Machopan - Rauchzeichen

31.05.2004 um 12:28 Uhr

Umzug - 2. Akt

Stimmung: Verpackt, verstaut, eingewickelt und zugeschnürt
Musik: Jule Verne - In 80 Kartons um die Welt


Nach der gestrigen Pleite heute diesmal Anruf bei der T-COM exakt um 8:00 Uhr MEZ.
Nach zweimaligem Klingeln ist seltsamerweise ein netter Herr am Telefon und fragt den verdutzten Bürger freundlich nach dessen Begehr. Dieser, sichtlich überrascht, dass er seine zurechtgelegte Standpauke jetzt nicht loswerden kann, stammelt verlegen sein Anliegen nebst Auftragsnummer und hört im Servicecenter der Telekom die Tastatur klappern.
"Ihr Umzugsauftrag wurde von uns bereits an das für sie zuständige regionale Servicecenter weitergeleitet. Daher kann ich ihnen nicht sagen in welchem Stadium sich ihr Auftrag befindet. Ich gebe ihnen die Telefonnummer des regionalen Servicecenters, bitte fragen sie dort direkt nach. Guten Tag."

Aha!
Also der Auftrag ist da. Also schnell die 0800-3301000 wählen und weiter geht’s.
Das wäre doch gelacht, wenn man in diesem unseren Lande mit Hilfe innovativer und moderner Kommunikationsmittel nicht den Umzug eines Telefonanschlusses organisieren und administrieren könnte.

Gespannt wartend lauscht der nunmehr hochmotivierte Bürger in das Telefon und hört:
Herzlich willkommen bei T-COM. Zur Zeit sind alle unsere Berater im Gespräch. Dieser Anruf ist kostenfrei. Möchten sie mehr wissen über unsere Produkte und Dienstleistungen dann besuchen sie uns doch im Internet unter www.t-com.de
oder lassen sie sich in einem unserem Servicepunkte beraten. Vielen Dank für ihren Anruf.

Es ist kurz nach 8:00 Uhr morgens als der eben noch hochmotivierte Bürger die abrupte Rückkehr des Frustmultiplikators verspürt. Zusammen mit etwas Restalkohol und zuviel Magensäure eine ideale Voraussetzung für Magengeschwüre, Herzinfarkte und Hirnschläge. Hat eigentlich schon mal ein Statistiker untersucht, ob Telefonbesitzer häufiger an diesen Krankheiten verenden als andere Menschen?

Nicht aufgeben motiviert sich der Bürger durch Selbstsuggestion.
Wir leben in einer modernen, aufgeklärten, kultivierten Wohlstandsgesellschaft.
Es kann sich bei dem Problem nur um eine äußerst seltene und ungewöhnliche Aneinanderreihung von unglücklichen Umständen handeln.

Und tatsächlich gelingt es dem Bürger durch Beharrlichkeit und unter Verwendung der heftig malträtierten Wahlwiederholungstaste an seinem Telefoniergerät kurz vor der Mittagszeit eine Sprachverbindung mit einem menschlichen Wesen im Servicezentrum herzustellen.

Diesmal handelte es sich der Stimme nach zu urteilen um eine weibliche Person.
Ruhig und immer noch gefasst trägt der Bürger sein Anliegen vor und beendet seine Rede mit dem Satz "ich gebe ihnen mal die Auftragsnummer".
Verdutzt muss er jedoch zur Kenntnis nehmen, dass die Dame mit der Auftragsnummer nichts anfangen kann. Statt dessen will sie seine alte Telefonnummer wissen. Darüber findet sie den richtigen Name und Adresse des Bürgers und Anrufers, kann aber keinen Auftrag finden.
Dann erkundigt sie sich nach der neuen Adresse des Bürgers, kann aber auch mit diesen Daten keinen Auftrag finden.
"Wir haben ihren Auftrag noch nicht erhalten", teilt sie dem Bürger mit.

"Das verstehe ich jetzt nicht", wagt der Bürger aufzubegehren, "ihr Kollege hat mir heute morgen um 8:00 Uhr erzählt, dass der Auftrag da ist und an sie weitergeben wurde. Jetzt ist es fünf nach zwölf und sie sagen sie haben keinen Auftrag. Können sie mir erklären wo denn der Auftrag ist? Arbeiten sie denn nicht mit dem gleichen Computer? Wie lange wird das denn dauern bis sie den Auftrag bekommen? Wie lange soll ich denn noch auf meinen Telefonanschluss warten?"

Die Leitung macht "knack" und dann "tüüt tüüt tüüt".
Der Bürger starrt fassungslos auf seinen Telefonhörer und die Antrittsrede des neuen Bundespräsidenten geht ihm durch den Kopf. «Eine grundlegende Erneuerung unseres Landes ist notwendig und überfällig» hat der frischgewählte Bundespräsident gesagt.
Hat der eigentlich schon Telefon in Schloss DingensBummens da in Berlin oder hat er das alles noch vor sich?
Bevor der Bürger seine Mordgedanken endgültig im Alkohol ertränkt und darüber nachsinniert, ob man sich selbst (und andere) mit der Telefonleitung eines Festnetzanschlusses erhängen kann, erinnert er sich noch daran, dass er ja auch noch Aktionär dieses großen deutschen Telekommunikationsunternehmens ist und dessen Vorstände am Ende eines Wirtschaftsjahres von der Hauptversammlung entlastet werden wollen.
Von mir nicht, denkt sich der Bürger und Aktionär vor Eintritt des Deliriums noch, von mir garantiert nicht!

Und morgen geht der Bürger persönlich zur Deutschen Post und stellt dort einen Antrag auf Nachsendung seiner Post an die neue Adresse.
Und danach ruft er dann wieder das Servicecenter der T-COM an.
Vielleicht geschehen ja doch noch Zeichen und Wunder und der Auftrag taucht aus den Tiefen des Zentralcomputers wieder auf.





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30.05.2004 um 17:59 Uhr

Umzug - 1. Akt


Dreimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt, sagt der Volksmund und der muss es ja wissen.
Wenn das so ist, dann ist bei mir in den nächsten Tagen und Wochen Feuer unter dem Dach.
Berufsbedingte Wohnortveränderung – im Zeitalter der virtuellen Welten eigentlich kein Problem mehr. Sollte man denken!

Nein, Machopan zieht nicht nach Osten wie die Unternehmen bei der Ost-Vereiterung.
Machopan zieht nach Süden.
Nein, nicht auswandern – noch nicht!
Da haben sich einige zu früh gefreut.

Ganze Wirtschaftszweige leben von dieser arbeitsbedingten Mobilität bundesdeutscher Bürger und Bürgerinnen.
Angefangen bei den Wohnungsmaklern, den Vermietern, den Spediteuren, den Behörden, den Installateuren für Wasser, Abwasser und Energie und was weiß ich noch. Noch immer müssen aber bei Post, Versicherungen, Banken, Schulen, Kindergärten, Gemeinde- oder Stadtverwaltungen, Landratsämtern und sonstigen Behörden Menschen und Fahrzeuge umgemeldet, abgemeldet und angemeldet werden.

Es kostet eine Menge Zeit, Geld und Nerven bis Mann oder Frau diese Aufgaben eines ordentlichen Bürgers zur vollsten Zufriedenheit von Ämter und Behörden erledigt haben.

Es wäre ein hervorragendes Geschäftsmodell wenn endlich jemand auf die Idee kommen würde, diesen ganzen Behördenkram und die Ämterrennerei als Dienstleistung anzubieten.

Und viel besser als alle elektronischen und satellitengestützten Inkassosysteme zur Sanierung der Staatsfinanzen wäre eine zentrale Meldestelle für die neue Adresse aus der sich alle Behörden und Ämter bedienen.
Das wäre doch mal Bürgernähe und Erbringung von Mehrwertdiensten statt Videokameras, Radarfallen mit Digitalfoto oder RFID-Chips zur mautpflichtigen Lokalisierung von PKW oder Personen.

Aber da es das nicht gibt und in der Verwaltung unseres Staates jeder für sich weiterwurstelt wie bisher, rennt sich der Bürger die Hacken ab und telefoniert sich die Ohren blutig bis er alle Ämter und Behörden befriedigt hat.
Nicht immer fällt es dem Bürger dabei leicht, freundlich und geduldig zu bleiben, Märkchen zu ziehen, zu warten, sich belehren zu lassen, milde belächelt zu werden und von Pontius zu Pilatus zu wandern, weil ein Stempelchen einer anderen Behörde oder gar die Unterschrift eines Formularunterzeichnungsberechtigten fehlt.

Aus der Haut fährt der Bürger erst dann, wenn er wegen einer vergleichsweise einfachen Übung und als langjähriger und treuer Kunde eines großen deutschen Unternehmens den Eindruck bekommt, dass dieses Unternehmen wenig oder gar kein Interesse an seinen Kunden hat.

So geschehen dieser Tage, als ein Bürger auf die Idee kam, den Umzug seiner stationären Telekommunikationseinrichtungen mit Hilfe des internetgestützten Umzugsservice der Deutschen Telekom zu beantragen. Nachdem am Bildschirm im Customer-Self-Service alle Daten erfasst und das System der Firma Intershop nach längerem Zögern auch ein Auftragsnummer bekannt gab und per Email dann auch noch die Auftragsbestätigung eintraf, wähnte sich der Bürger am Ziel seiner Träume.
Um so größer ist jedoch seine Enttäuschung, als er Tage später den Status seines Auftrages abfragen möchte und die Meldung erhält, dass es unter dieser Auftragsnummer gar keinen Auftrag gibt.

Also wendet er sich unverzüglich telefonisch unter der Rufnummer 0800 330 6705 an das von 8.00 – 20.00 Uhr erreichbare Servicecenter der Deutschen Telekom und erfährt um:
9:00 Uhr - Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen sie es später wieder.
10:00 Uhr - Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen sie es später wieder.
1100 Uhr - Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen sie es später wieder.
12:00 Uhr - Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen sie es später wieder.
13:00 Uhr - Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen sie es später wieder.
14:00 Uhr - Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen sie es später wieder.
15:00 Uhr - Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen sie es später wieder.
16:00 Uhr - Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen sie es später wieder.
17:00 Uhr - Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen sie es später wieder.
18:00 Uhr - Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen sie es später wieder.
19:00 Uhr - Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen sie es später wieder.
20:00 Uhr - Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen sie es später wieder.
20:30 Uhr – Guten Tag und herzlich Willkommen bei der T-COM. Leider rufen sie außerhalb unserer Geschäftszeiten an. Sie erreichen uns von acht bis zwanzig Uhr täglich außer an Samstagen und Sonntagen. Auf Wiederhören.

Bevor der Bürger seinen Frust in Alkohol ertränkt, nimmt er sich vor gleich am nächsten Morgen den Damen und Herren im Servicecenter der T-COM ordentlich die Meinung zu sagen.





