernichtend schlagen, auch ohne Reichsbanner. Wir bezogen, unter Anleitung des Grossmeisters, das Lager, dort angekommen konnten auch die Zeichen der Pest, die überall auf den Gesichtern unserer Mannen sich zeigten, unsere neu aufgekeimte Hoffnung, nicht bremsen. Als die Seherin Wala zu uns kam und in mystischen Worten zu uns sprach, konnten wir spüren, wie uns eine offene Hand gereicht wurde welche wir nur zu ergreifen hatten, um geeinigt in die Schlacht gegen die Ungläubigen zu ziehen. Jene hatten wohl bemerkt, wie gefestigt und gestärkt unser Lager war und hatten sich darauf verlegt, kleine Zermürbungsangriffe zu starten, die unsere Moral eigentlich hätten stärken müssen. Aber, nun eigentlich steht es mir nicht zu, einen Grafen, und dann noch den Grossmeister des Ritterordens zu beurteilen, aber diese Worte müssen gesagt sein, auch wenn es meinen Kopf kostet. Der Grossmeister, der ein Licht in der Brandung für uns schien, war das Irrlicht, dass ein Boot auf ein Riff lenkt, er brüllte und tobte Befehle, die zusammenhangslos und sinnlos waren, er schrie die Königin an! Er ignorierte Befehle der Königin! Er schafte es nicht eine geordnete Verteidigung im Lager zu organisieren und war in allen Dingen hilflos. Nun er mag wohl der beste Kämpfer im Reiche sein, aber dann solle man ihn im Kampf in die vorderste Front schicken, aufdass er 30 Mongolen mit in den Tot nehme, aber Menschenführung, Heerführung, Organisation und Taktik sind die wichtigen Punkte die geprüft werden müssen, um einen Heerführer zu ernennen! Möge Gott uns leiten, wenn ein neuer Heerführer alsbald gesucht wird.


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9. Das neue Reichsbanner
Irgendwann an diesem niederschlagenden Tag, traf ein weiterer Adliger im Lager ein, ein stiller Mann, der allerdings einen klaren Blick und einen sicheren Geist besitzt, sein Name ist Baron Ascalande von Adelsberg. Ausserdem wurde bei einem Mongolen, der das Lager überfallen wollte, ein Schriftstück gefunden, dass unser grosser Feind Hartmut aus Staufenberg an einen Verräterfreund im Lager geschrieben hatte. Dieses Schriftstück wurde nur von den Augen der Königin und den meinigen betrachtet und wir beschlossen, es nicht zu verlautbaren, da wir das Schriftstück als Finte und als Verrat des Erzverräter Staufenberg erkannten. Ich schwor der Königin, dass der Name niemals über meine Lippen kommen würde, oder meine Finger ihn niederschreiben würden, aufdass er nie in den Verdacht gerät. Ein wunderlich Ding geschah noch, es kam ein Bauer in das Heerlager und brachte einen Edelstein von heiliger Grösse und sprach er wäre vom Himmel direkt auf seinen Kopf gefallen und er wolle ihn den hohen Leuten bringen, ich gab ihn der Königin, allein schon weil es Gesetz ist und weil er in ihrer Hand ein einzigartiges Feuer entwickelte. Die Edeldamen machten sich nun, wie von der Seherin angewiesen, daran ein neues Reichsbanner zu nähen. Ein fahrender Händler hatte die rechten Stoffe dabei und so wurden die Stoffe geschnitten und gestickt, wohlgemerkt, das neue Banner wurde genauso gestickt, wie das alte geweihte Banner aussah. Während all der Geschäftigkeit hatte die Königin noch genug Muse nach dem dritten Teil aus vier Ecken suchen zu lassen, denn jene Teile sollen derer fünf im Reiche zu finden sein und würden benötigt, um zusammen einen Stern aus fünf Strahlen zu formen, welcher zur Weihe des neuen Reichsbanners benötigt würde. Viele Versuche wurden unternommen, um die rätselhaften Worte der Seherin zu deuten, Witichis von Bernd, Rittmeisterin Éoghan und ich, Baron Theobald von Teufelstal, wir machten uns auf, um jenen unheiligen Ort den wir auf unserer Anreise von Heidensteinbach fanden, zu untersuchen. Ebenso machten sich Graf Gottfried von Greifenstein, welcher die Distanz zum Lager und damit zum Grossmeister gewählt hatte, erneut die Rittmeisterin, die sich durch fast fanatische Loyalität zum Königshaus auszeichnete, meine Wenigkeit, sowie eine Bettlerin Anna auf den Weg, nach einem Kloster, um jenes zu inspizieren. Leider kamen wir nicht dazu, denn ein Mönch traf uns auf dem Weg und berichtete uns, dass das Kloster wohl drei Tagesritte noch entfernt sei und unsere Zeit hätte einen solchen Ritt nicht zugelassen, also kehrten wir in das Lager zurück.


