entwined
And there have been some that I've broken
But I swear in the days still left
We will walk in fields of gold
We'll walk in fields of gold
(Eva Cassidy- "Fields of gold")
Nächste Woche gehen wir zum Standesamt und fragen nach einem Termin. Ich träume schon ein bisschen. Standesamt. Familienessen, eigentlich ganz klein, und doch emotional so riesig groß. Es wird Winter sein, irgendwann, Ende Januar, vielleicht wird es ein bißchen schneien, ich weiß nicht, ob mein Nadelstreifenkleid nicht zu dünn sein wird. Du wirst bestimmt Deinen Anzug tragen, wie auf diesem Passfoto in meinem Portemonnaie. Ich teste meinen potentiellen Doppelnamen, ich habe mich schon ein bißchen an ihn gewöhnt. Meine Oma wird sicher ein paar Tränchen vergießen.
Wir werden irgendwo chic essen mit der Verwandtschaft. Und wenn wir irgendwann genug pecunia und Nerven haben, schmeißen wir eine große Party mit viel Rotwein.
Seit Deinem Antrag an der Elbe sind fast vier Jahre vergangen, zwischendrin hatte ich Angst, gebunden zu sein, nicht mehr die Möglichkeit zum ewigen Eskapismus zu haben. Ich wollte wegrennen und in Lille unterrichten, doch nun fühlt sich der Gedanke natürlich an, so leicht. Seit meinem love letter sind drei Monate ins Land gezogen. Wir haben uns eingespielt, verwoben und verwurzelt.
Du spieltst mit mir Pet Society und hörst Dir meine endlosen Monologe über meine mangelnde Gesprächsführung im Unterricht an. Du schaust mit mir Serien und fällst rückwärts auf den Teppich, damit ich aufhöre, bei "Grey's Anatomy" zu weinen. Du machst die leckersten Brote und gehst mit mir immer wieder zu Eric Fish, auch, wenn er Dich bestimmt nun langweilt. Du hast die wohlriechendsten Barthaare und die besten Witze. Du hörst Dir vor dem Einschlafen irgendwas über den Kwisaz Haderach an, der mittlerweile ein running gag geworden ist. Und gleich kommst Du von der Arbeit und wirst Deine Nase an mein Ohr halten.
Ich freue mich. Auf den Herbst. Und diesen einen Tag im Winter, sechs Jahre nach unserem Treffen. Ich liebe Dich. Überdimensional.
