frau im gespräch

12.07.2012 um 17:00 Uhr

So eine sache

von: Malou   Kategorie: frau im gespräch   Stichwörter: Mütter, Erziehungswahnsinn

Das ist so eine Sache mit dem, was man so alles über Erziehung lesen kann und wieviel man dann mit in den Alltag nimmt. Neulich war ich in einem Babykurs für Bewegung und Spiel. Und die Mütter hatten scheinbar alle etwas zum Thema:Spielzeug gelesen.

Die Kursleiterin packte Schächtelchen aus, und die Babys krabbelten fröhlich darauf zu. Da erklang die erste Mama: <Sind die Lackfarben bei den Hutschachteln auch schadstoffgeprüft? Die sind doch sonst giftig, oder?>Kann man sich an den Kanten nicht verletzen? Und die nächste Mami sagte:Ich achte immer beim Essen auf Zusätze und so-aber, er nimmt ja alles in den Mund -da weiß ich ja nicht, was alles drin ist.

Ich hatte das Gefühl, dass wir alle mehr damit beschäftigt waren uns Sorgen zu machen, als die Kinder einfach machen zu lassen.

Und ich nehme mich davon nicht aus. Erst gestern habe ich meinem Sohn erst freudestrahlend ein kleines Sammelsurium von Schachteln zusammengestellt und als ich sie ihm präsentierte, ertappte ich mich dabei, wie ich mich innerlich ständig fragte-Sind die Kanten nicht zu scharf, sind die Farben auch schadstoffgeprüft?

Ab und zu würd ich dem "Kleinen Erziehungsberater" in meinem Kopf gern einfach mal die Zunge rausstrecken- Bäh- mein Sohn hat trotzdem Spaß- aber spätestens beim nächsten aufeinander Treffen mit anderen kritischen Müttern- wird er sich dann, wie ich ihn kenne schnell wieder zurück melden.

Aber heute sehe ich einfach nur zu, wieviel Spaß unser Sohn mit seinen kleinen Kisten hat..., zumindestens hab ich mir das fest vorgenommen

10.07.2012 um 11:40 Uhr

zurück

von: Malou   Kategorie: frau im gespräch   Stichwörter: mutter, sein, babyzeit, kinder

Stimmung: amüsiert
Musik: counting

Hallo, da bin ich wieder, nach langer Zeit zurück und diesmal direkt von der Babyfront. Ja, es hat geklappt.

Ich muss schon sagen, das neue Leben als Mutter und Eltern sein ist schon aufregend. Man lernt soviel über sich selbst und den Partner von einer ganz neuen Seite kennen. Nämlich :...< Ach, er hat geschrien, nee, das hab ich nich gehört, hab wohl zu tief geschlafen.  oder auch - <Schatzi, seine Zähnchen tun ihm weh, holst du mal das Gel? <Hä, für wen? Na, für ihn. Hä, welches?, schnarch.. und schon dreht er sich wieder um.

Naja, das hört man ja immer wieder, das wir Mütter von der Natur mit den besseren Instinkten ausgestattet wurden, aber scheinbar auch mit den besseren Ohren. hmmpf.

Egal, mittlerweile ist unser Junior nun schon bald 8 Monate alt und man gewöhnt sich langsam daran, dass der eigene Mann nur noch mit Kaffee den Morgen überlebt-und wenn er den nicht bekommen hat, lässt er einen das auch den gesamten Tag wissen.

Man selbst bräuchte auch ab und zu mal nen Koffeinschub, geht aber nicht, man stillt ja.

<Ich weiß nicht, wie du das immer ohne Kaffee hinkriegst",sagt er ehrfürchtig< 

< Ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht<.

Doch irgendwo hat man noch Reserven und schaffst es manchmal sogar dem müden und ungeschminkten Spiegelbild noch ein Lächeln zuzuwerfen, abends, wenn das Baby dann doch eingeschlafen ist.  