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10. Die Druidin auf dem Berg
Auf einmal tauchte dort ein wunderlicher alter Mann auf, dessen Auftreten eine grosse Stärke ausstrahlte, sein Name war Baltasar, er sprach zu uns und bat uns, ihm zu einem Felsen der Macht zu begleiten. Der ganze Tross, mit der Königin in der Mitte machte sich auf, um zu Druiden in den Wald zu pilgern. Nun gab es sich zu dieser Zeit, dass einige der Gefolgsleute an Schwäche und Schüttelfrost kaum den Weg zum Felsen gehen konnten und unter dem Felsen angekommen, schien es mir unmöglich den Weg nach oben zu nehmen. Oben angekommen empfing uns eine schöne junge Frau, deren Augen die Weisheit des Alters widerstrahlten. Ich sah die Zeichen des siebten Zirkels an ihr und sank vor Ehrfurcht nieder. Nach aufmundernden Worten, aus denen die Anwesenden alle Hoffnung schöpften, gab sie jedem einzelnen von uns einen Trank und einen Talisman. Sie versprach Linderung für die Nöte im Reich zu bieten und uns zu unterstützen bei der Weihe des neuen Banners. Als alle mit einer kleinen Flamme der Hoffnung den Berg hinabgestiegen waren, tauchte wie von Hexenhand unser Erzfeind Staufenberg auf dem Berg der Macht auf. Sofort stürmten einige Recken den Hang hinauf, um dieses Eitergeschwulst auszumerzen. Auch mich hielt nichts zurück den zweiten Gang auf den Berg anzutreten, doch ob meiner Schwäche, kämpfte ich mehr gegen den Berg, als gegen die Mongolen die uns erwarteten und den Rückzug des Erzschlächters deckten. Erschöpft, aber etwas Farbe im Gesicht, trat der Trupp den Rückzug an, um das Heerlager wieder zu besetzen. Dort verweilten wir den restlichen Tag, bis wir am Abend den Rückzug in die Gaststätte antraten.


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11. Der TOD im Land
Am frühen Abend konnte man bereits in jedem Gesicht die Zeichen der Krankheit finden, die unser Reich hinwegraffte. Damit nicht genug, ertönte der grausame Schrei durch die Nacht: "Der TOD ist im Land, Gevatter TOD und Gevatter Krieg raffen selbst die Stärksten zugrunde." Ein Gedanke wars, die Königin zu beschützen und bevor drei Herzschläge vorbei waren befand sich die Königin und ein kleiner Hofstaat unter meinem Schutz schon auf der Flucht, eine Flucht die Anfangs sinnvoll schien, aber immer mehr am Sinn verlor. Wir rannten weg vor dem TOD, jenem Meister, der keine Zeit kennt und damit keine Geduld, der Endgültige, welcher immer zur rechten Zeit, am rechten Ort ist und keine Seele kann sich ihm entziehen, kein Gold der Welt kann ihn kaufen und kein Kaiser oder Papst ihm befehlen. Zuerst als wir zurückkehrten dachten wir der TOD hätte ein mildtätiges Werk getan und den Grossmeister, welcher verschwunden war, zu sich geholt, aber man berichtete uns, es wäre der Sergeant der Wache gewesen, den der TOD zu sich gerufen hat. Der Schrecken, der in unsere Gliedern steckte, wurde durch ein weiteres Zeichen der Hoffnung gedämpft. Die Zeichen der Pest, auf den Gesichtern der Freunde und Mitstreiter, verloren an Schrecken, der Grossmeister Witichis von Bern gar schrie vor Freude und Trauer zugleich, dass er den TOD leibhaftig gesehen haben will und der Tod ihm seine Sanduhr zeigte, welche noch lange rieselt, bevor sie zu einem Ende kommt, auch solle der TOD in leibhaftiger Form das vierte Viereck gebracht und uns übergeben haben. Nach einigen Stunden erst schien sich die Gruppe der letzten Kämpfer, im Geiste und mit dem Schwerte, beruhigt zu haben, man spürte den Drang jedes einzelnen, endlich etwas zu leisten um das Reich zu wahren, man spürte die feine Nervosität jedes einzelnen, die Wachsamkeit und auch das Vertrauen. Als Berater der Königin, massen wir dem Ritual der Teufelsanbeter, dass hoffentlich in dieser Nacht durchgeführt werden sollte eine grosse Bedeutung zu, möglicherweise würde das fünfte Teil bei ihnen gefunden und wir könnten in dieser Nacht das Reichsbanner neu errichten.


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12. Das unheilige Ritual
Der Trupp, der Witichis von Bern zu jenem Ritual folgen sollte wurde neu zusammengestellt: Knappe Gerberod als Gruppenführer, Graf Gottfried von Greifenstein als militärischer Führer, Baron Theobald von Teufelstal als taktischer und logistischer Berater, Ritter Dietrich von Reinstein, die Rittmeisterin Éoghan, Knappe Markward Pfeil von Elberfeld, Thorkel Gunnarson und der Jäger, und als wichtigste Person, das Kräuterweib Wîlrûn. Wir folgten dem Grossmeister des Ordens der Crusader in drei Gruppen um eine Entdeckung zu vermeiden, als uns der Ort des Rituales gewahr wurde, blieb uns nur ein Weg, unentdeckt zu folgen. Wir mussten eine lange Strecke über die Felder rennen und geschlossen angreifen. Unser Graf und das Kräuterweiblein hatten etwas Schwierigkeiten schnell zu folgen und der Angriff wurde sehr verzögert. Als wir dann endlich ankamen, waren sechs der Verdammten tot am Boden, eine Jungfrau tot auf einem unheiligen Altar, unser Witichis wie tot auf dem Boden und zwei Bauern beweinten das Mädchen. Als ich den Raum betrat, der mit Blut und unheiligen Gerüchen voll war, und die Toten alle sah, wurde mir klar, dass Witichis nicht alle hätte töten können. So dachte ich, dass dieses Ritual gelang und jener Bauer, behaart und finster, der da stand, wohl eher dem Gehörnten ähnlich sähe, als einem Mensch. Als die Bauern das Mädchen nahmen und mit ihr dem Ausgang zu gingen und dann wie von Zauberhand verschwanden, da wurden meine Beine weich und ich betete zu Gott, dass alles nur eine Probe sei und nicht die Wahrheit. Trotz all der düsteren Gedanken fand ich beim Durchsuchen der Unmenschen das fünfte und letzte Viereck, dass Graf Gottfried von Greifenstein sofort zur Königin brachte. Wîlrûn versuchte Witichis zu heilen und hatte sich auch an der Jungfrau versucht, mit dem Erfolg, selbst in Ohnmacht zu fallen. Wir brachten alle zurück ins Gasthaus, nicht ohne den Raum mit einem Kreuz zu versiegeln, bis ein Pfaff sich darum kümmern konnte.


