Guten Tag, werte Leserinnen und Leser,
ich habe ein körperlich hartes Teil-Wochenende hinter mir - leider nicht im positiven Sinne, ja, ich hätte es mir gewünscht, aber nun denn, mein Körper hatte im Endeffekt andere Pläne mit mir...
Freitag:
Direkt nach der Arbeit bin ich in mein mobiles Gefährt ("James" genannt) gesprungen und nach Hause gefahren, um mich ein wenig hübsch zu machen. Kino war angesagt; Fluch der Karibik 2, um genau zu sein. Ja, einige werden jetzt anfangen zu stöhnen und sich an den Kopf greifen vor "Begeisterung", aber ich sage euch: Ich fand ihn toll!
Im Kino, bevor der Film anfing, habe ich "Chris" getroffen (der mit dem Reitstall, ihr erinnert euch?) mit irgendsoeiner recht alt aussehenden Blondine. "Wer isn des?" hat Irish gefragt.
ich: "Das ist der Chris, von dem ich Dir erzählt hab"
Irish: "Der Typ, den Deine Mutter so toll findet?"
ich *leicht genervt*: "Ja..."
Irish: "Also, wenn du ihn nicht nimmst, nehme ich ihn!"
ich: "Bitte, ich werde mich nicht um ihn schlagen"
Da dreht sich Chris um und fängt ein Gespräch mit mir an. Jedoch, als ich ihn fragte: "Wo hast Du denn heute Dein Deutschland-Trikot gelassen?" wurde unser Gespräch ganz plötzlich beendet. "Du bist ja richtig zickig heute; ist irgendwas?" fragte Irish und nach meiner Verneinung aßen wir unser Popkorn, unsere Lakrizstangen und tranken unser "Colabier".
Samstag; oder: "laaaaanger Samstag":
Ersteinmal war "Pre-Paris-Meeting" angesagt. Ich hatte zum 3-Uhr-Tee geladen mit Pfannkuchen, Tee, Keksen, Kuchen und Zitronenlikör (mein Dank für Kekse und Kuchen gilt an dieser Stelle an Irish, der Weltbesten Köchin und Bäckerein in so einem jungen Alter!). Die "Royal Tea Party" ging bis ca 19.00 Uhr und fand (nebenbei erwähnt) auf meiner "Dschungelterasse" statt. Es war toll!
Später bekam ich eine Nachrich von C, das Püppchen, die mir ihren italienischen Arbeitskollegen vorstellen wollte. Ihre Nachricht war kurz und knapp: "Kommst Du noch??" und meine Augen weiteten sich. "Hm... wolltest Du Dich nicht vorher nochmal melden?" war meine Gegenfrage. Lange Rede, kurzer Sinn: Nach dem Tee und einem entspannenden Telefonat mit Frau Möwe, beendete ich die Tee-Party (auf der mittlerweile nur noch zwei Gäste waren, weil die anderen beiden schon gegangen waren) mit den Worten: "So, Leute: Rausschmiss!" und fuhr zum örtlichen Mexikaner, wo C, das Püppchen auf mich wartete, um mir ihren italienischen Kollegen vorzustellen. So weit, so gut. Ein netter, junger Mann. Nicht mein Typ, aber er hat ne coole Brille und ist sehr nett.
Gegen zehn habe ich meine allerliebste-Lieblings-Freundin "Inni" vom Bahnhof geholt und mit zum Mexikaner geschleppt. Wir tranken noch ein Getränk und verschwanden dann in die Pampas um auf eine Party zu gehen...
Große Lust darauf hatte ich ehrlich gesagt nicht wirklich. Ich nahm an, ich würde niemanden kennen und mich (milde ausgedrückt) zu Tode langeweilien und irgendwann auf ner Couch einpennen. Ich sollte eines Besseren belehrt werden...
Kaum erreichten wir das Grundstück, empfing uns ein angeheiterter "Horst" (so hatte er sich damals mir vorgestellt) mit offenen Armen und johlte etwas von wegen, wir hätten das Motto der Party wohl nicht verstanden. "Bad Taste Party!" johlte er und freute sich trotzdem, uns zu sehen. Danach hieß es erst einmal: "Ich brauch ein Bier; nüchtern ertrag ich das hier glaub ich nicht" und ich wurde losgeschickt, in die Garage zu gehen, Bier zu holen. Ich stand vor einer Papiertonne, in der das Bier stehen sollte und schaute hinein, als mich plötzlich ein "Kann ich Dir helfen?" so sehr erschrak, dass ich mir den Arm an der Tonne stieß. Ich drehte mich um und vor mir stand ein junger Kerl, zwischen 25 und 28 mit dunkelblonden Haaren und blauen Augen. "Bier" bekam ich nur über die Lippen und grinste debil. Irgendwo hab ich Dich doch schon einmal gesehen, dachte ich und dachte nach bis zur Schmerzgrenze, während er mir ein Bier öffnete und reichte. "Kann ich noch eins haben? Bitte?" bat ich und ging schließlich mit zwei Bier zurück zu Inni an die Eingangstür. Plötzlich kam ein mir bekannter junger Mann raus und grüßte mich. "Hallo. Dich kenn ich doch auch, oder?" ich erschrack. "Ne, Du, ich glaube nicht." sagte ich hastig und kramte in meiner Tasche nach meinen Zigaretten. Nach fünf Minuten gingen Inni und ich ein Stockwerk höher und ich dachte, ich kippe nach hinten um. "Das gibt's doch nicht!" sagte ich leise zu Inni und fühlte mich wie in einem schlechten Film. "Ist das hier ne Schul-Revival-Party, oder was?" fragte ich verdutzt; denn vor mir standen lauter Leute aus meinen alten Schulen. Meine Freundin Inni wurde von jedem, den sie kannte gedrückt und geherzt, während ich mich schnell auf die Terasse verzog, um in Ruhe den Geruch von Pot einzuatmen. Von der Terasse aus hatte ich einen guten Blick auf ein parkendes Auto in dem sich gerade zwei Leute amüsierten. "Sag mal, hast Du Piggi gesehen?" fragte mich schließlich Inni und ich zeigte auf das Auto. "Ich nehme an, er ist da drin und treibt's grad mit ner flachbrüstigen Blondine!" -> hätte ich lieber mal für mich behalten sollen, denn Inni ist in Piggi verliebt und so schnell habe ich sie noch nie ne Treppe runter laufen sehen. "Ich geh da jetzt hin!" sagte sie und ging zum Auto, klopfte an die Scheibe und wurde gebeten, später noch einmal vorbei zu schauen.
