Qu'est-ce que je suis? - Málvenja og hljóðmur
Musik: "Cygnus....Vismund Cygnus" - The Mars Volta
Wortschöpfungen sind sowieso wichtig für meine Texte. Ich lege nicht unbedingt Wert darauf, hundertprozentig korrekte englische Texte zu schreiben, einerseits wär's langweilig, andererseits verspüre ich auch den Drang dazu, andere Einflüsse einzubringen. Natürlich will ich nicht aus mangelnder Sprachkenntnis dumme Fehler in meinen Texten haben, aber ich will nie an dem Punkt ankommen, an dem man meine Texte liest (wenn sie denn jemand liest...) und nicht mehr merkt, dass sie von jemandem stammen, dessen Muttersprache nicht Englisch ist.
Also will ich mischen, so gut es geht, so weit es Sinn macht. Ich frage mich nur selber, warum bei den bisherigen isländischen Phrasen, halb-Latein-orientierten Wortschöpfungen und Vorsilben usw. noch keine eindeutig deutschen Einflüsse zu spüren sind. Eigentlich ärgert mich das, denn auch wenn ich mit Konzepten wie "Heimatkultur" oder "Herkunft" nicht viel anfangen kann (ohne dabei in Frage zu stellen, dass diese Phänomene sicherlich wichtig und/oder berechtigt sind), läge es nahe, die Muttersprache mit in seine Texte einfließen zu lassen.
Aber Deutsch klingt für mich (noch?) nach einem Fremdkörper. Logisch, das liegt an der Gewohnheit, aber diese Gewohnheit muss man doch abstellen können... Warum gibt es doch eine beachtliche Zahl an Interpreten, die Englisch mit z.B. Spanisch mischen können? Bei deutschen Bands, wer fällt mir da ein? Rammstein. An deren textlicher Arbeit will ich mich aber eher nicht orientieren. Atari Teenage Riot... jo... nicht so ganz meine musikalische Schiene, und der "Gesang" bzw. Text wird da auch etwas anders eingesetzt. Wolfsheim. Stimmt, ich erinnere mich an "Sparrows & Nightingales". Aber es geht mir nicht drum, am Ende eines englischen Textes noch eine deutsche Strophe dranzuhängen.
Ich versuche mich ja hin und wieder mit Germanismen, aber der durchschlagende Erfolg ist das für mich noch nicht. Mal abgesehen von dem, was bereits schon in das englische oder amerikanische Sprachgut eingeflossen ist ("Angst" oder "Autobahn" z.B.).
Naja, ich werde mir mal ein gutes Konzept überlegen müssen... wenn ich Französisch drauf hab, bastel ich einen Text aus fünf Sprachen, der definitiv nicht mehr nachvollzogen werden kann. Ja, ich glaube so sieht die Zukunft aus. Viel hineinstecken, keine Erkenntnis rausziehen, das ist ein Konzept, das ist Wissenschaft, das ist... totale Scheiße.
Gute Nacht,
sjÁlfur
PS: Ich habe endlich die neue Mars Volta! Würde ich mich nicht komplett gegen Plattenkritiken verwehren, würde ich jetzt schreiben, wie großartig sie ist, aber so lasse ich es lieber.