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13. Das heilige Ritual
Zurück im Gasthaus erfuhren wir von Witichis, dass die Bauern die Unheiligen niedergestreckt hatten und, dass das Ritual möglicherweise zum Teil gelang. Das fünfte Viereck wäre dadurch entweiht und müsste in einem heiligen Ritual der Kirche geweiht werden. In strömendem Regen stellten sich vier Ritter in vier Himmelsrichtungen auf, sprachen heilige Worte der Bibel und segneten die vier Teile. Das fünfte Teil wurde mit den anderen in Verbindung gebracht und mit heiligen Worten der Bibel gesegnet. Die Königin selbst weihte das fünfte Teil und vertrieb alles Böse aus ihm.


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14. Das wahre und alte Ritual
Nun war es vollbracht, wir hatten den Stoff eines Banners, eine Bannerstange und die fünf Teile des Fünfsterns. Wir waren bereit und konnten unter Anweisung Baltasars zu dem mächtigen Steine gehen. Am Fusse des Berges, war es nur ein kleiner Schritt dahin ein neues Reichsbanner zu erlangen, als uns die zwei Pfaffen, die wir zur Weihung des Rituales benötigten die Hilfe versagten. Sie stritten und schrien, unsere Seelen wären in Gefahr und wir würden der Hölle Einzug in Allerland gewähren. Da wir einen Geweihten brauchten, wurde Guy von Cadwallon befohlen den Weg zum Berg zu folgen. Die Pfaffen wurden voll Schande am Berge zurückgelassen. Oben angekommen sprach Baltasar die Worte: "So trete jeder den ich nun nenne mit einem Teil des Fünfsternes hier hervor. Die weltlichen Macht, die Königin. Die Jungfrau, Mara DeMauro. Der Kämpfer, der Grossmeister. Der Geistliche, Guy de Cadwallon. Ich werde das Fünfte an mich nehmen, aufdass das Ritual gelinge." Er sprach magische Worte, warf die fünf Teile in ein Feuer und zog einen geschmiedeten Fünfstern daraus hervor. Er nahm das Banner und die Bannerlanze, verband die drei Teile zu einem und sprach: "Nun gebe ich Euch das neue Reichsbanner, aufdass ihr es Eurem Heere vorausführet und gemeinsam jede Schlacht gewinnen mögt." Glücklich und zufrieden, mit neuer starker Hoffnung im Bauch kehrten wir zum Gasthaus zurück. Wir haben gekämpft, unser Leben riskiert und Freunde in der Schlacht sterben sehen, wir haben grosse Strapazen auf uns genommen und jetzt lag die Belohnung in unseren Händen. Wir alle spürten die Kraft des Reichsbanners, wir waren uns sicher, dass dieses Banner den Tod aller Mongolen in Allerland versprach. An diesem Abend wurde gesungen und getanzt und nur fröhliche Worte gewechselt, in dieser Nacht gab es nur einen, der schlecht schlief, ohne zu wissen warum hatte er Albträume. Albträume davon, dass die Ritter von Allerland kommen um ihn zu holen, um seinen Körper zu zerschlagen und seine Verräterseele in die Hölle zu tragen.


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15. Die sinnlose Beichte
Am nächsten Morgen strahlte die Sonne wie ein Zeichen des Guten am Himmel auf uns herab. Mir war, als ob die Sonne am Firmament unserem Banner gleich, vor uns, in der Schlacht als Zeichen die Kämpfer einigte und ihnen Mut und Tapferkeit brachte. Die Freude meines Herzens war mir wohl in mein Gesicht geschrieben. Als ich in diesem Traum von Sonnenlicht, dem Anblick meiner Herzensdame gewahr wurde, wahr mir als ob mein Herz, gleich einem Vöglein der Sonne entgegen fliegen und singend und jubilierend dem Höhenrausch anheim fallen wolle.

Der Tag war wie geschaffen, um den TOD, den Krieg, die Pest und den Hunger aus unserem friedlichen Land, mitsamt der Mongolen hinauszutreiben. Als alle, nach dem Frühstück am Lager zusammengetreten waren, um der Königin zu huldigen, kamen, drohenden Erzengeln gleich zwei Pfaffen den Berg herab und sprachen: "Dies Zelt sei nun ein Gotteshaus und gebe uns die Macht alle hier nach Stand zur Beichte zu laden". So ging die Königin in das Zelt und legte die Beichte ab und tat Busse. Als sie aus dem Zelt trat, nachdem die Pfaffen ihr ihre Gedanken formten, sprach sie zum gesamten Tross die Worte: "Die Catholica warnet unsere Seelen davor jenes unheilige Banner in die Schlacht zu nehmen, aufdass wir ansonsten dem Teufel Einzug in Allerland böten. Die Vertreter Gottes auf Erden fordern, dass wir das Reichsbanner öffentlich im heiligen Feuer reinigen. Den Weg den Allerland sonst nähme wäre der Weg in die Hölle". Als ich die Worte der Pfaffen aus dem Mund der Königin hörte nahm ich meinen Dolch und warf ihn der Königin zu Füssen in den Dreck, gefolgt von Graf Gottfried von Greifenstein, dessen Schwert neben dem meinen zu liegen kam. "Ich werde nicht kämpfen ohne Banner und wenn ihr das Reichsbanner verbrennt, so verbrennt meinen Leib gleich mit." Nach langem Streit gaben die Pfaffen zu, dass sie sich wohl geirrt hatten und sprachen: "Den ersten Kampf wollen wir als Gottesurteil sehen, kämpft unter dem Banner des Kreuzes in den Farben von Cadwallon, solltet ihr siegen, so ist das Reichsbanner von Gott gesegnet und ihr dürft es in die Schlacht führen." Ich denke die Kirche sah, dass wenn Allerland den Ungläubigen zufällt, werden auch die Pfaffen hängen, aus diesem Grund haben die Pfaffen schon oft ihren Glauben verraten.


