Unter der Treppe

16.07.2007 um 01:11 Uhr

Au revoir, les enfants

Es war immer klar, dass diese Zeit irgendwann kommen würde, doch jetzt, wo sie da ist, ist es natürlich – und auch damit hätte man rechnen können – nicht ganz so leicht wie erwünscht. Diese Zeit verläuft vorteilhafter als ich mir je hätte träumen lassen, doch der Trost wird erst in Kürze vollends wirksam. Ich freue mich auf das, was auf mich zukommt, doch ich lasse nicht alles leichtfertig und durchweg lächelnd zurück. Meine Schulzeit liegt hinter mir, die Prüfungen, der Abiball, die letzten Chorkonzerte, dieser Freundeskreis, dieses Dorf, diese Welt. Nur wenig bleibt, wie es war, nun wo diese Zeit gekommen ist: Die Zeit der Abschiede.

Ich zähle zu den Schülern, die durchaus schon lange wussten, dass ihnen das irgendwann fehlen wird. Dreizehn Jahre lang wusste man im Grunde täglich, wohin man zu gehen hat und was einen dort erwartet. Tausende kleiner Details schwirren denen durch den Kopf, die sich an alles erinnern wollen, was die Schulzeit ausmacht, ich denke deshalb noch gar nicht großartig darüber nach. Ich weiß, dass ich tagtäglich meinen liebgewonnenen Bekannten und Freunden begegnen konnte, mit denen ich Stunden zu bestreiten und Pausen zu genießen hatte (wenngleich es manchmal auch umgekehrt war). Ich habe wie sie alle eine Menge erlebt, gute und schlechte Erfahrungen gemacht, gelernt, gelacht, geweint, gehofft, genossen, bedauert, bewiesen, bemüht und bestanden. Menschen kreuzten meinen Weg, die ich teilweise vielleicht nie vergessen werde – und teilweise nie wiedersehen. Genau diese Kleinigkeit macht diese Zeit so schwer. Ich habe Glück, weil man mich mit offenen Armen und liebevollen Blicken (und Küssen) erwartet, wohin es mich bald verschlagen wird, jedoch weiß ich, dass mir einige Leute sehr fehlen werden. Klar hält man Kontakt. Klar verliert man sich nicht. Aber so oder so ist es nur realistisch, dass manche Abschiede dieser Tage Abschiede für immer sind.
 

 

Ich versuche, alle Freunde noch einmal zu sehen, bevor ich wegziehe. Ich lade sie einzeln ein und erhoffe individuelle, letzte schöne Stunden mit meinen Lieben, von denen einige sicherlich gar nicht ahnen, wie viel sie mir eigentlich bedeuten und wie sehr sie mir doch ans Herz gewachsen sind. Ich bin kein Familienmensch und kann mich nicht erinnern, je Heimweh gehabt zu haben, doch wenn ich diesen Ort hinter mir gelassen habe, werde ich meinen Freundeskreis vermissen. Bei jedem Treffen in dieser Zeit kann ich abzählen, wen ich nicht wieder sehe. Leicht feuchte Augen und merklich festere Umarmungen zeigen mir außerdem, dass ich nicht der einzige bin, der es so wahrnimmt. Ich gehe. Manche meiner Mitschüler gehen selbst anderswohin – ins Ausland, zur Bundeswehr, in andere Städte, andere Leben – mein vorerst letzter Blick auf diese Gefilde erfolgt in vier Tagen. Ich packe und warte auf weitere Besucher, während die Zeit vergeht. Es wird traurig und ich bin sentimental. Wenn ich mich in meiner neuen Umgebung eingelebt habe, wird weitere Wehmut folgen. Momentan bin ich froh über jedes fröhliche Gesicht, das ich noch mal sehen darf. Und vor allem bin ich froh über den Trost, der mich erwartet.

Nach allen Handschlägen, Umarmungen, Tränen, Abschiedgeschenken, bedauernden Worten und ehrlichen Erkenntnissen, wie toll die gemeinsame Zeit letztendlich war, erwartet mich etwas, auf das ich trotz aller Ängste und Sorgen kaum noch warten kann: Das Ende einer Fernbeziehung! Ich werde – und was für ein unfassbares Glück das ist, kann ich mir noch gar nicht ausmalen – die Frau, die ich liebe, jeden Tag sehen können! Das ist Luxus und zu schön, um wahr zu sein. Nach knapp 1½ Jahren fast täglicher Telefonate, Briefe, Karten, Mails und etwa einem Dutzend mitunter himmlisch langen, aber doch stets zu kurzen Treffen kann es nichts schöneres geben. Und eine Beziehung, die auf so langer Zeit der (zugegeben unausweichlichen, aber dennoch natürlich nie lästigen) Kommunikation basiert, hat wahrscheinlich das stärkste Fundament, das man sich wünschen kann. Ich bin sicher, abgesehen von der Tatsache, dass es nur traumhaft werden kann, finde ich somit gut Zerstreuung und eine hilfreiche, weiche und betörend duftende Schulter zum Anlehnen, wenn das, was jetzt teilweise noch vor mir liegt, sich in die Gesellschaft meiner anderen Erinnerungen an das ungern Zurückgelassene gesellt.

