Kleiner Blütenzauber

18.08.2007 um 20:20 Uhr

Treue gebrochen..

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Ring, Treue, Mühle, Reiter, Liebe, Joseph, von, Eichendorff

Stimmung: gut

Das zerbrochene Ringlein

In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad;
Mein Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat.

Sie hat mir Treu' versprochen,
Gab mir ein'n Ring dabei,
Sie hat die Treu gebrochen,
Mein Ringlein sprang entzwei.

Ich möcht als Spielmann reisen
Weit in die Welt hinaus
Und singen meine Weisen
Und gehen von Haus zu Haus.

Ich möcht als Reiter fliegen
Wohl in die blutge Schlacht,
Um stille Feuer liegen
Im Feld bei dunkler Nacht.

Hör' ich das Mühlrad gehen:
Ich weiss nicht, was ich will -
Ich möcht' am liebsten sterben,
Da wär's auf einmal still.

Dieses Gedicht hat Joseph von Eichendorff geschrieben.
Er schrieb auch:
"Aus dem Leben eines Taugenichts" sowie
"Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weiter Welt."
Eichendorff war wohl ein Waldlyriker, vielleicht mit etwas Todessehnsucht, wenn man sein Gedicht oben ansieht.
Die scheinbar, aber eher auf eine zerstoerte Liebe beruhte, und auf einen Treubruch. Wie es sich anfühlt wenn eine Liebe entzwei geht, wenn der Schwur ewiger Treue gebrochen wird, das haben wir wohl fast alle schon einmal kennengelernt.
Es sind wohl, noch immer, die gleichen Gefühle, wie damals im 17. Jahrhundert. Ganz egal, wie modern oder fortschrittlich, wir uns heute fühlen.

07.08.2007 um 17:37 Uhr

Brief Luthers an seinen Sohn

von: sternenschein   Stichwörter: Luther, Sohn, Garten, beten, Pferde, Pauken

Stimmung: gut

Am 19.Juni 1530, schrieb Luther einen Brief an seinen vierjährigen Sohn Hänschen.

Gnade und Friede in Christo, mein liebes Söhnchen.
Ich sehe gern, daß Du wohl lernst und fleißig betest. Tu also, mein Söhnchen, und fahre fort; wenn ich heimkomme, so will ich Dir einen schönen Jahrmarkt mitbringen.
Ich weiß einen hübschen lustigen Garten, da gehen viele Kinder innen, haben güldene Röcklein an und lesen schöne Äpfel unter den Bäumen und Birnen, Kirschen, Spillinge und Pflaumen, singen, springen und sind fröhlich; haben auch schöne kleine Pferdlein mit güldenen Zäumen und silbernen Sätteln.
Da fragte ich den Mann, des der Garten ist: wes die Kinder wären?
Da sprach er: Es sind die Kinder, die gerne beten, lernen und fromm sind.
Da sprach ich: Lieber Mann, ich habe auch einen Sohn, heißt Hänschen Luther; möcht er nicht auch in den Garten kommen, daß er auch solche schönen Äpfel und Birnen essen möchte und solche feinen Pferdlein reiten und mit diesen Kindern spielen?
Da sprach der Mann: "Wenn er gern betet, lernet und fromm ist, so soll er auch in den Garten kommen, Lippus und Jost auch, und wenn sie alle zusammen kommen, so werden sie auch Pfeiffen, Pauken, Lauten und allerlei Saitenspiel haben. auch tanzen und mit kleinen Armbruesten schießen."

Wie sein vierjähriger Sohn diesen Brief aufnahm, ob er ihn verstand, weiß ich leider nicht.
Welche Gedanken habt ihr denn, zu diesem Brief an einen vierjährigen?

07.08.2007 um 17:17 Uhr

Luther und die deutsche Sprache

von: sternenschein   Kategorie: sonstiges   Stichwörter: Luther, Wittenberg, Bibel, Übersetzung, Sprache, Einfluss

Stimmung: gut

Luther ist uns bekannt als Reformator, als Übersetzer der Bibel, aber weniger aufgrund seines Einflusses auf die deutsche Sprache.
Er war nicht Übersetzer, sondern Sprachschöpfer. Da seine Schriften sich schnell verbreiteten, wurden auch seine Wortschöpfungen übernommen.
Selbst die kath. Kirche kam nicht umhin, die Sprache Luthers zu übernehmen.
Er hat seine Sprache selbst weiterentwickelt.

So schrieb er 1524
der herr ist meyn hirte, myr wirt nichts mangeln. Er lesst mich weyden da viel gras steht und furet mich zum wasser das mich erkulet.
Er erquickt meyne Seele er furet mich auff rechter straße umb seyns namens willen. Und ob ich schon wandert ym finstern tal, furcht ich kein ungluck denn du bist bey myr deyn stecken und stab trosten mich.

10 Jahre später, 1534 schrieb er es so:
DER HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auff einer grünen auen, und füret mich zum frisschen wasser. Er erquicket meine seele. Er füret mich auff rechter straße umb seines namens willen. Und ob ich schon wandert im finstern tal, fürchte ich kein unglück, denn du bist bey mir, dein stecken und stab trösten mich.

02.08.2007 um 18:46 Uhr

wusstet ihr schon..?

von: sternenschein   Kategorie: sonstiges   Stichwörter: Rübezahl, Renntier, Lindwurm, Windhund

Stimmung: gut

Das folgende Worte und Begriffe oftmals eine ganz andere Abstammung haben, als wir denken.

Rübezahl

( zahl aus zagel = Schwanz = Rübenschwanz)

Renntier
(nicht von rennen) aus dem nordischen hrein, englisch the rein, der Zügel, französisch la rène.

Lindwurm
aus dem mittelhochdeutschen lint=Schlange

Windhund
ist doppelt bezeichnet, denn mittelhochdeutsch ist wint = hund

So hört man Wörter, macht sich ein eigenes Bild dazu, welches manchmal mit der ursprünglichen Bedeutung nicht viel zu tun hat.