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16. Die erste Schlacht: Das Massaker
Doch als wir noch redeten über Glaubensdingen, sahen wir die Ungläubigen kommen, und wenn ein Pfaffe Ungläubige bekehren kann, dann lässt er von kleinen Sündern ab. Der erste Kampf fand weit weg von unserem Lager statt und es war ein brutaler Kampf. Mit dem Banner des Kreuzes geführt, liessen unsere Recken keinen Mongolen ganz. Den Lebenden wurde das Leben genommen, den Toten der Körper zerteilt. Unter dem Banner des Kreuzes wurde erbarmungslos gemetzelt. Als dann auf einer Anhöhe gar der Sohn des Teufels in Form des Erzverräter Staufenberg erschien, waren unsere Recken nicht zu halten und stürmten den Weg zu unserem Judas. Vom Pfeilhagel der Mongolen aufgehalten, mussten unsere Ritter weichen und unter Beschimpfungen kehrten sie in unser Lager zurück. Ich hatte während des Kampfes die Aufgabe auf die Edeldamen zu achten, die im Lager blieben und Gott ist mein Zeuge es war nicht leicht, jene im Lager zu halten, aufdass sie nicht mit Dolchen bewaffnet in den Kampf rannten. Als unsere Ritter mit Mittelchen und Kräutern wieder aufgepeppelt wurden, erschien der Knappe Francesco Casenna di Lucar mit schlechter Nachricht. Der König war mit seinem Heer von 1000 Mann zusammen mit Duke Roderick of Warwick und Geoffrey of Wilshore in einen Hinterhalt der Mongolen gefangen. Die Allerländer starben am Krieg, Hunger und Pest wie die Fliegen. Wenn keine Unterstützung komme, dann wäre der König und das Reich verloren. Diese traurige Nachricht, des treuen Italieners liess unsere Herzen bluten und alle schauten wie ein Mann auf unser Banner, dass wie ein Zeichen unserer Einigkeit und unseres Kampfeswillen über unseren Köpfen wehte. Jetzt und hier wurde mit weniger als 20 Mann die Schlacht geschlagen, die unser Heimatland rettete. Nicht 1000 Mann, noch der König, weder der Grossmeister, noch das Reichsbanner oder der rechte Glaube sind es, die uns den Sieg bringen, sondern der vereinte Kampfeswille, all unser Streben nach Freiheit und Frieden und unser Lebenswille, der in diesem Lande verankert ist wird uns den Sieg bringen. Alle waren mit diesem Gefühl beseelt, nur einer dachte an diesem erhabenen Moment nur an seinen Rum und an seine Rache, als Witichis von Bern die Gelegenheit im letzten Kampfe sah den Verräter zu erstechen, wurde er brutal von Grossmeister zurückgehalten. Jetzt, nach der Schlacht, forderte Witichis von Bern sein Recht auf Sühne und ein Duell auf Leben und Tod, aber der Grossmeister versagte ihm dies Recht und erzürnte Witichis von Bern derart, dass er seine Farben, sein Banner und seinen Waffenrock auszog und nur als Kämpfer nicht als Grossmeister des Ordens der Crusader in den Kampf zog. Die Königin und ich beschworen unseren Waffenbruder den Zorn auf Wolfram nicht am Reiche auszuüben, aber jener verhielt sich wie ein wahrer Ritter und gelobte der Königin weiter in der Schlacht sein Werk zu tun. Kein anderer Ritter hätte an seiner Stelle so Treu und Tapfer gehandelt.


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17. Die zweite Schlacht: Wolfram wird verletzt
Die zweite Schlacht war geprägt von überragenden Taktiken der Ritter, zuerst formierten sie eine langgezogene Schlachtlinie, dann hatten die Ritter Einzeltaktiken, die allerdings wenig koordiniert schienen. Die Einzeltaktiken förderten den Sieg und liess die Mongolen ohne einen Vorteil wieder abziehen. Nach diesem Kampf war Wolfram am Fuss sehr verletzt und andere Recken hatten auch einige Schrammen. Die Mongolen schickten nach dieser Schlacht einen Parlamentär, der wohl die letzten Drohungen der feigen Schweine wiederkäute. Noch ohne den Mongolen Ruhe zu gönnen formierten wir uns sofort wieder.


