sjÁlfurLOG

23.09.2005 um 02:18 Uhr

the second between two hours...

von: sjAlfur

Nur noch zwei Bass-Aufnahmen und ein Outtro... fast, fast bin ich fertig, fast habe ich die Aufnahmen beendet... Dann kommt "nur" noch Gesang und Drums. Ist auch nochmal ein gutes Stück Arbeit, aber auf ein bestehendes Konzept. Ich hätte vor einem Jahr nicht gedacht, dass ich da ankommen werde, wo ich jetzt bin... Vor einem Jahr existierten ganze sieben Minuten von den in Kürze fertigen 75 Minuten... 75 Minuten, und nur grob geschätzt 3 Sekunden Stille. Man soll Rohlinge schließlich ausnutzen... oder so.

Gute Nacht,
sjÁlfur

19.09.2005 um 17:24 Uhr

i can hear dead people

von: sjAlfur

Lustige Sache so'n Audiogramm. Kopfhörer auf, Fernzünder in die Hand und immer drücken, wenn die Geister anfangen zu singen. Ob man das Fiepen von diesem Automatendings zu einem Lied machen kann? Wird man dann wegen Körperverletzung verurteilt? Oder wegen Geschmacksverirrung? Oder kann man sich retten, indem man einfach eine junge Arzthelferin aufs Cover bringt?

18.09.2005 um 12:39 Uhr

Autumn Nocturne

von: sjAlfur

Wie ich bereits feststellte, ist der Herbst bei mir schon angekommen. Nicht nur dass ich aus Heizkosteneinspargründen zum ersten Mal wieder mit einem Pullover vorm Rechner sitze (und tippe, damit meine Finger warm werden), und das Wetter zeigt, wieviele Grauabstufungen in der freien Wildbahn vorkommen, auch mental bin ich meteorologisch voll auf Herbst. Das to01 vor einigen Tagen mit der Zusammenstellung eines Samplers angefangen hat, der einem die Eier rückwärts durchs Hirn knüppelt, habe ich gedacht (um die Finger warm zu halten), ich brauche mal eine Playlist für den Herbst. Ich werde vermutlich die Hälfte wichtiger Lieder vergessen, aber was soll's, ich fange mal an:

radiohead - the gloaming
múm - weeping rock, rock
tool - reflection
sigur rós - andvari
audrey - we thought we were ghosts, but we are feathers
the smashing pumpkins - cherry
logh - a sunset knife fight
a perect circle - 3 libras
björk - it's not up to you
the mars volta - this apparatus must be unearthed
explosions in the sky - a poor man's memory
godspeed you! black emperor - "09-15-00"
VAST - pretty when you cry
the verve - velvet morning
motorpsycho - the other fool
alice in chains - nutshell
john frusciante - anne

Ja, das nur einige, mir fallen bestimmt noch mehr ein, aber meine Finger sind jetzt wieder warm... für's erste. Bis später also,

sjÁlfur

17.09.2005 um 23:52 Uhr

"Everything in its right place"

von: sjAlfur

Das Ende ist geschafft. Und es ist doch nicht das Ende. Die Anachronie bei der Arbeit an einer CD ist ernüchternd. Und faszinierend. Irgendwie. Das letzte Stück ist fertig, das allerletzte, der Abspann. Ich höre es den halben Tag immer wieder Probe, ob es richtig wirkt, ob das rüberkommt was rüberkommen soll, und zumindest bei mir scheint es zu funktionieren. Es hat etwas endendes, eine Art von Abgeschlossenheit. Eigentlich ist das gut, zumindest für den Hörer. Für mich geht es morgen nochmal etwa 12 Minuten rückwärts zur letzten Bruchstelle, zum letzten Fragment, das sich noch die Ecken abstoßen muss, damit es passt. Und harmoniert. Soweit es soll.

"There are two colors in my head"

Eigentlich ist das sonderbar. Wenn ich eine CD höre, stelle ich mir vor, dass das erste Lied auch das erste ist und das letzte Lied das letzte. Eigentlich ist Musik Musik. Aber ein Lied ist mehr als Musik, es ist der Zustand, der Umstand und der Verstand davon (mit letzterem meine ich die Auffassung). Eines der Alben, die meine Jugendzeit (gut, das klingt als wäre ich alt...) maßgeblich geprägt haben ist "Mellon Collie & the Infinite Sadness" von den Smashing Pumpkins. Und wenn ich beim Hören nicht drüber nachdenke, dann sah ich die Band bei "Farewell and Goodnight" am Ende der zweiten CD vor meinem geistigen Auge bei den Aufnahmen sitzen und als es im Kasten war gingen alle nach Hause, schlossen das Studio ab und freuten sich auf ein paar freie Tage. Das "wirkliche" letzte Lied aber war "1979". Kurz vor Ende der Aufnahmen ist Billy Corgan nach eigener Aussage nochmal abends ins Studio, weil er das Lied unbedingt noch beenden wollte für die Platte, und der Aufnahmeleiter gesagt hat, wenn's bis morgen nicht fertig ist kommt's nicht mit drauf (es wurde dann - soweit ich weiß - die kommerziell erfolgreichste Single der Band...). Nachdem ich das wusste habe ich das Lied mit anderen Ohren gehört. Es war dieselbe Musik, aber ein anderer Umstand.