Da ich höchstwahrscheinlich auch den Internetzugang zurücklassen muss, ist dies hier mein letzter Blogeintrag. Ich war nicht konsequent und seit etwas über einem Jahr stumm wie es unter der Treppe eigentlich auch sein sollte, aber dies hier bedeutet mir genug, dass ich es nicht wortlos beenden könnte. Ich danke an dieser Stelle den paar Lesern, die so lange die Hoffnung behielten, dass sie diesen Eintrag noch bemerken konnten. Ich danke überhaupt so vielen, vor allem für die letzten Jahre. Es war schon eine tolle Zeit. Und ja, fehlen wird sie mir bestimmt. In diesem Moment blicke ich dankbar vor und zurück, mit flauem Gefühl im Magen, Sehnsucht im Herzen, Tränen in den Augen und – was wohl am wichtigsten ist – einem Lächeln auf den Lippen. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Ich denke, ich bin bereit.

Come What May.

25.06.2006 um 18:26 Uhr

Kabale und Liebe

Ich verstehe es einfach nicht.

Wenn ich mich aufmerksam in meiner Schule umhöre und umsehe, wird schnell klar, dass hinter der Fassade freundlich lächelnder Mitschüler oftmals viel listigere, boshaftere Gestalten lauern. Das klingt nun schon als Einstieg für den Eintrag viel dramatischer als ich es meine, denn ich mag meine Mitschüler. Ich habe Spaß mit ihnen, treffe mich mit einigen auch außerhalb der Schule, nenne einige meine Freunde, vertraue mich ihnen auch an und generell versuche ich, mit allen klar zu kommen. Natürlich mag ich auch nicht jeden, aber das beruht dann lediglich auf verschiedenen Prioritäten im Leben und wird dadurch gelöst, dass man einfach nichts mit einander zu tun hat. Offen und ehrlich. Aber je mehr ich mich umschaue, umso deutlicher wird mir, dass ich damit einer von wenigen zu sein scheine. Ohne mich jetzt selbst heilig sprechen zu wollen - ich versuche, nicht zu lästern. Was ich über die Leute denke, versuche ich ihnen zu sagen und eigentlich klappt das recht gut. Viel böses zu sagen habe ich ja auch nicht. Aber damit bin ich so gut wie allein.



Mal ehrlich, muss das sein, dass ständig hinter dem Rücken anderer über sie hergezogen wird? Dass Geheimnisse vertrauenswürdig angeeignet und hinterrücks ausgeplaudert werden? Dass Unstimmigkeiten gleich Beleidigungen, Streit und jede Menge durch Unverständnis und Zorn entstellte Gesichter zur Folge hat? Das ist doch dämlich. Klar kommt nicht jeder Mensch mit jedem klar, doch man muss es ja nicht übertreiben. Vielleicht ist es auch meine eigene kleine Harmoniesucht, die mich zwingt, zu glauben, ein Leben ohne all diese Reibereien sei durchaus möglich, doch täglich beweisen mir Gleichaltrige das Gegenteil, indem sie einander Mißtrauen und Antipathie deutlich machen, die teilweise sogar nur auf Oberflächlichkeiten wie dem Aussehen beruht. Ich finde es kindisch. Ich finde es dumm. Ich finde es verlogen. Lächeln und Freude dominiert das Gebaren auf dem Pausenhof, aber so richtig vertragen können sich viele nicht. Traurig. Dabei ist es so viel angenehmer, wenn auch nicht immer leichter, an der Wahrheit festzuhalten. Mit diesem Weblog-Text disqualifiziere ich mich zwar auch, diese Menschen beurteilen zu können, doch - seht dies als Ausrede - versuche ich ja weiterhin, ihnen verständlich zu machen, was ich von dem Geläster etc. halte.