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18. Die dritte und vierte Schlacht: Die Schildkröte
Die Ritter besannen sich einer neuen Taktik und der Hauptmann von Schwarzenseel hielt eine kurze Rede um das Volk aufzumuntern. Mit der Schildkrötentaktik der Römer walzten sich die Ritter und Kämpfer zu den Mongolen vor, die unserem Lager recht nahe kamen. Da beide Seiten zuerst eine passive Taktik wählten, konnte unsere Armbrust auf Idealentfernung einige kritische Treffer landen, wichtiger war aber noch, dass die Treffer der Armbrust die Mongolen aus der Reserve lockten und sie überstürzt angriffen. Dadurch konnten sie schnell niedergemäht werden. Zwischen jenem und dem nächsten Kampf geschah, was ich die ganze Zeit befürchtete, dass sich einzelne Mongolen hinter das Lager schlichen und Selbstmordangriffe in unser Lager führten. Glücklicherweise war ich im Lager geblieben und konnte blitzschnell reagieren und den Ungläubigen mit einigen Schlägen auf den Boden zwingen. Die vierte Schlacht lief ebenso wie die dritte ab, obwohl die Mongolen vor der Schlacht ein paar heidnische Rituale und Hexerei betrieben. Am Ende waren alle niedergemäht und unsere Recken bluteten aus unzähligen Wunden. Ab diesem Kampf wurde mir von der Königin befohlen mitzukämpfen, mit schwerem Herzen liess ich die Edeldamen allein und unter der Obhut der Schwerverletzten, aber ich sah ein, dass jeder Mann an der Front benötigt wurde, um diese Schlacht zu gewinnen.


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19. Die fünfte Schlacht: Der Krieg der Banner
Die fünfte Schlacht näherte sich und alle sahen, dass die Mongolen ihre Reserven in die Schlacht schickten. Als sie näher kamen erkannten wir, dass nun die letzte, die entscheidene Schlacht geführt wurde. Die Mongolen führten ihr Banner in die Schlacht. Schnell wurde unser Reichsbanner geholt und wurde in die Schlacht getragen, dieser Kampf wurde über die Zukunft von Allerland und unser aller Leben entscheiden. Wir schickten die Schildkröte in die Schlacht, liessen aber auch ein paar Einzelkämpfer die Kampffront erhöhen, die Mongolen wählten auch diese Taktik und bemerkten allerdings nicht, wie sie immer mehr eingekesselt wurden. Hätten wir sie erst einmal fixiert, wären wir wie Bären auf sie gestürzt. Auf einmal löste sich ein Kämpfer auf der Seite der Ungläubigen und rannte in einem Bogen auf die Armbrustschützin, er muss mich übersehen haben, den bevor er unsere Armbrust erreichen konnte, hatte ich meine beiden Dolche in seinen unheiligen Körper versenkt. Die Schlacht tobte unterdessen und die Kämpfer auf beiden Seiten wüteten wie Besessene, als mir gewahr wurde, das ein Zwerg von einem Mongolen, welcher das Banner der Ungläubigen trug mit kleinen Stummelbeinen auf unseren Bannerträger zurannte um das Banner zu stürzen. Mit schnellen Beinen rannte ich hinzu um zu helfen, konnte aber nur noch zusehen wie unsere Edeldamen mit Dolchen und "Backsteinen" auf den armen Zwerg einschlugen. Zwei Herzschläge später war dieser wieder allein, obwohl er wie tot dalag, schnappte er sich einen Dolch und schleppte sich auf unser Banner zu. Da nahm in höchstem Heldenmut, die tapfere Serafina Magdalena Linocente die zweihändige Axt eines Gefallenen und trieb sie dem Bannerträger zwei Fuss in die Brust. Da ich sah, dass die Schlacht nahezu zu Ende und der Sieg auf unserer Seite zu sein schien, nahm ich die Edeldamen mit mir und ging in unser Lager und damit in die Sicherheit zurück. Nur wenige Augenblicke später hallte der vielkehlige Ruf unserer Recken über das Schlachtfeld: "SIEG". Allerland ist unser und keiner, weder die Goldene Horde, noch die Söhne des Windes, weder die Ungläubigen, noch der Gehörnte selbst werden unser Land erringen, solange es Frauen und Männer, wie jene gibt, solange die Einheit des Reiches in jedem Einzelnen lebt, werden wir jedem Feinde trotzen. Solange wir zusammenhalten, die Zwietracht, die Intrige und den Hass unterdrücken, solange Einer zum Anderen hält, wird dieser Verein Allerland bestehen.


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20. Der Heiratsantrag
Über die Hofhaltung am gleichen Tage noch, möchte ich nur wenig berichten, nur einen Moment, der für mich der wichtigste war. Als der König seine Lehensherren zu einer Audienz rief, trat auch ich vor, als mein Namen gerufen wurde, doch kniete ich kühn vor König Raban hin und sprach: "Mein König an Euch hab ich mit Verlaub keine Bitte, doch an Eure Gemahlin, die Königin möchte ich ein paar Worte richten", als mir das der König genehmigte sprach ich zur König: "Meine Königin ich bitte Euch untertänigst um die Hand Eurer Leibzofe Serafina Magdalena Linocente". Die Königin fragte mich, ob ich den schon mit meiner Herzensdame darüber gesprochen hätte und ich antwortete wahrheitsgemäss mit nein. Dann fragte sie mich, ob sie ihre Leibzofe rufen sollte und ich wünschte es so. Als nun die edle Serafina Magdalena Linocente in ihrer berauschenden Schönheit vor mir und dem Throne stand, sprach ich zum Volk und zu meiner Dame: "Ich Baron Theobald von Teufelstal möchte Euch edle Serafina Magdalena di Linocente um Eure Hand bitten." Vor Verzückung und Glück wohl fehlten der Edeldame die Worte und auf Anraten der Königin bat sie sich, wie es Brauch ist, eine Bedenkzeit aus. Ich gewährte ihr die Bitte und geleitete sie zu ihrem Platze. Bevor meine Dame ihre Entscheidung nicht getroffen, oder nachdem sie sich für mich entschieden hat, gelobe ich, jeden Edelmann oder Ritter auf ein Duell auf Leben und Tod zu fordern, wenn er ein falsches Wort über meine Dame spricht.