23.10.2010 um 20:01 Uhr

Gegendarstellung .....

von: Malou   Stichwörter: aktuelle, Bücher, menschen, Bildung

Stimmung: aufgeräumt
Musik: The circle only has one side-travis

Liebe Leser, wie sie wissen, schreibe ich eigentlich über die Kuriositäten meines Alltags, doch heute widme ich diesen Blog einem Thema, das mir gerade auf dem Herzen liegt.

Seit einiger Zeit arbeite ich in einem Team, das innovativ, kreativ, fleißig und dabei trotzdem noch menschlich geblieben ist.

Eben dieses  (mein)Team wurde vor kurzem öffentlich beschämt und beleidigt. Nicht von irgendwem und nicht irgendwo. Wir wurden doch tatsächlich ein Part des Bestsellers: "Deutschland schafft sich ab", den Autoren kennen Sie alle aus den Medien. Er bezeichnet uns dort als nicht qualifizierte Pädagogen, die die Hausaufgaben abschaffen wollen, um am Nachmittag "Aktivitäten" mit den Kindern durchführen zu können und weil wir so unqualifiziert sind, machen wir nur eine Hausaufgabenbetreuung, die auf das Betreuen der Kinder ausgelegt ist, nicht aber auf eine Lernunterstützung. Können wir ja auch nicht, sind wir ja zu blöd zu. ....

Was dort nicht steht, ist, dass unsere "Aktivitäten" aus 2 ( in Partizipation mit den Kindern ) selbstgeschriebene Musiktheaterstücken bestehen, aus Seifenkistenbau und Seifenkistenrennen und aus der Teilnahme an der "Dominoaktion 2009" zum Mauerfall, die auch der Schule einiges Prestige eingebracht haben wird.  Dass wir eine Schulhymne mitgetextet haben, lasse ich hier nur am Rande erwähnt...Was ich eigentlich damit sagen will, ist:

 Alle diese Aktionen haben den Kindern mehr als nur Spaß gebracht!!! 

Hierzu ein Beispiel: Ein Schüler, der solche Lernschwierigkeiten hatte, dass er mit 13 immer noch in die 6. Klasse ging, machte mit bei unserem ersten Musical. Er konnte nicht gut lesen oder schreiben und Hausarbeiten waren eine Qual für ihn, doch in dem Stück bekam er eine Rolle, in dem er einen ganzen Rap auswendig lernen musste und vortragen und er schaffte es. Nach seinem glorreichen Auftritt wurde sein Musiklehrer auf ihn aufmerksam und gab ihm die Chance, ein Referat über die HIP-HOP Kultur zu halten. Der Schüler bekam  dafür die erste  Eins in seiner gesamten Schullaufbahn.

Er hat sich verändert, ist nicht mehr so aggressiv wie damals, denn er hat gesehen, dass er andere Talente hat als die, die in der Schule von ihm erwartet werden. Und er hat erkannt, dass er wertvoll ist, auch wenn er kein guter Schüler ist.

Das macht für mich mehr als einmal deutlich, dass es nicht nur um Leistung gehen darf in der Schule, wie im Leben auch. Vielmehr sollte den Schülern Raum gegeben werden, zu erkennen, wer sie sind, was in ihnen steckt und die Möglichkeit, es heraus zulassen.

Der Autor kann über uns denken und schreiben, was er will, denn ich bin stolz ein Teil dieses Teams zu sein, das den Kindern genau das ermöglicht.

Und  in einer Gesellschaft, in der es nur um Erfolgsdruck und Leistung geht, und bei der die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt, möchte ich  sowiso nicht leben. Zu meinem Glück gibt es noch Menschen, die anders sind und ich darf mit ihnen arbeiten!

P.S. Alle seine Schilderungen beruhen nicht etwa darauf, dass er uns je bei der Arbeit gesehen und interviewt hätte, er hatte eine  parteiische Quelle, der es nicht gefiel, dass wir donnerstags lieber AGs machen, anstatt Hausarbeiten.