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28.05.2004 um 05:45 Uhr

Das Kreuz mit dem Kreuz

Stimmung: mental dental unterrepräsentiert
Musik: Oan Münchner hauts zum Hofbräu naus - Oans zwoa gsuffa

Das Ergebnis der Abstimmung über den neuen Bundespräsidenten musste zwei Mal ausgezählt werden. Bei der ersten Auszählung wurden für Horst Köhler nur 602 Stimmen ermittelt, eine weniger als für die absolute Mehrheit erforderlich.
Das durfte nicht sein! Das wäre ja eine Katastrophe gewesen!. Der Kandidat von Angie persönlich ausgesucht und dann nicht wie versprochen im ersten Durchgang gewählt! Undenkbar!!!

Wie ein Mitglied der Zählkommission der dpa bestätigte, bestanden die Unionsvertreter in diesem Gremium auf einer Überprüfung dieser Auszählung.
Mussten sie doch auch. Sonst hätte ihnen sicher ein Parteiausschlussverfahren gedroht.

Die rot-grünen Vertreter hätten sich einer erneuten Auszählung nicht widersetzt.
Warum sollten sie auch, für ihre Kandidatin konnte es ja nur noch besser werden.

Daraufhin seien die Stimmenpakete für Gesine Schwan noch einmal durchgeschaut und tatsächlich zwei für Köhler abgegebene Stimmzettel gefunden worden.
Das ist jetzt aber komisch. Warum wurde denn das Stimmenpaket für Horst Köhler nicht noch einmal durchgeschaut. Vielleicht hätten sich dort zwanzig Stimmzettel für Gesine Schwan gefunden :-)

Damit kam Köhler bereits im ersten Wahlgang auf 604 Stimmen. Für die Auszählung sind die Schriftführer des Bundestags, also Abgeordnete aus allen Fraktionen, und Beamte des Bundestags zuständig. Sie kontrollieren sich kollegial gegenseitig.
Das ist aber ein seltsames Zählsystem. Wir haben früher bei der Wahl der Schülervertreter zuerst immer gemeinsam gezählt. Danach jeder noch mal für sich die einzelnen Stimmzettel der Kandidaten. Unser Zählergebnis haben wir auf einen Zettel geschrieben und dem Wahleiter übergeben. Der hat dann überprüft ob die Zählergebnisse gleich waren und hat gegebenenfalls das Wahlergebnis verkündet. Also wir haben uns kollegial nicht über den Weg getraut. Aber das war ja nur die Wahl für den Klassensprecher.

Für die Panne wurde im Kreis der Stimmzähler "die allgemeine Hektik" verantwortlich gemacht, von Absicht wollte keiner sprechen.
Wieso "allgemeine Hektik", das verstehe ich jetzt nicht. Da ist alle fünf Jahre mal eine Bundespräsidentenwahl und die Jungs geraten gleich in Hektik und können nicht mehr richtig zählen.
Obwohl mit dem Zählen nahmen die in Berlin es noch nie so genau.
Wie ich das meine? Na Arbeitslosenzahlen, Teuerungsrate, Wirtschaftswachstum, Neuverschuldung und solche Kleinigkeiten halt!

Die Bundestagsverwaltung erklärte, bei wichtigen Wahlen sei es stets üblich, das Ergebnis mehrfach auszuzählen. Dies sei auch in diesem Fall geschehen. Das Wahlergebnis sei von den beteiligten Schriftführern einvernehmlich festgestellt worden.
Was soll das denn das heißen? Bei wichtigen Wahlen sei es "üblich", mehrfach auszuzählen! Natürlich "muss" man mehrfach auszählen, sonst kann man Zählfehler doch gar nicht feststellen.
Gibt es denn für die Wahl des höchsten Amtes in dieser unserer Republik keine Wahlordnung in der klitzeklein drinsteht wer, wann, was machen muss und darf.
Ich meine so gründlich und umfangreich wie im Steuerrecht!

Für Verwirrung hatte einer der 1204 Delegierten gesorgt. Er hatte zwar seine Wahlkarte abgegeben, nicht aber seinen Wahlzettel mit den Namen der beiden Kandidaten. Diese Stimme wurde als ungültig gewertet. 
Ich fress einen Besen, dass das der Stimmzettel von Filbi war. Vermutlich hat ihm keiner gesagt, was er mit dem Zettel machen soll oder er hat es einfach vergessen. Wie so vieles andere auch.

Ein Wahlmann oder eine Wahlfrau machte darüber hinaus kein Kreuz auf dem Wahlzettel, so dass diese Stimme ebenfalls als ungültig gewertet wurde.
Also wenn das der Horst Köhler war, dann ist das ein feiner Zug von ihm. Ein stiller Protest vielleicht dagegen, dass ihn die CDU Baden-Württemberg als Wahlmann für sich selbst bestimmt hat. Müssen doch Vorstände, Aufsichtsräte und Geschäftsführer von Wirtschaftsunternehmen sich der Stimme enthalten, wenn es um Belange geht, die sie selbst betreffen. Aber in der Politik ist das natürlich alles gaaaaanz anders.

Neun Wahlmänner/Wahlfrauen kreuzten die Rubrik "Enthaltung" an.
Na wenigstens bei einigen Wenigen der Hauch einer eigenen Meinung.

Alle anderen votierten entweder für Köhler oder Schwan.
Was hätten sie denn auch sonst tun sollen, bei dieser Kandidatenvielfalt.

Also jetzt mal ganz ehrlich. Ich hätte die Gesine gewählt, denn keine lacht wie sie und klopft dem Bundesgerd dabei auf die Schulter.
Und dann diese Zähne ......Wie der "kleine Onkel" von Pippi Langstrumpf.
Einfach zum Verlieben.

 

 

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27.05.2004 um 05:45 Uhr

Videoüberwachung

Stimmung: voyeuristisch gewebcamt
Musik: Ich kann das Fräulein Helen baden seh'n, das ist schön


Was früher nur zur Kontrolle von verkehrsreichen Straßenkreuzungen, Straßentunnels oder Bankomaten verwendet wurde, wird zunehmend aus "Sicherheitsgründen" auch bei der Überwachung öffentlicher Plätze und Gebäude eingesetzt.

Die Videokamera!
Sie hängt mehr oder weniger diskret an den Hausecken, in Passagen, auf den Bahnhöfen und in Unterführungen. 
Man kann sich ja fast nirgends mehr unbeobachtet in der Nase bohren, am Hintern kratzen oder den Slip zurecht rücken ohne nicht auf Magnetband oder Bildplatte gebannt zu werden.

Jetzt hat ein Expertengremium erstmals einen Norm-Entwurf für ein einheitliches Piktogramm vorgelegt, das auf diese Videoüberwachung hinweisen soll. Nach Angaben des Deutschen Institut für Normung e. V. hat der Normenausschuss Gebrauchstauglichkeit und Dienstleistungen (NAGD) einen Entwurf für DIN 33450 vorgelegt

Das Bundesdatenschutzgesetz schreibt seit 2001 vor, dass die Überwachung öffentlich zugänglicher Räume mit Videokameras und die jeweils dafür verantwortliche Stelle durch "geeignete Maßnahmen erkennbar zu machen" sind.

Ein "Graphisches Symbol zum Hinweis auf Beobachtung mit optisch-elektronischen Einrichtungen (Video-Infozeichen)" soll -- vorerst auf nationaler Ebene -- dazu beitragen, die Verpflichtung aus dem Datenschutzgesetz bezüglich einer "angemessenen Kennzeichnung der Videobeobachtung" auf einfache Weise für alle Anwendungsfälle umzusetzen. Es wird erwartet, dass die breite Einführung des genormten Piktogramms als Video-Infozeichen einen "hohen Wiedererkennungswert in der Öffentlichkeit sicherstellen" wird

Also - *tief Luft hol* - jetzt Mal ganz ehrlich!
Hätten Sie "das Dingens da" als "graphisches Symbol zum Hinweis auf Beobachtung mit opto-elektronischen Einrichtungen" erkannt?
Für mich sieht "das Dingens da" eher aus wie ein von der Decke hängender Hammer oder wie eine schlecht montierte Deckenverkleidung in einem von Honi's Plattenbauten.
Oder wie der nächtliche Blick aus einem Hochhaus auf den (unvollendeten) Einparkversuch einer Frau am Steuer!

Und wieso ist das Schild denn eigentlich blau?
Laut Straßenverkehrsordnung sind Gebotsschilder blau und Warnschilder haben rot zu sein.
Also wenn schon, dann doch bitte gesetzeskonform oder zumindest so ähnlich.

Besser und viel kostensparender wäre doch, bei der weiter zunehmenden Videoüberwachung dieses unseres Landes, die Kennzeichnung von überwachungsfreien Zonen.
Bereits an den
Grenzübergängen und Flughäfen könnte man die Schilder, natürlich mehrsprachig und in den Nationalfarben Schwarz-Rot-Senf anbringen, die auf die generelle Videoüberwachung in der Bundesrepublik Deutschland hinweisen.
Achtung: Sie betreten die videoüberwachte Zone der Bundesrepublik Deutschland.

Also ich kann mir irgendwie nicht helfen.
Ich finde den Entwurf der Expertenkommission einfach Schei.....benkleister!.
Sieht aus wie gewollt und nicht gekonnt.

Wie wird man denn eigentlich Experte für Schilder mit graphischen Symbolen zum Hinweis auf Beobachtung mit optisch-elektronischen Einrichtungen nach DIN 33450?
Wird das schon als Studiengang angeboten oder gibt es das nur als Kurs an der Volkshochschule?





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26.05.2004 um 08:27 Uhr

Grüner Zielkonflikt

Stimmung: Gewaltbereitschaft > 90%
Musik: Alosius Hingerl - Wo bleibst du?


Die ehemaligen Grünen, die einst mit Strickzeug in den Bundestag kamen oder mit Birkenstocksandalen + Socken + Fahrradklammern an der Hose zur Pressekonferenz erschienen und sich um jede schützenswerte Amphibie zwischen Flensburg und Bodensee kümmerten, haben einen Zielkonflikt.

Eigentlich wollte ich hier, an dieser Stelle, zur leichteren Lesbarkeit, Teile dieses grünen Zielkonfliktes exemplarisch aufführen und in bekannter Weise kommentieren.

Aber es war mir nicht möglich!
Ich habe versagt!
Nachdem ich meinem Organismus den Konsum dieses Artikels bei Heise-Online aufgezwungen hatte, reagierte mein durch
Euroeinführung, Gesundheitsreform, Rentenkürzung, Steuerreform, Mautdebakel, Spesen- und Subventionsbetrug und Steuerverschwendung malträtierter Körper auf das Gelesene so heftig mit Brechreiz, Dünnpfiff, Hitzewallungen, Herzbeschwerden, Atemnot, Hirnkrämpfen, Politallergie, hohem Blutdruck, Wutanfällen, Mordgelüsten, Blutgier und dem Wunsch sich ins Auto zu setzen, nach München zu fahren und die alte Tradition des öffentlichen Rädern, Federn und Teeren mit anschließender Steinigung auf dem Rathausplatz wieder einzuführen.