Wer sie lobpreist sei mein Freund, wer sie schmäht sein mein Todfeind.

Gezeichnet im April des Jahres 1194 im Teufelstal
Baron Theobald von Teufelstal

30.07.2005 um 20:20 Uhr

Düsterbrook - Tage der Finsternis

von: TinoD

Ich fand diesen Con einmalig und er ist für mich einer der allerschönsten Cons, die ich je erlebt habe. Die Menge an Spielern (750+)- besonders bei der Belagerung - war unwiderstehlich genial.

Der Conbericht ist etwas mit mehr Hintergrund gefüllt - das heißt nicht, dass alles stimmen muss, schließlich ist es ja ein Charakter- Bericht und damit bewusst subjektiv.

Meiner persönlichen Meinung zu dem Con muss hinzugefügt werden, dass ich Lager- SL im dunklen Lager war und damit auch fast nur deren Stimmung genoss.

Die Allianz- Armee hat eine wunderbare Show mit Einheiten, Rüstungen, Wappenröcken, Bannern, Belagerungsmaschinen und Disziplin gezeigt. Der Con hatte die genialste Befestigung: 35 Meter Kantenlänge, 6 Türme, einen Haupttorgang, 6 unsichtbare Ausfallstore, überall Wehrgänge für ca. 140 Leute und einem Gesamtvolumen von 80 Zeltschlafplätzen und über 300 Mann im Notfall.

Dann die Sonnenfinsternis, obwohl wir Wolken hatten, war dies das beste vorstellbare Live- Ereignis: Wir haben sie auf dem Tempel erlebt. Als die Sonnenfinsternis begann, sank die Temperatur merklich, die Natur verstummte und der Himmel verdunkelte sich. Die Einheiten der Dunklen Armee marschierten über die Felder und Wege zum Tempel und riefen "Tod dem Licht - Sieg der Finsternis" oder sangen Bargaahnlieder. Die spezielle Open- Air- Sound- Anlage am Tempel spielte heroische Fantasie- Lieder und uns erfasste eine Gänsehaut und ein unbeschreibliches Gefühl der Macht und Überlegenheit. Dies ist vergleichbar mit den großen Erzählungen der Literatur, sogar mit dem vielzitierten "Herr der Ringe" - dieser Moment wird für immer in meinem Gedächtnis bleiben und der Maßstab für alle folgenden Cons bleiben.

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Ich bin Hakash, im 119. Kreis der Macht, Schreiber des ehrwürdigen Priesters Mogil, im 15. Kreis der Macht und so schreibe ich die Ereignisse nieder, wie ich sie zu den Tagen der Finsternis erlebt und erfahren habe:

Vor einem Jahr hatte Torog Nai, das Dunkle Reich, in der Frühjahrsoffensive einen großen Landstrich Trawoniens den Verblendeten abgenommen. In dieser Zeit war schon bekannt geworden, dass dieser Landstrich etwas Unheimliches verbarg. Damals schon war Magie sehr schwer zu wirken und Engel des Lichtes und der Finsternis schienen dort fast greifbar.

In dem Jahr bis zu der Schlacht über die ich berichten will, hatte sich einiges in dem besetzten Land getan: Die Bewohner wurden an die Dunkle Kultur angepasst, das Dunklen Reiches begann mit Grausamkeit und Blut das Land gefügig zu machen. Es wurde entdeckt, dass Magie dort sehr schwer, bis nahezu unmöglich zu wirken ist. Im Zentrum der Magielosigkeit stand ein Tempel, den man untersuchen wollten. In unmittelbarer Nähe befand sich ein 5 Meter durchmessender Kreis, in dem dunkle Magie möglich war und es wurde auch von anderen Kreisen berichtet, in denen andere Arten von Magie ermöglicht wurden.

Das Dunkle Reich beschloss eine mächtige Verteidigungsanlage aus purem Obsidian- Stein, Kur Zhul´Karesh genannt, um den dunklen Magiekreis zu schaffen. Dorthin wurde das 17. Bakuur zusammen mit einer Einheit Nordmar und einer Einheit Asshendry abkommandiert.

Derweil hatten die Mächtigen der Lichtreiche der Mittellande beschlossen den Dunklen diesen Sieg nicht zu gönnen, also formten sie eine Allianz auf den Ruf Trawoniens, an deren Spitze König Hektor von Beilstein gegen die dunkle Besatzungsmacht schritt, um das Land wieder zurückzuerobern.

Die Lichtlinge errungen einige Erfolge und bezwangen den unvollständigen dunklen Limes um mit Ihrem Hauptheer, von über 250 Mann, ganz nahe an den Tempel und die Obsidian- Festung zu gelangen.

Als Späher das Dunkle Lager mit ehrfurchtsvollen Worten beschrieben, beschloss die Allianz erst einmal selbst ein Lager aufzubauen um sich auf eine Schlacht gegen die dunkle Armee zu rüsten.

Eine Gruppe von Neutralen Abenteurern, möglicherweise 80 Mann, die dem Allianzheer gefolgt waren, ließen sich 100 Meter hinter dem Allianz- Lager ebenfalls nieder.