Und eigentlich wollte ich mich darüber richtig  aufregen, doch dabei stellte ich fest, dass ich mich dann auf das Niveau des Autors und seiner Quelle begeben hätte!!!!

 

 

04.10.2010 um 11:17 Uhr

Eis essen will gelernt sein

von: Malou   Stichwörter: Urlaub

Stimmung: amüsiert
Musik: Life (desree)

 

Haben Sie schon mal im Urlaub ein Eis gegessen,von dem sie hinter her gedacht haben, da hätte ich wohl eine Gebrauchsanweisung für gebraucht..Ich weiß ja, dass ich mir kein Schokoeis kaufen sollte, wenn ich ein helles Kleid anhabe.Ich kenne mich ja: kaum habe ich mein Eis geöffnet, schmilzt es mir weg. Es ist,als würde jedes Eis in meiner Hand einem Code folgen: Wenn diese Frau dich in der Hand hält, fang an zu schmelzen, was das Zeug hält. Sie sehen schon, ich habe mit meinem Lieblingssommerprodukt im Allgemeinen nicht viel Glück.Nun gut, diesmal habe ich mir aber ein Eis gekauft , das aus Vanille besteht und leicht mit Karamell überzogen ist, dachte ich...

Herrje ich kann nun mal kein Polnisch. Als ich hineinbeiße, spritzt mir eine flüssige klebrige Soße entgegen, die nach Eierlikör schmeckt. Sie läuft mir an der Hand herunter. Ich probiere es ein zweites Mal und aus dem nächsten Biss läuft mir Schokosoße in den Mundwinkel und am Kinn herunter. Was für eine Sauerei, denke ich, und die umstehenden Menschen wohl auch, sie gucken schon ganz komisch. Mein Mann holt mir schnell eine Serviette. Das Eis schmilzt weiter, doch ich halte es eisern fest und so schräg, so dass es in meine hohle Hand tropfen kann. Ich lutsche die Reste ab,und bemerke dabei eine weitere Zutat, das versprochene Karamell. Solange ich das Eis noch habe, traue ich mich keinen Schritt weiterzulaufen. Ich stoppe,bete, dass nichts auf mein Kleid gekleckert ist und schmeiße die klebrige Katastrophe halbgegessen- zumindestens versucht- in den nächsten Abfalleimer. Das nächste Mal wirds wieder Capri...

07.09.2010 um 22:41 Uhr

Neulich

von: Malou   Stichwörter: Männer, Frauen

Stimmung: erstaunt

 

Als ich im Urlaub mit meinem Mann am Strand von Grzybowo  an der polnischen Ostsee stand sagte er zu mir:

<Ich habe gestern schlecht geträumt von Dir, Du wolltest mich nicht mehr an dich heranlassen!!

<Was habe ich denn gesagt?

<Nichts!

<Wie nichts? Woher wusstest du denn dann , dass ich dich nicht mehr bei mir haben wollte?

<Na, du hast den Kopf geschüttelt und die Arme vor der Brust verschränkt.

<Ich habe überhaupt kein Wort gesprochen?

<Nein, kein Wort.

<Träumst du etwa ohne Ton?

<Ja, öfter.

 Träumen etwa alle Männer ohne Ton?

Liegt es daran, dass wir Frauen von Natur aus kommunikativer sind und auch noch in unseren Träumen mitteilen müssen, was uns bewegt? Und wie muss ich mir das überhaupt vorstellen?

Man sieht nur  Bilder an sich vorbeiziehen, wie in einem Stummfilm und muss sich dann alles  zusammenreimen? Wie funktioniert da die Traumdeutung? Wenn gefragt wird, welche Geräusche hast du gehört? Wie beantwortet man das ? 

Also reden die meisten Männer, meiner inbegriffen, nicht nur weniger als wir Frauen, sie träumen auch stiller?

Ich finde das seltsam, aber wahrscheinlich drückt sich darin nur ihr innerer Wunsch aus, endlich einmal nicht reden zu müssen und dass die Partnerin bitte einmal den Mund hält.