Aber lesen sie die Meldung doch selbst. http://www.heise.de/newsticker/meldung/47583
Sehr interessant und (meist) lesenswert sind auch die Kommentare – Volkes Stimme

Warum beschäftigen sich eigentlich die vom Bürger gewählten Volksvertreter nur noch damit, wie sie mit immer neuen Steuern und Gebühren, die so vorher nicht abgesprochen waren, ihrem Wählerklientel das Geld aus der Tasche ziehen können.

Es ist erstaunlich und zugleich erschreckend mit welcher Detailgenauigkeit und welcher Variantenvielfalt die Citymaut für Münchens Innenstadt beschrieben wird. Transponder und RFID-Technologie mit automatischer Abbuchung vom Prepaid-Parkgebührenkonto. Schwarzfahrer werden per Digitalfoto erfasst und den Behörden zur Strafverfolgung gemeldet.

Anlass für dieses ganze Theater ist nicht etwa die Geldknappheit der Stadt München!
Nein, nein, wo denken sie hin!
Anlass ist die Neufassung des Bundesimmissionsschutzgesetzes, die ab 2005 eine deutliche Senkung der Grenzwerte für Luftschadstoffe vorschreibt.
Die Maut hätte nach Auffassung der Münchner Grünen mehrere Vorteile: Außer einer höheren Lebensqualität in der Innenstadt durch Verkehrsvermeidung würde sie auch Einnahmen bringen, die dann vorwiegend in den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs gesteckt werden sollen.

Aber das hatten wir doch schon alles.
Schadstoffarme Autos, Katalysatoren, bleifreies Benzin, Parkgebühren, Erhöhung von Mineralölsteuer, KFZ-Steuern, KFZ-Versicherungssteuer, Mehrwertsteuer.
Und immer sollten die Mehreinnahmen dem Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs zu Gute kommen :-)

Hat sich eigentlich mal jemand Gedanken darüber gemacht, welche Einmal- und Folgekosten eine solche RFID-Maut  verursacht?

Also wenn es nur darum geht den Schadstoffausstoß in der Münchner Innenstadt zu reduzieren, dann tun es -wie im Mittelalter- ein paar umweltverträgliche Holzbalken als Mautschranken auch, um dieses Reservat vor der Umwelt zu schützen.

Oder man könnte herstellerseitig an jedes neu gekaufte und zugelassene Auto, natürlich nach Abführung des Kaufpreises, der Mehrwertsteuer und der auf die voraussichtliche Nutzungsdauer des Fahrzeugs hochgerechneten KFZ-Steuer, KFZ-Versicherung und der Versicherungssteuer, der Mineralölsteuer, der TÜV Gebühren, der Wartungs- und Treibstoffkosten, der Parkgebühren und der Recyclingkosten, einen Henkel zum Wegwerfen anschweißen lassen.

Oder man verlegt die Bewohner des Münchner Rathauses aus dem Innenstadtbereich in den Sperrbezirk nach Stadelheim.

Ich glaube, das wäre sogar die beste Lösung um die unerträglichen Staubhirnemmisionen im Innenstadtbereich zu reduzieren.
Und es würde sicher auch den Zielkonflikt der Grünen beseitigen.





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25.05.2004 um 10:11 Uhr

Präsidentenpoker


Der letzte Sonntag stand ganz im Zeichen des seit Monaten laufenden Präsidentenpokers. Alle Mitspieler, die Buben, die Damen, die Könige und die Asse waren gekommen um das Spiel zu machen. "Pik Ass" und "Herz Dame" waren auch da.

Bundestagsrauschebart Wolfgang Thierse sind bei der Spieleröffnung gleich mehrere Pannen unterlaufen. Zum Auftakt der Bundesversammlung stellte der Vorsitzende die beiden Kandidaten nicht ganz korrekt vor. Er begrüßte «Herrn Professor Horst Köhler» und «Herrn Professor Gesine Schwan»
Eigentlich gilt ja "Ladies first" und von einer Geschlechtsumwandlung war FRAU Professor Gesine Schwan auch nichts anzusehen.

Nach Verkündung des Wahlergebnisses vergaß Thierse dann die Antrittsrede des künftigen Bundespräsidenten Köhler. Er erklärte die Bundesversammlung für beendet und verkündete: «Wir singen jetzt die Nationalhymne.»
Zwo drei vier: Nur dumm glotzen, ja nicht denken, seid schön brav und brüllet nicht. Irgendwer wird euch schon lehenken, ob ihrs merkt oder auch nicht!

CDU-Chefin Angela Merkel sagte, sie wünsche sich «einen Bundespräsidenten, der seine Spuren hinterlässt». Er solle «das Amt nicht parteipolitisch instrumentalisieren und trotzdem nicht vergessen, wo man herkommt».
Was auf gut deutsch heißt: Pass auf wo du deine Duftmarken hinsetzt und vergiss nicht wer dir den Job besorgt hat.

FDP und Union werteten das Wahlergebnis als Signal für einen Machtwechsel.
Da wäre ich mir aber nicht so sicher. Nur weil Rot-Grün so schlecht ist, heißt das noch lange nicht dass Schwarz-Gelb besser ist. Und soweit ich mich erinnern kann, begann bei der letzten Bundestagswahl die CDU/CSU auch zu früh mit dem Jubeln. Gell, Stoibi -erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Der bayerische Ministerpräsident Stoiber unterstrich ferner, Köhler werde ein «politischer Bundespräsident» sein, der auf die Probleme im Lande hinweisen und die Menschen bei der Problemlösung mitnehmen wolle.
Ich frage mich warum der Herr Stoiber mit seinem Wunschdenken und den Hinweisen auf die Probleme immer wartet, bis das andere für ihn erledigen. Kann das vielleicht daran liegen, dass der Herr Stoiber die Probleme nicht nur nicht sieht, sondern auch noch keine Lösung dafür hat?

In seiner Antrittsrede mahnte Köhler Mut zur Veränderung an. «Deutschland soll ein Land der Ideen werden», gab er als Motto für seine fünfjährige Amtszeit aus.
Das sieht mir aber eher nach Agenda 2050 aus. Wo sollen denn plötzlich innerhalb so kurzer Zeit brauchbare Ideen herkommen. Rot-Grün hat ja für den Rohentwurf der Agenda 2010 schon sechs Jahre gebraucht hat. Und die Opposition ist, außer für den Machtwechsel, ja grundsätzlich gegen alles.

Er halte eine «grundlegende Erneuerung unseres Landes für notwendig und überfällig, sagte der frischgewählte Bundespräsident».
Das ist gut. Grundlegende Erneuerung ist gut, das gefällt mir viel besser wie Umsturz. Aber was machen wir dann mit den Parteien und Parlamentariern? Obwohl, wenn wir die Parteien auflösen und die Jungs wieder zum produktiven Arbeiten schicken, dann kommt es auf die paar Hundert zusätzlichen arbeitslosen Lehrer auch nicht mehr an.

Der künftige Bundespräsident zeigte sich besorgt über den Zustand der deutschen Wirtschaft, des Arbeitsmarkts und der sozialen Sicherung.
Es scheint sich jetzt dann doch langsam bis nach oben rumgesprochen haben, dass die Probleme hartnäckiger sind als bisher angenommen. Vielleicht kommt nach dem Gesundbeten jetzt die Wunderheilung. Aber warten wir erst mal ab, wie sich die Sicht der Dinge nach einigen Monaten Amtszeit verändert hat.

«Deutschland müsse kinder- und familienfreundlicher werden. Gleichzeitig dürfe man aber auch die älteren Menschen nicht vergessen. «Wir müssen an der Freundschaft zwischen den Generationen schon jetzt arbeiten.»
Prima, darüber habe ich mir auch schon mal meine Gedanken gemacht.
Was wir aber dazu brauchen sind Programme wie "Nach der Rente in den Kreissaal – Vorbereitung für Spätgebärende", "Lebensborn - Dein Uterus gehört uns", "Neue Formen der Mischehe - Junge Geliebte für Senioren".
Denkbar wäre auch noch den Mutterschaftspass und die Vaterschaftsbescheinigung als Zulassungsbedingung für das Studium einzuführen, da sich Akademiker nach dem Studium kaum noch vermehren.
Aber alle diese Programme haben halt den Nachteil, dass sie erst in etwa zwanzig Jahren zu Steuermehreinnahmen führen. Also eigentlich nichts für Politiker in der jetzigen Situation.

«Deutschland müsse sich seiner kulturellen und religiösen Wurzeln bewusst werden. «Patriotismus und Weltoffenheit sind keine Gegensätze, sie bedingen einander», sagte Köhler. «Nur wer sich selbst achtet, achtet auch andere.»
Heißt das, dass jetzt Eingeborene und Ausländer jetzt wieder gleich behandelt werden und gleiche Rechte haben?
Und dass Patriotismus nicht mehr mit Nazigesinnung gleichgesetzt wird?
Und Weltoffenheit und Hilfsbereitschaft nicht mit Dummheit und der Aufforderung zum Sozialmissbrauch?

«Der scheidende Bundesbruder Rau gratulierte seinem Nachfolger unmittelbar nach dessen Wahl und wünschte ihm «Erfolg, Glück und Gottes Segen»
Na ja, Erfolg mit ein bisschen Glück hätte auch genügt. Wir wollen ja nicht gleich zu Beginn der Amtszeit die himmlischen Mächte bemühen.
Und wer weiß was da noch kommt. Vielleicht braucht man dieses Ass noch um den letzten Stich zu machen, als "ace in the hole".





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24.05.2004 um 05:45 Uhr

Danke Anke


Das Pop-Sofa habe ich geliebt.
Eine dümmliche Moderatorin mit illustren Gästen.
Danke Anke – das war Spitze!

Ladykracher – ehrlich gesagt nicht so ganz mein Fall. Aber bestimmt mit Daseinsberechtigung und Publikum.

Late Night Show.
Oh Danke Anke. Das funzt nicht. Jedenfalls nicht als Ersatz für Harald Schmidt!

Das liegt nicht an Anke Engelke! Nicht dass ich mir Harald Schmidt oft angetan habe. Meist bin ich zu später Stunde zufällig mitten in seine Sendung reingezappt, einige Lacher lang geblieben und spätestens bei dem nächsten Werbeblock wieder rausgezappt.

Aber die Nachfolge von Harald Schmidt kann keine Frau antreten! Das funzt nicht!
Warum nicht?

Weil Harald Schmidt etwas machen konnte, das Anke Engelke aus biologischen Gründen nicht kann. Harald Schmidt konnte in die Rolle eines männlichen Drecksacks und proletenhaften Frauenfeindes schlüpfen und einen zotigen Stammtischwitz so erzählen, dass Männer und Frauen darüber lachen konnten. Die Männer lachten -typisch Mann- über den zotigen Männerwitz und die Frauen über Schmidts Stammtischparodie, also über Männer, die solche Witze noch immer ernst meinen.
Harald Schmitt war Katalysator und das verbindende Element zwischen Männerhumor und Frauenhumor.

Das kann Anke Engelke nicht gelingen. Nicht weil sie keine Witze erzählen kann, sondern weil sie eine Frau ist. Und Frauen können keine dummdreisten, zotigen Männerwitze erzählen.