Die Dunklen hatten schon mit dem Bruch des Limes Schlimmes befürchtet und Verstärkungstruppen zur Festung beordert. Der Anführer, Kuteromm Sha´id, im 66. Kreis der Macht, konnte nur über ein sehr geschwächtes Bakuur von 50 Mann befehlen, also bat er den Kriegshelden und Sieger der Frühjahrsoffensive Dar Sokarass, im 110. Kreis der Macht, von seinen Männern "Kettenfresse" genannt, um Unterstützung.

Diese sollte ihm gewährt werden, Dar Sokarass, inzwischen ebenfalls zum Kuteromm geworden, traf mit über 70 Mann rechtzeitig im Lager ein. Außerdem spendete der Toolshar´Nai, also der oberste Fehde- Armee- Anführer Askahain, aus dem 1. Kreis der Macht im Namen Bargaahns, der manchen noch als "Gortha" bekannt ist, dem Lager mit seiner Anwesenheit Ehre und Zuversicht. Er war gekommen um das Rätsel des Tempels lösen zu lassen. Auf sein Geheiß hin traf eine Gruppe von über 20 Dunkelelfen, einige hervorragende Krieger, Priester und Militärstrategen, wie Theobald von Teufelstal, Graf von Allerland, in der Nocht des Magister Tallanor im 24. Kreis der Macht, sowie eine Gruppe Varai´Chi, Schwarzorks, Grünorks und eine Delegation von Torosh ein.

Schon am ersten Tag des Zusammentreffens der beiden Armeen, beschloss Askahain zwei Boten zur Allianz zu schicken um ihnen den Fehde- Brief zu übergeben und ein Heerführertreffen zu vereinbaren. Der eine Bote wartete ausserhalb des Lagers, während der andere die Botschaft überbrachte und sich selbst tötete um gemäss den Heroldsregeln nicht in die Lage zu kommen, das zu verraten, was er im gegnerischen Lager gesehen hatte.

Bald darauf zog Askahain zu dem vereinbarten Heerführertreffen und müsste erbost feststellen, dass der Anführer der Allianz ihn genarrt hatte und nicht selbst erschienen war. Ohne ein Wort kehrte der dunkle Heerführer in seine Festung zurück.

Dort wurde gerade eine systematische Lagerstruktur aufgebaut. Beide Kuteromm teilten Ihre Aufgaben auf und formten routiniert ein perfekt funktionierendes Bakuur. Alles verlief, wie eine Dunkle Armee verlaufen sollte mit einer Ausnahme: schon bald wimmelte es im Lager von Sluutschen, also Gefangenen, Neutralen, Doppelspionen und Alliierten. Ein Zustand, der allseits bemängelt wurde, schließlich ist die dunkle Kultur einzigartig und darf nicht durch zuviel fremde Elemente in die Gefahr geraten, verwässert zu werden. Das erkannten auch die Lagerleiter und es wurden bald die Gefangenen geopfert, die Neutralen abgefertigt, die Doppelspione hingerichtet und die Alliierten integriert.

Askahain übergab seinen Magiern einen magischen Dolch, der als Fokus in den Dunklen Magiekreis gebracht werden sollte. In einem stundenlangen Ritual gelang es den Magiern, den Dolch im Zentrum des Kreises schweben zu lassen. Mit Hilfe dieses Fokus gelang es dem unendlich mächtigen Toolshar´Nai auch außerhalb des Kreises schwache Magie zu wirken, was er auch bei der Belagerung zeigte, als er auf eine komplette Einheit mit über 100 Mann einen Windstoss wirkte.

Beim Appell zählte man 140 Wesen und die Wache und Lagesicherheit kehrte ein. Das Lager wurde für eine Belagerung vorbereitet, Wasser und Nahrung wurde deponiert, Steine, Steinblöcke, Pfeile, Bolzen und Ballista- Geschosse wurden bereit gemacht und kochendes Pech vorbereitet. Der Wachplan und die Verteidigungsstrategie stammten aus der Feder des Militärstrategen Heronn Theobald von Teufelstal, der als Exil- Allerländer auf die Denkweise der Lichtlinge einging und deren übliche Denkfehler als Verteidigungsstrategie nutzte. Man hörte ihn in der Anführerbesprechung sagen: "Unser grösster Verbündeter wird die Sonne selbst sein, so verwunderlich wie es in Euren Ohren klingt, denn die Verblendeten werden sicherlich ohne Wasser und Schutz vor der Hitze eine Belagerung versuchen, Hahaha". So zeigte sich dann später bei der Belagerung, dass die Verteidigungsanlage, die Verteidigungsstrategie und -übung sowie die Heerführung der Dunklen einzigartig war.

Doch soweit war es noch nicht gekommen. Zuerst befahl Askahain, das Mysterium des Tempels zu lösen. Schnell fanden die unermüdlichen Trupps zum Tempel heraus, dass es ein Yol- Tempel ist und er ein schwieriges Rätsel, aber auch eine grosse Belohnung barg. Unermüdlich und nur auf den Sieg des Dunklen Reiches bedacht, strömen die Truppen immer wieder aus dem Lager und machten sich hartnäckig auf zur Lösung des Rätsels, oder versuchten den Feind zu verwirren und zu schwächen. Unzählige Gefangene wurden ins Lager gebracht und im Namen Bargaahns geopfert. Wegen der Befriedung des Lagers, wurde schon vor Monaten ein Blutpool in der Mitte des Obsidian- Forts angefertigt, der alles Blut und die Seelen der Geopfert aufnahm. Von ihm ging eine beruhigende Grausamkeit aus.