Total deprimiert kam sie wieder zurück. "So ein Arsch!" sagte sie und holte uns noch ein Bier... "Du weißt doch, dass er ne männliche Schlampe ist!" habe ich versucht, sie aufzumuntern und komischerweise hat's geholfen. Oder hat der fesche Franzose ihr darüber hinweg geholfen, in dem er mit ihr geflirtet hat, während er zusammen mit seinen französischen Kumpels SingStar gespielt hat - über eine Großleinwand - die im Wohnzimmer hängt! Die Spielernamen waren übrigens "Pipi" und "Kaka" - und weit gefehlt, der da an den Fußballspieler denkt. Wen's interessiert: Kaka hat meist gewonnen -> weil die nicht so voll waren wie Pipi...
Um eine lange Story kurz zu machen: Sie waren alle da! Franzosen, der Sandmann (was ich an DEM so toll fand, hab ich mich auch gefragt), Uli (ohne zwillingsbruder, den ich etwas besser leiden kann), Blondie, Käsebacke, Peter "ich-heiße-Martin" und schließlich kam auch noch Piggi aus dem Auto gekrochen, um Inni und mir ein weiteres Bier zu holen und uns mit Smalltalk über kleinbrüstige Blondinen zu erfreuen *insider*.
Irgendwann wurde es langweilig, da jede Party mal ein Ende nimmt. Und so kam es, dass ich am Ende allein gegen die ungeschlagene kleinbrüstige Blondine "Somewhere only we know" von Keane gesungen habe (ich habe mit 100 Punkten Vorsprung gewonnen und habe Applaus und einige "wooooow"s bekommen - ha!). Nach dem Song verabschiedeten wir uns. Vom Sandmann "hey, ich kenn dich ganz bestimmt!" (mein kommentar: "jaja, is scho recht, schlaf gut, Davey"), von Dennis "Ich glaub ich bin in ne Scherbe getreten, weil ich blut am Fuß wie Sau!", von dem netten Mann, der mir mein erstes Bier geöffnet hatte, von "Horst" und natürlich von Piggi, der männlichen Schlampe, der schon wieder mit ner anderen auf der Terasse lag und geknutscht hat.
Während wir uns von piggi verabschiedeten, hörten wir drinnen ein lautes "Platsch" und lautes Gelächter. Ich drehe mich um und sehe, dass der "fesche" Franzose, der mit Inni geflirtet hatte, in seinen ganzen Klamotten im Pool liegt und sich totlacht. "What the hell...?" rief "Horst" als er die Bescherung sah. "Nico, n'est pas good, oui you stupid Froschschenkel?" versuchte er ihm klarzumachen, dass die Idee voll scheiße war. Inni und ich beschlossen, unsere Verabschiedungsrunde fertig zu machen und mussten durch den "Poolraum"... Nico "Fescher Franzose" war schon wieder aus dem Wasser gestiegen und zog sich seine Chucks aus. "Die geilen Schuhe!" rief Inni und wir gingen Richtung Ausgang.
Heimweg wurde angetreten und ins Bett wurde sich gelegt. Und da Inni um 11 in Darmstadt hätte sein sollen am nächsten Tag, stellte ich den Wecker auf 9 Uhr, damit ich sie um 9.30 uhr zum Bahnhof fahren konnte. Dumm nur, dass wir erst um 6.00 Uhr ins Bett und daraufhin erst um 9.45 Uhr das erste Mal wach geworden sind... Eine Minute vor abfahrt des Zuges.
Sonntag:
Wir hatten es sooo schön geplant. Aufstehen, gemütlich frühstücken, Fernseh gucken und um 17.30 Uhr hätte ich auf Arbeit sein müssen. So ging der Tag schließlich aus: Aufgestanden, für Inni Kaffee gemacht, nen halben Keks gegessen. Auf die Couch gelegt, gewartet, dass Mutti von der Arbeit kommt, um ihr zu sagen, wie schlecht es mir geht. Kaum ist sie die Tür rein, renne ich ins Bad und beuge mich über die Schüssel. Das war das erste Mal von sechsen. Schlimmer Tag... wirklich schrecklich. Es gibt nichts schlimmeres, als zu brechen.
Montag:
Bettruhe, ausruhen. Auf der arbeit angerufen und krank gemeldet. Kollegin ist auch krank, war aber gestern da (Gott sei Dank). Heute ist sie zu Hause und morgen wird sie auch nicht kommen. Am Donnerstag habe ich meinen letzten Tag vor Paris, weil ich Freitag Morgen, um 5.15 Uhr im Zug Richtung Frankfurt und dann ab 6.48 Uhr von Frankfurt nach Paris düse. Mei, des wird bestimmt soooo lustig!
Und wie war euer Wochenende?