Das wirkt genauso unlustig wie ein Ostfriese der Ostfriesenwitze erzählt.
Das nimmt ihm keiner ab.
Das ist nicht lustig.
Das bringt keine Zuschauer vor den Fernseher.
Das bringt keine Quoten.
Und fehlende Quoten sind der Anfang vom Ende.
Danke Anke.





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23.05.2004 um 05:45 Uhr

Zucker


Sicher kennen sie auch den alten Witz, als sich zwei Freunde treffen und der eine zum andern sagt: "Was macht dein Zucker?" und der andere antwortet: "Gestern hat er noch gezuckt?"

Ha, Ha, Haa!
Den Witz kann man zum Lachen finden, oder auch nicht.
Egal ob man nun selbst unter Diabetes leidet oder auf Viagra angewiesen ist.

Doch während Viagra ja als Life-Style-Droge nicht mehr vom Sozialamt oder von den Krankenkassen bezahlt wird, gibt es für Diabetiker einen Lichtstreif am Horizont.

Denn unsere Gesundheitsministerin zuckt wieder und versucht mit den Errungenschaften ihres glücklosen Gesundheitsreförmchens ihr desolates Image aufzubessern und hat sich dazu ausgerechnet die "chronisch kranken Diabetiker" ausgesucht.

Daher werden bis zu drei Millionen Diabetes-Patienten in diesen Wochen Post von ihrer Krankenkasse bekommen. Mit speziellen Therapieangeboten - Schmidt spricht neudeutsch von "Disease Management Programmen (DMP)" - sollen AOK und Co. versuchen, die Zuckerkrankheit und ihre kostenträchtigen Therapien in den Griff zu bekommen.

Doch wie immer bei "Gut gedacht – Schlecht gemacht (GGSG) von Ulla Schmidt droht das Diabetesprogramm zu einem  finanziellen Debakel zu werden, denn an Kreativität sind Minister und Beamte der freien Wirtschaft allemal unterlegen.
Grund für das drohende Debakel ist ein von der Gesundheitsministerin zu verantwortender Konstruktionsfehler - und die Raffinesse einiger Krankenkassenmanager, die diesen Fehler bedenkenlos ausnutzen. Sie haben früh erkannt, dass sich Schmidts Vorzeigeprojekt trefflich eignet, um mit den Zuckerkranken Geld zu verdienen.

Denn um ihr Projekt in Gang zu bringen, hat Schmidt den Krankenkassen eine Belohnung versprochen. 5200 Euro jährlich bekommt zum Beispiel die AOK Baden-Württemberg pro angeworbenem Patient aus dem so genannten Risikostrukturausgleich, dem gemeinsamen Finanzpool aller gesetzlichen Versicherer.
Also je mehr Diabeteskranke pro Bundesland, desto mehr Geld gibt es für die Krankenkassen.

Krankenkassensachbearbeiter sind gehalten, die Mitgliederkartei nach Zuckerkranken zu durchforsten. Selbst zufriedene und bestens eingestellte Diabetiker werden gedrängt, sich den neuen Therapierichtlinien zu unterwerfen. Einige Krankenkassen haben nach einem Bericht des Spiegel bereits Kopfprämien für Diabeteskranke bei den Ärzten ausgelobt und sehen das Diabetesprogramm als eine Art regionaler Wirtschaftsförderung.
Die Landesgesundheitsministerien befürchten daher eine Finanzierungslücke von über zwei Milliarden Euro und einigen Beteiligten wäre es am liebsten, die Frau Ministerin würde das Diabetesprojekt schleunigst beerdigen.

Selbst Schmidts Verbündete sind inzwischen zu der Ansicht gelangt, dass es ein schwerer Fehler war, das neue Konzept mit massiven finanziellen Anreizen zu fördern.
"Die Behandlungsprogramme", urteilt Norbert Klusen, Chef der Techniker Krankenkasse, seien "leider nur eine von Ullas Schnapsideen".

Apropo Schnapsideen!
Wie wäre es denn mit einem Sonderprogramm für chronische Alkoholiker und Quartalssäufer?
Und wenn das abgesoffen ist, könnte man ja ein Programm für Kettenraucher auflegen.
Und wenn sich auch das in Rauch auflöst, dann könnte man ja ein Programm für .....
Ach irgendwas wird der Frau Ministerin schon noch einfallen.

Wenn sie noch so lange im Amt bleiben darf.





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22.05.2004 um 05:45 Uhr

Die Mumie lebt IV


Sag niemals nie! Dass ich das noch erleben muss!
Filbi is back!
Die Reanimation des "unbelehrbaren Marinerichters" durch die badenwürttembergische CDU. Ausgerechnet zur Wahl des Bundespräsidenten schickt man ihn als Wahlmann an die Urne.

Der langjährige Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg musste 1978 auf Druck der Öffentlichkeit von seinem Amt zurücktreten, weil er als Marinerichter im Dritten Reich noch wenige Tage vor Kriegsende Deserteure zum Tode verurteilte. Ich kann mich an den Fall noch gut erinnern, es waren noch halbe Kinder, die nur noch nach Hause wollten und die Filbinger an die Wand stellen ließ.

Als die Vorwürfe damals in die Öffentlichkeit kamen, konnte sich der Herr Filbinger –wie bei Politikern üblich- erst gar nicht mehr erinnern. Später hat er dann versucht seine Todesurteile zu rechtfertigen mit dem berühmt gewordenen Satz, "was damals rechtens gewesen sei, könne heute nicht Unrecht sein."

Und diesen Mann, der sich bis heute weder von seinen Ansichten distanziert, noch Reue über seine Taten oder Mitleid mit seinen Opfern und deren Familien gezeigt hat, holt die CDU jetzt aus der Versenkung und lässt ihn als einen der "prominenten Menschen aus dem öffentlichen Leben" zusammen mit anderen Promis den neuen Bundespräsidenten wählen. Auch hat der Neunzigjährige beste Aussichten, als Alterspräsident die Versammlung auf der das Staatsoberhaupt bestimmt wird mit einer Rede zu eröffnen.

Der Schriftsteller Rolf Hochhuth will es schlicht nicht glauben, dass Filbinger nun aufs höchste politische Parkett zurückkehrt. "Ich habe das für ein Latrinengerücht gehalten", sagt er SPIEGEL ONLINE. "Das ist furchtbar, entsetzlich und völlig taktlos." Der Vorgang beschädige auch die Würde des Bundespräsidenten, sagt Hochhuth. "Wir schaden uns selbst und unserem Ansehen im Ausland, wenn wir das zulassen".

Neben Hans Filbinger sind weitere Promis als Wahlmänner bzw. Wahlfrauen nominiert.
Dazu gehört auch Karl-Heinz Rummenigge, Lothar Späth, Horst Köhler(!) und Hans Lauter.
Dieser Hans Lauter ist der zweitälteste Wahlmann, nur ein Jahr jünger als Hans Filbinger und wurde 1936 vom Volksgerichtshof wegen Widerstands gegen das NS-Regime zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Was er sich wohl denkt, wenn er zusammen mit einem Militärrichter aus dem NS-Regime gemeinsam den neuen Bundespräsidenten wählen soll.

Vielleicht zeigt wenigstens er noch einmal Zivilcourage und macht bei der Wahl sein Kreuz da wo er selber will.
Die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung sind ja schließlich ziemlich knapp genug.





P.S.
Unsere Wirtschaft entfernt in ihrem Jugendwahn jeden Arbeitnehmer jenseits der 50 aus den Produktionshallen und Büros. 
Und in den Katakomben unserer Landesregierungen und Parlamente irren die Greise und 90-Jährige werden zur Urne gerufen.
Es ist schon ein Kreuz mit dieser Republik!

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21.05.2004 um 05:45 Uhr

Volle Kanne


Es war ein Empfang für neue Parteimitglieder. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ließ es sich nicht nehmen, in Mannheimer Rosengarten Autogramme für die frisch gebackenen Genossen zu schreiben.
Das hätte ich jetzt auch nicht erwartet, dass es bei der SPD noch neue Parteimitglieder gibt! Muss aber nach den letzten Mitgliederzahlen der Partei eine ziemlich übersichtliche Veranstaltung gewesen sein.

Dem Kanzler näherte sich ein gutgekleideter 52-jähriger Mann. Ums Handgelenk hat er ein rotes Bändchen geschlungen, wie es alle neuen SPD-Mitglieder an diesem Abend tragen. Er streckt dem Bundesgerd die Hand hin, als wolle er ihn begrüßen, doch dann gibt er dem Bundesgerd mit der flachen Hand "volle Kanne" eine schallende Ohrfeige.
Voll verarscht! Zuerst "Shake Hand" und freundliches Grinsen und dann "volle Kanne" abgewatscht. Mir kommt das irgendwie sehr bekannt vor. Wahlversprechen und Wahltaktik nennt man sowas in der Politik. Das neue SPD-Mitglied hat schnell gelernt, wie man sich medienwirksam in Szene setzt und was man mit "einer" Hand alles machen kann.

Der Bundesgerd soll keine sichtbaren Verletzungen davon getragen haben. Er sei nach dem Vorfall sehr cool geblieben und habe weiter Autogramme gegeben.
Das hätte ich dem Gerd jetzt nicht zugetraut. Sonst regt er sich doch schon über gefärbte Haare auf und zieht deswegen sogar vor Gericht. Aber vielleicht ist der Mann ja schon so abgestumpft und abgehoben, dass er die Attacke gar nicht richtig bemerkt hat.

Kellnerin Carina C. berichtet aber, Schröder habe dem Angreifer noch "einen Vogel" gezeigt.
Oh, oh, oh! Das hätte nicht passieren dürfen. Beleidigung eines Parteimitglieds! Vor Zeugen!
Ja weiß denn der Bundesgerd nicht, was einmal "Vogel zeigen" kostet. Diese Beleidigung ist laut § 185 Strafgesetzbuch eine Straftat. Im Allgemeinen wird eine Geldstraße verhängt, deren Höhe sich nach den Umständen der Tat und den wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters richtet. 10 bis 30 Tagessätze sind die Regel, ein Tagessatz beträgt den 30. Teil des monatlichen Nettogehalts. Das wird teuer Gerd!
Den "Effe" hat sein "Stinkefinger" 100.000 Euro gekostet.

Der Angreifer wird festgenommen und abgeführt. Die Mannheimer Polizei gab wenig später bekannt, dass es sich bei dem Angreifer um einen 52 Jahre alten arbeitslosen Lehrer aus Bad Krozingen handelt.
Ja, dann braucht man sich ja nicht zu wundern! Jetzt unterwandert dieses arbeitslose Gesindel schon Bundesparteien und schleicht sich durch zahlende Mitgliedschaft in geschlossene Jubelveranstaltungen ein. Da wird der Herr Schily wohl die neuen Regelwerke zur Terroristenbekämpfung bald auch auf die Antragsteller für eine SPD-Mitgliedschaft ausweiten müssen.

