Treue gebrochen..
Stimmung: gut
In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad;
Mein Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat.
Sie hat mir Treu' versprochen,
Gab mir ein'n Ring dabei,
Sie hat die Treu gebrochen,
Mein Ringlein sprang entzwei.
Ich möcht als Spielmann reisen
Weit in die Welt hinaus
Und singen meine Weisen
Und gehen von Haus zu Haus.
Ich möcht als Reiter fliegen
Wohl in die blutge Schlacht,
Um stille Feuer liegen
Im Feld bei dunkler Nacht.
Hör' ich das Mühlrad gehen:
Ich weiss nicht, was ich will -
Ich möcht' am liebsten sterben,
Da wär's auf einmal still.
Dieses Gedicht hat Joseph von Eichendorff geschrieben.
Er schrieb auch:
"Aus dem Leben eines Taugenichts" sowie
"Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weiter Welt."
Eichendorff war wohl ein Waldlyriker, vielleicht mit etwas Todessehnsucht, wenn man sein Gedicht oben ansieht.
Die scheinbar, aber eher auf eine zerstoerte Liebe beruhte, und auf einen Treubruch. Wie es sich anfühlt wenn eine Liebe entzwei geht, wenn der Schwur ewiger Treue gebrochen wird, das haben wir wohl fast alle schon einmal kennengelernt.
Es sind wohl, noch immer, die gleichen Gefühle, wie damals im 17. Jahrhundert. Ganz egal, wie modern oder fortschrittlich, wir uns heute fühlen.