Das gilt abgewandelt auch für Beziehungen. Hier habe ich zwar genauso wenig Recht, andere zu beurteilen, aber ich möchte die Gedanken gern loswerden. Ich verstehe nämlich auch hier einfach nicht, wie es möglich ist, sich so oft falsch zu verstehen, zu nerven, zu streiten, zu meiden und einander schlechte Stimmung zu bereiten, wie ich es bei Freunden und Bekannten sehe, seitdem ich darauf achte. Man sollte meinen, in einer Beziehung liegt das Hauptaugenmerk eines jeden Partners darin, seine bessere Hälfte glücklich zu machen - keinesfalls als mühselige Arbeit sondern als kleines Ziel, das mit Freuden erreicht wird - und das bedeutet eben auch Kompromisse, Kommunikation, Mitgefühl, Vertrauen und Freiheit in Raum und Zeit. Wie kann man denn von seinem Freund genervt sein? Wie kann man denn seine Freundin zu irgendwas zwingen? Wie kann man denn die Person, die man über alles lieben sollte, ändern wollen? Wie kann man so oft fern jeder Harmonie zusammen sein? Ich könnte das nicht und ich tue das nicht. Mir fehlt aber freilich auch eine Komponente in meiner eigenen Beziehung - der Alltag, das tagtägliche Miteinander. Und doch kann ich mir trotz aller Phantasie nicht vorstellen, was alles geschehen muss, bis die Eine, die ich liebe, mir dergestalt negative Gedanken und Wünsche beschert.

25.06.2006 um 16:08 Uhr

2001 - A Space Odyssey




Irgendwie finde ich es faszinierend, dass seit meinem letzten Eintrag über 2000 Besucher unter der Treppe waren. So interessiertes Publikum hätte ich mir nie erhofft. Danke euch. Und wenn es zweitausendmal der selbe, bemitleidenswerte Eremit ohne Privatleben ist - such' dir ein Hobby! Und dennoch danke. Schade nur, dass ich so selten Lust und Zeit gleichzeitig habe, um neue Gedanken zu veröffentlichen. Aber es zweingt ja mich ja auch keiner. Theoretisch könnte ich das Weblog abmelden, aber sinnloserweise hänge ich ein wenig daran, so wenig ich mich auch darum kümmere. Und in diesem Sinne ist mir dieses Möchtegern-Jubiläum schon nicht unwichtig. Hurra!

28.04.2006 um 13:45 Uhr

Mondscheintarif

Ich kann nicht behaupten, dass die Telefonate seit meinem letzten Eintrag zu diesem Thema großartig weniger geworden wären. Nein, im Gegenteil. Die acht Stunden, die letztlich dann auch auf einer überraschend nicht ganz so hohen Rechnung auftauchen sollten, blieben keineswegs der Rekord, was die Dauer angeht, und ich denke, würde man alle Gespräche der letzten zwei Monaten zusammenrechnen, hätte ich sicher so einige Tage am Hörer verbracht - denn Tage, an denen ich nicht diese eine so geliebte Stimme am Ohr hatte, waren eine Seltenheit und sollen es auch bleiben. Ich habe tatsächlich eine freundschaftliche Beziehung zu dem früher so gemiedenen Telefon entwickelt. Natürlich hängt es stark vom anderen Ende der Leitung ab, aber erfreulich ist es dennoch - denn viel mehr haben wir, sie und ich, nicht. Nach unendlich langer Zeit der Sehnsucht habe ich ein Geschöpf gefunden, das ich liebe und das mich liebt, aber uns trennen hunderte Kilometer und so verbringen wir Nacht um Nacht am Telefon, fern von Verpflichtungen des Tages und vorwiegend ohne andere Leute zu stören. Wessen Stimme würdet ihr als letztes vor dem sanften Entschlummern und dem Eintritt in Morpheus' Reich hören wollen? Ach, und was würdet ihr davon halten, genau diese Stimme morgens direkt nach dem Erwachen als erstes zu hören, weil ihr während des Gesprächs eingeschlafen seid und niemand aufgelegt hat?

 


Seltsam erscheint mir, wie wenige das alles verstehen. Dass man sich auch nach Stunden noch etwas zu sagen hat oder auch mal am Hörer schweigen und nur dem Atmen des fernen Gegenübers lauschen kann. Dass sechzig oder hundertzwanzig Minuten eben nicht ausreichen und man dann eben nicht leichten Herzens auflegen kann, weil man sich ja schon am nächsten Tag wieder hört. Dass Schlaf eben nicht von so großer Bedeutung ist, wenn man seine Zeit so viel besser zu nutzen weiß. Eben deshalb und aus anderen Gründen gibt es aber nun genug Einschränkungen anderer Menschen, die allnächtlichen Flüsterdialogen entgegenwirken. Ich bin nicht begeistert und weiß nicht, was ich denn in den Nächten tun soll, was ich denn vorher in diesem Zeitraum tat, vor ein paar Monaten, als mein Leben noch so viel ärmer war. Ich bin ratlos. Aber ich will nicht zuviel jammern, denn ich habe allen Grund, glücklich zu sein.