"What...what is that you're trying to say"

Es kommt also immer auf den Kontext an. In jeder Hinsicht. Das klingt verdammt nach dem Leitsatz, der die letzten drei Jahre meines Studiums geprägt habe und weshalb ich auf extremem gedanklichen Kriegsfuß mit der Wissenschaft stehe (nicht dass es die Wissenschaft interessieren oder bemerken würde...). Ich muss mich zwangsweise momentan wieder mehr mit meinen Liedtexten beschäftigen, und die Auseinandersetzung mit der Wissenschaft ist (nicht immer ganz gewollt) irgendwie besonders häufig drin. Das klingt nach pseudo-intellektueller Selbstkritik. Das Schlimme ist, dass es das auch ist. Man kann die Arroganz der Wissenschaft nicht ohne Arroganz bekämpfen. Schrecklich. Als ein Professor mir mal sagte, dass die Errungenschaft des entsprechenden Wissenschaftsbereich (es ging um "Visual Anthropology") der Realität mittlerweile mehr als 30 Jahre voraus sei und für die breite Masse sowieso nicht mehr nachvollziehbar sei, habe ich mich gefragt, warum es diese Wissenschaft denn gebe, denn ausgerechnet in diesem Bereich weigern sich viele Wissenschaftler aus ihrem Elfenbeinturm herauszukriechen und Errungenschaften an "das Volk" weiterzugeben aus Angst vor der Verletzung der Prinzipien und des superioren Standpunkts des eigenen Egos. Nur: Die Kritik daran entspringt aus dem eigenen Diskurs, man muss die Errungenschaften kennen und ihre Theorien nutzen, um sie anzugreifen, andernfalls wird man zu gestern beschriebenem Menschen mit Patentlösungen.

"How to Disappear Completely"

Was bleibt mir also? Ich versetze die Kritik in Liedtexte, verstecke sie hinter sovielen Metaphern, dass man sie für Analogien hält. Das ist die beste Möglichkeit die eigene Weltsicht und das eigene Ego in eine unauffällige Decke unter Schichten aus Klang und Staub zu hüllen und sich selbst unsichtbar zu machen, hinter Klang, hinter Wort, hinter Grafik. Musik ist Zuflucht, von hier aus gesehen.

Gute Nacht,
sjÁlfur

17.09.2005 um 00:20 Uhr

Lights From Sovereign States Flickering In The Dark

von: sjAlfur

Ich HASSE es, wenn blogigo meine Einträge frisst!!! Es war kein besonders anspruchsvoller Beitrag aber verdammt nochmal mein Gedankengut. Grrrrrrrrrr.... Okay, dann eben im Kurzdurchlauf: Erste Hälfte der CD fertig, bei der zweiten gibt's nur noch eine Lücke zu schließen. Eigentlich erfreulich, dachte ich...

Es regnet. Herbst kommt. Kühler Kopf. Ich mag den Herbst... Geht schon wieder, danke. Danke, nee, ist gut... Aber trotzdem, echt mal... alles dahin, drei Absätze futsch... nicht aufregen, ruhig... Herbst kommt, morgen sollen es 12 Grad kälter sein als heute. Das klingt nach einem guten Tag. Herbst kommt, es wird kalt in Deutschland. Kalt in Deutschland, ja, ich könnte jetzt einen dummen Spruch zur Wahl ablassen, aber mache ich nicht, über Politik soll man nicht reden, wenn man keine genaue Ahnung hat, sagte letztens Helge Schneider. Ich sag da nichts zu, warte stattdessen am Sonntag geduldig auf die unwahrscheinliche Pointe die sich irgendwo in dem ganzen Aberwitz versteckt. Eigentlich klingt das doch alles sehr unwahrscheinlich, Witzfiguren-Triumvirat fordert vertrauensfordernden Kanzler heraus, dem die eigenen Vertrauensleute das Vertrauen entzogen haben. Nur lustig, dass die ihm scheinbar doch soweit trauen, dass sie ihm einen Sieg zutrauen. Bleibt noch die Partei zweier "Größen", die ihre Namen reinwaschen wollen. Der Schwarzflieger und sein Saarländischer Giftzwerg. Kennt jemand Shakespeares "Sommernachtstraum"? Klingt irgendwie verdammt ähnlich... und ich mag das Original von Shakespeare schon nicht.

Zurück zum Herbst. Es regnet, gut so. Mein Beitrag ist weg. Ich hab jetzt 'nen neuen. Füllstoff, irgendwie. Ein gutes Beispiel für die frustrierte Stimme die sich über die eigene Frustriertheit frustriert. Das mag ich an Menschen wenn es um Politik geht (und ich schließe mich da natürlich nicht aus, jeder der das tut ist entweder Lügner oder Parteivorsitzender der FDP). Alle machens falsch, wenn sie könnten würden sie ihren Fußballverein wählen, ihnen geht es schon wieder schlechter als das letzte Mal als es ihnen sowieso schon noch schlechter ging als das Mal davor, und man soll ihnen doch bitteschön mehr geben, woher auch immer.

