Weil wir mit A+C gemeinsam Urlaub haben, was ja selten vorkommt, wollen wir auch was gemeinsam machen. Und wie immer, wenn Gela eine Idee hat, ist es nicht so einfach.
Zuerst treffen wir uns bei uns zum Frühstück. Sie bringen noch Manne und Andreas mit und wir frühstücken erst mal in aller Ruhe. Das Wetter ist schlecht, es soll heute schneien und dann in Regen übergehen. Die Straßen sollen, nach Aussage der Sprecherin im Radio, an einigen Stellen sehr glatt sein, auch einige Unfälle und Staus werden schon gemeldet. Das alles kann uns nicht erschüttern und wir machen uns auf dem Weg zu einem Wildpark, der kurz vor Dresden sein soll. Wir fahren einigermaßen vorsichtig mit unserem neuen Auto. Die anderen Vier sind mit einem BMW unterwegs, der ja bekanntermaßen eine eingebauten Unfallschutz haben muss, denn sie fegen los, als ob wir einen knappen Terminplan hätten. Nach ein paar Kilometern und einem Anruf auf Jennis Handy haben auch sie unser Tempo angenommen – weil ja unser Auto noch neu ist.
Wir verfahren uns nur einmal. Einen sehr weiten Umweg haben wir aber nicht gemacht. Gela und Andreas haben glücklicherweise doch noch das Hinweisschild noch gefunden. Die Eintrittspreise im Wildpark sind deftig.
Wenn wir gleich gerade durch laufen, können wir noch die Wildtierfütterung sehen, erklärt uns die nette Dame in der kleinen Hütte gleich neben dem Eingang. Das machen wir doch und das ist richtig schön. Die Tiere warten zum Teil schon an der Futterstelle. Wir sehen Damwild, auch zwei weiße Tiere sind dabei. Als die Glocke klingelt, kommen noch andere Tiere angerannt. Die großen Hirsche sind gleich ganz frech und suchen sich das Futter direkt vom Wagen, so lange der Angestellte das Futter für die Ziegen oder Schafe in die kleinen Futterstellen füllt. Eine kleine Ziege stellt sich mitten in den Trog und futtert da ganz einfach weiter. Wir beobachten das Gerangel eine Weile und gehen dann weiter. Es war doch ziemlich kalt auf diesem freien Platz.
Die Wanderung auf dem Rundweg führt uns vorbei an weißen Wölfen. Bären soll es auch geben, aber die halten wohl Winterschlaf. Wir füttern die Wasservögel, die uns um den See begleiteten, sicher weil sie wussten, dass wir den Futterautomaten bedienen würden.
Durch den Baumgarten (der mir genauso gut gefällt, wie die Tiere) laufen wir zu den Wildpferden, Ein kurzer Halt vor dem Junggesellengehege, aber unsere Männer gucken nur kurz, bevor wir uns einen Glühwein zum Aufwärmen gönnen. Draußen fallen die Schneeflocken herunter. Richtig dicke Flocken sind das. Hoffentlich müssen wir das Auto nicht freischaufeln - nachher.
Wir laufen auch noch die andere Runde ab. Bei den Vögeln machen wir lange halt, denn da gibt es eine große Voliere mit Wellensittichen. Ach, das finden wir süß! Dann kommen wir bei den Wildschweinen an. Auch hier gibt es einen Futterautomat. Als der Mais herunter auf einen Stein und zum Teil auch in die Modderpampe fällt, kommt eine Muttersau mit ihrem Jungen und schmatzen die Maiskörner weg. Und was haben unsere Männer im Kopf? „Junges Wildschwein an frischem Mais“. Ja ja, da kommen doch wieder die Urinstinkte durch.
Inzwischen bleibt der Schnee auch liegen und wir denken, dass der an Weihnachten doch schön gewesen wäre.
Nach einem pompösen Mittagessen fahren wir dann noch zu A+C zum Kaffeetrinken. Wir lassen den Abend mit etlichen Runden Doppelkopf (bei denen die Frauen einfach die besseren Karten haben) ausklingen.