Der Tatverdächtige wurde noch am Abend wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein Polizeisprecher begründete dies mit mangelnden Haftgründen. Zudem habe eine ärztliche Untersuchung keine Hinweise auf eine Erkrankung des Mannes erbracht. Der Mann habe außerdem von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Über die Hintergründe des Angriffs herrschte deshalb zunächst noch Unklarheit.
Typisch Deutsch! Da ohrfeigt so ein arbeitsloses Subjekt den zweitwichtigsten Mann im Staat und weil er noch einen festen Wohnsitz hat und anscheinend auch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, lässt ihn die Polizei wieder laufen. Dabei deuten alle Indizien darauf hin, dass dieses Attentat von langer Hand vorbereitet war und der Täter sich vorher juristisch beraten ließ. Außerdem besteht doch offensichtlich Fluchtgefahr, denn der Mann hat ja keinen Job mehr. Allein die Frage, wie sich ein Arbeitsloser in unserem Lande einen guten Anzug mit Hemd und Krawatte UND den Mitgliedsbeitrag für eine politische Partei leisten kann, bedarf der unverzüglichen juristischen Klärung.

Mannheimer Sozialdemokraten äußerten aber die Vermutung, bei dem Angreifer könne es sich nicht um ein Parteimitglied handeln: "Das würde kein Sozialdemokrat je seinem Kanzler antun."
Warum denn nicht? Muss man bei Eintritt in diese "soziale" Partei sein Hirn und eigene Meinung gegen das Parteibuch tauschen? Vielleicht war der Herr aus Bad Krozingen, wie viele andere ehemalige Parteimitglieder auch, der Meinung, dass der Bundesgerd nicht "sein Kanzler" sei. Im Übrigen werden in der deutschen Geschichte immer wieder mal Kanzler verkloppt. 1968 der Kurt Georg Kiesinger von der CDU, dann 1971 Willy Brandt von der SPD und 1991 Helmut Kohl von der CDU. Mit der Backpfeife in 2004 für Gerhard Schröder von der SPD steht es zwischen den Parteien jetzt 2:2 unentschieden und nach dem Gesetz der Serie kommt der nächste (abgewatschte) Kanzler von der CDU.

Die baden-württembergische SPD-Landesvorsitzende Ute Vogt sagte am Abend: "Wir werden in dieser Sache natürlich auch strafrechtlich vorgehen." Man müsse merken, dass in der Demokratie das Wort zähle und dürfe keinem Mut machen, sich aggressiv gegen andere zu verhalten, sagte die Politikerin.
Aber jetzt bin ich, ehrlich gesagt, wirklich baff. Nach sechs Jahren rot-grüner Chaospolitik habe ich nicht mehr gewusst, dass in einer Demokratie das einmal gegebene Wort zählt. Und wer hat denn mit dem aggressiven Verhalten angefangen und bekommt die Auswirkungen seines Verhaltens jetzt zu spüren. Das war sicher nicht der arbeitlose Lehrer aus Bad Krozingen!

Mannheims Oberbürgermeister Gerhard Widder (SPD) kündigt aber unmittelbar nach der Attacke an, dass der Kanzler Strafantrag stellen wolle. Widder zu BILD: "Auch ich werde prüfen, ob wir Strafantrag stellen. Beim Kanzler habe ich mich als Mannheimer OB sofort entschuldigt. Er war sehr gefasst."
Also jetzt frage ich mich doch wirklich, warum es dem "Mannemmer Oberbürgermeister" leid tut und er sich entschuldigt, wenn der Bundeskasper von einem seiner Parteimitglieder abgewatscht wird? Nur weil er das gleiche Parteibuch hat? Oder weil dieser Vorfall in Mannheim passiert ist? Was hat denn der Vorfall eigentlich mit der Stadt Mannheim zu tun, ich denke die Autogrammstunde war eine parteiinterne Veranstaltung nur für SPD-Mitglieder? Eine geschlossene Veranstaltung also. Wenn sich nächstens die Neonazis in Mannheim kloppen, will sich der OB Widder dann auch entschuldigen gehen?
Und wieso will der OB einen Strafantrag stellen? Wurde er auch verletzt? In welcher Funktion war denn der OB auf dieser Veranstaltung? Doch nicht etwa als Repräsentant der Stadt Mannheim? Eher wohl in seiner Funktion als SPD-Mitglied! In diesem Fall würde ich jetzt zuerst mal an ein Parteiausschlussverfahren für den Mann mit der "lockeren Rechten" denken. Wie bei den Kollegen von der "schwarzen Partei" für den Mann mit dem "lockeren Mundwerk ".

Auch der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Lothar Mark äußerte sich zu dem Zwischenfall: "Diese Tat ist ein aggressiver Akt gegen die Politik der Bundesregierung. Ich bin äußerst bestürzt darüber und hoffe, dass der Täter bestraft wird." Mark machte in einer Presseerklärung zudem "die andauernde Verunsicherungs- und Hetzkampagne einiger Oppositionsvertreter gegen die Reformpolitik" sowie "das Verhalten bestimmter Medien, die das politische Handeln der Bundesregierung wissentlich verdrehen und falsch darstellen", für die Tat verantwortlich. Der Angriff sei Folge einer Verrohung der Politiksitten.
Das stimmt! Jedoch sind es weniger die Hetzkampagnen der Opposition als die Politik der rot-grünen Bundesregierung selbst. Ob man deren Aktivitäten noch als politisch verantwortliches Handeln bezeichnen kann, muss zumindest mal kritisch hinterfragt werden. Und verdrehen und falsch darstellen braucht man da auch nichts mehr, das ist schon so schlimm genug.
Seltsam ist eigentlich nur, dass ohne die Watschen von dem arbeitslosen Lehrer, dieses rot-grüne Aufheulen über die Verrohung der Politiksitten ja gar nicht stattgefunden hätte.
Solange man den Bürgern in die Fresse hauen kann, ohne dass sich die wehren, ist ja alles OK. Im Übrigen enthält die Presseerklärung die üblichen Bla-Bla-Bla-Redewendungen und hat den Informationsgehalt und Nährwert eines Darmwindes nach dem Genuss von Bohneneintopf.

Was mit dem arbeitslosen Pädagogen aus Bad Krozingen geschehen wird?
Nicht viel!
Der bekommt maximal drei bis vier Monate aufgebrummt. Zur Bewährung natürlich. Und wenn er durch den Vorfall und die Medienresonanz wieder einen Job bekommt –Zivilcourage, politisches Engagement und Cleverness hat er ja bewiesen- dann hat sich die Sache für ihn ja auch gelohnt.

Und wenn das bekannt wird, dann würde ich mich als Politiker nicht mehr in der Öffentlichkeit sehen lassen.
Es soll ja Nachahmer geben. Bei vier Millionen Arbeitslosen haben wir da ein erhebliches Gefahrenpotential.
Wenn nur 20% davon, jetzt auf den Geschmack gekommen sind, dann ........ oh weia!
Das sind ja mehr als die SPD noch Mit- und Ohneglieder  hat.





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20.05.2004 um 05:45 Uhr

Vatertag


«Den Vatertag haben die Männer selbst erfunden. Viele treffen sich und machen einen Ausflug mit dem Planwagen. Dabei trinken sie viel Bier
Diese weitverbreitete, aber natürlich vollkommen unsinnige Meinung stammt aus dem Schulheft eines zehnjährigen Mädchens.

Dabei ist der Vatertag eine volkstümliche Bezeichnung für den Tag von Christi Himmelfahrt.
Der Tag ist gekennzeichnet durch die so genannte Herrenpartie, die auf heidnische Flurbegehungen zurückgeführt wird.
Auf Kutschen und Wagen ziehen die "Herren" (der Schöpfung) hinaus ins Grüne und kehren erschöpft und mehr oder weniger stark alkoholisiert des Abends, nach dem Kampf gegen die heidnischen Götter und Dämonen, wieder nach Hause zurück - oder aber erst am nächsten Morgen.
Dieser Brauch ist Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin und Umgebung aufgekommen, und erfreut sich auch heute noch bei den Männern größter Beliebtheit.

Im Gegensatz zum Muttertag steht beim Vatertag nicht das Feiern im Familienkreis im Vordergrund, sondern die aufopferungsvolle Lokaltour in feucht-fröhlicher Männerrunde. Solcherart könnte man auch sagen, dass es sich gar nicht um einen Vatertag handelt, sondern um einen Männertag, wenn Väter und auch Nichtväter gemeinsam losziehen um die bösen Geister über Wiesen und Felder zu jagen.
Ja man könnte getrost behaupten, dass noch nicht einmal das Vatersein im Vordergrund steht, denn der Vatertag wird besonders heftig von den Männern gefeiert, die noch gar keine Kinder gezeugt haben!

Daran sieht man, wie gefährlich dieser Tag sein kann, denn es werden überwiegend nur unverheiratete Männer in den ungleichen Kampf gegen die heidnischen Kreaturen in Feld und Wald geschickt.
Böse (Weiber-)Zungen behaupten jedoch, die Männer hätten den Vatertag selbst erfunden, nur um einen Grund zum Saufen zu haben und alleine über die Äcker ziehen zu können. Diese Fehlinformation geben sie ihre minderjährigen Töchter (siehe oben) weiter und prägen damit schon frühzeitig deren Weltbild.

Ein passendes Geschenk zum Vatertag wäre daher ein gehäkeltes Kondom oder angestochenes Präservativ – dann klappt‘s im nächsten Jahr auch mit dem Daheimbleiben.






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19.05.2004 um 05:45 Uhr

Patentes Patent


Stellen sie sich vor ein Schwabe aus Biberach (BC) findet ein kleines Schräubchen in, oder in der Nähe seines Autos. Was glauben sie wohl, was er damit macht?

Ha, oifach bücka, uffheba und eistecke. Mer kennts ja emmer no amol brauche.
Zu Deutsch: Es bestehe mit hoher Wahrscheinlichkeit die Möglichkeit einer zukünftigen weiteren zweckkonformen Verwendung des Gegenstands, so dass seine sichere und geordnete Aufbewahrung angebracht erscheint.

Also was macht der Schwabe daher?
Er dud des Deng in a Schächtele.
Zu Deutsch: Er bewahrt den Gegenstand in einem zur sicheren Aufbewahrung von Gegenständen geeigneten Behältnis auf.

Was macht der Schwabe dann?
Dann päpt er a Zettele auf des Schächtele.
Zu Deutsch: Er bedient sich eines nach strukturellen Gesichtspunkten gegliederten Ordnungsschemas unter Berücksichtigung geographischer Indizierung.Denn er schreibt nicht "Schraube" auf des Schächtele sondern "BC-VW Schräuble", weil er es sonst nicht mehr finden tun täten könnte.

Und genau da liegt das Problem!

Denn der Schwabe, der da sein "Schräuble" aufbewahren mechte, hat eventuell gegen die europäische Patentschrift Nummero EP1163612B1 verstoßen. Er muss jetzt nur noch das Verzeichnis von seinem "Schraubekäschtle" mit einem Computer erfassen und ins Internet stellen – mer isch ja net bled!
Denn das Patent EP1163612B1 erstreckt sich auf Internetadressen, die "als spezifischen Inhalt das Kürzel des Kfz-Kennzeichen für eine geographische Region" nutzen.

Unglaublich oder?