Oh, weg von diesem politischen Unfug und der billigen Kryptik: Ich liebe Menschen mit Patentlösungen. Heute in der Ubahn erklärte einer, dass das ganze Problem der Krankenkassen auf einen Schlag gelöst wäre, wenn die Ärzte und Krankenhäuser richtig abrechnen würden. Geil eigentlich, warum wird der nicht Kanzler? Hat der noch mehr solche Ideen? Würde sich das Problem der BILD lösen, wenn man Diekmann durch einen Deutschen türkischer Abstammung ersetzt? Oder wenn alle so gerne Geld verdienen würden wie Dieter Bohlen? Oder wenn alle 'nen Blog hätten und sich über die Gemeinheit verschluckter Beiträge aufregen könnten wie sjÁlfur? Und könnte man diese Fragestellung jetzt nicht schon in Ansätzen als "postmodern" einstufen? Vor allemw eil es keine definitive Antwort gibt.

Die Franzosen (Achtung: Pauschalisierung aus rhetorischen Gründen) sprechen den Namen "Schröder" im übrigen sehr interessant aus.

Ich lass es lieber für heute. Nacht. sjÁlfur.

14.09.2005 um 00:16 Uhr

.the.end.is.the.beginning...|.is.the.end...

von: sjAlfur

.dunkelheit links und rechts...|.der weg schwach leuchtend vor mir...|.ein schritt zuweit nach links...|.ein schritt zu weit nach rechts...|.der sturz von dem grat das wir leben nennen...|.ein langer fall in die vergangenheit...|.ein langer fall in die gegenwart...|.ein langer weg aus dem licht...|.ein langer weg durch die schatten...|.das perfekte ende muss kommen...|.woher nimmt man die göttliche eingebung wenn man sie braucht?...|.sie kommt sicher wieder...|.wie bei jedem lied und jeder zeile...|.nur das ende die letzten zwei minuten...|.den weg muss ich alleine finden...

.musik ist manchmal sehr schwierig...|.vom charakter her...

.gute nacht...|.ég sjÁlfur...

13.09.2005 um 13:00 Uhr

cover me

von: sjAlfur

Es ist vielleicht zwei Wochen her, vielleicht auch ein wenig länger. Hamburg, Mönckerbergstraße, Saturn, CD-Abteilung. Ich streifte durch die endlosen Reihen der sogenannten "Independent-Abteilung" und konnte mich zwischen diversen CDs von Logh über Aereogramme bis zu Kaizers Orchestra entscheiden. Und dann... dann sah ich es: ein CD-Cover hatte sofort meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich nahm die dünne Papphülle und sah nach, welche Band das war. "Audrey" nannten die sich. Nie gehört. Preis: 8 EUR. Ist okay, auch für eine EP, vor allem weil die fast genau so lang ist wie das aktuelle "vollwertige" Album von System of a Down.
Also ging ich mit der CD zur Reinhörstation am Ende des Ganges, hielt das Ding unter den Barcodescanner (die CD wurde auch tatsächlich gefunden... ich traue den Dingern ja nicht unbedingt...) und hörte Musik. Es war gute Musik. Sogar sehr gute. Noch besser als das EP-Cover eigentlich...

Was will ich damit sagen? Solche Dinge des Alltags sind Beweis dafür, dass es noch einen höheren Sinn im Leben gibt.

Vielleicht wollte ich aber auch nur mal auf diese noch weitestgehend unbekannte schwedische Band hinweisen, die gerade ihr erstes Album aufnehmen: AUDREY

sjÁlfur

13.09.2005 um 10:25 Uhr

"just hit the ground running"

von: sjAlfur

"the second between two hours"
Da fehlte mir noch ein entscheidender Teil. Aber (wie Billy Corgan einst sagte) man soll nie ein gutes Riff wegwerfen, auch wenn es in kein Lied zu passen scheint. Stimmt. Dafür gibt es Zwischenteile, um sperrige Parts ohne nervend bindende Struktur in einen funktionierenden Zusammenhang zu bringen, vor allem dann, wenn sie perfekt auf den nächsten Teil hinleiten und dennoch die Zäsur zwischen den beiden CD-Hälften aufrecht erhalten. Ich mache mich heute dann wohl mal ans Aufnehmen...

sjÁlfur

12.09.2005 um 22:54 Uhr

a simple process of elimination

von: sjAlfur

Minute für Minute, Aufnahme für Aufnahme. Wie lange sitze ich jetzt schon an diesen Aufnahmen? Keine Ahnung mehr, macht aber nichts.

65/76

76 Minuten wird die Gesamtspieldauer sein, 65 Minuten sind fertig aufgenommen. Ein Lied aufnehmen, einen Zwischenteil komplettieren, zwei Endteile beenden, noch 11 Minuten zu eliminieren.

takk og bless,
ég sjÁlfur



"erase
erase us
erase this world"
                    - AEREOGRAMME