ABBITTE
abbitte. seite 196
robbie und cee in der bibliothek. DER augenblick
von seinem gewicht in der ecke gehalten, schlang sie erneut die arme um seinen hals, stützte die ellenbogen auf seine schultern und hörte nicht auf, sein gesicht zu küssen.
der augenblick selbst kam mühelos. sie hielten den atem an, als die membran nachgab, und im selben moment blickt cecilia rasch zur seite, gab aber keinen laut von sich, als wäre es eine frage des stolzes. sie rückten näher zusammen, tiefer ineinander, und dann, mehrere sekunden lang, geschah nichts. statt ekstatischer raserei herrschte reglosigkeit. und nicht die erstaunliche tatsache, dass sie angekommen waren, sondern das ehrfürchtige gefühl, zurückgekehrt zu sein, liess sie verharren-kopf an kopf im dämmerlicht starrten sie in das wenige, was vom auge des anderen zu erkennen war. endlich fiel alles unpersönliche vin ihnen ab. natürlich war an einem gesicht nichts unfaßbar. der sohn von grace und ernest turner, die tochter von emily und jack tallis, freunde seit kinderzeit, studienkameraden, stellten sich in einem augenblick umfassenden, stillen glücks der ungeheuren veränderung, die sie bewirkt hatten. das so nahe vertraute gesicht war nicht lächerlich, es war wundervoll.
robbie starrte die frau an, das mädchen, das er immer schon gekannt hatte, und dachte, die veränderung beträfe allein ihn und sei so fundamental, so elementar biologisch wie die geburt. nichts derart einzigartiges oder bedeutendes war seit dem tag seiner geburt geschehen. sie erwiderte seinen blick, erschüttert von der eigenen verwandlung, überwältigt von der schönheit in seinem gesicht, das zu ignorieren sie eine lebenslange gewohnheit gelehrt hatte. sie flüsterte seinen namen so behutsam wie ein kind, das die einzelnen laute probiert. als er mit ihrem namen antwortete, klangen die wenigen silben wie ein neues wort-der laut war der gleiche, doch die bedeutung hatte sich geändert. und dann sprach er die drei worte, die noch soviel schlechte kunst, noch soviel lug und trug nicht ganz entwerten können. sie wiederholte sie und legte genau die gleiche leichte betonung auf das zweite wort, als wäre sie diejenige, die zuerst gesprochen hatte. er glaubte an keinen gott, doch war es unmöglich, nicht an eine unsichtbare präsenz, an einen zeugen im zimmer zu denken und daran, dass diese laut gesprochenen worte wie unterschriften unter einem unsichtbaren vertrag waren.
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