Heute ist unser letztes Zusammentreffen unserer
Psi-Gruppe, mit meinen Jaties, wie ich uns mal liebevoll getauft habe.
Meine Einträge für meine bisher gesammelten Psi-Erfahrungen hielten sich sehr
in Grenzen. Vielleicht, weil ich mit dem Thema in der Öffentlichkeit noch ein
bisschen vorsichtig bin. Nicht, weil ich zu dem nicht stehe oder mich damit
nicht identifizieren kann. Nein, vielmehr, weil dieses Thema in der
Gesellschaft immer noch als etwas Abstruses betrachtet wird. Was wir nicht sehen,
existiert auch nicht. Leider ist dieses Denken allzusehr verbreitet. Und je
mehr man sich mit diesen Spiritualität auseinandersetzt, desto mehr entfernt
man sich von dieser Welt. Und ja, es gibt viele Fälle in denen das wirklich so
ist. Je mehr sich manche Menschen dem Geistlichen widmen, desto mehr erschaffen
sie ihre eigene Welt, die nicht konform ist mit dieser, unserer Realität in der
wir leben. Genau diese Dinge sind es, die den schlechten Ruf der Esoterik
geschaffen hat. Ich gehe nicht barfuß und mit zusammengefalteten Händen durch
die Straßen und versuche amensingend Menschen zu bekehren oder tanze nackt ums
Feuer und rufe Geister herbei (wobei ich letzteres auch nicht generell
ausschließen möchte ;). Ich möchte mich nicht von den irdischen Dingen distanzieren.
Ich gehe auf Partys, auf denen sogar geraucht und getrunken wird - oho und tue
Dinge, über die ich vielleicht nicht meditieren kann. Ich kann mich auch
wunderbar stundenlang über Oberflächlichkeiten unterhalten, solange es nicht
immer dabei bleibt. Ich möchte einen Mittelweg, eine gesunde Balance für mich
erhalten in der beides vereint wird. Denn schließlich lebe ich inmitten unserer
Welt und möchte nicht die Augen vor dem Hier und Jetzt, vor meinen Mitmenschen,
meiner Umwelt verschließen. Auf der anderen Seite ist mir der
"unsichtbare" Teil (der nicht so unsichtbar ist, wie wir denken), die
Weite zwischen Himmel und Erde, ein wichtiger Bestandteil geworden, der nicht
mehr wegzudenken ist, ist er erstmal da.
Unsere letzte Aufgabe für unseren Kurs war, zusammen zu fassen, was wir aus der
Zeit mitgenommen haben - die Essenz.
Das war anfangs keine leichte Aufgabe für mich. Nicht, weil mir nichts einfiel,
sondern weil ich es einfach noch nicht zu einem Ende zusammenfügen kann. Ich
möchte, dass es weitergeht und ich weiß, dass es das wird.
Als ich damit
begann, fragte man mich, was ich mir von diesem Kurs, in dem es darum gehen
sollte seine Psi-Fähigkeiten auszubilden, erhoffte. Ich antwortete, dass ich
mich und mein Umfeld besser verstehen und noch bewusster wahrnehmen möchte. Ich
wollte wissen, wie ich welche Eigenarten einordnen kann. Welche Charaktereigenschaften
angeboren, welche angezogen sind, welche aus früheren Leben mitgenommen wurden
oder welche vielleicht der Sternenkonstellation entspringen. Ich wollte wissen,
welche Knoten ich lösen kann und mit welchen ich lernen muss umzugehen und
akzeptieren muss. Nun gut, das ist nichts was man mal eben mit ein paar
Hausaufgaben und Übung errätselt. Da bedarf es ein tiefes In-sich-Gehens und
die Bereitschaft sich mit den Schattenseiten auseinanderzusetzen. Ich denke,
ich bin ein ganzes Stück weiter, als ich jemals vermutet hattet. Eigentlich
hatte ich mir gar nichts so richtig erwartet, ich war einfach nur offen und
neugierig und ein bisschen aufgeregt auf die Zeit des Ergründens und Aufbauens.