Der Anführer der Allianz hatte inzwischen einen Boten geschickt, der die Dunklen aufforderte am nächsten Tag zwei Stunden nach Morgengrauen auf einem Feld zu einer Schlacht zu erscheinen. Lautes Gelächter gab es im Lager, aufgrund dieser Forderung - man nahm es als Scherz auf, denn ernsthaft konnte niemand glauben, dass die Dunklen den Schutz ihres Lagers verlassen würden um gegen eine Übermacht zu kämpfen. Aber es gab wohl doch einen, der diesen Unfug glaubte, der König von Beilstein und dieser zwang seine rebellischen Mitverschwörer unvorbereitet zu diesem Treffen, von dem er wusste, dass es niemals stattfand.

Als dort keine Dunkle Armee erschien zogen sie weiter zum Fort und ließen Ihre Belagerungsmaschinen nachkommen. Am Fort angekommen sah man, wie ihnen der Atem stockte und sie in ihren Köpfen begriffen, dass sie diese Schlacht auch nicht in Jahren gewinnen konnten.

Genau das sah man ihrer verzweifelten Angriffstaktik auch an. Einzelne Gruppen wurden unkoordiniert vorgeschickt und verheizt. Als sie nach Stunden endlich einen Durchbruch am Haupttor erreichten und jubelnd und unstrukturiert in das Fort stürmen wollten, starben unzählige durch Steine, heißes Pech und Piken. Entmutigt gaben sie auf und ignorierten das Haupttor anschließend - Diese Dummheit kann ich bis heute nicht verstehen.

Mit Leitern und unkoordinierten Angriffen setzten sie der Festung zu, aber dies war wohl nur das letzte Aufbäumen, kurz vor dem Zusammenbruch. Dieser wurde beschleunigt durch einen ganz besonderen Jaron, der sich schon während der ganzen Schlacht hervorgetan hatte und diesmal sein Meisterstück vorlegte. Er hatte sich verkleidet und war in die Reihen der Allianz geschlüpft, aber anstatt dort großen Schaden anzurichten, hatte er es auf maximalen Schaden abgesehen. Er schlich sich an den Heerführer König Hektor von Beilstein, der von über 30 schwerbewaffneten umgeben war und meuchelte ihn, bevor er seine erfolgreiche Flucht antrat. Beim Versuch den König zu retten opferte sich dessen Leibarzt.

Nachdem Attentat auf den König der Allianz, brach die wenige, verbliebene Moral der Lichtlinge zusammen und die Belagerung wurde abgebrochen. Die Dunklen gewährten den versprengen Truppen den Abzug und sammelten die Überreste ein.

Während der Schlacht hatten einige Neutrale das Rätsel des Tempels um den Teil vervollständigt, den die Dunklen selbst nie hätten lösen können und damit den Sieg des Dunklen Reiches perfekt gemacht. Um Mitternacht erschien dann auch ein Abbild des dunklen Erzengels, der seine Kinder über Alles lobte und ihnen versprach in der kommenden Feldschlacht in Gedanken bei ihnen zu sein. Auch der gefesselte und blutüberströmte geblendete Erzengel des Lichts erschien und bedauerte den Zustand der Schwäche seiner Anhänger und deren Dummheit. Siegestaumel machte sich im Lager breit und am nächsten Tag schritt das komplette Bakuur zum Tempel um die prophezeite Zeit der Finsternis dort zu bewundern.

Die komplette Dunkle Armee marschierte auf und traf dort nur etwas mehr als 10 Mann der Allianz, als sich der Himmel verdunkelte und am Tage der Dunkle Bruder seinen Sieg über den Geblendeten allen seinen Kindern offenbarte. Der Tempel offenbarte sein heiligstes Innerstes und übergab den Dunklen die Lade, nach der diese so eifrig gerungen hatten.

Der Sieg der Finsternis war allgegenwärtig!

Also beschloss Askahain, den Sieg perfekt zu machen und die Überreste der Allianz aus unserem Land zu fegen. Die komplette dunkle Armee mit höchster Moral und dem Abbild des Erzengels im Herzen, zogen zum Lager der Allianz um diese zu vernichten.

Dort angekommen zeigte sich ein erbärmlicher Zustand. Das Lager war unsauber und verdreckt, das Wasser verunreinigt, die Kotlöcher überfüllt, es war schwach befestigt, schlecht gewählt, halb abgebaut oder verbrannt - der Feind war Hals über Kopf geflohen, nur ein Paar wenige waren zurückgeblieben und warteten auf ihrem Tod. Der Heerführer gewährte ihnen den Zweikampf um ihr Leben zu retten und befahl dann die Dunkle Armee in die Festung zurück.

Dort ordnete er die Zerstörung des Blutpools und damit des Lagers an, denn der Hass der Seelen überschwemmte das Lager und nur Askahain selbst schien sich in dessen Zentrum wohlzufühlen.

Die Armee zog daraufhin in der Nacht von einem Preaconis geleitet zum Tempel, wo ihnen erneut die beiden Erzengel erschienen und der Dunkle selbst sie in den Kreisen erhöhte und aufforderte durch das entstandene Tor des Tempels nach Y´ziriel zu schreiten um sein Gefängnis zu finden und ihn zu befreien.

Nicht alle traten durch das Tor und auch mein Herr und ich blieben zurück.

Dies ist der Bericht von den Tagen der Finsternis im Jahre 647 und dem glorreichen Sieg des 17. Bakuur unter Leitung des Toolshar´Nai Askahain, im 1. Kreis der Macht.