Letztlich schwingt jedoch natürlich in jedem Gespräch die Sehnsucht mit, die sich nun mal aufbaut, wenn man einander nur hören und nicht sehen, einander nicht spüren kann. Treffen sind immer in Planung und bis dahin muss man warten, ein Ohr an kaltes Plastik gepresst und seufzend, weil man die Distanz kaum aushält. Jeder, der schon einmal eine Fernbeziehung zu führen die zweifelhafte Ehre hatte, wird das nachvollziehen können. Aber ich bin optimistisch und irgendwie klappt alles schon. Wenn man sich nur oft genug melden kann, wenn man nur täglich die süße Stimme am anderen Ende der Leitung in sich aufnehmen kann, wenn man das nächste Wiedersehen vor Augen behält. Bis dahin bleibt uns zumeist die - nun ungleich kürzere - Nacht. Aber die Nacht an sich ist ideal.

"Denn es gibt Wunder, die müssen im Dunkeln geschehen."
~ Prof. Dr. Abdul Nachtigaller   ("Rumo" von Walter Moers)

06.04.2006 um 16:45 Uhr

Cats




In etwas mehr als 30 Stunden werde ich ein Mädchen wieder sehen, dass ich das letzte Mal vor fast zwei Monaten in den Armen halten durfte - nur um dann erst bei der Ankunft in meinem kalten, leeren Zimmer zu merken, wie sehr ich sie vermisse, wie ... gern ich sie habe und was für ein Segen Telefone sind. Natürlich freue ich mich - ich singe und tanze, ich lache und schreibe und rede von ihr. Und natürlich fürchte ich mich - ich zittere und schlucke, ich verfalle in Panik und begreife nur langsam, dass wir uns morgen wiedersehen. Deswegen werde ich lieber auch nicht mehr dazu schreiben. Ich bin aufgeregt. Ich bin vorfreudig. Ich bin euphorisch. Ich bin ängstlich.

Ich bin. Und sie ist.
Und zusammen sind wir auch.
Ich warte sehnlichst auf morgen.

31.03.2006 um 16:10 Uhr

Apokalypse Now

Irgendwo wird gerade ein Kind geboren. Irgendwo stirbt gerade ein alter Mensch. Irgendwo entdeckt eine junge Katze gerade zum ersten Mal den Garten hinter dem Haus. Irgendwo werden gerade voller Wut Kleider aus dem Fenster geworfen. Irgendwo kollidieren gerade zwei Autos. Irgendwo bekommt ein Junge gerade seinen ersten Korb. Irgendwo lacht gerade jemand über ein Missgeschick. Irgendwo verliert gerade jemand all sein Geld. Irgendwo findet gerade jemand den Partner fürs Leben. Irgendwo steht gerade jemand auf. Irgendwo geht gerade jemand schlafen. Irgendwo erlebt ein Teenager gerade den ersten Alkoholrausch. Irgendwo betet gerade jemand. Irgendwo wird gerade eine Kerze entzündet. Irgendwo wird gerade ein Unschuldiger ermordet. Irgendwo hat gerade jemand eine wichtige Prüfung. Irgendwo findet gerade ein erster Kuss statt. Irgendwo wird gerade aufgeräumt. Irgendwo wird gerade ein kleiner Hund aus dem Tierheim abgeholt. Irgendwo wird gerade ein schwaches Tier von einem stärkeren gefressen. Irgendwo erlebt irgendwer gerade seinen ersten Orgasmus. Irgendwo trinkt jemand gerade zum ersten Mal Coca Cola. Irgendwo schaltet jemand zum ersten Mal den Fernseher an. Irgendwo hört gerade ein Abhängiger mit seiner Sucht auf. Irgendwo treibt gerade eine Schwangere ihr Kind ab. Irgendwo fährt gerade jemand Zug. Irgendwo fährt gerade jemand Flugzeug. Irgendwo denkt jemand an jemanden, der ihn gar nicht kennt. Irgendwo lernen sich gerade zuküftige Feinde kennen. Irgendwo wird gerade Schokolade hergestellt. Irgendwo baut gerade jemand ein Boot. Irgendwo nimmt gerade ein Paar eine Dusche. Irgendwo schreibt gerade jemand einen Roman, der weltbekannt wird. Irgendwo schreibt gerade ein Poet ein Gedicht, das niemand lesen wird. Irgendwo verspricht sich gerade ein Schauspieler bei Dreharbeiten. Irgendwo sieht gerade jemand einen Kriegsfilm. Irgendwo findet gerade echter Krieg statt. Irgendwo lernt gerade jemand für eine Arbeit. Irgendwo hat jemand gerade die Erleuchtung. Irgendwo ändert gerade jemand seinen Lebensweg. Irgendwo hat gerade jemand den glücklichsten Tag seines Lebens. Irgendwo denkt gerade jemand über den Freitod nach. Irgendwo prügelt sich gerade irgendwer. Irgendwo umarmt sich gerade irgendwer. Irgendwo liest gerade jemand ein Buch, das auch ich besitze. Irgendwo wird gerade eine Freiheitsstrafe verhängt. Irgendwo hat gerade jemand einen Geburtstagskuchen angeschnitten. Irgendwo klingelt gerade das Telefon. Irgendwo gesteht jemand gerade jemandem seine Liebe. Irgendwo brennt gerade ein Haus. Irgendwo wirft jemand mit Steinen. Irgendwo überqueren gerade Frösche die Straße. Irgendwo tanzt gerade jemand. Irgendwo verliert gerade jemand sein Gehör. Irgendwo wird sich gerade um ein Erbe gestritten. Irgendwo muss gerade jemand weinen. Irgendwo regnet es. Irgendwo scheint die Sonne. Irgendwo liest gerade jemand diese Zeilen.