Wem des Patent ghert?
Na em Hermännle aus Biberach. Der hot dort a Firma. Mowap heust dia. Machet irgendso a Zeig mit Computer und des neue Klump do, des Multimedia.
Und fürn Daimler solle se au schaffe.
Und Düra dun se au baue. "Portal Technologie" ham se auf ihrer Hohmpätsch schkrieba.
Ha guck halt selber du Hambachel, wenns net glaubsch.

Ob sich des rendiert? Ha a Abmahnung brengt halt so um die tausend Euro. Sechtausend Stück hend se letzt Johr verschickt. Jetzt kannscht dr des selber ausrechne was des bringt.

Und jetzt gibts au no an Grichtsprozess in Düsseldorf gegen die Firma 1A-Infosysteme aus Hannover.

Also wen d' a Schräuble fendst, net uffhebe - schmeiß des Schräuble liaber fort!





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18.05.2004 um 05:45 Uhr

Puffsteuer


Eichel soll Bordelle zur Kasse bitten
Das schreibt der Spiegel in seiner Online-Ausgabe vom 10. Mai 2004

«Der Staat will endlich im Rotlichtmilieu mitverdienen. Der Rechnungsprüfungsausschuss hat einem Zeitungsbericht zufolge Finanzminister Hans Eichel aufgefordert, die Puffsteuer  umzusetzen. Bordellbetriebe, Prostituierte und Zuhälter sollen danach künftig regelmäßig Steuern zahlen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, verlangt der Ausschuss von Eichel, bis Ende dieses Jahres die so genannte Puffsteuer umzusetzen. Hintergrund sei, dass nach Experten-Schätzungen dem Fiskus jährlich Steuereinnahmen in Höhe von rund zwei Milliarden Euro im Rotlichtmilieu entgehen. Der Bundesrechnungshof (BRH) hatte vorgeschlagen, eine pauschale Abgeltungssteuer zu erheben

Ich hätte diesen Artikel etwas anders betitelt:
Vom Sparminator zum Sperminator - Jeder dritte Stoß für Eichel - Bordellbesucher reiten für Deutschland!

Dass das menschliche Grundbedürfnis "Beischlafen" Geld kostet, ist so alt wie die Menschheit.
Nebenstehende Preisliste aus dem Jahre 1917 stammt aus einem Offizier-Bordell in Lodz.
Das gewöhnliche Volk bezahlte damals nur 2,50 Mark.
Hinsichtlich der Einkünfte der
Huren zeigten die deutschen Militärbehörden, Zivilverwaltungen und Finanzämter kein Interesse- diese wurden nicht mit Abgaben oder Steuern belegt.

Wir sind weit gekommen seitdem, haben zwei Weltkriege angezettelt und verloren, damit der Fiskus jetzt mit seiner eiskalten Hand nach dem Hurenlohn greift und die Grundbedürfnisse seiner Bürger besteuert.

Aber das gibt das gleiche Windei, wie die Milliarden aus der Schwarzarbeit, der Steueramnestie und der Autobahnmaut.
Erst ne große Klappe, gefolgt von latenten Erektionsstörungen, dann aufkeimende Unlust und zum guten Schluss: Heiße Luft und Zwiebackstaub.
Und anschließend will es dann wieder mal keiner gewesen sein. Das kennen wir doch schon!
Dicke rote Backen machen und dabei noch grün hinter den Ohren. Da seh ich aber schwarz.
So wird das sicher nix mit euch, ihr Berliner Jungs.

Ach ja, fast hätte ich das vergessen:
Privater Beischlaf ist bis 2006 noch von dieser neuen Vergnügungssteuer ausgenommen. Ab dann gilt diese Regelung auch im ehelichen und außerehelichen Geschlechtsverkehr in Freizeit und Büro unter Privatleuten. Es wird eine pauschale Abgeltungssteuer eingeführt, ähnlich dem geldwerten Vorteil bei der Privatnutzung eines Dienst-PKW’s. Steuerpflichtig sind alle Bürger, ab dem Eintritt der Pubertät. Diese ist vom Steuerpflichtigen mittels amtlichem Meldeformular an die Steuerbehörden zu melden. Unterlassungen werden mit Ordnungsgeld nicht unter 1.000 Euro geahndet.

Steuerbefreiungen sind nur noch bei amtsärztlich nachgewiesener Impotenz möglich. Gleiches gilt für überwiegend christliche und soziale Berufsgruppen, denen vergnügungssteuerpflichtige zwischenmenschliche Kontakte per kirchlichem Dekret untersagt sind.





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17.05.2004 um 05:55 Uhr

Grossfamilie


Kennen Sie Usingen?
Das liegt im Hochtaunuskreis!
Jetzt wissen sie sicher nicht so genau wo der Hochtaunuskreis ist?
Der liegt in Deutschland. Nördlich von Frankfurt!
Nein, nicht an der Oder – am Main!
Das ist jetzt nicht mehr mitten in Deutschland, aber doch noch weit genug von der Grenze weg (nach Westen), dass es außerhalb vom Zollgrenzbezirk liegt.

Ob das wichtig ist? Nee! Eigentlich nicht.
Aber in der Frankfurter Rundschau ist Usingen ein Thema!
Weil dort abgeschoben wird. Sogar ins Ausland!
Und das liegt nicht nur an der Nähe zum Frankfurter Flughafen, oder daran dass Usingen ein rechtsfreier Raum wäre, so eine Art Kalifatstaat wie in Köln.

Nein, im beschaulichen Städtchen Usingen wohnen Singles, Familien mit Kindern und Großfamilien. Und eine solche Familie wurde jetzt durch die Willkür deutscher Behörden und deutscher Beamten auseinander gerissen.
Auf den Lufthansa-Flug LH 3342 um 13.55 Uhr nach Istanbul wurden von der Ausländerbehörde fünf Plätze für die türkische Familie Koyun gebucht, zwei Erwachsene und drei Kinder.
Die Ausweisung war rechtskräftig, die Rechtsmittel in jahrelangen juristischen Verfahren ausgeschöpft. Vor Wochen dann die amtliche Aufforderung an die Familie Koyun freiwillig auszureisen, andernfalls werde abgeschoben.
Als nichts geschah griff die Polizei zu und weil sie die drei Kinder (12 und 16 Jahre alt) der Familie nicht finden konnten, setzten sie eben nur die Eltern in das Flugzeug nach Istanbul.
Die Kinder sollten baldmöglichst "nachgeliefert" werden.

Aber genau das ist jetzt das Problem, weshalb dieser Vorgang durch die hessische Regionalpresse geht, denn die Kinder sind seitdem verschwunden, vermutlich bei Verwandten untergetaucht. Genaues weiß man aber nicht!

Nun werden jährlich mehrere tausend Ausländer über den Flughafen Frankfurt in ihre Heimländer abgeschoben, sofern es den Behörden gelungen ist, deren wahre Identität und Nationalität festzustellen.
Doch diese Abschiebung taucht jetzt mit Schlagzeilen wie:

Abschiebung zerreißt türkische Familie - Schicksal der Kinder unbekannt - Schrecklicher Tag in Usingen - Kinder werden nachgeliefert - Skandalöses Vorgehen der Polizei - Rechtsstaatlich fragwürdig - Dreiste Ausländerbehörde - Abschiebung verstößt gegen verfassungsrechtliche Grundrechte – Grausame Abschiebung – Sorgerecht der Kinder ungeklärt.

in der Presse auf.

Und ich bin geschockt!
Ja wo leben wir denn? Wie kann denn sowas passieren?
Da gibt es seit Wochen einen rechtskräftigen Beschluss der Ausländerbehörde zur Abschiebung der fünfköpfigen Familie und dieser Umstand ist den Eltern sehr wohl bekannt. Trotzdem packen sie nicht ihre Koffer und reisen freiwillig ab oder legen durch ihre Frankfurter Anwältin Katrin Knoblauch Rechtsmittel ein.

Und die Polizei kommt dann natürlich während der üblichen Dienststunden und trifft dann natürlich die Kinder nicht an, weil die dann natürlich schon zur Schule gegangen sind. Typisch Deutsch!

Laut Frankfurter Rundschau meint der Leiter der Usinger Polizeistation, Klaus Schröder, dazu: «Die Kinder haben sich selbst von den Eltern getrennt. Die Eltern ohne ihre Kinder abzuschieben sei rechtens, weil es bei diesen "Großfamilien" ein "seltener Glücksfall" ist, "dass wir alle antreffen". Wenn die Polizei auf alle Familienmitglieder warte, "würden wir bei den Familien überhaupt keine Abschiebungen mehr hinkriegen", so Schröder. "Dann laufen wir ständig hinter einer Familie her, die es nicht schafft, komplett zu sein." Um die Kinder mache er sich "keine Sorgen". Die hätten schließlich wissen können, dass die Abschiebung ihrer Eltern bevorsteht. "Das ist ja kein Vorgang, der überraschend auf die einstürzt", meint der leitende Polizeibeamte

Aber hätten die Bullizisten schon mitten in der Nacht zugegriffen, wäre das nicht passiert und der Steuerzahler müsste auch nicht die Flugtickets für drei No-Shows bezahlen. Gell, Herr Schröder!

Sicher hat Herr Schröder recht, dass die ganze Aufregung um die Kinder grundlos ist, denn mit Türkisch als Muttersprache und Deutsch als Fremdsprache kann ihnen in Deutschland nicht viel passieren. Da kommt man damit locker durch.

Aber eines würde mich doch brennend interessieren und ich habe -seltsamerweise- nirgendwo eine Information darüber gefunden:

WARUM wurde denn die Familie eigentlich ausgewiesen?
In §42ff des Gesetzes über die Einreise und den Aufenthalt von Ausländern im Bundesgebiet (AuslG) ist geregelt unter welchen Bedingungen ein Ausländer die Bundesrepublik Deutschland zu verlassen hat. Irgendeiner dieser Gründe muss ja wohl vorgelegen haben.

WARUM durfte dann DIESE Familie nicht bleiben?
Ebenfalls im AuslG sind in §49 die Abschiebung und evtl. Duldungsgründe aufgeführt. Im vorliegenden Fall scheint keiner dieser Gründe Anwendung gefunden zu haben.

Dann aber verstehe ich ehrlich gesagt die ganze Aufregung in der Presse nicht ganz.
Aber für sachdienliche Informationen und Hinweise, aus denen auf einen möglichen Rechtsbruch oder gar Behördenwillkür geschlossen werden könnte, bin ich wie immer sehr aufgeschlossen.

Eines habe ich aber aus diesem Fall gelernt. Jetzt weiß ich endlich was aus deutscher Sicht eine GROSSFAMILIE ist.





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16.05.2004 um 10:18 Uhr

Vorhautverlust


Kein Schadensersatz für Verlust der Vorhaut.

Das Oberlandesgericht Nürnberg (Az.: OLG Nürnberg 1 U 2507/03) hat jetzt entschieden, dass es für den Verlust der Vorhaut keinen Schadensersatz gibt.
Der 14-jährige Kläger hatte nach dem harndrangbedingten Urinieren den Reißverschluss seiner Hose etwas zu schnell nach oben gezogen und sich dabei die Vorhaut seines primären Geschlechtteils und angeblich besten Freundes eingeklemmt. Erst durch einen operativen Eingriff konnten die beiden wieder getrennt werden, was aber mit dem Verlust einiger Zentimeter dieser kostbaren Haut einherging.