Was ich als großen Erfolg sehe ist, dass ich mein größtes Steckenpferd erkannt
habe, die Eigenschaft, die mich am meisten am Leben behindert (wenn man das
überhaupt sagen kann) betiteln konnte. Jedes mal, wenn ich jetzt in so eine
Situation komme, bin ich damit konfrontiert und arbeite mich ein Stück voran. Manchmal
ist es um einiges härter, wenn man plötzlich „sehen“ kann, wo man vorher blind
war, und doch erstmal wie gefangen ist. Das tut mehr weh, als wenn es uns nicht
bewusst ist das immer wieder die gleichen Musterfallen zuschnappen.
Was mir aber auch klar geworden ist, dass ich oft schon sehr intuitiv war,
ohne dass ich es wusste. Das ist auch eine Erkenntnis, die mich darin
bestätigt, dass ich auf dem für mich richtigen Weg bin.
Dann ist etwas passiert, was ich mir kaum hätte vorstellen können. Eine
Möglichkeit, die ich nicht gewagt hätte mir vorzustellen und anzupeilen. Ich habe
es mir gewünscht, aber dass es sich jetzt so herauskristallisiert, hätte ich
nicht gedacht. Ich beginne Konturen der Aura wahrzunehmen. Bisher ist es noch
das goldene Licht um uns welches ich sehen kann. Und bei mir selbst habe ich
sogar schon Farben erkannt. Dieses Erfolgserlebnis erfüllt so sehr mein Herz,
wie ich es kaum beschreiben kann. Mir macht das Spaß, weil es etwas ist, was
nun nicht mehr nur unsichtbar ist und ein bisschen greifbarer. Ich kann damit
wunderbar arbeiten, es weiter ausbilden um immer deutlicher zu sehen. Ich weiß,
dass es hier Steigerungen gibt. Auch weil ich dahingehend einen wunderschönen
Traum hatte. Es ist wie ein Muskel, den man trainiert, und der dann immer
stärker wird.
Auch bin ich sehr sehr dankbar dafür, dass ich so bunte, lebhafte,
aufschlussreiche Träume geschenkt bekomme. In ihnen stecken so viel Hinweise,
dass ich einfach nicht drumherum komme mich damit zu befassen. Wenn man erstmal
weiß, wie man gewisse Träume einordnen kann, dann ist der nächste Schritt
näher, als man glaubt.
Das Hellsehen liegt mir also schon ganz gut und darauf kann ich aufbauen. Auch
mein Gehör ist deutlich klarer geworden. Wenn man sich erstmal mit seinen fünf
Sinnen einzeln beschäftigt und diese trainiert ist es zum sechsten auch nicht
mehr weit. Vieles ist abgestumpft mit der Zeit, weil unser am meisten
ablenkungsgefährdetes Sinnesorgan mit so viel Eindrücken von außen bombadiert
wird und man sich weniger mit seinen anderen genauso wichtigen Sinnen beschäftigt.
Aber all das kann wieder trainiert werden.
Etwas was hier unbedingt noch erwähnt werden muss, weil es ohne so nie
funktioniert hätte, ist die Gruppe mit der ich all die Monate
zusammengearbeitet habe und von der ich so viel gelernt habe. In jedem Einzelnen
erkannt ich mich ein Stück wieder. Wenn wir auch anfangs noch nicht ideal
aufeinander abgestimmt waren, so sind wir heute eine kleine große Einheit
geworden. Wir teilen so viel Tiefe gemeinsam und kennen unsere Schwächen
besser, als unsere nahestehenden Personen um uns. Das habe ich noch nie so
intensiv erfahren dürfen und bin mehr als dankbar für dieses Geschenk.
Wenn ich mich jetzt noch zu mehr Übung hinreißen lassen könnte und meinen
Schweinehund öfter mal überwinden würde, dann könnte ich mich noch besser auf
meine innere Stimme verlassen und manchen Dingen noch besser auf den Grund
gehen.
Aber ich lerne… Lerne und verstehe…