 

Bei der erstaunlichen Vielzahl an Lebewesen auf unserem Planeten halte ich es nicht nur für wahrscheinlich sondern auch für nicht unausweichlich, dass gerade so gut wie alles geschieht. Denkt euch eine Handlung - sie findet irgendwo statt, in diesem Moment, in dem ihr daran denkt. So viele Menschen leben auf diesem Erdenrund und Tag für Tag erlebt jeder von ihnen seine kleine Tragödie, hat Hoch- und Tiefpunkte, denkt und tut Dinge, die wir ebenfalls tun. Die Internationale Patchworkdecke hat Milliarden von Fäden und viele von ihnen berühren sich, ohne dass sie es merken. Was glaubt ihr, wie viele Leben ihr schon verändert habt, weil ihr tut, was ihr tut? Wie viele Liebschaften beendet, weil ihr an irgendeiner Tür den eifersüchtigen Ehemann vorgelassen habt, der rechtzeitig heim kam, um seine Frau beim Seitensprung zu erwischen? Wie viele Menschen getötet, weil ihr es über die Ampel geschafft habt, während das Auto hinter euch wieder an der roten Ampel stehen musste, infolgedessen daheim der pflegebedürftige Großvater verschied? Wieviele Phantasien angeregt, weil eine fremde Person euch anziehend fand und nicht vergessen konnte? Das Geflecht, das all das Treiben auf der Erde zusammenhält, ist so komplex, dass wir uns doch gar nicht vorstellen können, was wir alles beeinflussen, ohne uns überhaupt darüber im Klaren zu sein.

Wie so vieles - und das scheint neben Gedenktagen wohl das Hauptthema meines Weblogs zu sein - finde ich das ungemein faszinierend. Natürlich denkt man nicht oft darüber nach, aber diese hin und wieder aufkommende Vorstellung, jeder im selben Zugabteil hätte eine hörenswerte Lebensgeschichte von sich zu geben, die womöglich sogar über andere Personen zu mir zurückführt, die gefällt mir. Mögen wir auch alle nur kleine Individuen sein, unbedeutend für den Verlauf der Welt im globalen, so sind wir doch von unterschwelliger Bedeutung für einander. Findet ihr das nicht auch ... ermutigend?

27.03.2006 um 16:33 Uhr

Hair

Heute ergab es sich endlich, dass ich nach sicherlich fast einem Jahr mal wieder einen Friseur aufsuchte. Ich weiß nicht genau, wie es kam, aber irgendwann dachte ich mir mal, eigentlich könnte ich mein Haar ja auch wachsen lassen und auch wenn ich mit meinen blonden Locken somit nicht unbedingt das ansehnlichste Geschöpf auf unserem vielfältigen Erdenrund wurde, empfinde ich es doch nicht als ... ähm. Also, ich komme damit klar. Auch heute wollte ich meine Mähne nicht auf Bürstenschnitt absäbeln lassen, dennoch war ich nicht ganz so euphorisch. Man weiß ja nie, was dort mit der eigenen, so heiß geliebten Frisur angestellt wird. Ich denke aber, ich hatte Glück mit der Friseurin, wir unterhielten uns angenehm und ihre Arbeit ist doch annehmbar geworden.

 


Wenn Bekannte und Freunde sich zu entsprechenden Schneidern begeben, bin ich übrigens ebenso wenig begeistert. Obwohl ich ehrlich gestehen muss, dass es mir bei meinen Geschlechtsgenossen doch nicht so viel bedeutet wie bei den Damen der Schöpfung, die mir mit der Ankündigung eines Friseurbesuchs doch noch jedes Mal Falten auf die Stirn zaubern. Natürlich ist es manchmal unabdingbar, die Spitzen oder sonstwas behandeln zu lassen - mit dem gesamten Spektrum an Möglichkeiten, was man mit unseren Köpfen anstellen kann, bin ich nun auch nicht vertraut -, aber ich finde es schade, wenn schönes, langes, wallendes Haar hemmungslos gestutzt wird. Dafür schätze ich es zu sehr. Es gehört zweifelsfrei zu den ersten Dingen, auf die ich achte, wenn ich ein neues Mädchen kennenlerne. Und Haar kann so bezaubernd sein! Am besten offen! Und so lang wie möglich! Zu jeder Jahreszeit! Keine Zöpfe, kein Dutt, so natürlich wie möglich, da muss nicht mal unnütz gefärbt, getönt, erweitert oder verziert werden. Hach.  Aber mich fragt ja keiner.