Darauf hat der derart Verstümmelte versucht über 5.000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld, sowie 150 Euro Schadenersatz für die bei der operativen Rettung demolierten Hose einzuklagen.

Nein, nicht vom Hersteller dieser teuren Hose, weil der Reißverschluss so heftig auslöste.
Nein, auch nicht von dem Chirurgen, der ihm sein kostbares Stück aus dem Maul des vielzahnigen Monsters befreite.
Nein, er hat den Verkäufer der Getränke, die ihm die Blase füllten, verklagt.
Denn wenn der 14-Jährige nichts getrunken hätte, wäre es auch nicht zu dem schmerzhaften Zwischenfall gekommen.
Ist doch irgendwie logisch oder?

Da hab ich vor kurzem gelesen, dass jetzt Jugendliche schon bald mit 16 Jahren Auto fahren dürfen. Na, ob das mal gut geht! Die Jungs können sich doch mit 14 Jahren noch nicht einmal den Reißverschluss ohne bleibende Gesundheitsschäden hochziehen.
Jetzt können wir darauf warten, dass die Tankstellen verklagt werden, die Unfallfahrern das Benzin für die Fahrt zur Unfallstelle verkauft haben.

By the way, was ist eigentlich bei einem Verlust des Eichels?
Besteht denn da Anspruch auf Schadenersatz?
Das hätten doch die Richter in Nürnberg auch gleich mitentscheiden können, wenn sie schon so nah dran waren.
Ich mein ja nur, weil der Bundesgerd im Herbst angeblich sein Kabinett umbauen will.
Nicht dass da auch noch Schadensersatzforderungen auf uns Steuerzahler zukommen.
Bei den Jungs da in Berlin weiß man ja nie.





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15.05.2004 um 12:31 Uhr

Vergurgt

Stimmung: Grand Prix de la Dingens - Max oder Schumi ?
Musik: Highway To Hell - Auf der Autobahn ist es noch hell


Oooooh Daaaanieeeeeel duuuuuuu!
You drive me crazy – du fährst wie verrückt!
Die Staatsanwaltschaft Landshut hat Daniel Küblböck wegen Fahrens ohne Führerschein angeklagt. Dem Mimen werde Rumgurken auf öffentlichen Straßen und vorsätzliche Körperverletzung in zwei Fällen vorgeworfen.

IN ZWEI FÄLLEN! WIESO NUR IN ZWEI?
Hat denn die Staatsanwaltschaft die Sprech- und Singübungen im privaten Fernsehen nicht gesehen? Mordanschlag auf Millionen war das! Vorsätzlich! Bewusst!! Geplant!!!
Ob im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, kann ich jetzt nicht sagen, so gut kenne ich D.K natürlich nicht.
Ich weiß nur, dass ich seitdem bei den Worten "Deutschland", Super" und "Star" zusammenzucke und mehrere Tage nicht arbeitsfähig bin.

Und die Tierschützer! Wo sind die Tierschützer? Bleibt etwa die ruchlose Tat, bei der sich Tausende von Kakerlaken einen Käfig mit D.K teilen mussten ungesühnt?
Kann man Kakerlaken das ungestraft antun?

Und die beiden Damen, die da mit D.K. im Auto saßen und ihm die Gewalt über ihr Fahrzeug und ihre Körper überlassen haben?
Gibt es da keine Anklage wegen "Verführung von minderjährigen intellektuell Bedürftigen"?
OK, in Tateinheit mit mildernden Umständen. Sie konnten ja nicht ahnen, dass D.K. ihnen zum Vorspiel eine Kollision mit einem Gurkenlaster bieten würde.
Oder war der Unfall danach? Und D.K. durfte nur ans Steuer, weil man wissen wollte, ob er das auch nicht kann.

Fragen über Fragen! Hoffen wir dass die Staatsanwaltschaft Landshut ihre Arbeit besser macht, als die Kollegen in Düsseldoof.
Wie auch immer. Die Richter werden sicher, wie bei einem minderjährigen Ersttäter üblich, ein mildes Urteil sprechen, die Strafe zur Bewährung aussetzen und damit berücksichtigen, dass bei mir im Kühlschrank die "Original Daniel Küblböck Gurken" zur Neige gehen.

Und Daniel, noch ein kleiner Tipp, nimm beim nächsten Mal einen Sauerkrautlaster.
Denn Dosen halten länger und es gibt nicht so viel Bruch!





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14.05.2004 um 05:45 Uhr

Wurmfortsatz

Stimmung: verworren, verwirrt, vervirt
Musik: Bill Gates - Die Unvollendete (Seifenoper in ?? Akten)


Sie haben ihn!
In Waffensen bei Wosichdiefüchsegutenachtsagen wurde ein 18-jähriger Jugendlicher festgenommen, der von sich behauptet, er habe den Computerwurm Sasser erschaffen.

SASSER braucht kein Email und die Dummheit der DAU’s um sich zu verbreiten, sondern attackiert und verseucht Computer direkt im Internet. Virtuell halt! Einige Millionen Computer sollen –vom Anwender unbemerkt- von Sasser befallen worden sein. Dass sich diese Computer dann selbst rauf und runter fahren, haben viele Anwender für einen neuen Service von Microsoft gehalten, denn bisher musste man das nach einem "Deadlockimmer selbst machen.

Gibt es jetzt Entwarnung oder gar Grund zur Freude? Mitnichten!

Ich will jetzt hier auch nicht über Sinn und Unsinn von Computerviren philosophieren. Oder darüber welche Erziehungsfehler sich in der frühen Kindheit des Täters ereignet haben könnten und die jetzt strafmildernd zu berücksichtigen sind. Mit Hilfe von Psychologen und Sachverständigen wird die Verteidigung sicher den einen oder anderen Klaps von Vater und Mutter oder gar den lüsternen Blick einer spätpubertierenden Kindergärtnerin ans Tageslicht zerren.

Mich interessiert eigentlich nicht der Täter, der mit seinem Dummenjungenstreich das Interesse der Weltöffentlichkeit erregt hat. Nicht weil ich sein Verhalten für tolerierbar halte oder gar für gut befinde. Aber wenn ich so an meine eigene Jugendzeit denke, da habe ich -zumindest aus heutiger Sicht- auch manchmal Dinge ausprobiert, die hart am Rande der Legalität waren. Einmal ist dabei ein Heuhaufen und eine größeres Wiesenstück in Flammen aufgegangen. Mein Vater hat danach das Problem mit einem Haselnussstock und seiner rechten Hand in Ordnung gebracht. Daran kann ich mich HEUTE noch sehr gut erinnern.

Mich interessiert viel mehr, warum und wie es einem Jugendlichen aus Waffensen gelingt die Software des reichsten Mannes der Welt zu knacken.
Weltkonzern gegen kriminelle Hacker! Das ist doch die Schlagzeile, die hier gemacht wird.

250.000 US$ Kopfprämie sollen die Jungs aus Seattle für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter des/der Täter führen, ausgesetzt haben. Zahlbar aber natürlich erst, wenn der Täter verurteilt wird. Also wird es für Hinweise aus der deutschen Bevölkerung, dank deutscher Gerichte, sicher kein Geld geben.

Aus dem Hause Microsoft war zu hören, dass «der Internetwurm Sasser technisch keine besondere Leistung darstellt. Der Fehler im Betriebssystem Windows, den er ausnutzt, sei schon lange bekannt.»

Diesen Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
In der Frankfurter Rundschau heißt es dazu «das Problem seien die Benutzer, die ihre Programme nicht "gepatcht" hätten. Wer seinen Rechner auf aktuellem Stand hatte oder gar eine Firewall als Schutz einsetzte, war nicht betroffen. Um die Updatemüdigkeit der Anwender zu bekämpfen, versucht Microsoft die Installation immer einfacher zu machen. Unter Windows 2000 oder Windows XP gibt es eine Funktion, mit der der Benutzer das System mit wenigen Mausklicks auf den aktuellen Stand bringen kann. Doch viele Anwender nutzen den Service nicht,
weil sie Microsoft misstrauen oder schlichtweg uninformiert sind. Zudem erreichen die Ausbesserungen nicht immer, was sie sollen - manchmal legen sie den Rechner komplett lahm.»

Ach so ist das!
Die DAU’s sind schuld und natürlich die bösen Virenmacher!
Der Kunde, der viel Geld für diese Patchwork-Software bezahlen muss, ist schuld.
Der Kunde der diese Superduper-Software durch weitere kostenpflichtige Produkte und mit erheblichem Zeit- und Kostenaufwand zum Laufen bringt, damit dann ein durchschnittlich begabter Abiturient sein System abschießt– der ist schuld!

Aber der Hersteller dieses sagenhaften innovativen, langjährig erprobten und qualitätsgetesteten Produktes ist nicht schuld! Er ist nicht verantwortlich! Produkthaftung ist in diesem Konzern ein Fremdwort.

Aber die neue Software kommt! Mit ihr wird dann -wie immer- alles besser!
Nach Windows 3.1 und Windows 95 und Windows 98 und Windows NT und Windows 2000 und Windows XP und Windows Wasweißichnoch kommt jetzt LONGHORN.
Meine Meinung dazu habe ich schon früher kundgetan.

Sucht man im Internet nach "LONGHORN" könnte man fast glauben das wäre ein von Microsoft erfundenes Label oder gar ein Kunstname.
Aus meiner Zeit als Westernfan weiß ich aber noch, dass "Longhorn" ein besonders widerspenstiges texanisches Rindvieh ist, dem vorne besonders lange Hörnern wachsen.

Und was aus einem "Longhorn" hinten raus fällt, nennt man "Bullshit".

Daran ändert auch ein Virus im Wurmfortsatz nichts.





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13.05.2004 um 05:45 Uhr

Die Sparsau

Stimmung: Saustark


Der Finanzexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Fritz Kuhn, hat sich in einem Interview indirekt für ein Ende des striktes Sparkurses und für eine einheitliche Linie in der Wirtschafts- und Finanzpolitik ausgesprochen.

«Nur Sparen ist Irrsinn und macht die Wirtschaft kaputt», sagte er der «Berliner Zeitung», wie das Blatt berichtete.
Na endlich mal einer der das einsieht! Wenn keiner mehr in die Kneipe geht und säuft, macht nicht nur der Wirt pleite, auch die Schnorrer kriegen nix mehr ab. Und seit durch Einführung des Teuro auch die von der Sonne verschonten großvolumigen Rotweinflaschen aus Südtirol ein kleines Vermögen kosten, kann sich ja kaum mehr einer einen richtigen Rausch von Aldi, Penny oder Lidl leisten.

«Wenn wir jede Woche eine andere Sparsau durch das Land treiben, wie (Bundeswirtschaftminister Wolfgang) Clement es mit seinem Vorschlag zur Abschaffung des Sparer-Freibetrags gemacht hat, würden wir den Verbraucher weiter verunsichern», sagte Kuhn.
Das ist allerdings nur bedingt richtig, denn eine weitere Verunsicherung der Verbraucher ist politmedizinisch gar nicht mehr möglich.

Das würde letztlich dazu führen, «dass wir selbst geschlachtet werden, und zwar vom Wähler».
Uuuups! Das sind ja ganz neue Töne. Obwohl, wenn ich jetzt so drüber nachdenke! Und wenn ich mir das so durch den Kopf gehen lasse! Also ich weiß nicht. Oder vielleicht doch? Irgendwie könnte ich mich so langsam mit dem Gedanken anfreunden!

Dennoch dürfe die Bundesregierung das Ziel der Haushaltskonsolidierung nicht aufgeben, betonte Kuhn. Das müsse aber «auf einen mittelfristigen Horizont hin» geschehen.
Also wenn ich ganz ehrlich bin, da habe ich jetzt nicht verstanden wie der Herr Kuhn das gemeint hat. Welche «Haushaltskonsolidierung» und welchen «mittelfristigen Horizont» meint er denn da? Doch nicht etwa dieses kurzsichtige «Management by Desaster», das wir seit der rot-grünen Machtübernahme erleben. Der Staat ist pleite, die Unternehmen ziehen Leine oder melden Konkurs an und die  Arbeitnehmer stehen auf der Straße. Aber dort ist wenigstens die Luft sauber!

«Wenn die Konjunktur schlecht ist, und das ist sie noch immer, muss ich anders sparen als in wirtschaftlich besseren Zeiten.»
Und wenn ich gar kein Geld habe, dann kann ich auch nicht sparen und ich lebe von der Hand in den Mund. Irgendwie fällt mir bei solchen Sprüchen immer die Fabel von der Grille und der Ameise ein. In der Fabel hat, soviel ich noch weiß, die Grille den nächsten Winter nicht überlebt.
That’s Life. Aber hier bei uns erzählen die rot-grünen Grillen den bundesdeutschen Ameisen permanent das Wort zum Sonntag.

«Kuhn sprach sich für eine ‚antizyklische Konsolidierungspolitik‘ aus.».
Was soll denn das wieder heißen? Soll das jetzt bedeuten, dass Rot-Grün ihre politischen Ziele nicht mehr durch Eierrollen und Hütchenspiel bestimmt?

«Die rot-grüne Koalition könne nicht da sparen, wo wir politisch gestalten wollen, meinte Kuhn weiter».
Ach du Scheiße, also überall!

An einer Entlastung der Gemeinden um 2,5 Milliarden Euro dürfe nicht gerüttelt werden, forderte Kuhn. Gerade die Kommunen seien «gute Investoren und damit wichtig zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit».
Genau! Bei uns in der Gemeinde haben sie jetzt überall neue Schilder mit "Parken verboten" auf- und für das Ordnungsamt zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.
Die wissen wie man mit Investitionen die Gemeindekasse füllt!

Auch müsse Deutschland «stärker in Bildung und Forschung einsteigen». Hier «auf die Bremse zu treten» wäre «ökonomisch fatal», sagte der Grünen-Politiker.
Stimmt auch! Das Fatale ist nur, dass wir schon seit zwanzig Jahren auf der bildungspolitischen Bremse stehen und mit curricularer Leerkörperzentralverwaltung durch die Gegend schleudern.

Zur Finanzierung der erwarteten geringeren Steuereinnahmen schlug er statt dessen einen Abbau von Subventionen, «aber gezielter als bisher» vor.
Auch das kennen wir doch schon. Das ist doch wieder nichts anderes als die Subventionen auf der einen Seite einzusacken und sie mit der Subventionskarre auf der anderen Seite wieder abzukippen. Nur dass sie sich das jetzt besser überlegen wollen um Leerfahrten zu ersparen. Berater aufgepasst - jetzt gibts wieder Kohle!

Er unterstütze Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in seinem Vorschlag, «die Eigenheimzulage zu Gunsten der Bildung aufzugeben», sagte Kuhn.
Eeeecht subbbber! Entweder ein Dach über dem Kopf oder Akademiker. Ja liebes Volk ihr müsst euch schon entscheiden. Entweder dumm im eigenen Reihenhaus oder gebildet in der Mietwohnung.

Zudem sollte aus seiner Sicht die Entfernungspauschale halbiert werden, um im kommenden Jahr 1,1 Milliarden Euro und 2006 weitere 2,2 Milliarden Euro einzusparen.
Das ist ne gute Idee! Wenn wir uns dann auch noch darauf einigen können, bei der Entfernungsberechnung die Erdkrümmung und den Gegenwind zukünftig nicht mehr zu berücksichtigen, bringt das bestimmt, aber mindest, wenn nicht noch viel mehr.

Auf «Spekulationen über neue Haushaltslöcher, deren Größe wir noch nicht einmal genau kennen», habe Kuhn allerdings «keine Lust».
Das versteh ich! Das geht mir genau so! Ich hab auch keine Lust mit jemand ins Bett zu hüpfen und Mutterles und Vatterles zu spielen, wenn ich dessen Anatomie nicht kenne.

«Subventionsabbau ist für die Menschen nur dann nachvollziehbar, wenn sie sehen, wofür das Geld verwendet wird», behauptete Kuhn.
Das sehe ich nicht ganz so blauäugig und selbstlos wie der Herr Kuhn. Erstens habe ich grundsätzlich was dagegen, wenn sich jemand mein Geld aus meiner Tasche holt. Und zweitens habe ich noch mehr dagegen, wenn dieses Geld dann auch noch ohne Wirkung zu erzielen von irgendwelchen politischen Phrasendreschern und ihren Subventionsgenossen mit der Gieskanne verteilt wird.
Wie war das noch mal mit dem "Schlachten"? Warum eigentlich erst am Wahltag?

Nur so könne die Regierung dafür sorgen, «dass wieder so eine Art Aufbruchstimmung entsteht», sagte er und kritisierte zugleich die Wirtschaftsverbände, die «mit ihrer ewigen Nörgelei» wenig Gutes leisteten.
So ist es! Wer ‚wenig Gutes‘ leistet wird mit Nörgelei nicht unter 82 Dezibel bestraft. Auch ‚lautes Murren‘ und ‚heftiges Schimpfen‘ erscheinen in solchen Fällen angebracht.
Wie war das noch mal mit dem "Schlachten"?

Und vor dem Schlachten hat das ‚wenig Gutes leistende Schwein‘ noch mal das Recht nach Herzenslust laut in der Presse zu quieken!
Wolle mer die Sau jetzt raus lasse und durchs Dorf zum Metzger treibe oder tut’s der Sauschneider (*) vorerst auch

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12.05.2004 um 05:45 Uhr

Insolvenzpleiten

Stimmung: Packfreudig und versandbereit :-)
Musik: Christian ganz Anders - Es fährt ein (Post)Zug nach Irgendwo


Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" vom Freitag den 7.Mai 2004 ist die Zahl der Insolvenzen in Deutschland weiter gestiegen. Die Firmenpleiten seien allerdings zurückgegangen.

Ja watz datz denn??? Jetzt mal ganz langsam nachdenken. Was soll denn das heißen?
Die Insolvenzen steigen, aber die Pleiten gehen zurück! Aber det jet doch jar nich! Oder sind die Firmenpleiten etwa in ihre Heimatländer zurück gegangen?

Im Januar hätten 3030 Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt und damit 6,6 Prozent weniger als im Januar vorigen Jahres, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit.

Na das ist ja keine Kunst. Es sind ja kaum noch Unternehmen übrig, die meisten sind ja schon längst pleite.

Dagegen sei die Zahl der übrigen Schuldner um zwölf Prozent gestiegen. Darunter fallen auch Privat-Konkurse, die um mehr als ein Viertel auf 3240 zulegten. Die Summe aller Insolvenzen stieg um 4,6 Prozent auf 8622. Das Gesamtvolumen der offenen Forderungen lag im Januar bei 3,8 Mrd. Euro und damit rund 15 Prozent höher als im Vorjahresvergleich.

Ach so ist das. Jetzt gehen die ehemaligen Unternehmer und ihre entlassenen Mitarbeiter als Privatleute pleite. Und die Anzahl dieser Insolvenzen ist gegenüber dem Vorjahr um mehr als satte 25% gestiegen.

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform hatte Ende April erklärt, die Daten aus dem ersten Quartal deuteten darauf hin, dass sich die Firmenpleiten in diesem Jahr stabilisierten und im Gesamtjahr bei rund 40.000 einpendelten. Im vergangenen Jahr war die Zahl aller Insolvenzen auf über 100.000 gestiegen, die Zahl der Firmenpleiten hatte sich auf gut 39.300 erhöht.

Also die Jungs von der Creditreform sind da wohl ein bisschen voreilig mit ihrer Hochrechnung und dem Verdacht dass sich Insolvenzen und Pleiten auf diesem Niveau einpendeln werden.

Wartet doch erst mal ab wie die Zahlen aussehen, wenn die Rot-Grünen ihr neues Staatsfinanzensanierungsprogramm mit Ausbildungsplatzumlageabgabeverfahren, Schwarzarbeiterschwernisverhinderungsgesetz, Mehrwertsteuereuropaniveauanpassungsverordnung und den neuen EU-Ostvereiterungszuschlagseuro auf alle selbstgeleckten Alcopops-Briefmarken beschlossen haben.

In Berlin soll jetzt  Krisenstimmung herrschen, weil das Loch von dem Finanzhans immer größer wird. Wie wäre es denn, wenn man den Hans mitsamt Loch und den Kollegen aller Fraktionen von dem amerikanischen Verpackungskünstler Christo samt Reichstag noch mal einpacken lässt und dann als Paket -oder geht das noch als Päckchen- auf die Salmonelleninseln schickt.

Ich würde sogar die Alcopop-Briefmarken selbst anlecken.

Hope this helps.





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11.05.2004 um 05:45 Uhr

Krisenplan


Wohin man blickt - überall die gleichen Schlagzeilen.

Regierung ringt um Krisenplan !
Radikalprogramm soll Wende bringen !
Grundsatzdebatte über Ausweg aus der Krise !

Jungs, das braucht ihr nicht zu diskutieren. Macht euch doch jetzt keine Gedanken mehr.

Das ist doch alles null Problemo.

Hier ist er, der finale Ausweg aus der Krise.

Bei Bürgern, Unternehmer, Steuerzahlern, Rentnern, Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern bereits mehrfach erprobt.

Einfach in der Handhabung, kinderleicht zu bedienen, aber dennoch zuverlässig und todsicher. 
Allerdings nicht ganz rückstoßfrei.

Gibt’s bei Ebay, nur einmal verwendet, wie neu.
Garantiert ohne Ökosteuer, Solidarzuschlag, Mautgebühr, Ausbildungsplatzabgabe, Dosenpfand, Praxisgebühr, Puffsteuer, Rentenkürzung und Mehrwertsteuererhöhung.
Versand- und Ebaygebühr übernehmen die Bürger.

Viel Spaß bei beim Steigern.





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