25.03.2006 um 17:44 Uhr

The Lord of the Rings

Heute ist der 25. März und natürlich wissen wir alle, was das bedeutet. Es geschah vor Jahrtausenden, am Ende des dritten Zeitalters, im Jahre 3019, in einer Welt, die sich in so vielen Punkten von der unsrigen unterscheidet und doch vielen Menschen so nahe ist und so viel bedeutet, dass man ihr gewisse Einflüsse auf unser Leben gar nicht absprechen kann. Natürlich ist das nur für einen gerigen Prozentsatz der Bevölkerung zutreffend und ich für meinen Teil war schon sehr viel mehr Part dieser Gemeinschaft, doch ist es eben ein Teil meines Lebens und da ich mich sogar an diesen Tag erinnere, scheint es mir noch immer nicht unwichtig oder gar gleichgültig zu sein. Es ist der Tag der Ringvernichtung. The end of all things.

Ich nehme an, zumindest der Titel "Der Herr der Ringe" dürfte inzwischen allen ein Begriff sein - ob sie es nun mögen oder nicht, aber die Geschichte von Hobbit Frodo, der mit seinen Gefährten auszieht, um den Ring des Dunklen Herrschers Sauron zu zerstören, mit dem dieser wieder die Macht hätte, alle freien Völker zu vernichten, ist allein schon durch die Verfilmung vor ein paar Jahren bekannter als je zuvor. Von den Hochzeiten des Buches vielleicht einmal abgesehen, aber so informiert bin ich dann doch nicht. Ich selbst begann auch mit dem ersten Film, bevor ich Freund der literarischen Vorlage J.R.R. Tolkiens wurde, und anfangs faszinierte mich das, was mich eben immer fasziniert: Fremde Welten, mittelalterliche Umstände und vor allem fantastische Kreaturen, wie wir sie in der Wirklichkeit nicht haben. Ich muss sie wohl nicht aufzählen - wer sie nicht kennt, dem werden die Namen wohl herzlich wenig sagen. Aber dass ich dieses Gesamtwerk, egal ob auf Papier oder Zelluloid, so sehr schätze, hängt nicht nur mit der Handlung und den Umsetzungen an sich zusammen. Es ist auch auf viel realeren Ebenen von Bedeutung geworden, indem es mich in neue virtuelle Ebenen führte.

 
 


Die Faszination - oder ein davon fasziniertes Mädchen, um ehrlich zu sein - brachte mich schon vor über drei Jahren auf eine Internetseite und so in ein Forum, das mich nun wirklich nachhaltig geprägt hat. Nicht nur Diskussionen aus Pixeln auf meinem Bildschirm, nein, natürlich findet man dort tolle Leute, irgendwann richtige Freunde und Menschen, die man nie wieder missen möchte. Jenes Forum war nicht an allen, doch gewiss an mehr als drei Vierteln der Erfahrungen meiner jüngeren Vergangenheit beteiligt und hat mich Personen näher gebracht, die ich nie vergessen werde. Egal ob Kreativität, Humor, Allgemeinbildung, Enttäuschung, Toleranz, Verachtung, Hass, Freundschaft, Liebe, Sex, Vertrauen, Selbstvertrauen, Trauer, Angst, Intoleranz, Meinungsfindung, Weisheit, Dummheit, Zusammenhalt, Irrsinn, menschliche Abgründe und Herzensgüte - ich kann einfach nur Dankbarkeit empfinden, dass ich je die Möglichkeit hatte, diesen Ort zu betreten, der meinen Erfahrungsschatzzz sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht so viel reicher gemacht hat. Der Großteil der in meinem Leben empfangenen Umarmungen stammt von Begrüßungen und Abschieden auf Usertreffen. Ich wäre nicht, was ich heute bin, ohne den Einfluss der Vielzahl von echten Menschen hinter den Pseudonymen und Bezugsbildchen. Viele hundert Leute verdienen meinen Dank, nicht zuletzt das Mädchen, das mir diese Welt eröffnet hat, der Regisseur der Trilogie und der Schriftsteller, dessen Feder die wohl komplexeste Fantasywelt entsprungen ist, die man sich vorstellen kann.

Ich blicke auf eine schöne Zeit zurück.
Ich sollte mir mal wieder die Filme ansehen.
Und ich sollte das Buch endlich im Original lesen.

Danke.

29.01.2006 um 21:42 Uhr

Nicht auflegen!

Na, mal wieder telefoniert? Ich muss sagen, in letzter Zeit häuft sich das bei mir irgendwie. Seitdem das Jahr begonnen hat, wurde ich mehr und mehr dazu gedrängt, den Hörer zur Hand zu nehmen und so mit irgendwem zu reden. Anfangs war es nur ein Geburtstag - das Gespräch dauerte nicht lang und es war voll von diesen unangenehmen Gesprächspausen, die ich nicht mag. Konversationslöcher. Uncomfortable Silence. Manchmal schafft man es leicht, da schnell rauszukommen, aber allein die Tatsache, dass ich das nicht gut kann, mag der Grund sein, dass ich eher ungern telefoniere. Eine sehr gute Freundin, mit der ich derzeit nur per Mail oder eben so Kontakt habe, ist ebenfalls ein Anreiz, alle paar Sonntage mal das Telefon zu zücken. Die Gute wohnt nämlich ein Stückchen weiter weg und mit Rücksicht auf meine Eltern, die die Rechung zahlen, warte ich immer brav auf diesen Tag, an dem irgendein Tarif uns kostenlose Ferngespräche ermöglicht. Das geschieht nicht regelmäßig, aber seit einiger Zeit doch schon häufiger, was immer wieder schön ist. Die Krankheit einer anderen Freundin, die ich sonst in der Schule sehen würde, ist ein weiterer Grund für Anrufe. Irgendwer muss sie ja auf  dem laufenden halten, was das Geschehen in der Schule angeht und tatsächlich reden wir meist sogar mehr, als wenn wir uns nur in den Unterrichtspausen über den Weg laufen würden. So kommen nach und nach schon ein paar Stunden zusammen, aber es hat sich hier noch niemand groß beschwert, dass wir zuviel telefonieren - meist ist es die Internetrechnung, die zu hoch ist. Aber vielleicht ändert sich das bald. *hust*

Es begab sich nämlich vor ein paar Tagen, dass ich das längste Telefonat meines Lebens zu führen die Ehre hatte. Der bisherige Rekordhalter war mein ehemals bester Freund, mit dem ich es einst auf einen Dialog brachte, der mit 200 Minuten nicht nur so lang war wie die Kinoversion von "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs", nein, es gab sogar die 10-minütige Pause nach exakt der Hälfte der Zeit. Mir fiel das alles erst danach auf, aber bemerkenswert war es dennoch. Und da soll noch einer sagen, Männer können nicht telefonieren! Nun, dieser alte Rekord ist nicht mehr, denn vor einigen Monaten machte mich ein Freund mit einem Mädchen bekannt, mit dem ich auch vorwiegend virtuell Kontakt haben sollte. Da das aber nicht das Wahre ist, drängte sie mich nach und nach subtil (aber amüsant), doch mal bei ihr durchzuklingeln. Irgendwann tat ich das, es war sehr schön und es wurde wiederholt. Vor einigen Tagen nun rief ich sie wieder an, irgendwann kurz nach 20:00 Uhr am Abend. Am nächsten Morgen um 4:00 Uhr beendeten wir das Gespräch.




Mal ehrlich, habt ihr jemals acht Stunden lang mit jemandem telefoniert? Ich meine, mit jemandem, mit dem ihr nicht verliebt, verlobt, verheiratet seid oder bei dem dringender Klärungsbedarf aufgrund eines schwierigen, persönlichen Problems besteht? Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass das überhaupt möglich ist, gerade dieser Schweigepausen wegen, die natürlich auch vorkamen, nur waren sie nicht im geringsten peinlich oder unbequem. Gerade gegen Ende wurde es zunehmend stiller, aber da es schon spät war, kann man zwei jungen Menschen sicher nicht verübeln, dass ihr Reaktionszeiten etwas langsamer und die Antworten seltener werden. Vielleicht ist auch einer oder beide zwischendurch eingeschlafen, aber ich glaube nicht. Der Anruf endete auch nicht aus langsam überwältigender Müdigkeit oder weil uns die Lust an der Konversation verließ, sondern einzig, weil ich zwei Stunden später in die Schule gehen musste und mir dachte, dass es in der Schulzeit nicht allzu ratsam wäre, "durchzumachen". Es war trotzdem toll. Vielleicht werde ich ja noch ein richtiger Telefonierer. Ich hoffe zumindst, es war nicht das letzte Mal.

Bis dahin kann ich nur warten. Auf das nächste Klingeln, auf spontane Redelust, auf Gründe, mit irgendwem zu reden, den ich nicht persönlich sehen kann, auf Einladungen zum Telefonieren, auf jede subtile Aufforderung. Ach, und auf die nächste Telefonrechnung.

01.01.2006 um 13:21 Uhr

Dinner for one

Frohes neues Jahr.

Ich hoffe, ihr habt alle angemessen das neue Jahr begrüßt, euch nicht nur sinnlos betrunken, niemanden mit Feuerwerk verletzt, eventuelle Unreinheiten auf dem Teppich schon in den Morgenstunden wieder beseitigt, unangenehme Ausdünstungen nach einer ausgewogenen, aus Zucker, Fett und Alkohol bestehenden Ernährung vom Vorabend beseitigt und euch genug Kaffee eingeflößt, um nach diesem ach so besonderen Wechsel von einem Tag auf den anderen wieder auf den Beinen zu sein. Ich bin es ja auch. Aber meine Feier war klein und gemütlich, alkoholfrei und recht unspektakulär. Was, ihr wollt nichts davon wissen? Mir doch egal! Ich schreibe ja so oder so davon!

Es fing schonmal damit an, dass ich gegen 19:16 Uhr, als ich mich zum Bahnhof aufmachte, um eine Freundin zu besuchen, die ersten Feuerwerke hörte. Hurra. Drei Minuten später fing das Feuerwehrsignal zu johlen an und als ich nach der (menschenleeren, rattenlosen) Ampel die Feuerwehr passierte, durfte ich mit ansehen, wie drei Männer rasch heraneilten, um sich dann erstmal gegenseitig zu fragen, wer den Schlüssel für das Gebäude hat. Praktisch, nicht? Alle sind da und keiner kann aufschließen. An der nicht wirklich beunruhigenden Rauchsäule vorbei, um die die drei sich dann irgendwann noch kümmern sollten, gelangte ich schließlich zum Bahnhof und erfuhr, dass die Züge am Wochenende nicht wie sonst fahren und ich in einer Stunde wiederkommen könnte. Nun hatte ich kein Buch dabei und der Heimweg hätte sich für die Zeit nicht gelohnt, ich hatte aber auch keine Lust, auf den Straßen umherzuirren, um mir Superfeuerknallfroschblizzardkreisel- raketen und Megawunderschnellzündblitzunddonnerfontänen um die Ohren schießen zu lassen. Und was würdet ihr ansteuern, wenn ihr an so einem Abend einen Ort der Ruhe suchen würdet? Richtig.




Ich ging also zum Friedhof und verbrachte dort eine Weile. Der Schnee ging mir fast bis zu den Knien und wie gewohnt trug ich keine Winterkleidung, also waren meine Schuhe irgendwann recht nass, aber wen stört das schon? Sinnierend strich ich also zwischen den Ruhestätten umher und besah mir die gemeißelten Steine, auf denen die Namen der bedauernswerten Toten für die Ewigkeit festgehalten waren. An einigen Stellen waren Blumensträuße niedergelegt, wahrscheinlich noch von den Weihnachtsfeiertagen, die meisten Gräber waren jedoch undekoriert und bei den wenigsten konnte man Namen oder die Jahreszahlen der Geburt und des Ablebens unter der Schneeschicht erkennen. Eines jedoch erregte meine Aufmerksamkeit - ein etwa einen halben Meter hohes, kreuzförmiges Stahlgerüst schmückte das Grab eines Mädchens. Ein Babyfoto von ihr war darin eingearbeitet und eine kleine Tafel verkündete, dass dort die vierjährige Josephine schliefe. In Frieden. Ich verließ den Friedhof nach einer halben Stunde.

Den folgenden Abend muss ich hier ja nicht groß darlegen. Es war eine Zwei-Mann-Veranstaltung mit einer Freundin sowie Videos, Pizza, Cola Light, Knabbereien und etwas Feuerwerk. Irgendwann, als 2006 schon begonnen hatte, spazierten wir noch umher, trafen angetrunkene Bekannte und Fremde, die einem natürlich trotzdem ein frohes neues Jahr wünschten, und sinnierten wieder über die vergangenen zwölf Monate. Am nächsten Morgen gab es Frühstück, wir räumten all die glitzernden Monde, Sterne, Herzchen, Schmetterlinge und Hirsche (?) auf, die unser eigentlich von ihren Eltern verbotenes Tischfeuerwerk auf dem Teppich hinterlassen hatte, dann fuhr ich wieder heim. Ende. Anfang. Und was nun tun mit dem angebrochenen Jahr? Hoffen, dass es erfolgreicher wird als das letzte? Nun, schwer kann's nicht sein. Obwohl ich zwar von gesundheitlichen oder finanziellen Sorgen und Todefällen verschont blieb, vermisse ich 2005 nicht. Es hätte besser sein können. Fragt mein Herz, es kann auch Lieder davon singen, aber genug davon. Ich glaube, der geneigte Leser wird schon seit ein paar Einträgen wissen, dass ich alleinstehend und damit unzufrieden bin.

Bleibt mir also nur noch, auf bessere Zeiten zu hoffen. Mögen sie euch ebenfalls vergönnt sein. Ein frohes neues Jahr wünsche ich euch, ihr Lebenden. Und ein frohes neues Jahr den Toten.